Champions League: Wolfsburg trotz Sieg ausgeschieden

Von am 26. April 2015 – 20.41 Uhr 41 Kommentare

Titelverteidiger VfL Wolfsburg ist nach einem dramatischen Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Women’s Champions League ausgeschieden. Nach der Hinspiel-Niederlage gerieten die „Wölfinnen“ in Paris früh in Rückstand, doch dank einer Energieleistung drehte Wolfsburg die Partie und verfehlte das Finale nur knapp. Trotz des Finaleinzugs gab es bei Sieger Paris Tränen.

Nach dem 0:2 im Hinspiel vor acht Tagen gewann der VfL Wolfsburg das Rückspiel mit 2:1 (0:1), musste aber mit einem Gesamtergebnis von 2:3 Paris Saint-Germain den Finaleinzug überlassen. Aurélie Kaci brachte die Gastgeberinnen in Führung (6.), die eingewechselten Martina Müller (71.) und Zsanett Jakabfi (74.) drehten die Partie zugunsten der Wolfsburgerinnen.

Früher Rückstand
Die Wolfsburgerinnen hatten sich vorgenommen, auf keinen Fall in Rückstand geraten zu wollen, doch schon nach sechs Minuten war die taktische Marschroute dahin, als Aurélie Kaci nach einem Einwurf sich im Strafraum durchtankte und zur Führung einschoss (6.). Kurz zuvor hatte Yugi Ogimi nach Hereingabe von Popp eine mögliche Führung vergeben (4.).

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Erste Chancen
Die Wolfsburgerinnen waren zwar gut im Spiel, konnten sich aber gegen die mit einem starken Pressing agierenden Pariserinnen keine großen Vorteile verschaffen. Caroline Graham Hansen (15.) und Verena Faißt (19.) erarbeiteten sich die ersten Wolfsburger Chancen, Popp setzte einen Kopfball nur knapp vorbei (23.). Doch Paris blieb bei seltenen Vorstößen gefährlich, Caroline Seger scheiterte mit einem angeschnittenen Schuss nur knapp (29.).

Goeßling trifft die Latte
Erstmals richtig gefährlich wurde es vor dem Pariser Tor erst nach der Pause, als Noelle Maritz eine Flanke in den Strafraum schlug und PSG-Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek den Kopfball von Alex Popp glänzend parierte (51.). Das Spiel der Wolfsburgerinnen wurde immer druckvoller, Lena Goeßling traf die Latte und Babett Peter setzte den Rebound über das Tor (53.).

Das Comeback des VfL Wolfsburg reichte nicht zum Finaleinzug © Frank Gröner / girlsplay.de

Das Comeback des VfL Wolfsburg reichte nicht zum Finaleinzug © Frank Gröner / girlsplay.de

Müller und Jakabfi drehen die Partie
Mit der Einwechslung von Martina Müller setzte Trainer Ralf Kellermann alles auf eine Karte (62.) und der Schachzug sollte sich auszahlen. Denn das Wolfsburger Urgestein spritzte nicht einmal zehn Minuten später in einen Schuss von Verena Faißt und plötzlich stand es 1:1 (71.). Kurz zuvor hatte Caroline Seger für ein Foul an Alex Popp die Gelbe Karte gesehen. Bittere Konsequenz: die Schwedin ist für das Finale gesperrt.

Mentales Duell
Und nur drei Minuten später war nach tollem Kraftakt von Müller die gerade erst eingewechselte Zsanett Jakabfi zur Stelle und sorgte gar für die Wolfsburger Führung (74.).Was folgte, war eine dramatische Schlussviertelstunde inklusive fünfminütiger Nachspielzeit, in der Wolfsburg alles nach vorne war und Paris bei Kontern die Entscheidung suchte. Popp setzte nach Ecke Hansen einen Kopfball knapp vorbei (83.), Kiedrzynek rettete bei einem Schuss von Vanessa Bernauer in großartiger Manier (88.). Auf der Gegenseite vergab Kenza Dali den Matchball (89.).

