Home » Frauen-WM 2015

Deutschland gegen Schweden: die Einzelkritik

Von am 21. Juni 2015 – 5.50 Uhr 11 Kommentare

Mit einem souveränen 4:1 kegelte die deutsche Frauenfußball-Nationalelf Gegner Schweden aus dem Turnier. Anja Mittag leitete mit ihrem Treffer zum 1:0 den Erfolg ein und verdiente sich im Landsdown Stadium von Ottawa die Bestnote.

Anzeige

Nadine Angerer: Verlebte neuerlich einen überwiegend ruhigen WM-Tag. Musste nur selten eingreifen, aber wenn, machte sie ihren Job gut. Etwa nach einer Ecke von Therese Sjögran oder im 1:1 gegen Sofia Jakobsson in der Schlussphase, wo sie einen möglichen zweiten Treffer der Schwedinnen verhinderte.

Note: 2

Leonie Maier: Die quirlige rechte Außenverteidigerin machte ihre Sache in der Abwehr gut und ließ auf ihrer Seite nichts anbrennen, In der Vorwärtsbewegung leistete sie sich aber häufig Abspielfehler und leichte Ballverluste.

Note: 3

Annike Krahn: Sorgte für Ruhe und Stabilität in der Abwehr und ließ sich bei den wenigen Vorstößen der Schwedinnen nicht aus der Ruhe bringen. Nach den etwas wackligen Leistungen in der Vorrunde eine gute, abgeklärte Vorstellung.

Note: 2

Saskia Bartusiak: Wird nach ihrem Foul gegen Sofia Jakobsson im Viertelfinale wegen ihrer zweiten Gelben Karte fehlen. Wirkte spritzig und antrittsschnell, wackelte aber in einigen Momenten. Aber auch sie unterband das schwedische Offensivspiel gut.

Note: 2,5

Tabea Kemme: Ließ sich auf der linken Abwehrseite einige Male überlaufen, leistete sich Fehlpässe und agierte mit zu wenig Übersicht. Steigerte sich in der zweiten Halbzeit und hatte etwas Pech bei einem Heber auf die Latte.

Note: 3,5

Lena Goeßling: Vor allem defensiv hatte die Mittelfeldspielerin starke Momente, wenn sie das Aufbauspiel der Schwedinnen häufiger im Keim erstickte. Auch nach vorne spielte sie einige gute Pässe, wenn auch nicht so häufig, wie sonst.

Note: 2,5

Melanie Leupolz: Goeßlings Partnerin auf der Doppel-Sechs hatte ebenfalls ihre starken Momente, wenn es darum ging, mit gutem Pressing Schwedens Bemühungen zu unterbinden. Ließ in der ersten Halbzeit eine gute Chance liegen, bot ansonsten aber eine solide Leistung. Musste zur Pause zur Dzsenifer Marozsán Platz machen.

Note: 3

Simone Laudehr: Spulte ihr gewohnt großes Laufpensum ab und hatte nach nur zwei Minuten den Führungstreffer auf dem Fuß, ihre Flanken waren gelegentlich aber unpräzise. Sorgte nach einem Schubser von Therese Sjögran für eine denkwürdige Szene, als sie einen Purzelbaum über die Bande schlug.

Note: 2,5

Anja Mittag

Anja Mittag bot gegen Schweden eine Weltklasseleistung © Nora Kruse / ff-archiv.de

Anja Mittag: Die Stürmerin spielt das Turnier ihres Lebens und war wieder einmal die stärkste im deutschen Team. Erzielte in Weltklassemanier mit einem Schlenzer und ihrem fünften WM-Treffer die deutsche Führung und war ein steter Unruheherd. Wurde zurecht als „Spielerin des Spiels“ gekürt.

Note: 1

Alex Popp: Die Wolfsburgerin agierte wie schon im bisherigen Turnierverlauf unglücklich. Hatte nach 16 Sekunden die große Chance, den schnellsten Treffer in der WM-Geschichte zu erzielen. Wirkt häufig ein wenig unglücklich in ihren Aktionen.

Note: 3,5

Célia Šašić: Erzielte per verwandeltem Foulelfmeter und per Kopf ihre WM-Treffer vier und fünf und versetzte die schwedische Abwehr mit ihrem unermüdlichen Einsatz in stete Unruhe. Ergänzt sich perfekt mit Sturmpartnerin Anja Mittag.

