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Presseschau zum deutschen Auftaktspiel

Von am 8. Juni 2015 – 12.02 Uhr 4 Kommentare

Die Marken sind gesetzt: In Gruppe B hat Deutschland seine Favoritenrolle mit einem 10:0 mehr als unterstrichen. Die ersten Berichte und Kommentare in der deutschen Presse.

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10:0 gegen die Elfenbeinküste – die Fakten
Für die, die es verpasst haben mögen: Das ZDF zeigt die Torparade der DFB-Elf und Reaktionen der Spielerinnen im Zusammenschnitt sowie das Spiel der Norwegerinnen gegen Thailand (4:0). Das lässt sich bis Donnerstag, wenn es zum Duell der beiden spielstärksten Mannschaften der Gruppe kommt (22 Uhr, ARD), bequem in voller Länge nachschauen:

Deutschland – Elfenbeinküste in voller Länge

Eine schnelle Zusammenfassung des deutschen Spiels in Schriftform gibt’s auf ZEIT online.

10:0 gegen die Elfenbeinküste – die Qualitätsdebatte
10:0 ist ein Ergebnis, das gemischte Gefühle provoziert. Die FAZ sieht damit eine Qualitätsdebatte ausgelöst, die sich die Fifa selbst zuzuschreiben habe. Daniel Meuren schreibt: „Im Frauenfußball ist die Aufstockung (…) vornehmlich Konsequenz einer Fehleinschätzung bezüglich der Qualitätsentwicklung.“

Zum FAZ-Artikel

Schon vor dem zweistelligen Resultat hatte Tatjana Haenni, Fifa-Direktorin für die Frauenwettbewerbe, im Interview mit der Frankfurter Rundschau zur Erweiterung des Teilnehmerinnenfelds von 16 auf 24 Mannschaften gesagt: „Wir machen uns nichts vor: Wir werden bei diesem Turnier auch Resultate haben, die die Unterschiede krass zeigen. Wenn Thailand ein Testspiel gegen die Niederlande mit 0:7 verliert, gibt das klare Hinweise. Aber ich bin mir sicher, dass wir schon in vier Jahren bei der WM in Frankreich dieses Thema nicht mehr haben. Das Niveau wird sich bis dahin angeglichen haben.“

Zum Artikel der Frankfurter Rundschau

Célia Šašić: "Egal wer spielt, die Tore fallen." © Mirko Kappes, footograph.net

Célia Šašić: „Egal wer spielt, die Tore fallen.“ © Mirko Kappes, footograph.net

10:0 gegen die Elfenbeinküste – who’s next?

Nix zu meckern gab es nach dem 10:0 für Bundestrainerin Silvia Neid. Bleibt die Frage, wie es weitergeht gegen Norwegen am Donnerstag. Die Nachrichtenagentur dpa hat nachgefragt: Was erwarten Sie für ein Spiel, Frau Neid?

„Die Elfenbeinküste hat sehr weit vorne gespielt und uns dadurch Räume gegeben, in die wir reinspielen konnten. Das wird gegen Norwegen anders. Sie sind taktisch flexibel, mit allen Wassern gewaschen und haben viele Facetten. Da brauchen wir wieder Zweikampfstärke und Spielfreude. Das wird ein enges Match.“

Auch die ARD schaut schon auf die nächste Begegnung und zitiert Norwegens Trainer Even Pellerud: „Es ist unser Ziel, gegen Deutschland zu gewinnen.“ Sein Team startete am Sonntag zwar mit einem 4:0-Sieg gegen Thailand, den Trainer wurmte aber augenscheinlich, dass dabei ein Elfer verschossen wurde. Das scheint unangenehme Erinnerungen an das EM-Finale 2013 gegen Deutschland zu wecken. Celia Sasic brachte unterdessen nach ihrem Dreierpack und der Auswechslung zur Pause die Stärke des deutschen Teams zum WM-Auftakt auf den Punkt: „Egal wer spielt, die Tore fallen.“

Zum ARD-Online-Bericht

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4 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Die Aufstockung ist keine Fehleinschätzung der Qualitätsentwicklung, wie Daniel Meuren schreibt, sondern meiner Meinung nach einzig und allein der Geldgier der Fifa zu verdanken. Sie handelt nach dem Motto „mehr Teams, mehr Spiele, dadurch mehr Fans und mehr Umsatz.“ Wer daran glaubt, dass die Fifa so genannte Fussball-Entwicklungsländer unterstützen will – ist selber schuld!

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  • Lusankya sagt:

    Nach der Aufstockung von 16 auf 24 Teams gab es 1982 bei den Männern auch erstmal ein 10:1 von Ungarn gegen El Salvador.

