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Deutschland gegen Elfenbeinküste: die Einzelkritik

Von am 8. Juni 2015 – 11.27 Uhr 7 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf ist mit einem zweistelligen Sieg gegen die Elfenbeinküste locker in die WM in Kanada gestartet. Dennoch war noch nicht alles Gold, was glänzt. Die Spielerinnen in der Einzelkritik.

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Nadine Angerer: Die DFB-Torhüterin war in ihrem 140. Länderspiel über weite Strecken beschäftigungslos. Vielleicht lag es daran, dass sie sich in der Schlussphase einen Patzer leistete, der den im Abschluss zu unkonzentrierten Ivorerinnen fast einen Treffer ermöglicht hätte.

Note: 4

Leonie Maier: Begann stark und leitete mit einem präzisen Pass die frühe Führung der DFB-Elf ein. Kurz darauf hätte sie gar fast selbst einen Treffer erzielt. Hatte Gelegenheit, sich immer wieder ins Offensivspiel einzuschalten. Leistete sich aber auch ab und an unnötige Ballverluste.

Note: 2,5

Annike Krahn: Bei den wenigen Offensivaktionen der Elfenbeinküste wirkte die Innenverteidigung nicht immer sattelfest. Allerdings war das gegen den überforderten Gegner auch nicht notwendig, die Bestleistung abzurufen. Gegen Diakite klärte Krahn nach einem Getümmel in höchster Not.

Note: 3,5

Saskia Bartusiak: War über weite Strecken der Partie unauffällig, doch ebenso wie bei Krahn wurden die gelegentlichen Vorstöße der Ivorerinnen nicht gerade souverän geklärt. So ließ sie sich einmal von Nahi Josee in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit an der Strafraumgrenze mächtig düpieren.

Note: 3,5

Tabea Kemme: Die robuste Turbine-Spielerin stand überraschend für Jennifer Cramer als linke Außenverteidigerin in der Startformation und machte ihre Sache ordentlich. Stark in den Zweikämpfen und mit gutem Timing, wirkte sie meist souverän in ihren Aktionen.

Note: 2,5

Lena Goeßling: Bei der WM-Generalprobe in der Schweiz stand sie noch in der Kritik, heute gehörte sie zu den besten DFB-Spielerinnen. Wirkte spritziger und mental fitter als noch vor zwei Wochen und spielte einige gescheite Pässe, die auch zu Toren führten.

Note: 2

Melanie Leupolz: Erhielt auf der Doppel-Sechs neben Lena Goeßling zunächst den Vorzug vor Melanie Behringer. Musste aber gegen ihre Münchner Teamkollegin verletzungsbedingt bereits in der 17. Minute ausgewechselt werden.

Note: Ohne Bewertung

Melanie Behringer: Kam früh für Leupolz ins Spiel und setzte vor allem mit ihrer athletischen Spielweise Akzente. Hatte bei einem Foul in der zweiten Halbzeit Glück, nicht die Gelbe Karte zu sehen. Erzielte aus kurzer Distanz den Treffer zum 9:0, fiel aber sonst nicht sehr auf.

Note: 3

Simone Laudehr: Laufstark und fleißig spulte die Mittelfeldspielerin ihr gewohntes Pensum ab und sorgte immer wieder für Unruhe. Krönte ihre gute Leistung mit dem Treffer zum 7:0, als sie Fatou austanzte und souverän einschob.

Note: 2,5

Anja Mittag

Bärenstark: Anja Mittag erzielte drei Treffer © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Anja Mittag: War von Beginn an ein stetiger Unruheherd. Glänzte zunächst als Vorlagengeberin, nach einer knappen halben Stunde erzielte sie den ersten von insgesamt drei Treffern. Immer anspielbereit riss sie häufig große Löcher in die gegnerische Defensive. Bärenstarke Vorstellung.

Note: 1,5

Alex Popp: Ließ während des ganzen Spiels eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen liegen, ackerte aber wie eh und je und stiftete eine Menge Unruhe in der gegnerischen Abwehr. Kurz vor Schluss klappte es dann doch noch mit einem direkt verwandelten Freistoß. Dennoch kein optimales Spiel.

Note: 3

Célia Šašić: Die treffsichere DFB-Stürmerin stand nur 45 Minuten auf dem Platz, erzielte aber dennoch drei Treffer, davon den wichtigen frühen Führungstreffer. Mit etwas mehr Konzentration und Kaltschnäuzigkeit hätten es aber durchaus sogar noch einige mehr sein können.

Note: 2

Sara Däbritz: Kam zur zweiten Halbzeit für Šašić in die Partie, konnte aber anfangs der zweiten Halbzeit im nun zunächst etwas schwächeren Spiel der DFB-Elf keine wesentlichen Akzente setzen. Steigerte sich später mit dem Team und erzielte ihren ersten Treffer im Nationaldress.

Note: 3

Lena Petermann: Die U20-Weltmeisterin kam in der Schlussviertelstunde zum Einsatz und konnte sofort Akzente setzen. Mit einem schnellen Antritt und einer scharfen Hereingabe lieferte sie die Vorlage zum 8:0. Fast wäre ihr sogar noch ein Treffer gelungen.

