DFB-Elf will mit Rotation in die K.-o.-Runde

Von am 14. Juni 2015 – 21.38 Uhr 23 Kommentare

Am Montagabend trifft die deutsche Nationalelf in ihrem abschließenden Gruppenspiel bei der Frauenfußball-WM in Kanada auf Thailand (live ab 22 Uhr in ZDF und Eurosport). Mit einem Sieg will die DFB-Elf frisches Selbstvertrauen fürs Achtelfinale tanken und im Optimalfall als Gruppensieger in die K.-o.-Runde einziehen. Dabei dürfte es zu zahlreichen Veränderungen in der Startformation kommen.

„Ich bin hier nicht bei der Mathematik-Olympiade“, hatte DFB-Abwehrspielerin Tabea Kemme bereits am Samstag kundgetan, angesprochen auf die besondere Zahlen-Arithmetik und Vielzahl möglicher Konstellationen, die das FIFA-WM-Reglement bereithält.

Gruppensieger vermeidet Reisestrapazen
In der deutschen Gruppe B verspricht ein Gruppensieg zumindest weniger Reisestrapazen, da bis zu einem eventuellen Finale in Vancouver nur in den zwei Autostunden voneinander entfernten Städten Ottawa und Montreal Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale zu spielen wären – mit überschaubarem Reiseaufwand und ohne Wechsel der Zeitzonen.

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Nicht auf Norwegen schauen
Aktuell hat Tabellenführer Deutschland ein um sechs Tore besseres Torverhältnis gegenüber dem zweitplatzierten Norwegen, dennoch wollte sich auch Bundestrainerin Silvia Neid am Tag vor dem Duell mit Thailand nicht auf Rechenspielchen einlassen. „Für uns ist das gar kein Thema, wie es im Parallelspiel steht, das ist uns erstmal egal“, so Neid auf der Abschlusspressekonferenz.

Kein Team unterschätzen
„Wir müssen gegen Thailand ein gutes Spiel nach vorne zeigen und dem Gegner keinen Raum lassen, von daher müssen wir alle sehr gut zusammenarbeiten.“ Die DFB-Elf ist gewarnt, den WM-Neuling aus Asien nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das Turnier ist sehr ausgeglichen, das zeigen die Ergebnisse der Vorrunde. Thailand hat es verdient, hier dabei zu sein, für uns geht es darum unser Spiel durchzuziehen und einen roten Faden einzuhalten.“

Stark gestiegenes Niveau
Auch Melanie Behringer meint: „Die Thailänderinnen sind sehr quirlig, aber wir müssen ihnen unser Spiel aufdrücken. Das Niveau ist sehr deutlich gestiegen, das ist gut für den Frauenfußball. Viele Mannschaften, die wir nicht gut kennen, zeigen gute Leistungen.“

Chancenverwertung verbessern
Vor allem an der Chancenverwertung der DFB-Elf haperte es in den Spielen gegen die Elfenbeinküste und Norwegen, zahlreiche Chancen wurden ausgelassen. „Das haben wir angesprochen und das wollen wir gegen Thailand besser machen“, so Behringer.

Bundestrainerin Silvia Neid

Bundestrainerin Silvia Neid kündigte für das Spiel gegen Thailand personelle Veränderungen an © Nora Kruse

Einsatz von Laudehr und Popp fraglich
Dabei wird die DFB-Elf wohl ohne Simone Laudehr auskommen müssen, die eine leichte Bauchmuskelzerrung plagt. „Sie wird voraussichtlich nicht spielen können“, so Neid. Und auch bei Alex Popp (Kniereizung) wird erst das Abschlusstraining Aufschluss über einen möglichen Einsatz geben.

Leupolz wird spielen
Dafür verriet Neid, dass Melanie Leupolz nach überstandener Schambeinprellung nicht nur wieder fit ist, sondern auch in der Aufstellung stehen wird. „Sie wird morgen mitspielen und wir erhoffen uns sehr viel von ihr. Wir wollen in den ersten 15 Minuten sofort wieder im Spiel sein und Thailand zeigen, dass es schwer wird, gegen uns ein Tor zu machen und selbst wollen wir so schnell wie möglich einen Treffer erzielen.“

Rotation in der Startformation
Vermutlich wird es nicht nur verletzungsbedingt einige Wechsel in der Startformation geben. „Normalerweise bleibt man gerne mit seinem Team im Spielrhythmus, aber hier ist es nicht normal. Von daher muss man überlegen, was in dem Moment das Beste ist.“

Gut zu wissen

  • Deutschland und Thailand sind noch nie in einem A-Länderspiel aufeinandergetroffen.
  • 2004 traf die DFB-Elf bei der U19-Weltmeisterschaft in Thailand auf den Gastgeber und gewann unter Trainerin Silvia Neid mit 6:0. Dabei stehen alle damaligen Torschützinnen auch im aktuellen WM-Kader: Lena Goeßling und Célia Šašić trafen jeweils zwei Mal, die anderen Tore erzielten Simone Laudehr und Anja Mittag.
  • Deutschland gewann bisher fünf seiner sechs WM-Spiele gegen einen Gegner aus Asien. Das 0:1 gegen Japan im Viertelfinale der Frauenfußball-WM 2011 war nicht nur die einzige Niederlage, sondern auch das einzige Tor, das ein asiatisches Team gegen die DFB-Elf bisher erzielen konnte.
  • Silvia Neid wird zum 13. Mal in einem WM-Spiel auf der Trainerbank sitzen und damit in der ewigen Rangliste auf Rang drei klettern, nur ein Spiel mehr hat die ehemalige schwedische Nationaltrainerin Marika Domanski-Lyfors.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

