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WM 2015: Vorschau Gruppe C

Von am 2. Juni 2015 – 8.35 Uhr 1 Kommentar

In Gruppe C treten Japan, die Schweiz, Kamerun und Ecuador gegeneinander an. Und alles andere als ein klares Weiterkommen der beiden Erstgenannten käme einer großen Überraschung gleich.

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Der amtierende Weltmeister aus Japan sorgte bei der vergangenen WM 2011 für eine kleine Sensation, als er auf dem Weg zum Titel nacheinander Gastgeber Deutschland, Schweden und in einem dramatischen und hochklassigen Finale die USA nach Elfmeterschießen ausschaltete.

Verjüngter Kader
Das Team von Trainer Norio Sasaki, das als eines von sechs Teams bisher an allen Weltmeisterschaften teilgenommen hat und somit über reichlich WM-Erfahrung verfügt, qualifizierte sich als erstmaliger Asienmeister 2014 für das Turnier in Kanada. In den vergangenen Jahren hat Sasaki das Team verjüngt, dennoch stehen im 23er-Kader 17 Spielerinnen, die bereits vor vier Jahren an der Frauenfußball-WM teilnahmen. Doch es bleibt abzuwarten, ob sich das Team mit dem zweiältesten Kader des Turniers (28 Jahre und 4 Monate) in der Rolle des gejagten Titelträgers genauso wohl fühlen wird wie 2011, wo das Team auch unter dem Eindruck der Tsunami-Katastrophe enger zusammenrückte und als Außenseiter eher unbehelligt agieren konnte.

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Homare Sawa war bei der WM 2011 beste Spielerin und beste Torschützin © Nora Kruse, ff-archiv.de

Comeback von Sawa
Mit dabei wird diesmal erneut die 36-jährige Homare Sawa sein, die 2011 zur besten Spielerin des Turniers gekürt wurde und nach ihrem überraschenden Rücktritt vom Rücktritt ihre sechste WM in Folge bestreiten wird. Als kreative Mittelfeldspielerin und Leitfigur ist sie nach wie vor ein wichtiger Bestandteil ihres Teams. „Es ist eine riesengroße Verantwortung, die Nummer 10 für Japan zu tragen. Ich hoffe, ich kann die Erwartungen erfüllen und dazu beitragen, gute Ergebnisse zu erzielen“, so Sawa.

Schweiz will Geschichte schreiben
In einer Gruppe mit drei WM-Neulingen ist Weltmeister Japan naturgemäß Favorit. Doch die Schweiz hat das Potenzial, eine der Überraschungen des Turniers zu werden. Im Schweizer Kader stehen gleich elf gestandene Spielerinnen, die in der vergangenen Saison in der Allianz Frauen-Bundesliga gespielt haben. Angeführt wird das Team von Weltklassespielerinnen wie Lara Dickenmann, die nach der WM vom französischen Meister Olympique Lyon zum VfL Wolfsburg wechseln wird, oder auch die torgefährliche Ramona Bachmann vom schwedischen Meister FC Rosengård.

Jubel der Schweiz

Die Schweiz will bei der Frauenfußball-WM in Kanada für eine Überraschung sorgen © Nora Kruse / ff-archiv.de

Potenzial abrufen, Konstanz zeigen
Die Schweizer Trainerin Martina Voss-Tecklenburg meint: „Wenn wir unser Potenzial auf den Platz bringen, sind wir in der Lage, viele Mannschaften zu schlagen. Wenn wir es aber nicht abrufen, können wir auch gegen viele Teams verlieren.“ Beim 3:1-Sieg in Schweden deutete das Team mit einem Altersschnitt unter 24 Jahren in der WM-Vorbereitung an, wozu es in der Lage sein kann. Das Selbstvertrauen der Spielerinnen ist enorm gewachsen, immer mehr Spielerinnen sind in starke Ligen gewechselt und haben sich außerhalb ihrer Komfortzone behauptet, wie etwa Lia Wälti und Noelle Maritz.

Unbequemer Außenseiter
Als Zweiter der Afrika-Meisterschaft 2014 hat sich Kamerun erstmals für eine WM-Endrunde qualifiziert. Die Kamerunerinnen sorgten für eine Überraschung, als sie gleich zum Auftakt gegen Südafrika gewannen. Die Stärke der Kameruner Elf liegt in der Physis und der schnellen Offensive um die 22-jährige Topstürmerin Gaëlle Enganamouit, die bei Eskilstuna United DFF in der schwedischen Damallsvenskan spielt und für Aufsehen sorgte, als sie 2013 für ihren ehemaligen serbischen Verein ZFK Spartak den schnellsten Treffer der Frauenfußball-Geschichte erzielte.

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Erfahrung bei Olympia
Annette Ngo Ndom wurde bei der Afrika-Meisterschaft zur besten Torhüterin des Turniers gewählt und gehört ebenfalls zu den Stützen im Team. Zudem kann die Elf von Trainer Enow Ngachu auf die Erfahrung des Olympischen Frauenfußballturniers 2012 in London bauen, auch wenn das Team dort drei Niederlagen kassierte. „Wir wissen, dass es für uns sehr schwer werden wird“, so Ngachu. „Aber Ecuador und die Schweiz sind auch das erste Mal dabei, es kann also Überraschungen geben.“

Unbeschriebenes Blatt
Ecuador qualifizierte sich in einem dramatischen Play-off-Duell gegen Trinidad und Tobago für die WM. Monica Quinteros sorgte nach einem 0:0 im Hinspiel mit ihrem Treffer in der Nachspielzeit des Rückspiels für den 1:0-Sieg, der die Qualifikation perfekt machte. Für das junge, unerfahrene Team mit einem Altersschnitt von rund 22 Jahren und der erst 26 Jahre alten und somit jüngsten Trainerin Vanessa Arauz wird es in Kanada vor allem darum gehen, Erfahrungen zu sammeln. Dabei hofft das Team auf die Tore der 21-jährigen italienischstämmigen Stürmerin Giannina Lattanzio.

Womensoccer meint: Für Kamerun und Ecuador ist aufgrund der Stärke von Japan und der Schweiz nach der Vorrunde Schluss. Japan und die Schweiz schaffen zumindest den Sprung ins Viertelfinale, mit etwas Glück ist sogar noch mehr drin.

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Markus Juchem (48) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • FFFan sagt:

    Wenn es im Spiel Kamerun-Ecuador einen Sieger gibt, hat dieser durchaus Chancen aufs Achtelfinale, denn es kommen auch vier Drittplatzierte weiter.

    (0)

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