Steffi Jones wird 2016 Bundestrainerin

Von am 30. März 2015 – 14.11 Uhr 56 Kommentare

Paukenschlag im DFB: Auf einer Pressekonferenz wurde heute Steffi Jones als Nachfolgerin von Bundestrainerin Silvia Neid präsentiert. Jones übernimmt nach den Olympischen Spielen 2016 das Traineramt.

“Ich freue mich sehr über das Vertrauen des DFB. Mir ist bewusst, dass das Amt der Bundestrainerin eine große Verantwortung mit sich bringt, der ich mich jedoch sehr gerne stelle“, so Jones, die derzeitige DFB-Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball. U 20-Trainerin Maren Meinert soll ihre erfolgreiche Arbeit im Juniorinnenbereich fortsetzen.

Niersbach: „Optimal aufgestellt“
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagt: “Mit der neuen Führungsstruktur sind wir optimal aufgestellt für die Zukunft. Wir binden damit die wichtigsten Köpfe im Frauen- und Mädchenfußball langfristig ein und bauen die Struktur weiter aus. Silvia Neid hat riesige Verdienste im Frauen- und Mädchenfußball und wird mit ihrer Erfahrung wertvolle Impulse in ihrem neuen Bereich setzen. Steffi Jones war als verantwortliche DFB-Direktorin in den vergangenen Jahren ganz nah am Fußball dran. Wir sind davon überzeugt, dass sie die richtige Nachfolgerin ist. Unsere Aufstellung zeigt, dass wir in den verantwortlichen Führungspositionen mit voller Überzeugung auf Frauen setzen.”

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Steffi Jones (re.) löst 2015 Silvia Neid als Bundestrainerin ab © Nora Kruse / ff-archiv.de

Steffi Jones (re.) löst 2015 Silvia Neid als Bundestrainerin ab © Nora Kruse / ff-archiv.de

Neid sucht neue Herausforderung
Neid erläutert: “Mein Entschluss, mit dem Auslaufen meines Vertrages als Bundestrainerin 2016 eine neue Herausforderung zu suchen, steht seit Längerem fest. In den Gesprächen mit dem DFB über die Gestaltung meiner Zukunft habe ich immer eine große Wertschätzung gespürt und freue mich nun sehr auf die neue Aufgabe. Steffi hat unsere volle Unterstützung. Wir alle werden auch in den neuen Funktionen vertrauensvoll zusammenarbeiten. Es ist gut, dass die Zukunft geregelt ist – so können wir uns auf die Vorbereitung für die WM in Kanada konzentrieren. Ich bin voller Motivation und Vorfreude darauf, denn wir haben große Ziele.”

Ratzeburg: „Ideale Konstellation“
DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg sagt: “Für die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußballs ist das ein weiterer Schritt und ein starkes Signal. Es ist eine ideale Konstellation, Silvia Neid und Ulrike Ballweg in anderen verantwortlichen Positionen einzubinden, um gemeinsam mit Steffi Jones die Strukturen in der Talent- und Eliteförderung weiterzuentwickeln. Steffi Jones hat durch ihre vielfältigen Funktionen den Frauen- und Mädchenfußball in all seinen Facetten kennengelernt und bringt alle Voraussetzungen für das Amt der Bundestrainerin mit.”

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

56 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ enthusio:
    „Kannst Du Deine Einschätzung begründen?“

    ‚Stege‘ ist von ihrer Persönlichkeit her jemand, der gerne selbst Entscheidungen trifft. Sich unterzuordnen liegt ihr weniger. Vielleicht liege ich damit falsch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie freiwillig ins ‚zweite Glied‘ rückt, vor allem nicht, wenn der/die Chef/in viel weniger Erfahrung und/oder Ahnung hat als sie selbst.