23 Kommentare »

  • Wolfsburg fan sagt:

    @sonic,
    Finde super dass du noch mal Fall Däbritz erwähnt hast. Das bei der U20 WM mit Däbritz ist mir auch aufgefallen, besonders beim Brasilien Spiel. Bisher gefiel sie mir auch auf der 6 hundert mal besser als auf der Außenbahn. Ihre Spielweise erinnert mich sehr an Khedira und ein Khedira könnt ich mir niemals auf der Außenbahn vorstellen.

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  • holly sagt:

    die arme Lena kann natürlich nichts dafür das sie nicht richtig fit ist und die BT sie dann noch auf der (wie viele finden) der falschen Postition spielen lässt.
    Aber wenn jemand wirklich schlecht spielt, sollte man schon äußern dürfen, das wenn es geht die Spielerin nicht wieder spielen sollte bzw eine andere die Chance bekommen sollte.
    Manche sollten nicht so dünnhäutig sein. Unsere Spielerinnen wissen schon ob sie gut oder schlecht gespielt haben und können das selbst gut einschätzen.

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  • Dori sagt:

    @holly
    Ich stimme dir ja auch zu. Ich meinte ja auch gar nicht, dass man es nicht sagen darf, wenn eine Spielerin schlecht gespielt hat, es gibt ja nicht umsonst die Kommentarfunktion. Lotzen hat schlecht gespielt und das hab ich ja auch selbst gesagt und das weiß sie ganz bestimmt auch selber. Aber ich finde, dass man aufgrund von einer „Halb-Halbzeit“, in der sie gespielt hat, nicht sagen kann, ob sie das gesamte Turnier so spielen wird, weil es dafür bisher noch keine Anzeichen gab. Sie hat immerhin die vorherigen Spiele ganz gut gespielt, also kanns nicht nur daran gelegen haben, dass sie noch nicht bei 100% ist, sondern auch daran, dass sie einfach einen ganz schlechten Tag hatte. Deshalb kann man jetzt wegen dem einen Spiel nicht sagen, dass sie nicht mehr spielen soll, was hier aber einige tun. Und wenn die Menschen hier ihre Meinung sagen dürfen, darf ich doch auch meine Meinung über deren Meinung sagen. Das ist alles was ich sagen wollte.

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  • Markus Juchem sagt:

    Die DFB-Aufstellung: Angerer – Schmidt, Krahn, Peter, Cramer – Behringer, Leupolz – Lotzen, Marozsán, Däbritz – Šašić

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  • wolle sagt:

    Manomann die traut sich was, die Frau Neid.
    Aber Sie hat ja recht. Ich hätte Sasic auch noch eine Pause gegönnt, aber vlt. darf Sie zur 2.H raus.
    Krahn hätte ich auch draußen gelassen, allerdings für mehr Spiele.

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  • never-rest sagt:

    Die BT setzt weiter auf L. Lotzen auf der Außenbahn, anstatt mal den Mut aufzubringen, sie in der Spitze aufzustellen. Nun gut, Sasic soll heute wohl ein paar Törchen für die Torjägerkrone machen. Lotzen macht hoffentlich das Beste daraus. Gegen die Thailänderinnen sollte es für sie heute besser laufen. Eigentlich ist Bremer aber für die Position auf dem Flügel prädestiniert.

    Däbritz sehe ich auch in nicht all zu ferner Zukunft als neue Mittelfeldachse zusammen mit Leupolz auf der Doppel6. Solange muss sie eben noch mit der Außenbahn vorlieb nehmen, wenn sie spielen will.

    Ansonsten sind die Umstellungen in der Startelf für mich Ok.

    Gut dass Peter und Cramer ihre Chance bekommen.

    So und jetzt freue ich mich auf einen hoffentlich überzeugenden Auftritt unserer N11.

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  • GG sagt:

    Mein Ergebnistipp: 7 : 1
    Aber nach Rückstand – Angriff über die rechte dt. Verteidigungsseite.
    Nach Einwechselung von Lena Goeßling und Anja Mittag wird dann der standesgemäße Sieg sichergestellt.

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  • FFFan sagt:

    @ sonic:
    „Den Fall Faißt werde ich wohl nie verstehen. Vor der EM und ihrer Verletzung war sie als linke Abwehrspielerin vollkommen zu Recht gesetzt. Seitdem wird sie dort nicht mehr eingesetzt. Hat dafür irgendeiner eine Erklärung?“

    Eine Erklärung nicht direkt, aber mir ist aufgefallen, dass V.Faißt auch im Verein, wenn überhaupt, im linken Mittelfeld eingesetzt wird. Auf der Außenverteidigerposition gibt Kellermann immer S.Bunte oder N.Maritz den Vorzug. Und auch in der Nationalmannschaft spielte Faißt schon 2012/13 häufig auf der offensiven Außenbahn. Möglicherweise liegt ihr diese Position mehr?!

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