DFB-Pokal: Potsdam und Wolfsburg bestreiten Finale

Von am 1. April 2015 – 21.33 Uhr 55 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Wolfsburg stehen im Finale des DFB-Pokals. Die Potsdamerinnen setzten sich beim 1. FFC Frankfurt durch. Der VfL Wolfsburg brauchte die Verlängerung, um beim SC Freiburg die Oberhand zu behalten. Und musste zudem ohne Trainer Ralf Kellermann auskommen.

Potsdam aggressiv und effektiv
Als erstes Team zog der 1. FFC Turbine Potsdam durch einen 2:1 (1:0)-Sieg beim 1. FFC Frankfurt ins Finale ein. Asano Nagasato (43.) sorgte mit einem von Jessica Fishlock in ihrem Abschiedsspiel abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze für die Führung, die Genoveva Anonma anfangs der zweiten Halbzeit ausbaute (55.).

Frankfurt trifft zu spät
Die Frankfurterinnen erhöhten in der Folge zwar den Druck, doch die zumeist hoch in den Strafraum geschlagenen Bälle fingen die Potsdamer Abwehrspielerinnen geschickt ab. Dennoch kamen die Gastgeberinnen zu vereinzelten Chancen, etwa durch einen Drehschuss von Célia Sasic (59.). Doch insgesamt gerieten die Gäste nur selten in ernsthafte Gefahr. Erst wenige Minuten vor Schluss gelang Frankfurt durch Véronica Boquete der Anschlusstreffer (86.), mehr passierte aber nicht mehr.

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Schröder: „Gunst der Stunde genutzt“
Potsdams Trainer Bernd Schröder freute sich: „Wir haben die Gunst der Stunde nach der Schmach im Ligaspiel genutzt. Uns ist es gelungen, das überragende Frankfurter Mittelfeld zu neutralisieren. Wir haben aggressiv nach vorne gespielt und Tore gemacht. Frankfurt hatte auch Chancen, aber wir waren vielleicht einen Tick besser. Wir haben aus dem 1:5 unsere Lehren gezogen.“

Bell: „Leichtfertig verschenkt“
Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Potsdam war heute entschlossener, wir haben unser Spiel nicht durchgedrückt. Wir sind mit dem Ball gelaufen, anstatt den Ball laufen zu lassen. Wir haben zwar gekämpft und sind gerannt, aber alles war nicht so durchdacht. Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit viele klare Torchancen. Trotz des guten Potsdamer Spiels haben wir das leichtfertig verschenkt, deswegen bin ich natürlich enttäuscht.“

Dzsenifer Marozsán (li.) im Duell mit Lia Wälti foto2press / Oliver Zimmermann

Dzsenifer Marozsán (li.) im Duell mit Lia Wälti © foto2press / Oliver Zimmermann

Wolfsburg siegt auch ohne Kellermann
Der VfL Wolfsburg tat sich beim SC Freiburg schwer, ehe die Finalteilnahme durch ein 4:2 nach Verlängerung perfekt gemacht wurde. Die Führung von Nilla Fischer (48.) glich Jenista Clark aus (61.), die später aber mit der Gelb-Roten Karte nach einem vermeintlichen Handspiel vom Platz musste (101.). Yuki Ogimi (104.), Caroline Graham Hansen (108.) und Anna Blässe sorgten für die Entscheidung (120.), nachdem Anja Hegenauer zwischenzeitlich noch einmal zum 2:3 verkürzte (112.). Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann musste das Spiel krankheitsbedingt aus dem Hotel verfolgen und wurde an der Seitenlinie von Britta Carlson vertreten.

Carlson: „Freiburg hat uns Leben schwer gemacht“
Carlson erklärte: „Wir sind ja bekannt dafür, dass K.o.-Spiele für uns oft mit Stress verbunden sind. Freiburg hat uns das Leben wirklich schwer gemacht, trotzdem waren wir uns sicher, dass wir das Spiel gewinnen würden und so kam es ja auch am Ende. Dennoch ein großes Kompliment an den SC Freiburg für die heutige Leistung. Sicher war es ungewohnt, dass wir heute ohne Ralf Kellermann antreten mussten, aber ich denke, das haben wir gut gelöst.“

Sehrig: „Werbung für den Frauenfußball“
Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: „„Ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft. Wir waren über 120 Minuten dem VFL Wolfsburg ein mehr als gleichwertiger Gegner. Wir haben sowohl spielerisch, als auch kämpferisch eine Top-Leistung abgeliefert. Selbst in Unterzahl haben wir noch dagegen gehalten und dem VFL das Leben schwer gemacht. Die Reaktion, die meine Mannschaft nach dem 0:1 gezeigt hat, war vorbildlich. Insgesamt war das heute wohl eins der besten Spiele, die ich als Trainer bisher erlebt habe. Das war Werbung für den Frauenfußball!“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

55 Kommentare »

  • speedy75 sagt:

    @Altwolf
    Schönen Dank für die Infos aus Wolfsburg.

