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Remis gegen Norwegen: die Stimmen zum Spiel

Von am 12. Juni 2015 – 0.26 Uhr 4 Kommentare

Trotz des Remis gegen Norwegen im zweiten Vorrundenspiel hat die deutsche Nationalmannschaft aufgrund des Torverhältnisses beste Chancen, noch den Gruppensieg zu erreichen. Entsprechend fiel das Fazit nach der Partie nicht allzu negativ aus.

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Silvia Neid (Bundestrainerin)
„Ich bin total zufrieden. Wir haben eine recht gute erste Halbzeit abgeliefert und fast gar nichts zugelassen, das war grandios gegen einen Gegner wie Norwegen und das zeigt, dass wir alles richtig gemacht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr ganz so gut gearbeitet und haben von Anfang an unseren guten Faden verloren. Aber ich habe kein Problem mit dem 1:1. Wir wurden müder, haben nicht mehr ganz so gut gearbeitetet gegen den Ball und damit einen starken Gegner noch stärker gemacht. Das hat Norwegen Auftrieb gegeben und dann fällt schnell mal das 1:1.“

Dzsenifer Marozsán (Spielerin des Spiels): „Ich war vor dem Spiel nervöser als sonst. Wir haben eine klasse erste Halbzeit gespielt, das hat viel Spaß gemacht. Schade, dass wir die zweite Halbzeit ein bisschen aus der Hand gegeben haben. Aber wenn wir das Turnier weiter so wie in der ersten Halbzeit spielen, werden wir erfolgreich sein. In der ersten Halbzeit hätten wir das eine oder andere Tor mehr machen müssen. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt, waren aber nicht konsequent genug im Abschluss.

Nadine Angerer (Torhüterin)
„Die erste Halbzeit war sensationell, in der zweiten haben die Norwegerinnen umgestellt und uns haben auch die Kräfte nachgelassen. Das war sehr energieraubend. Mit dem 1:1 können wir erstmal sehr zufrieden sein. Ich orientiere mich an der ersten Halbzeit, die zweite war nicht optimal gelöst. Das Tor von Norwegen war aber auch ein Sonntagsschuss, ansonsten hatten sie aus dem Spiel heraus nicht wirklich Chancen.“

Anja Mittag erzielte gegen Norwegen ihr viertes WM-Tor. © Mirko Kappes, footograph.net

Anja Mittag erzielte gegen Norwegen ihr viertes WM-Tor. © Mirko Kappes, footograph.net

Anja Mittag (Mittelfeldspielerin)
„Ich denke, das ist ein bisschen unglücklich. Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegengelassen, in der zweiten hat uns die Bindung gefehlt. Wir waren nicht mehr so präsent wie in der ersten Halbzeit. Jetzt müssen wir Thailand schlagen, für den Gruppensieg ist noch alles offen.“

Annike Krahn (innenverteidigerin)
„Sicher haben wir in der zweiten Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben ein bisschen den Faden verloren, aber dann auch einen Sonntagsschuss reinbekommen. Jetzt wollen wir gegen Thailand gewinnen, das ist das klare Ziel.“

Saskia Bartusiak (Innenverteidigerin)
„Wir waren direkt im Spiel, haben es aber versäumt, das zweite Tor zu machen. In der zweiten Halbzeit haben wir nachgelassen und uns nicht mehr so klare Torchancen herausgespielt.“

Even Pellerud (Trainer Norwegen): „Wir haben von beiden Mannschaften zwei grundverschiedene Halbzeiten gesehen. Wir dachten, dass wir einen guten Plan haben, das hat aber in der ersten Halbzeit nicht funktioniert. Mit der ersten Halbzeit war ich sehr unzufrieden, mit der zweiten sehr zufrieden.“

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4 Kommentare »

  • Tobias sagt:

    Über die Reaktionen von deutscher Seite bin ich schon überrascht. Wer mit dem Spiel und dem Ergebnis zufrieden ist, hat den Titeltraum wohl schon ausgeträumt. Wer mit einem Unentschieden gegen Norwegen zufrieden ist, wird Frankreich und die USA kaum schlagen. Für andere Gegner war vor allem interessant, wie wenig den Deutschen einfällt, wenn man sie früh genug attackiert und wie wenig die Luft bei manchen Spielerinnen offenbar für 90 Minuten reicht.
    Übrigens, seit wann bezeichnet man direkte Freistöße von der Strafraumgrenze als Sonntagsschüsse? Das sind ausgezeichnete Torgelegenheiten. Die Deutschen hätten die zwei, drei sehr ähnlichen Möglichkeiten vielleicht selbst nicht gar so kläglich vergeben dürfen. Da hat man durchaus ein bisschen Mel Behringer vermisst, die damit in der BL mehrfach erfolgreich war.