Müller vergibt letzte Chance
Sekunden vor Schluss kam Müller noch einmal im Strafraum an den Ball, doch sie konnte ihn nicht unter Kontrolle bringen (90.+2), so dass Paris das glücklichere Ende hatte und am 14. Mai in Berlin gegen den 1. FFC Frankfurt das Finale der UEFA Women’s Champions League bestreiten wird. Die Energieleistung des VfL Wolfsburg kam ein wenig zu spät, doch der Titelverteidiger ist erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

Kellermann enttäuscht
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte nach der Partie: „Erst einmal sind wir enttäuscht. In der letzten Viertelstunde hatten wir gute Möglichkeiten, doch noch den Sprung ins Finale zu schaffen. Ein Tor hat gefehlt, das ist sehr bitter. Eigentlich müssen wir hier nach ein paar Minuten in Führung gehen und liegen stattdessen zwei Minuten später zurück. Mit dem Doppelschlag haben wir dann Paris wehgetan und wir hatten viele Möglichkeiten, noch ein Tor zu machen. Fakt ist aber, dass wir nicht heute ausgeschieden, sondern mit der nicht so guten Leistung im Heimspiel.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • dummkopf sagt:

    @kelly
    wo kann man das denn sehen? Gibt es da einen Link?

    Nun ja, wenn man verliebt ist in Frauenfussball darf man die Frauen-CL ruhig rosarot sehen. Ist doch auch schön.

    Diese Regel führt allerdings wie so häufig schön vor Augen, dass es im Frauenfussball noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.
    Während man sich beim dfb die Stühle gegenseitig zurechtrückt, stellt man sich in der CL gegenseitig ein Bein.

    Die, die den franz. und deutschen Meister auf dem Weg ins Endspiel besiegen mussten, werden dafür noch zusätzlich durch die gelbe Karten Regel bestraft, während die anderen (dieses Jahr sogar ohne einmal auf bundesligataugliche Gegnerschaft zu stossen) dabei auch noch in Ruhe ihre gelben Karten „ausfoulen“ können, um dadurch völlig legal die Regel zu umgehen.

    Natürlich kann Frankfurt weder etwas dafür, noch etwas daran ändern.
    Deshalb ist es doch auch irgendwo ungerecht, dass nur PSG bei einem Sieg den ganz grossen Glanz und Gloria für sich verbuchen kann (mit Siegen gegen alle starken Konkurrenten) während der FFC bei einem Sieg immer anhören müsste, ja überhaupt nur ein ernsthaftes Spiel dafür gewonnen zu haben.

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  • kelly sagt:

    hallo Dummkopf,meine es auf twitter.bei terese sjögran ,kosovare asllani gesehen zu haben.gefunden?

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  • GG sagt:

    Habe leider früher keine Zeit gefunden, als Augenzeuge in Paris (und Wölfinnen-Fan) meinen Spielbericht abzugeben:
    Bereits in der 5. Spielminute eine große Chance der Wölfinnen durch Yuki Ogimi, die nach einer sehr gut über links vorgetragenen Kombination ca. 5 m frei vor dem Tor auftauchte, allerdings, noch bedrängt, nicht konsequent genug den Abschluß suchte. Im direkten Gegenzug eine umstrittene Einwurf-Entscheidung pro PSG, schnelle Ausführung, Nilla Fischer allein gegen 2 Gegnerinnen, ein abgefälschter Schuß Richtung Almuth Schult, die letztlich chancenlos war.
    Es hat einige Zeit gekostet, bis sich die Wölfinnen davon erholt haben, aber bis zur Halbzeit hatten sie das Spiel wieder gut im Griff, ohne allerdings einen zwingenden Torabschluß landen zu können. Eine einzige Enttäuschung auf Seiten PSG: Annike Krahn. Wurde zwar ständig von Yuki angelaufen, aber den Ball dann nur ins Seitenaus zu dreschen, empfinde ich schon recht armselig.
    Nach der Halbzeitpause dauerte es bis zum Lattentreffer von Lena Goeßling – dessen Abpraller Babs Peter leider etwas überhastet ins Tor befördern wollte – um die Fesseln der Wölfinnen zu lösen. Danach nahezu ein Spiel auf ein Tor. Die gelegentlichen Konter von PSG wurden durchweg rechtzeitig unterbunden oder von einer in dieser Hinsicht glänzenden Anna Blässe abgelaufen. Die ersten beiden Einwechselungen brachten per Doppelschlag die Führung der Wölfinnen. Und auch danach ein unbändiger Siegeswille, der kurz vor Schluß durch einen Fernschuß von Vanne Bernauer fast veredelt worden wäre – nur ein Weltklasse-Reflex der polnischen Torhüterin stand dem noch entgegen.
    Was gefehlt hat: Das 3. Joker-Tor. Hierfür ist eine Julia Simic leider auch nicht bekannt … womöglich wäre eine Isy Kerschowski oder eine Lina Magull an ihrer Stelle die bessere Option gewesen.
    Nun denn, der schöne Traum Triple ist zerplatzt, die Bürde aus dem Hinspiel war zu hoch. Was mit einer seinerzeit einsatzfähigen Lena Goeßling möglich gewesen wäre, hat das Rückspiel gezeigt; in mehreren Situationen speziell in der 2. Halbzeit … atemberaubend.
    Herausragend auf WOB-Seite: Der Abwehrverbund mit Noelle Maritz, Babs Peter, Nilla Fischer und Anna Blässe, dazu Lena Goeßling und Vanne Bernauer. Bis auf das allzu amateurhafte Verhalten vor dem Gegentor, keine wirklich brenzlige Situation zugelassen und nach meinem Empfinden klar gezeigt, wer das Spiel gewinnen wollte. Ud auf der anderen Seite: Die polnische Torhüterin – die besonders in der Schlußphase eine große Klasse unter Beweis stellte.

    Klar, das gesamte TEAM war nach diesem Ausscheiden sehr enttäuscht. Aber insbesondere auch die Anwesenheit von Colin Bell und Sigi Dietrich hat dazu beigetragen, den Blick wieder nach vorne zu richten und sich noch in Paris auf die anstehenden (noch) 2 Spiele zu fokussieren. Erklärtes Ziel: Die nationale Vorherrschaft manifestieren. Und weil der FC Bayern bislang nicht mitspielt … durch die entsprechend nötigen 2 Siege. Wie sprach der Fußball-Kaiser so treffend: „Schaun mer moal“.

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  • Rudi sagt:

    Ich hab mir die Szene von Seger angeschaut und muß darauf feststellen dass die gelbe Karte für sie vollkommen korrekt ist.
    Um im Vorfeld schon denen die es nicht glauben, hier der Text der FIFA unter www,Weltfußball.de > Auslegung der Spielregeln und Richtlinien der FIFA für Schiedsrichter:
    Ein Spieler, der im Kampf um den Ball von vorne, von der Seite oder von hinten mit einem oder beiden Beinen in einen Gegenspieler hineinspringt und durch übertriebene Härte die Gesundheit des Gegners gefährdet, begeht ein grobes Foul.
    Bin selber C-Schiedsrichter seit 30 Jahren und weis wovon ich hier schreibe. Es ist dabei auch völlig egal ob der Ball getroffen wird oder nicht!

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  • FFFan sagt:

    @ Rudi:
    „Ich hab mir die Szene von Seger angeschaut und muß darauf feststellen dass die gelbe Karte für sie vollkommen korrekt ist.“

    Daran besteht kein Zweifel! Die Diskussion dreht sich denn auch eher darum, warum die UEFA für die UWCL nicht eine Regelung ähnlich der für die Champions League der Männer geltenden gewählt hat: dort werden die bis dahin angefallenen Gelben Karten vor dem Halbfinale ‚gestrichen’…

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  • dummkopf sagt:

    @shane Danke fd Link
    @Kelly sonst leider nix gefunden

    Finde es immer Schade, wenn Leute unkritisch glauben (müssen), was sie irgendwo lesen, obwohl sie bei genauerem Überlegen wissen, dass man das nicht tun sollte.
    Insbesondere kann man (und sollte man aus diesem Grund vielleicht auch zu Lernzwecken – daher der Dank an Rudi) im Internet alle möglichen Dinge erfinden und behaupten.