    Damit scheint an dem Gerücht das Laura Vetterlein in Hoffenheim gehandelt wird wohl was dran zu sein.

    Dass Viola Odebrecht Ihre Fußballkarriere beendet wurde ja schon länger erwähnt.

    Ich hoffe im übrigen auch dass Kessi wieder ganz gesund wird und wir sie weiter spielen sehen.

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  • kelly sagt:

    zu kessi mir hat eine bekannte erzählt,das linda bresonik eng! mit kesse befreundet ist-vielleicht geht sie nach Pst.bin gespannt,es geht glaube ich auch darum ob der Investor bei pst bleibt und weiter auch die Frauen unterstützt.

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  • kelly sagt:

    sorry meinte psg ,aber die Insider wissen bescheid.evans und fishlock wieder für ihre Länder nominiert.

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  • FFFan sagt:

    @ GG:

    Sicher haben die ‚Wölfinnen‘ derzeit ein paar Verletzungssorgen, aber das ins Feld zu führen grenzt schon an „Jammern auf hohem Niveau“. Denn wenn man sich die Aufstellungen des VfL in den letzten Spielen anschaut, stehen da trotzdem bis zu 10 Nationalspielerinnen auf dem Platz!

    @ Altwolf:

    Müsste neben N.Keßler nicht auch M.Müller noch eine Unterschrift leisten? Oder hat sie schon?!

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  • holly sagt:

    oh man ich lach mich mal wieder kaputt. Mein Spielzeug ist besser, nein mein Spielzeug ist besser.

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  • Altwolf sagt:

    @FFFan.

    Soweit ich mich erinnere und nicht irre, wird sie noch die Saison 15/16 spielen und wohl danach die Karriere beenden.

    Ich hatte nicht den Eindruck @GG wollte „jammern“, sondern einfach nur konstatieren, daß auch die zur Verfügung stehenden Spielerinnen ihre Leistung gebracht haben und das Team nicht „eingebrochen“ ist.

    Diese Situation erklärt doch auch die nicht immer spielerisch überzeugende Spielweise und trotzdem hat man sich die Optionen noch auf den maximalen Erfolg erhalten können.

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  • doc8181 sagt:

    @FFFan:

    Das mit dem „jammern auf hohem Niveau“ ist sicherlich richtig. Aber selber der VfL Wolfsburg kann eine Nadine Kessler UND Lena Goeßling NICHT so einfach ersetzen. Dazu die Verletzung von Lulle. Anna macht das als Vertretung zwar hervorragend, aber es dauert halt seine Zeit, bist Du wirklich eingespielt bist. Deshalb läuft es, aus meiner Sicht, auch bei Julia Simic noch nicht richtig. Es braucht halt seine Zeit, bis sie die Laufwege von allen richtig kennt und sich die Mannschaft auf ihr Spiel eingestellt hat. Und man kann eben nicht immer eine spielerische Glanzleistung erwarten. Was man allerdings erwarten kann, sind 100%tige Einsatzbereitschaft. Und das hat der VfL noch in jedem Spiel gezeigt. Dusel muss man sich manchmal halt auch erarbeiten. 😉

    Zudem haben die die letzten Spiele -vor allem das Letzte gegen Rosengard- immens viel Kraft gekostet haben. Wolfsburg hatte leider nicht -so wie Frankfurt- das Glück einer „Trainingseinheit“. Daher -sorry Lena, Verna & Almuth 🙂 – finde ich die Verletzung von Lena, Verna und Almuth (allen dreien noch mal GUTE BESSERUNG) zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht so schlimm. Alle können noch mal richtig Kraft tanken. Sie werden es brauchen…

    @Altwolf:

    Gibt es irgendwo nen Link aus dem Artikel der WN?

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  • Altwolf sagt:

    @doc8181.

    Hier der Link zur WN: http://www.wolfsburger-nachrichten.de/sport/vfl_wolfsburg/vfl-frauen/

    Der Artikel steht jedoch nicht online,nur in der Samstagausgabe der Zeitung.

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  • doc8181 sagt:

    @Altwolf:

    Hab ihn schon gefunden. Hat mir das Wochenende so ziemlich verhagelt…
    Ich hätte alle drei sehr sehr gerne weiter in Wolfsburg gesehen. Und ich drücke allen dreien die Daumen, dass sie einen guten Verein finden!!!!

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  • O. Christ sagt:

    Einem Gerücht zufolge ist Wagner mit dem SC Freiburg in fortgeschrittenen Gesprächen.

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