    Dazu eine Anekdote aus ihrer Zeit als Spielerin in Rheine: als der dortige Cheftrainer mal urlaubsbedingt abwesend war, hat Stegemann (die damals bereits ausgebildete Fußballlehrerin war) sich vom Co-Trainer gar nichts sagen lassen.

    @ wolle:

    Ich denke schon, dass sich am Trainer- und Betreuerteam einiges ändern wird: Neids Assistentin U.Ballweg wechselt ja auch in eine neue Position und der TW-Trainer wollte eigentlich 2013 schon aufhören.
    Das Argument mit dem „falschen Geschlecht“ halte ich nicht für stichhaltig. Zum Team gehören ja (u.a.) auch Torwart-, Athletik- und Mentaltrainer sowie Videoanalysten und Sportwissenschaftler. Diese Personen waren und sind überwiegend männlichen Geschlechts. Ich gehe davon aus, dass der Verband Jones ‚freie Hand‘ lässt; sollte sie sich für einen Mann als Assistenztrainer entscheiden, wird sich der DFB nicht dagegen sträuben.
    Ob Ralf Peter, den ich übrigens für einen hervorragenden Fußball-Lehrer und Trainer halte, Interesse an einer Funktion im zukünftigen Trainerteam der Frauen-Nationalmannschaft hätte, weiß ich nicht (und möchte auch nicht spekulieren).

    @ Aldur:

    Das vorläufige Vertragsende 2018 ist sicherlich ungewöhnlich, aber dabei wird es ja nicht bleiben. Wenn man mit ihr zufrieden ist (und umgekehrt), wird es spätestens nach der EM 2017 zu einer Vertragsverlängerung kommen.

    @ waiiy:

    Natürlich werden jetzt Namen ins Spiel gebracht wie M.Voss-Tecklenburg oder auch P.Sundhage (deren Vertrag in Schweden 2016 endet). Diese Personen wären selbstverständlich fachlich geeignet, aber sie sind eben noch woanders gebunden und es wäre kompliziert, sie jetzt schon für die Zeit nach den Olympischen Spielen zu verpflichten. Da der DFB die Personalie aber frühzeitig regeln wollte, kam praktisch nur eine interne Lösung in Frage.

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  • Tom sagt:

    In der FAZ gibt es einen Artikel über die Frauenquote beim DFB.

    FAZ

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  • bundle sagt:

    Ralf Peter ist von der DFB-Frauenriege rausgemobbt worden, der tut sich so etwas bestimmt nicht mehr an.

    Oft unterschlagen wird auch, dass Jones keine Trainerausbildung hat: Sie hat lediglich einen (mittlerweile abgeschafften) Kurzlehrgang von wenigen Tagen absolviert, mit dem sich „verdiente“ Spieler(innen) im Schnellverfahren zum Fußballlehrer hochstufen lassen konnten.

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  • Detlef sagt:

    Nach einiger Überlegung, wie ich den Wechsel bewerten soll, zunächst mal das Wichtigste vorweg; die Bundesgöttin bekommt keinen neuen Vertrag!!! 🙂 🙂 🙂

    Ob dies nun tatsächlich ihr eigener Wunsch war, oder ob die DFB-Spitze dies verlangte, lasse ich mal außen vor!!! 😉

    Die nächste wichtige Nachricht ist die, daß es keine Nachfolgerin aus dem unmittelbaren Dunstkreis des bisherigen Gottinnenrates wird!!! 🙂
    Somit ist zumindest zu hoffen, daß sich da in Zukunft einige entscheidende Dinge ändern können!!! 🙂
    Bei Ballweg, Meinert, Wiegmann, Rottenberg wäre jegliche Hoffnung darauf vergeblich gewesen!!! 🙁

    Ob jetzt Steffi diesen elitären Damenkreis völlig ignorieren kann, den Bernd Schröder ja mal so passend beschrieben hat, als die, die sich eine eigene kleine Erlebnoswelt aufgebaut haben, und darin völlig ungestört tun und lassen dürfen was sie wollen, bleibt natürlich ungewiss??? 🙁

    Was spricht jetzt außerdem noch für “ Schoko???
    Anders als die Bundesgöttin, wirkt sie in Interviews nicht immer so verbissen und zugeknöpft!!!

