WM 2015: DFB-Elf überrollt die Elfenbeinküste

Von am 8. Juni 2015 – 0.11 Uhr 19 Kommentare

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit dem erwarteten Erfolg in die Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada gestartet. Mit einem lockeren Kantersieg übernahm die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid die Tabellenführung in Gruppe B.

10:0 (5:0) hieß es in Kanadas Hauptstadt Ottawa nach 90 Minuten. Die Elfenbeinküste war dabei von Beginn an heillos überfordert, und die DFB-Elf hätte fast ihren eigenen Rekordsieg von 11:0 (2007 im WM-Eröffnungsspiel gegen Argentinien) eingestellt.

DFB-Elf übernimmt das Kommando
Von Anpfiff weg übernahm die DFB-Auswahl das Kommando auf dem Platz. Nach Vorarbeit von Leonie Maier erzielte Celia Sasic bereits in der dritten Minute das 1:0. Es folgten deutsche Chancen im Minutentakt, das 2:0 gelang Sasic allerdings erst in der 14. Minute.“Das 1:0 war enorm wichtig, um der Elfenbeinküste den Zahn zu ziehen. Wir hatten sie richtig gut im Griff“, zeigte sich Neid zufrieden. Und ab dem 2:0 „hat die Elfenbeinküste einen Gang rausgenommen, und wir haben es schön ausgespielt.“

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Die deutsche Mannschaft freut sich mit Sara Däbritz (Mitte) über deren erstes Länderspieltor. © foto2press / Oliver Zimmermann

Die deutsche Mannschaft freut sich mit Sara Däbritz (Mitte) über deren erstes Länderspieltor. © foto2press / Oliver Zimmermann

Die Elfenbeinküste agierte bei ihrem ersten WM-Spiel überhaupt unstrukturiert, stand zu weit vom Gegner weg und hatte gegen das schnelle Spiel der Deutschen nichts auszurichten. Mittag (30.), Sasic (31.) und erneut Mittag (35.) schraubten das Ergebnis bereits zur Halbzeit auf 5:0.

Däbritz kommt für Sasic
Bundestrainerin Silvia Neid brachte zur zweiten Halbzeit Sara Däbritz für Sasic. Die DFB-Elf schaltete in der Folge merklich einen Gang zurück. Sie ließ der Elfenbeinküste mehr Raum, zu nutzen wusste sie den allerdings selten. In der 54. Minute erzielten die Afrikanerinnen dann aber doch ihr erstes Tor. Der Treffer wurde wegen eines Fouls an Torhüterin Nadine Angerer aber aberkannt.

Mühelos
Die Deutschen wurden auch in der Folge durch die Elfenbeinküste kaum unter Druck gesetzt, die DFB-Auswahl hatte viel Platz sowohl bei der Ballannahme als auch im Spielaufbau. Die weiteren Treffer erzielten Mittag (64.), Simone Laudehr (71.), Däbritz (75.), Behringer und Alexandra Popp (85.)

Das Spiel im Überblick
  • 10 Tore, 17 Schüsse aufs Tor und 61 Prozent Ballbesitz für die DFB-Elf
  • Celia Sasic und Anja Mittag treffen jeweils dreifach.
  • Melanie Leupolz wird in der 17. Minute mit Leistenproblemen ausgewechselt.
  • Lena Petermann bereitet nur zwei Minuten nach ihrer Einwechselung das 8:0 vor.
  • Sara Däbritz erzielt ihr erstes Länderspieltor.

 

Norwegen gewinnt gegen Thailand
Mit Norwegen hat auch das zweite Spitzenteam der Gruppe B seinen WM-Auftakt souverän gestaltet. Der Weltmeister von 1995 gewann gegen Thailand mit 4:0 (3:0). Trine Rønning erzielte in der 15. Minute das 1:0. Isabell Herlovsen stellte mit einem Doppelschlag (29., 34.) den 3:0-Halbzeitstand her. Ada Hegerberg setzte in der 68. Minute den Schlusspunkt zum 4:0. Zuvor war Maren Mjelde mit einem Strafstoß an Thailands Torhüterin Waraporn Boonsing gescheitert.

Am Donnerstag kommt es ab 22 Uhr zum direkten Duell zwischen der DFB-Auswahl und Norwegen.

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19 Kommentare »

  • jochen-or sagt:

    Für mich hatte die Elfenbeinküste in der Abwehr Regionalliganiveau. Daher darf man die Leistung unsere Offensive auch nicht überschätzen. Sicherlich gab es schöne Spielzüge, die auch gegen bessere Gegner gelingen könnten.
    Andererseits wurden massenhaft (Popp) Großchancen vergeben.
    Gegen bessere Gegner wird man sich dies nicht erlauben können, weil man solche Chancen nur 1 oder 2-mal erhält.

