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WM 2015: Vorschau Gruppe F

Von am 5. Juni 2015 – 6.00 Uhr 3 Kommentare

Mit Frankreich tritt einer der Titelanwärter bei dieser Weltmeisterschaft in Gruppe F an. Zu den Gegnern gehört mit England ein weiteres europäisches Spitzenteam, hinzu kommen Kolumbien und Mexiko.

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Geht es um Titelkandidaten bei Welt- und Europameisterschaften gehört seit einigen Jahren konstant auch Frankreich dazu. Doch bislang ist die Mannschaft noch nie ins Finale eingezogen. Kann sich das in diesem Jahr ändern?

Beste Voraussetzungen
Eigentlich bringt die französische Mannschaft alles mit, was eine Spitzenmannschaft braucht. Die fußballspielende Basis im Land ist vorhanden, die Jugendarbeit stimmt, was nicht zuletzt die bereits gewonnenen Titel im Jugendbereich zeigen, und im Team sind zahlreiche internationale Top-Spielerinnen vertreten. Doch der letzte Schritt fehlt, in den entscheidenden Spielen zieht die Mannschaft meist den kürzeren. Technisch ist das Team versiert, doch oftmals fehlen trotz bester Möglichkeiten die Tore. Nun unternimmt die „Équipe Tricolore“ einen neuen Versuch, endlich auch mit der A-Nationalmannschaft um Titel mitzuspielen. 2011 wurde sie in Deutschland immerhin Vierter.

Frankreichs Nationalspiielerinnen jubeln

Gibt es in diesem Jahr Grund zum Jubel für Frankreich? © Nora Kruse / ff-archiv.de

Die Mischung macht’s
Dabei stimmt die Mischung im Team: erfahrene Akteurinnen, wie Camille Abily, Gaëtane Thiney und Laura Georges auf der einen Seite, Griedge Mbock Bathy und Claire Lavogez auf der anderen Seite. Beide wussten bei der U20-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zu überzeugen und wurden auf Platz zwei und drei der besten Spielerinnen des Turniers gewählt. Im vergangenen Jahr gewannen die Französinnen ein Länderspiel gegen Deutschland mit 2:0. In der WM-Generalprobe gegen Schottland konnte aber kürzlich nur ein mageres 1:0 erspielt werden.

Erstes Turnier für Mark Sampson
Schief gegangen ist dafür die Generalprobe für England. Die „Three Lions“ unterlagen WM-Gastgeber Kanada mit 0:1. Für Englands neuen Trainer Mark Sampson ist es das erste Turnier mit der Mannschaft, die er nach seinem Amtsantritt 2013 ein wenig umgekrempelt hat. Auswechselspielerinnen, wie Toni Duggan wurden zu Stammkräften. Außerdem wurden Lianne Sanderson und Katie Chapman, die unter und wegen Sampsons Vorgängerin Hope Powell ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatten, zurückgeholt. Erstmals steht mit Fran Kirby auch eine Zweitligaspielerin im Kader. Fünf Spiele hat sie bislang absolviert und dabei durchaus zu überzeugen gewusst.

Wenig erreicht
Der Frauenfußball entwickelt sich in England, insbesondere nach der Einführung der WSL, gut. Ähnlich wie Frankreich hat aber auch die englische Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften bislang wenig erreicht. Bei den letzten beiden Auflagen gelang jeweils der Einzug ins Viertelfinale – 2011 sogar als Gruppenerster mit einem Sieg gegen den späteren Weltmeister Japan. Zittern muss das Team aber immer, denn eine große Schwäche ist das Herausspielen eigener Chancen.

Spitzenspiel zum Auftakt
Dabei ist für England, das fast schon traditionell schwer in ein Turnier findet, der Auftakt denkbar schwer: In Moncton geht es am 9. Juni gegen Frankreich. Es ist das Spitzenspiel der Gruppe, mit dem die Titelkämpfe für beide Mannschaften losgehen. Wer gewinnt, hat beste Chancen auf den ersten Rang. Der Verlierer wird unter Druck stehen, denn mit Mexiko ist eine Mannschaft in der Gruppe, die zwar weit davon entfernt ist, um Titel mitzuspielen, aber durchaus in der Lage ist, an einem guten Tag einem Favoriten ein Bein zu stellen. Wie 2011, als die Mexikanerinnen zum Auftakt gegen England 1:1 spielten.

Kann Mexiko überraschen?
Für die Mexikanerinnen ist es nach 1999 und 2011 die dritte WM-Teilnahme. Gewinnen konnte die Mannschaft noch nie ein Spiel, entsprechend war immer nach der Gruppenphase Schluss. 2011 gelang gegen England und Neuseeland jeweils ein Remis – es waren die ersten Punkte, die Mexiko bei einer WM erspielte. Qualifiziert hat sich das Team, in dem auch die Ex-Frankfurterin Alina Garciamendez spielt, über den dritten Rang bei der CONCACAF-Meisterschaft. Mit Maribel Dominguez ist die wohl prominenteste mexikanische Spielerin allerdings nicht mehr dabei.

Kolumbien erneut qualifiziert
Nach 2011 zum zweiten Mal dabei ist Kolumbien. „Las Cafeteras“ haben sich durch den zweiten Platz bei der Copa America im vergangenen Jahr qualifiziert. Bei ihrer ersten Teilnahme 2011 schieden die Kolumbianerinnen bereits in der Gruppenphase aus – zu Buche stand als bestes Ergebnis aber immerhin ein 0:0 gegen Nordkorea. Nach der Weltmeisterschaft nahmen Kolumbien auch an den Olympischen Spielen 2012 in London teil, und mit Lady Andrade und Yoreli Rincon konnten sich zwei Spielerinnen in dieser Zeit in den Vordergrund spielen. Dennoch wird das Überstehen der Gruppenphase auch bei dieser Weltmeisterschaft eine Mammutaufgabe.

Womensoccer meint: Wer das Spitzenspiel zum Auftakt gewinnt, wird Gruppenerster – die besseren Chancen hat Frankreich. Am Ende werden aber sowohl Frankreich als auch England im Achtelfinale stehen, wenngleich Punktverluste der Engländerinnen gegen die vermeintlichen Außenseiter nicht ausgeschlossen sind. In dieser Gruppe wird daher auch der Gruppendritte Chancen auf das Achtelfinale haben. Der Vorteil liegt bei den zum größten Teil in den Vereinigten Staaten spielenden Mexikanerinnen. Für die dürfte dann aber im Achtelfinale Schluss sein. Für England ist im Optimalfall das Viertelfinale drin, Frankreich könnte dort auf Deutschland treffen. Die Hürde wäre für beide Teams hoch. Wer sie nimmt, spielt auch um den Titel mit.

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3 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    „Ähnlich wie Frankreich hat aber auch die englische Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften bislang wenig erreicht. Bei den letzten beiden Auflagen gelang jeweils der Einzug ins Achtelfinale…“

    Es gelang jeweils der Einzug ins Viertelfinale (ein Achtelfinale gibt es erstmals bei dieser WM)! Jedesmal wenn sich England für die Endrunde qualifiziert hat (1995, 2007, 2011), konnte die Runde der letzten Acht erreicht werden. Ich finde nicht, dass das „wenig“ ist, vor allem wenn man bedenkt, dass England nie unter den ersten Fünf der Weltrangliste war und bei keinem WM-Turnier zum engeren Favoritenkreis zählte.

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  • Markus Juchem sagt:

    @FFFan: Danke, ist korrigiert.

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  • kelly sagt:

    go englang go

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