Note: 2

Dzsenifer Marozsán: Kam erst zur zweiten Halbzeit in die Partie, als die DFB-Elf in der Anfangsviertelstunde ein wenig durchschnaufte. Nahm nach einer Stunde Schwung auf und erzielte den sehenswerten vierten Treffer.

Note: 2

Lena Lotzen: Kam zu spät für eine Benotung

Jennifer Cramer: Kam zu spät für eine Benotung

Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • jochen-or sagt:

    Marozsan 2 ?? Kemme 3,5 ??

    Da habe ich offensichtlich ein anderes Spiel gesehen.

    (0)
  • cosinus sagt:

    Wer hier die Noten vergibt, muß teilweise ein anderes Spiel gesehen haben.Beide AV haben ein gutes Spiel gemacht- die IV sowieso !
    Warum Sasic eine 2 bekommt, … ? Sie bewegt sich fast immer falsch und geht nie mal dem Ball entgegen und spielt zuviel foul.
    Warum Lotzen eingewechselt wurde, weiss nur SN – ist eine Backfeiffe für alle, die noch auf der Bank saßen.

    (0)
  • translate sagt:

    Hallo Herr Juchem – sehr akurate Bewertung, jede einzelne Note stimmig! (zumindest, meint dies hier die ganze Familie)

    Wir scheinen das gleiche Spiel gesehen zu haben. 😉

    (0)
  • F.B. sagt:

    Einzelkritiken sind ja immer etwas sehr subjektives und spiegeln die persönlichen Sympathien des Rezensenten. Wenn man allerdings die auf der linken Seite überragende Kemme allen Ernstes schlechter bewertet als die in der ersten Halbzeit völlig neben sich stehende Leupolz, dann beweist das, dass man das Spiel (bestenfalls) im Ticker verfolgt hat. Herausragende Spielerin war natürlich Lena Gößling und nicht Anja Mittag, was auch das Votum auf der DFB-Homepage beweist.

    (0)
  • never-rest sagt:

    Ich schließe mich eher der Bewertung in der SZ an.

    http://www.sueddeutsche.de/sport/dfb-frauen-in-der-einzelkritik-mittag-macht-sich-in-schweden-unbeliebt-1.2530392

    Auch das Leser-Voting in der SZ spiegelt die Verhältnisse besser wieder

    (0)
  • egjowe sagt:

    wie schon an anderer stelle geschrieben:
    „wer tore schießt, erhält bestnoten oder zumindest bonuspunkte.“

    mit der benotung von leonie maier und tabea kemme bin ich absolut nicht einverstanden.
    auch lena goeßling sehe ich weiter vorne.

    die innenverteidigung hat m.m.n. ihr bisher bestes spiel abgeliefert.
    in der benotung dürfte insbesondere diese leistungssteigerung ihren niederschlag gefunden haben.

    (0)
  • Johannes sagt:

    Kemme war in der ersten Halbzeit die schwächste Spielerin in der deutschen Elf, wer das nicht sieht sollte sich die erste Halbzeit vielleicht noch mal anschauen.Sie hatte Probleme das Spiel aufzubauen und leistete sich mehrere Fehlpässe.In der Offensive fand sie gar nicht statt, defensiv an allen Chancen der Schweden direkt beiteiligt.In der zweiten Halbzeit hat sie sich dann gefangen und auch in die Offensive eingeschaltet, von daher ist sie mit 3,5 noch gut bedient.Würde mich nicht wundern wenn Cramer im Viertelfinale in der Startelf steht.Die Wechsel waren vielleicht auch ein Sigal an die Spielerinnen wovon die Bundestrainerin insgesamt mehr erwartet denn Platt waren am Ende alle.

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Johannes
    Schlechteste Spielerin der 1.HZ war definitiv Leupolz, weswegen sie folgerichtig Platz machen mußte! Für Popp hätte ebenfalls Schluß sein müssen, nur kann man eben zur HZ nicht 2 Wechsel tätigen, wo der Ausgang des Spiels noch völlig offen ist.
    Kemme hatte anfangs mit Rubinsson Probleme, die ja auch eine gute ist, hat aber dann das Blatt deutlich zu ihren Gunsten gewendet und zeigte Elin die Hacken. Cramer konnte da leider nicht nahtlos anknüpfen.