    Sie geht offen auf Leute (sogar auf FF-Fans) zu, hört sich deren Probleme und Sorgen an, und beantwortet auch mal unbequeme Fragen!!!
    Hat die Bundesgöttin so etwas jemals getan??? 😉

    Darin ähnelt Steffi TTM, und die düstere Zeit der kommentarlosen Bastaentscheidungen dürfte damit endgültig vorbei sein!!! 🙂
    Ihr zukünftiges Erscheinen in den Buli-Stadien wird somit Eventcharakter bekommen, und sie wird sehr viele Fragen beantworten müssen!!! 🙂

    Durch Schokos kommunikative Art ist in der Tat zu hoffen, daß die Vereinstrainer wieder stärker mit eingebunden werden in ihre Entscheidungen!!! 🙂
    Und damit dürften auch die Leistungen der Buli wieder stärkeren Einfluß auf Nominierungen der Natio bekommen!!! 🙂

    Was für Einwände kann man jetzt vorbringen, die gegen Steffi sprechen???
    Einige wurden ja schon genannt, die sicherlich richtig und beachtenswert sind!!!

    Thema Erfahrung!!!
    Als Natiotrainerin muß man keine Spielerinnen ausbilden, sondern lediglich schauen, wer paßt mit wem zusammen!!!
    Dies traue ich Schoko noch viel eher zu als der Bundesgöttin!!! 😉

    Thema Taktik!!!
    Als ehemaliger Abwehrstrategin dürften ihr viele Strategien noch geläufig sein!!!
    Natürlich hat sich seit ihrer aktiven Zeit schon einiges getan im FF, was sie jetzt aufholen muß!!!
    Aber sie ist klug und intelligent, und sie hat noch viel Zeit zum lernen!!! 🙂
    Ich verwette meinen kompletten Besitz, daß man Steffi in den nächsten Monaten bei allen Topvereinen immer wieder hospitieren sehen wird, und sie wird alles an Informationen aufsaugen wie ein Schwamm!!! 🙂
    Vielleicht sucht sie sogar im MF Inspirationen für ihre zukünftige Aufgabe??? 😉

    Ich sehe ihre „Ernennung“ zur neuen Bundestrainerin durchweg als sehr positiv!!!

    Und ich traue Steffi Jones durchaus die Fähigkeit zur Selbstkritik zu, sodass aus ihr sicher keine neue Bundesgöttin wird!!! 🙂

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  • holly sagt:

    @ Detlef, zuletzt war die Kommunikation zwischen Neid und den Vereinen(Trainer) besser wie noch vor ein paar Jahren.
    Natürlich hätte es noch besser sein müssen/können.
    Frau Neid habe ich auch selten im Stadion gesehen, aber die anderen U N11 Trainer siehst du schon fast jedes Wochenende irgendwo.
    Der Chef muss ja nicht immer alles selbst machen bzw kann Sie in dem Fall ja auch nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein 😉
    Fand das auch erbärmlich wie sie immer Spiele schön geredet hat, z.b. das Unentschieden in Irland.
    Denke auch das wir mit Steffi da jemand bekommen der sich auch mal Fehler auf die eigene Fahne schreibt.
    Ich mach mir schon Gedanken um gerdkarl wenn eine BT dann Fehler zugibt. sowas ist in seiner deutschen FF Welt ja garnicht möglich.
    Nun freue ich mich auf eine hoffentlich schöne U19 Quali der deutschen Mädchen die am Osterwochende beginnt.

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  • FFFan sagt:

    @ Detlef:
    „…die Bundesgöttin bekommt keinen neuen Vertrag!!!“

    Hahaha, das hättest du wohl gern! 😀

    In ihrer neuen Funktion wird Silvia Neid beim DFB sogar einen unbefristeten (und bestimmt nicht schlecht ‚dotierten‘) Vertrag erhalten.

