Home » Bundesliga Frauen

Denn unterm Strich reicht eine gute Halbzeit nicht

Von am 10. Mai 2015 – 17.28 Uhr

Die Meisterschale war da, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bundestrainerin Silvia Neid ebenso. Es fehlte nur der Deutsche Meister. Denn die Meisterfeier stieg nicht in Frankfurt, wo nach Spielende sowohl der VfL Wolfsburg als auch der 1. FFC Frankfurt lange Gesichter machten: Die einen hatten die Meisterschaft verspielt, die anderen die direkte Qualifikation zur Champions League.

Anzeige

Das Finale der Meisterschaft hatte es in sich: Drei Teams waren im Rennen, und darüber hinaus hatte jedes dieser Teams zumindest etwas selbst in der Hand: Wolfsburg die Meisterschaft, der FC Bayern München und der 1. FFC Frankfurt die Qualifikation zur Champions League. 90 Minuten später schauten der VfL und der FFC in die Röhre, denn der FCB hatte sich gleich beides geschnappt.

Enttäuschung nach dem Spiel: Lena Goeßling und der VfL Wolfsburg haben die Meisterschaft aus der Hand gegeben. © Nora Kruse

Enttäuschung nach dem Spiel: Lena Goeßling und der VfL Wolfsburg haben die Meisterschaft aus der Hand gegeben. © Nora Kruse

„Wenn man eine Saison ohne Niederlage spielt, ist man verdient Deutscher Meister“, kommentierte FFC-Trainer Colin Bell den zweiten Titelgewinn des FC Bayern nach 1976. „Wir hatten hier nichts zu verlieren, Vierter konnten wir schließlich nicht werden, dafür aber einiges zu gewinnen. Aber dafür hätten wir ein überragendes und fehlerfreies Spiel machen müssen“, so Bell weiter. Und der Auftakt sah zunächst gut aus für sein Team. Bereits in der sechsten Minute brachte Verónica Boquete den FFC in Führung, die Wolfsburgerinnen fanden kaum ein Mittel gegen starke Gastgeberinnen. „Mit der ersten Halbzeit war ich überhaupt nicht zufrieden“, so VfL-Trainer Ralf Kellermann. „Wir haben viel zu ängstlich gespielt, keine Spielerin hat den Ball gefordert.“

Doch dass eine knappe 1:0-Halbzeitführung gegen den zweimaligen Meister und Champions-League-Sieger nicht genug sein würde, ahnte auch Bell. „Wolfsburg ist erst geschlagen, wenn die Schiedsrichterin abpfeift.“ Und tatsächlich bewies der VfL einmal mehr Moral. Martina Müller brachte in ihrem letzten Bundesligaspiel die „Wölfinnen“ mit ihrem Treffer in der 54. Minute zurück ins Spiel. „Da kippt das Spiel“, so Bell. „Wir waren geschockt, und Wolfsburg hat Überwasser bekommen.“ Der VfL fand besser in die Partie, erst in der Schlussphase fingen sich die Gastgeberinnen wieder – ein weiterer Treffer sollte aber keinem Team mehr gelingen.

„Wir haben heute die Riesenchance verpasst, Deutscher Meister zu werden“, so ein enttäuschter Ralf Kellermann, der aber auch nach vorne blickte. „Natürlich überwiegt momentan die Enttäuschung, aber wir werden später stolz sein auf diese Saison, in der wir einen Titel geholt und uns über die Liga für die Champions League qualifiziert haben.“ Mehr war für den VfL heute nicht drin, denn „unterm Strich reicht eine gute Halbzeit nicht.“ Und weil das am heutigen Tag für beide Mannschaften galt, jubelt heute nur der FC Bayern München.

Tags: ,

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

zalando.de - Schuhe und Fashion online

Kommentar schreiben

Add your comment below. You can also subscribe to these comments via RSS

Seien Sie nett. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

You can use these tags:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

This is a Gravatar-enabled weblog. To get your own globally-recognized-avatar, please register at Gravatar