    Ansonsten kommt mehr Geld für die FIFA natürlich auch den Mitgliedern zugute. Je mehr Geld die FIFA kriegt, desto mehr kriegen die einzelnen Mitgliedsverbände. Und da alle Mitgliedsverbände absolut gleichviel kriegen, ist das natürlich insbesonders für die kleinen verlockend. Ob die damit dann natürlich den Frauenfußball fördern, ist eine andere Sache.

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  • helena sagt:

    Nach dem 7:1 der deutschen Nationalmannschaft der Männer gegen Brasilien gab es eine solche Diskussion doch auch nicht; Niemand wollte den Brasilianern die Qualität absprechen. Wenn ich mich an manches mühsame 1:0 Geschleiche der Spanier erinnere, zeugte das nicht so sehr von der Qualität des Gegners, sondern der Spielweise der Spanier, wer zuerst zuckt, verliert.

    Natürlich war die Elfenbeinküste in allen Belangen unterlegen, aber sie haben zum einen nie aufgesteckt (anders als etwa Brasilien letztes Jahr), sondern um jeden Ball gekämpft und zum anderen sich nicht nur hinten rein gestellt und Beton angerührt, so dass es ein furchtbar langweiliges Spiel gewesen wäre. Dadurch haben sie es den Deutschen zwar sehr leicht gemacht, aber das ist allemal besser als mit der gesamten Mannschaft das Tor zuzustellen.

    Es war ein recht unterhaltsames Spiel mit einem erwartbaren Ausgang, der für die Frauen von der Elfenbeinküste neben der Niederlage auch viel an Erfahrung und mit Sicherheit auch an Freude gegeben hat. Wenn diese WM jetzt der Anstoß dafür ist, dass sich die Elfenbeinküste mit mehr Ehrgeiz auch dem FF zuwendet, dann ist die Öffnung für mehr Teams absolut begrüßenswert.
    Eine WM hat nie die gleiche Qualität in der Vorrunde wie eine EM – bei Männern wie bei Frauen – und es macht doch gerade den Reiz aus, dass doch auch manchmal noch ein paar „Flying Eagles“ dabei sind.

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  • Florian Buechting sagt:

    Ob man jetzt mit 16 oder 24 Teams spielt, ist letztlich, wie schon oben geschrieben wurde, eine Mischung aus Politik, Geldgier und vielen anderen Faktoren – letztlich muss man auch eben Reize setzen, dass sich Teams aus der zweiten Reihe entwickeln können. Umgekehrt, denke ich, in der deutschen Gruppe gibt es nur ein Spiel, was wirklich „wichtig“ ist – nämlich Deutschland gegen Norwegen, wo der Gruppensieg entschieden wird. Vermutlich werden Thailand und die Elfenbeinküste derart verprügelt auf dem Platz, dass sie nur schwer die Möglichkeit haben werden, sich als einer der besten dritten Plätze durchzumogeln. Ich denke, das bringt niemandem was.

    Es ist für mich eine Frage des Modus – einerseits sollen Teams wie Deutschland oder Norwegen aus meiner Sicht auch in so einem Turnier eine gewisse Verantwortung übernehmen und Teams wie Thailand oder der Elfenbeinküste ein „Erlebnis“ zu bieten – andererseits sollen diese Teams auch die Möglichkeit haben, gegen Teams ihresgleichen zu spielen und sich dort im Rahmen einer WM und den entsprechenden Bedingungen zu entwickeln. Das ist eigentlich nur eine Frage, wie man den Modus innovativer gestaltet, zum Beispiel durch

    – eine Platzierungsrunde mit den „unteren“ acht Teams nach der Gruppenphase
    – einen gestaffelten Modus. Wir haben beim Floorball je genau das gleiche Problem – unter dem Strich können realistisch gesehen nur vier bis fünf von 16 WM-Teams überhaupt von ihrem Potential her Weltmeister weden. Deswegen werden die vier Vorrundengruppe in zwei Gruppen „starke“ Teams und zwei Gruppen „schwache“ Teams geteilt. Wenn Du aber bei den „schwachen“ Teams erster oder zweiter Deiner Gruppe wirst, kannst Du trotzdem Dich fürs Viertelfinale qualifizieren und auch – sicher eher theoretisch – Weltmeister werden. Du „verdienst“ Dir also die Spiele gegen die großen Teams. Ich finde das inzwischen einen sehr guten Modus (auch wenn ich zugeben muss, auf dem Papier fand ich es zunächst etwas merkwürdig).

    Ich persönlich fand das Spiel Deutschland – Elfenbeinküste (natürlich vor allem getrieben durch taktische Defizite der Ivorerinnen) zwar vielleicht nicht sportlich großartig, aber recht attraktiv zum einfach mal so gucken – das Spiel Norwegen – Thailand war vielleicht für den Taktiker mehr ein Leckerbissen, bringt aber sicher nur wenig neue Frauenfussballfans. So viele Events mit einer entsprechenden Wahrnehmung hat der Sport einfach nicht.

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