Note: 2,5

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • egjowe sagt:

    für mich war tabea kemme „auffällig“ souverän, antizipierte das gegnerische passspiel und eroberte dadurch viele bälle.
    für mich die beste in der defensive, besonders in der ersten halbzeit.
    hielt mit starkem körpereinsatz sofort dagegen und verlor so gut wie keinen zweikampf, was bei anderen besonders in der 2. hälfte nicht immer der fall war.
    gegen die robusten norwegerinnen sollte sie wieder von anfang an dabei sein.

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  • never-rest sagt:

    Bewertung finde ich soweit ok. Aber Angerer hat auch bei dem nicht gegebenen Gegentor nicht gut ausgesehen und daneben gegriffen. M.E. wurde sie nicht regelwidrig im Fünfmeterraum behindert. Hoffe solche Aussetzer wiederholen sich nicht.

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  • FanPotsdam sagt:

    Ich befürchte, dass sich Silvia Neid nach dem 10:0 von ihrer Aufstellung bestätigt sieht und wir auch im nächsten Spiel hinten mit Bartusiak/Krahn rechnen müssen. Ich finde vor allem Saskia an sich wirklich nicht schlecht, aber die Kombination ist doch zu anfällig und langsam… Und vorne Sasic ist wirklich zu sehr wenig zu gebrauchen, da helfen auch Tore gegen die Elfenbeinküste nichts. Sie spielt einfach sehr schlecht mit, da sind Mittag oder Popp um einiges besser…

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  • Karl sagt:

    @FanPotsdam: Nach deiner Kritik zu urteilen bin ich nicht sicher ob du das Spiel ueberhaupt gesehen hast.
    Die Einzelwertung von Marcus Juchem finde ich gelungen und nachvollziebar, deine Kritik ist allenfalls durch die Potsdam Brille verstaendlich.
    Wie auch immer, ich glaube dass die BT die Spielerinnen die ueber die volle Distanz gespielt haben im naechsten Spiel eher schont. Das spricht auch fuer eine etwas andere IV und fuer einen Einsatz von Bremer.

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  • egjowe sagt:

    @FanPotsdam
    @Karl
    der eindruck von @FanPotsdam wegen des mitspielens von sasic mag zwar entstehen,
    dürfte aber auch nicht zu den vorgaben von der bundestrainerin gehören.
    sieht manchmal etwas unglücklich aus, wenn sie angespielt wird, obwohl sie schon eng gedeckt wird, und dann bei der ballannahme den ball verliert.
    ebenso, wenn passweg und ihr laufweg unterschiedliche richtungen einschlagen.
    aber für mich ist das eine frage der abstimmung und sollte nicht in eine einzelbewertung einfließen.
    je länger die mädels dabei bleiben desto besser wird das werden.

    vor allen dingen sollte die daddelei im mittelfeld aufhören.
    die leitet immer wieder gefährliche situationen ein, weil es dabei zu viele ballverluste gibt.
    gegen mannschaften wie frankreich und usa darf man sich das nicht erlauben.
    es sei denn, da heißt eine messi, dann darf sie daddeln.

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  • Hitzfeld09 sagt:

    Tja, Sasic … Sie macht eben viele Tore. Ich weiß zwar letztlich auch nicht, wie sie das immer schafft, an ihren spielerischen, technischen Fähigkeiten liegt es jedenfalls. nicht, und ihre Aktionen sehen meist sehr seltsam aus. So lange sie die Tore macht, wird sie vorne drin spielen, einen Gerd Müller brauchte man 1974 eben auch.

    Kemme war vor dem Spiel für mich die haushoch bessere Wahl ggü. Cramer – im Pokalendspiel mit Abstand beste, auch offensiv gefährlichste Potsdamerin – und das hat sie gestern gezeigt. Gegen stärkere Gegnerinnen wird sie das erst recht unter Beweis stellen.

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  • GG sagt:

    Ich habe an der Bewertung von @FanPotsdam nicht wirklich etwas auszusetzen.
    Tabbi Kemme hat mich positiv überrascht und überzeugt. Ich habe sie allerdings als ausgemachten Rechtsfuß in Erinnerung, deshalb hätte ich die Außenverteidigerinnen getauscht. Aber die gewählte Maßnahme war wohl dem Umstand geschuldet, der hochaufgeschossenen Außenangreiferin eine kampfstarke Verteidigerin entgegenzustellen. Und wenn jemand hierfür prädestiniert ist, dann sicherlich Tabbi.
    Gefreut hat mich der in der ersten Hälfte sehr erfrischende Auftritt von Lena Goeßling. Superflanke zum 2., ein absolutes Weltklasse-Anspiel zum 3. und der perfekte no-look-Paß zum 4. Tor. Damit war dann der Drops auch gelutscht.
    Und die Problemzonen ? Annike Krahn und Nadine Angerer. Almuth Schult würde für mehr Sicherheit sorgen, und in Sachen Annike …? Ich bin nicht ganz im Bilde, ob Saskia rechts spielen kann … und dann neben Babs Peter für die erforderliche Stabilität in der IV sorgen könnte.

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