    Ob es nur am überlegenen Ergebnis lag und man deshalb unkonzentriert war? Aber die Abwehr war in einigen Situation , insbesondere auf der IV, inkl. Angerer, die auch in der letzten Ligaspielen nicht besonders stark zu sein schien, katastrophal unorganisiert und auch im Zweikampf öfter gegen einen doch schwachen Gegner unterlegen.

    Aber ich bin ja sowieso dafür, dass wir mit einer Katastrophenleistung dieser IV gegen Norwegen verlieren.

    Dies hätte dann gleich 2 schöne Effekte:

    – Auf der IV gäbe es die m.E. notwendigen Umstellungen.
    – In einem Viertelfinale würde man Frankreich, in einem Halbfinale ev. den USA aus dem Weg gehen.

    Ich glaube nicht, dass wir gegen diese Gegner das Finale erreichen.

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  • Dori sagt:

    Ich halte es auch für die richtige Entscheidung, die Verletzten/Verletzungsanfälligen Marozsan, Bremer und Lotzen in dem Spiel nicht spielen zu lassen. Das Verletzungsrisiko wäre zu hoch gewesen und wie man sehen konnte, wurden sie nicht gebraucht. Bartusiak hat nach ihrem Kreuzbandriss trotzdem gespielt. Kann ich verstehen, weil Neid sie als Stammspielerin will und die Abwehr eingespielt sein sollte, aber ich bin dennoch der Meinung, dass die WM für sie zumindest als Stammspielerin zu früh kommt.
    Die gesamte Abwehrleistung war wirklich nicht gut. Auch mir ist nicht entgangen, dass die Außenverteidigerinnen sehr hoch aufgerückt sind und Krahn und Bartusiak oft allein in der Verteidigung standen und dann ihre Probleme hatten, wenn die Stürmerinnen der Elfenbeinküste versucht haben, schnell nach vorne zu spielen.
    Was ich von unserem Sturm halten soll, weiß ich nicht so recht. Licht und Schatten würde ich mal sagen. Viele Tore geschossen, aber auch viele Chancen ausgelassen und viele Bälle verdaddelt.
    Warum sich die Spielerinnen dann noch extra das Leben schwer gemacht haben und so viel gelaufen sind bzw das Risiko erhöht haben sich zu verletzen, obwohl sie es gar nicht nötig gehabt hätten, anstatt einfach wie never-rest schon gesagt hat Ball und Spielerinnen laufen zu lassen, bleibt mir ein Rätsel. Sie hätten dadurch ihre Kräfte besser einteilen können.

    Aber alles in allem war es mit einem 10:0 ein gelungener Auftakt. Deutschland wird in den nächsten Spielen ganz sicher konzentrierter und geordneter sein. Wie eine Mannschaft spielt hängt ja auch immer vom Gegner ab und dass sie auf diese Weise nicht gegen Norwegen spielen werden, dürfte eigentlich klar sein.

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  • egjowe sagt:

    was die abwehrprobleme angeht, muss ich @bluebox recht geben.
    mit hochaufgerückten außenverteidigerinnen darf man den ball halt nicht so oft im mittelfeld verdaddeln, was leider zu häufig der fall war.
    da sieht dann eine innenverteidigung, besonders gegen schnellere gegnerinnen, nicht besonders gut aus.
    besonders auffällig war dies nach dem 2:0, nach dem sie wohl zum hurra-fußball übergehen wollten.

    bei den ersten vergebenen großchancen von alex popp habe ich gestöhnt, nach der 4. oder 5. nur noch in mich rein gelächelt.
    „one of those days“ sagt der engländer wohl dazu.
    als auch sie beim späten freistoß hinter dem ball stand, war mir klar, sie will unbedingt ihr tor nach soviel missgeschick.
    aber wir wissen doch alle, dass sie häufiger schon die einfachen nicht macht, dafür aber die komplizierteren und auch wichtigen.
    vielleicht schon gegen norwegen und gegen thailand darf sie dann 3 kopfballtore machen.

    @jochen-or
    im hinblick auf viertel- und halbfinale wäre mir beim 2. platz in der gruppe auch wohler.

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  • rabenschrey sagt:

    Das Spiel war sportlich wertlos, die Darbietung der Ivorerinnen wohl das denkbar beste Argument gegen die Aufstockung des Teilnehmerfeldes. Das ist aber nicht die Schuld der deutschen Damen, die diese lästige Pflichtaufgabe souverän gemeistert haben.

    Und nun navigiere ich mal ganz behutsam um jeden Chauvinismus-Vorwurf herum: Es gibt bestimmt fachkundige Frauen, die nicht auf den Mund gefallen sind und die Fußball-Spiele kommentieren können. Die Frau, die das gestern tat, konnte es nicht. Da war eine dermaßen große Unsicherheit und ein dermaßen geringes Verständnis für Sport im allgemeinen und für Fußball im besonderen herauszuhören, dass es noch nicht mal mehr lustig war.

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