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WM 2015: Vorschau Gruppe D

Von am 3. Juni 2015 – 12.00 Uhr

In der vermeintlich stärksten Vorrundengruppe D messen sich bei der Frauenfußball-WM die USA, Schweden, Nigeria und Australien. Spannung ist garantiert.

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Mehr als 15 Jahre ist es her, dass die USA zum letzten Mal den WM-Titel holten. Und die Generation um Stürmerin Abby Wambach will sich nun endlich wieder einmal mit dem Titel krönen.

US-Routiniers wollen endlich Titel holen
Mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren und 5 Monaten schickt US-Trainerin Jill Ellis den ältesten WM-Kader aller Zeiten in den Wettbewerb. Christie Rampone wird während des Turniers Ihren 40. Geburtstag feiern und bei einem Einsatz zur ältesten WM-Spielerin aller Zeiten avancieren. „Ich fühle mich stark und schnell, ich bin bereit für die WM“, so Rampone. Hinzu kommen die 37-jährige Shannon Boxx und die 34-jährige Abby Wambach.

Christen Press

Christen Press wird in Kanada ihr erstes großes Turnier bestreiten © Nora Kruse, ff-archiv.de

Ausbalancierter Kader
Ellis ist trotz des hohen Altersschnitts sicher, die richtige Erfolgsmischung gefunden zu haben. „Die Balance stimmt. Wir haben sehr talentierte Spielerinnen, die technisch wie physisch gleichermaßen stark sind. Der Erfolgshunger dieses Teams ist riesig und die Tiefe im Kader stimmt auf allen Positionen.“ Doch die US-Spielerinnen werden von Beginn an hellwach sein müssen, denn die Vorrundengruppe mit den Gegnern aus Australien, Schweden und Nigeria hat es in sich. Vor allem die Schwedinnen waren bei den vergangenen Turnieren eine Art Angstgegner der Amerikanerinnen.

Morgan-Einsatz fraglich
Gespannt sein darf man auf Spielerinnen, wie Stürmerin Christen Press oder Abwehrspielerin Julie Johnston, die ihr erstes großes Turnier bestreiten werden. Allerdings wird das Team zumindest zu WM-Beginn voraussichtlich ohne Stürmerin Alex Morgan auskommen müssen, die mit den Nachwirkungen einer Knieverletzung kämpft. „Wir wollen sie langsam aufbauen und nicht zu früh verheizen“, so Ellis.

Wiedersehen der besonderen Art
Für die schwedische Trainerin Pia Sundhage, die zuvor die USA trainierte, wird es ein Wiedersehen der besonderen Art geben. „Das wird vor allem vor und nach dem Spiel komisch sein wegen der ganzen Fragen.“ Unter Sundhage waren die Leistungen der Schwedinnen bisher eine Achterbahnfahrt. Überzeugende Siege wie das 4:2 beim Algarve Cup gegen Deutschland wechselten sich mit heftigen Niederlagen wie ein 0:4 in England oder kürzlich ein 1:3 gegen die Schweiz ab. „Ich liebe diese Ups and Downs“, sagt Sundhage, „aber teilweise war es sehr hart.“

Pia Sundhage

Schwedens Trainerin Pia Sundhage freut sich über die neue Comeback-Qualität ihres Teams © Nora Kruse / ff-archiv.de

Neue Qualitäten
Gleich zu Beginn wartet auf die Schwedinnen in Nigeria ein äußerst unbequemer Gegner. „Sie sind physisch sehr stark und deswegen ganz schwer zu spielen.“ An die anderen Spiele will sie noch gar nicht denken. „Das ist eine unserer Stärken, im Hier und Jetzt zu leben und nicht darüber nachzudenken, gegen wen wir irgendwann noch spielen.“ In den vergangenen Monaten gelang es Schweden gleich zweimal, Spiele nach einem 0:2-Rückstand noch zu gewinnen: in La Manga beim 3:2-Sieg gegen Norwegen und beim Algarve Cup beim 4:2-Erfolg gegen Deutschland. „Das haben wir früher noch nie geschafft, aber jetzt wissen wir, dass wir es können. Das ist sehr wichtig, dass wir wissen, Spiele auch noch dann gewinnen zu können, wenn sie schlecht beginnen.“

Gereiftes Australien
Australien war mit dem Viertelfinaleinzug eine der positiven Erscheinungen der Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland und vier Jahre später hat die junge, physisch starke Truppe an Erfahrung hinzugewonnen, einige Spielerinnen werden bereits ihre dritte WM bestreiten. Bei der Asien-Meisterschaft 2014 unterlagen die Australierinnen erst im Finale gegen Japan mit 0:1 und qualifizierten sich somit locker für die Titelkämpfe in Kanada. Trotz eines abrupten Wechsels auf der Trainerposition von Hesterine de Reus zu Alen Stajcic im April 2014 könnte das Team um die starke Innenverteidigerin Steph Catley und Stürmerin Caitlin Foord, sollte es die schwere Vorrundengruppe überstehen, ein unbequemer K.-o.-Runden-Gegner werden, denn an einem guten Tag kann Australien den Favoriten ein Bein stellen.

Nigeria setzt auf Offensive
Doch auch Nigeria will bei der Vergabe der K.-o.-Runden-Plätze ein Wörtchen mitreden. Die physisch starken Nigerianerinnen bewiesen in der Vergangenheit schon mehrfach, welch unbequemer Gegner sie sein können, etwa bei der Frauenfußball-WM 2011, als es gegen Deutschland eine knappe 0:1-Niederlage gab. Allerdings gelang dem Team trotz sechs WM-Teilnahmen bisher nur einmal der Sprung ins Viertelfinale. In der Qualifikation überzeugte das Team mit fünf Siegen in fünf Spielen und wurde souveräner Afrika-Meister. Der Star des Teams ist die junge Offensive mit der 21-jährigen Desire Oparanozie und der 20-jährigen Asisat Oshoala. Es bleibt abzuwarten, ob das in der schwierigen Gruppe gut genug ist, um die Gruppenphase zu überstehen.

Womensoccer meint: Die USA und Schweden werden den Gruppensieg unter sich ausmachen und beide Teams haben das Potenzial, lange im Turnier zu verbleiben. Nigeria sollte trotz der schweren Gegner dazu in der Lage sein, als einer der besten Gruppendritten in die K.-o.-Runde einzuziehen.

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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