Deutschland gegen Norwegen: die Einzelkritik

Von am 12. Juni 2015 – 10.15 Uhr 19 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf musste sich in ihrem zweiten Spiel bei der Frauenfußball-WM in Kanada mit einem Remis gegen Norwegen begnügen. Nach starker erster Halbzeit riss bei der DFB-Elf ein wenig der Faden. Die Spielerinnen in der Einzelkritik.

Nadine Angerer: Die DFB-Torhüterin hatte wie schon im Spiel gegen die Elfenbeinküste auch gegen Norwegen wenig zu tun. Nur drei Schüsse kamen im gesamten Spiel auf ihr Tor. Doch in der 43. Minute parierte Angerer glänzend gegen Isabell Herlovsen, beim Gegentreffer durch Maren Mjelde war sie machtlos.

Note: 2

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Leonie Maier: Die Rechtsverteidigerin konnte nicht ganz an die Leistung des Auftaktspiels anknüpfen. Zwar schaltete sie sich erneut ins Offensivspiel ein, konnte aber keine großen Akzente setzen. Leistete sich kurz vor der Pause einen Patzer, der fast zum Ausgleich geführt hätte. Geriet in der Schlussphase ein ums andere Mal unter Druck, behielt aber einen kühlen Kopf.

Note: 3,5

Annike Krahn: Die rechte Innenverteidigerin klärte einige brenzlige Situationen souverän, bei der Großchance in Halbzeit eins sah sie gegen Isabell Herlovsen aber nicht gut aus. Insgesamt aber eine Leistungssteigerung gegenüber dem Auftaktspiel.

Note: 3

Saskia Bartusiak: Die Frankfurterin wirkte insgesamt sicherer als im ersten Spiel gegen die Elfenbeinküste und schien konzentrierter. Ließ nicht viel anbrennen, leistete sich aber an der Strafraumgrenze das Foul gegen Ingrid Schjelderup, das letztlich zum Ausgleich führte.

Note: 3

Tabea Kemme: In ihrem zweiten WM-Spiele machte Tabea Kemme ihre Sache erneut gut. Wieder stark in den Zweikämpfen agierte sie aber gelegentlich zu hektisch und verlor in manchen Spielsituationen die Übersicht.

Note: 2,5

Lena Goeßling: Spielte nicht ganz so stark wie gegen die Elfenbeinküste. Konnte diesmal nur weniger Akzente im Spiel nach vorne setzen. Hielt aber in der ersten Halbzeit viel vom Tor fern, war aber insgesamt unauffälliger.

Note: 3

Dzsenifer Marozsán (r.) war die beste deutsche Spielerin auf dem Platz. © Mirko Kappes, footograph.net

Dzsenifer Marozsán (r.) war die beste deutsche Spielerin auf dem Platz. © Mirko Kappes, footograph.net

Dzsenifer Marozsán: Spielte in der ersten Halbzeit überragend, war Dreh- und Angelpunkt im deutschen Spiel. Leitete mit ihrem Schuss die deutsche Führung ein. War stets anspielbar, ließ aber in der zweiten Halbzeit wie ihre Teamkolleginnen ein wenig nach. Die beste deutsche Spielerin, die zurecht zur Spielerin des Spiels gekürt wurde.

Note: 1,5

Simone Laudehr: Fleißig wie immer, aber nicht so wirkungsvoll wie im ersten Spiel. Tankte sich einmal aber toll durch und hätte auch einen Elfmeter bekommen können. Auch bei ihr ließen aber im Spielverlauf sichtlich die Kräfte nach.

Note: 3

Anja Mittag: Wird es das Turnier der Anja Mittag? Nach den drei Toren im ersten Spiel glänzte sie erneut als Torschützin. Sprühte vor Spielfreude und wirkt zielstrebiger und entschlossener als in der Vergangenheit. In der zweiten Halbzeit etwas müde und nicht mehr so durchsetzungsfähig.

Note: 2

Alex Popp: Begann auf der linken Außenposition, spielte später aber auch zentral. Warf erneut alles in die Waagschale, hatte aber Pech bei einem Kopfball, der nur Zentimeter am Pfosten vorbeiging. War im Laufe der zweiten Halbzeit nicht mehr so spritzig.

Note: 3

Célia Šašić: Nach den drei Toren im Auftaktspiel lief die Partie gegen Norwegen ein wenig an der Stürmerin vorbei. Zwar ackerte die Frankfurterin und absolvierte ein gewaltiges Laufpensum. Echte Chancen hatte sie aber nur wenige, wie etwa per Kopf direkt nach dem Ausgleich.

Note: 3,5

Lena Lotzen: Wurde für Laudehr eingewechselt, konnte auf der rechten Seite aber nur selten Akzente setzen. Hatte aber in der 86. Minute mit einem Schuss eine gute Szene.

Note: 3

Sara Däbritz: Kam für Popp in die Partie, tat sich aber schwer, ins Spiel zu finden und gegen nun verbesserte Norwegerinnen Impulse zu setzen. Stand aber auch nur 20 Minuten auf dem Platz

Note: 3,5

Pauline Bremer: Keine Benotung, da zu kurz auf dem Platz.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

19 Kommentare »

  • egjowe sagt:

    meine vorgabe für das thailand-spiel:
    hoch und weit.
    flügelspiel mit hohen flanken in den strafraum.
    (= viele kopfballtore)
    schüsse aus der distanz: hoch und in die ecken.
    den rest dann rauskombinieren.

    das sollte einen neuen torrekord geben.
    es sei denn, frau neid setzt nur spielerinnen ein,
    die max. 1,65m groß sind.

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  • Vorstopper sagt:

    mein Vorschlag zum Thailand-Spiel: komplett die 2.Garde im Vergleich zum Norwegen-Spiel aufstellen. Qualität reicht aus, Positionen passen 1:1, Alternativen können sich unter Wettkampfbedingungen anbieten und Stützen wie Laudehr, Goeßling, Mittag können Kräfte sparen für hoffentlich noch 4 Spiele. Und wenn es schiefgeht, ein 2. oder 3. Gruppenplatz ist kein Beinbruch, wenn man mit ausgeruhten Stammkräften in die KO-Phase startet.

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  • Altwolf sagt:

    @pinkpanther.

    Sind 2-3 gute Pässe in der 2.HZ, selbst über 30-40 m bei einer N11-Spielerin mit dieser Qualität denn schon für eine 1.5 ausreichend ?
    Dafür erwarte ich von einer 6-er Spielerinn bei einem zunehmend engeren Spiel, wie gegen Norwegen, auch einen entsprechenden Einsatz mit erfolgreicher Balleroberung, letztendlich auch Stabilisierung des MF um die Offensivaktionen Norwegens zu unterbinden und das Spiel noch für sich entscheiden zu können. Wenn sie sich da auch entsprechend gezeigt hätte, könnte man eine so gute Benotung rechtfertigen.

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  • pinkpanther sagt:

    @Altwolf: Um deine Frage zu beantworten, nein. Eine sehr gute Benotung hat sich Maroszan in der ersten Hz verdient! Ich wollte mit dem Beispiel nur verdeutlichen, dass auch in der zweiten Hz einige gute Aktionen dabei waren und ich es für gerechtfertigt halte, hier unterm Strich eine gute Note zu vergeben. Ob jetzt 1,5 oder 2 – wie gesagt darüber kann man streiten.

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