    @ holly:

    wann haben wir denn gegen Irland unentschieden gespielt?

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  • Rudi sagt:

    also eines ist mal als gut zu bewerten: Neid ist als BT 2016, vielleicht auch schonfrüher weg. Diese Frau hat zwar Titel mit der Natio gewinnen können, was man aber bei kritischer Betrachtungsweise ins Relativ stellen kann. Bei den EM- und WM-Titel vor 2010 hat sie als Nachfolgerin von Tina Theune-Mayer noch von deren Arbeit profitiert. Als alleinverantwortliche BT zur WM 2011 zu Hause hat sie total versagt u.a. auch weil sie von Niemanden Ratschläge annehmen wollte! Viele damaligen Bundesligatrainer haben im Vorfeld gewarnt! Das Ergebnis kennt wohl Jeder!
    Bei EM in Schweden war auch sehr viel Glück dabei, man denke nur an das HF-Spiel gegen Schweden, welches genauso umgekehrt hätte ausgehen können und das Finale gegen Norwegen, wenn die Norwegerinnen mal die Elfmeter hätten verwandeln können. Egal ob diese nun berechtigt waren oder nicht.
    Spielerisch war die WM in Deutschland von unserer Natio schwach, genauso wie die EM in Schweden nicht viel besser war. Frau Neid hätte schon nach 2011 die Konsequenzenziehen und zurück treten müssen bzw. der DFB hätte handeln müssen. Aber was will man von dieser Altherrenriege mit Durchschnittsalter von 67 Jahren schon groß erwarten. Dass diese alten Männer von modernen Frauenfußball nichts verstehen beweist sichjetzt wieder mal sehr eindrucksvoll mit der Personalie Jones als neue BT. Was die Bundesligatrainer davon halten hat Bernd Schröder in der Online-Ausgabe des Tagesspiegel eindrucksvoll gesagt!

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  • enthusio sagt:

    Hier ist das von @Rudi erwähnte Interview mit Bernd Schröder:

    http://www.pnn.de/sport/954040/

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  • tpfn sagt:

    Die Nominierung der Steffi Jones hat ja nun unterschiedliche Meinungen ausgelöst. Aber bei Einem waren sich ja alle Beteiligten einig, nämlich dass der frühe Zeitpunkt der Festlegung/Verkündung recht außergewöhnlich war.

    Martina Voss Tecklenburg macht einen hervorragenden Job in der Schweiz. Das wachsende Interesse an der Entwicklung der Schweizer Natio, vor allem der deutschen FF-Fans, ist deutlich spürbar. Auf zahlreichen Internetplattformen werden mittlerweile Berichte verlinkt und Informationen ausgetauscht. Dass eine Vielzahl der Schweizerinnen in der BuLi ihren Dienst tun, verstärkt diesen Hype selbstredend noch um ein Vielfaches.

    Ist es da nicht naheliegend, dass im Falle eines erfolgreichen Abschneidens der Schweiz bei der anstehenden WM, auch zahlreiche Stimmen laut geworden wären, die gerne eine MVT als künftige Bundestrainerin hätten sehen wollen? Wäre es dann noch so ohne weiteres möglich gewesen, seitens der DFB-Offiziellen, eine Steffi Jones zu nominieren?

    Ich mag MVT und hätte sie sehr gern als Bundestrainerin gesehen.

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  • holly sagt:

    @FFFan, stimmt das war doch noch ein glücklicher Sieg dank Melanie Leupolz.

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  • FFFan sagt:

    Steffi Jones hat angekündigt, nach der WM ihr Konzept und ihr Trainerteam vorzustellen:

    http://de.fifa.com/aboutfifa/footballdevelopment/women/news/newsid=2593184/index.html

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