    Schade auch, dass unsere Chef-Schiris, die nie zwei Meinungen haben und eins mehr wie D sind, nicht in der Buli pfeifen. Das wäre sicher sehr, sehr kurzweilig, wenngleich wohl nur ein kurzerfristiger Spass von freilich extremem Unterhaltungswert.

    Andereseits wäre es sicher interessant, wenn noch andere Schiris, vielleicht auch noch mitt-40jährige B-Schiris für Hallen-Halma oder Pinguin-Hochsprung ein paar lustige Kommentare einstellen. A-Schiris wäre schön, möglicherweise aber zuviel verlangt.

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  • tpfn sagt:

    PSG sendet UEFA Gnadengesuch

    Wie ich schon in meinem vorherigen Beitrag durchblicken ließ, ist Caroline Seger eine enorm wichtige Spielerin für PSG, anhand des Gnadengesuchs von PSG könnt ihr nun hoffentlich meine Gedanken zum Halbfinale nachvollziehen. Wolfsburg war nicht auf einmal so toll, sondern PSG ist förmlich zusammengebrochen nach der gelben Karte von Seger. Da Fußball keine Naturwissenschaft ist, können auch Fußball-Laien mit ihren Analysen völlig richtig liegen.

    http://www.n24.de/n24/Sport/d/6569310/psg-sendet-uefa-gnadengesuch-.html

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  • dummkopf sagt:

    Empfehle und beziehe mich hier nochmals auf den wundervollen Kommentar von Rudi.

    Na, wir wollen doch diese Sternstunde vieler D-Fans hier (nein. natürlich nicht 4.-stufig, sondern D wie Daumen) noch einmal ausgraben und zur Lektüre empfehlen.

    Weil man sich doch gerne an die Zeiten zurückerinnert, wo man unter Gleichaltrigen erste Erfahrungen im Meinungsaustausch gesammelt hat und manch einer mit „Mein Papi ist aber bei der Polizei und deshalb hat der aber immer Recht“ versucht hat, seinen Argumenten mehr Gewicht zu verschaffen.

    Wieviel die meisten D-Fans natürlich auch vom Schiriwesen und Spielleitungen im Fussball verstehen und/oder lieber dem eigenen Glauben unterordnen, beweisen sie ja ständig hier.

    Genauso wieviel sie gerne zumindest beim Lesen glauben, was sie gerne glauben wollen. (Und manche vielleicht nicht mehr wissen, was sie glauben sollen, wenn die Pressestelle es Ihnen nicht mehr vorsagt?)

    Es scheinen aber doch immerhin dem ein oder anderen Zweifel zu kommen, ob es C-Schiris im Pinguin-Hochsprung überhaupt gibt.
    Man sollte aber sicher trotzdem nicht hinterfragen, ob sich diesbezüglich manche im Pinguin-Hochsprung besser auskennen.

    Andererseits lernt man gerne dazu, und so könnte ja unser Schiri-Kamerad einmal erläutern, ob er nie B-Schiri werden wollte, oder wie er denn C-Schiri geworden ist, und – nur um Missverständnissen vorzubeugen – von welcher Sportart er redet.

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  • Ralligen sagt:

    @dummkopf
    „Finde es immer Schade, wenn Leute unkritisch glauben (müssen), was sie irgendwo lesen, obwohl sie bei genauerem Überlegen wissen, dass man das nicht tun sollte.“
    Bin mal gespannt ob es auch diesmal keine 2 verschiedene Meinungen geben kann,dir noch einen schönen Feiertag und schreib genau weiter so.

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  • dummkopf sagt:

    Und um das mit den D-Fans nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hier nun nochmals nachgefragt, und zur Lektüre empfohlen.(leider etwas Daumenverwässert inzwischen)
    Rudis Kommentar von 23.30 und folgende.
    Was bitte, lieber Rudi macht denn so ein C-Schiedsrichter im Fussball, oder war hier eine andere Sportart gemeint?
    Das darf aber auch gerne einer der D-Fans beantworten, die von dem Kommentar so bedaumt waren, oder es immer noch nicht gemerkt haben.

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