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  • Gast sagt:

    Ich bin immer wieder überrascht wenn ich hier Kommentare lese und frage mich wie oft denn wirklich Fußball geschaut wird?

    Ich glaube die wenigstens Teams starten perfekt in ein Turnier, gerade wenn Turniere ausgeglichen(er) sind ist es oft auch ein Prozess. Siehe EM 2013. Oder die WM der Männer im letzten Jahr. Erstes Spiel super, dann gegen Ghana das Tor nicht getroffen und Konter gefangen, dann ok gegen die USA, schließlich Verlängerung im Achtel-Finale.

    Ich will damit nicht sagen, die Frauen werden Weltmeister, ich möchte sagen dass es normal ist sich im Turnier im Laufe der Zeit zu steigern, aus Erfahrungen zu lernen etc. Ich glaube die wenigsten Teams starten ohne Verbesserngsbedarf – Japan war 2011 nicht Gruppenerster. Finalteilnehmer USA war ebenfalls Gruppenzweiter und wäre fast im Viertelfinale rausgeflogen…

    Und es ist auch völlig in Ordnung nicht jede Unzulänglichkeit der Mannschaft öffentlich breit zu treten und gerade als Kapitänin und Trainerin öffentlich den Rücken zu stärken – das heißt ja nicht dass es keine Teambesprechung gibt oder keine Kritik erwähnt wird. Es hat ja auch niemand gesagt „joho! Zweite Halbzeit war super“ sondern „auf die Erste kann man aufbauen, und auch mitnehmen dass man defensiv nicht viel zugelassen hat“ Die Analyse der meisten Feldspielerinnen war ja relativ ehrlich und relativ zerknirscht.

    Und mit Sonntagsschuss war nicht die Position des Freistoßes gemeint, sondern die Tatsache dass es relativ selten klappt den so genau und unhaltbar in den oberen Winkel zu ziehen. Sieht man auch, nicht nur geht der Millimeter neben dem Pfosten rein, er verfehlt auch Köpfe der springenden Mauer nur knapp. Statistische Wahrscheinlichkeit selbst für eine gute Schützin den so zu machen? Gering.

    Um es ganz klar zu machen: Kritik ist auf jeden Fall ok, da eine Endzeitstimmung aufkommen zu lassen weil die Trainerin nicht das sagt was man gern hätte oder so zu tun als hätte noch nie ein Team das sich eine Schwäche erlaubt hat irgendwas gewonnen – das ist ein bisschen übertrieben wie ich finde…beides sind völlig normale Prozesse im Fußball die ständig passieren und noch nicht allzu viel über Erfolg oder Misserfolg aussagen. Aber gut, wenn man sonst nichts zu tun hat.

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  • Tobias sagt:

    Lieber Gast,

    ich sehe äußerst viel Frauenfußball, ich bin durchaus in der Lage, Leistungen einzuschätzen. Ich habe ja auch nicht behauptet, dass die gestrige Leistung auch in einem erfolgreichen Turnier nicht einmal passieren kann. Aber zufrieden darf man mit der zweiten Halbzeit einfach nicht sein, zumal klar war, dass Norwegen etwas verändern wird, und unser Team hierauf einfach nicht reagieren konnte. Und die oben zitieren Äußerungen lassen für mich einfach nicht genug erkennen, dass eine zweite Halbzeit wie gestern schon reichen kann, um in der KO-Runde aus einem WM-Turnier auszuscheiden. Wenn man die Leistung der ersten Halbzeit nicht halten kann, was ich durchaus nachvollziehen kann, muss man zumindest in der Lage sein, ein 1:0 über die Runden zu bringen.

    Dass der Ball von der Unterkante der Latte reingeht, ist in der Tat auch Glück. Aus der Freistoßposition über die Mauer ein Tor zu machen, ist aber keine seltene Ausnahme, sondern für technisch versierte Spielerinnen durchaus eine Einladung. Natürlich geht der Ball nicht immer rein, klar, aber das ist schon eine Torchance, die relativ häufig zu einem Tor führt. Wie gesagt, schau Dir mal einige Freistöße von Behringer letzte Saison an, ich kann mich an mindestens zwei sehr ähnliche erinnern, die drin waren.

    Und Deine persönlichen Kommentare darfst Du gerne für Dich behalten. Wer hier wieviel sonst zu tun hat, dürfte sich Deiner Wahrnehmung entziehen. Dein Kommentar war schließlich ungefähr dreimal so lang wie meiner.

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  • pinkpanther sagt:

    @Gast: Danke für den sehr gelungenen Beitrag!!! 🙂

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