    (0)
  • Karl sagt:

    Ich finde die Bewertungen gut und schluessig, aber die folgende Bewertung von Eurosport UK finde ich auch gut und gelungen und nachvollziehbar:

    (0)
  • DAWIDenko sagt:

    Im heutigen Kicker hat Tabi eine 2 bekommen. Laudehr war mit einer 1,5 die beste.

    Saskia Bartusiak bekam so gar nur eine 4!
    Damit gehe ich nicht d` accord.

    Eine der besten war für mich Lena Goeßling. Sie spielte enorm sicher, auch gute Standarts, wichtig auch ihre Seitenverlagerung und sie schaltete sich auch in der 2. Halbzeit immer mehr in die Offensive ein. Auffälligste Szene von ihr, ihr Schlenzer an die Latte. Fast wie Guido Buchwald 1990 😉

    Simone Laudehr jagte die rechte Seite mit ihren dynamischen Tempoläufen rauf und runter. Sie war von den Schwedinnen überhaupt nicht zu stoppen. Auch ein toller Schuss an den Pfosten (allerdings war sie auch völlig frei im Strafraum) bevor Celia sehr gut per Kopf abstaubte zum 3:0!
    Allerdings war mir „Simon“ trotz aller Dynamik und Einsatz manchmal ein wenig zu eigensinnig. Da machte sie zu oft den „Robben“ früherer Tage. Für meinen Geschmack hätte sie die oft aufgerückte bienenfleißige Leo Meier mehr miteinbeziehen können.

    Dass Tabea nicht die Antrittsschnellste ist, weiss man. Allerdings verhält sie sich taktisch sehr geschickt. Defensiv ging sie resolut dazwischen an sonsten spielte sie meist den Ball gut weiter. In der Zweiten Halbzeit drehte sie richtig auf. Auch im eins gegen eins offensiv.
    Ein bärenstarkes Spiel mit einer beinahe Krönung als sie die Latte touchierte.

    Krahn und Bartusiak meist sehr sicher. Taktisch auch ein sehr gutes Stellungspiel von beiden IVinnen. Allerdings wurden sie auch von den sehr tief stehenden Schwedinnen mit Ausnahme der schnellen Jakobsson (Schwedens einzigen Lichtblick neben der Torfrau und in Ansätzen noch Fischer, Sembrandt und Rubenson)wenig gefordert. -„Unsere“ setzten dagegen die gegnerische Abwehr immer früh unter Druck und zwangen sie zu langen unpräzisen Bällen, die gut abgefangen wurden.-
    Gerade Lotta Schelin fehlte meistens die Bindung zum Spiel. Auch ein Verdienst von Saksia, die ihr immer wieder folgte.

    Popp fiel etwas ab für meinen Gescmack. Ein frühes Tor hätte ihr mit Sicherheit Auftreib gegeben.

    Celia und Anja harmonieren wirklich prächtig zusammen und waren die spielentscheidende Figuren des dominanten Sieges einer herrausragenden homogenen Teamleistung.
    Sie attackieren auch sehr gut, vor allem Celia die wirklich viel gegen den Ball arbeitet.

    Maro fiel außer ihrem Traumtreffer nach Goeßlings Ecke wenig auf.

    Leupolz nahm ich da in Halbzeit 1 schon mehr wahr.
    Vor allem auch mit ihren Schüssen aus der zweiten Reihe. Sehr selbstbewusst für eine junge Spielerin.

    Anders als gegen Norwegen war auch kein Bruch im Spiel zu erkennen. Man baute kaum ab. Nur zum Ende hin kam Schweden das ein oder andere Mal gefährlich vors Tor. Man beachte: Standarts oder Einzelaktionen von Sofia Jakobsson genauso wie gegen Australien.
    Was gegen Austrlalien noch zu einem Unentschieden gereicht hatte, genügte diesmal nicht mehr für Schweden.

    Ein ganz starkes Spiel und eine Steigerung.

    (0)
  • F.B. sagt:

    Die Bewertungen bei Eurosport können nicht ernst gemeint sein. Sämtliche schwedischen Spielerinnen bekommen sechs und sieben Punkte, demnach war also keine schlecht. Schelin wird genauso gut bewertet wie Gößling. Ich denke, Erstere hätte sich nicht mal selbst eine so hohe Bewertung gegeben;-)

    (0)

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar