Melanie Behringer: „Jetzt ist alles möglich“

Von am 21. März 2015 – 14.29 Uhr 1 Kommentar

Der FC Bayern München hat mit dem 1:0-Sieg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam Platz zwei in der Allianz Frauen-Bundesliga zementiert und seine Ambition auf einen Startplatz in der UEFA Women’s Champions League in der Saison 2015/16 untermauert. Der Erfolg gegen Potsdam macht Appetit auf mehr, wie Bayern-Kapitänin Melanie Behringer gegenüber Womensoccer.de verriet.

Womensoccer.de: Nach dem Sieg gegen Potsdam war der Jubel unter den Spielerinnen riesengroß.

Melanie Behringer: Gegen Potsdam zu gewinnen, ist nicht so einfach. Die Potsdamer Spielerinnen kommen immer über den Kampf, den haben wir richtig gut angenommen. Wir haben verdient gewonnen, denn Potsdam hatte keine riesengroßen Torchancen und über die 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft.

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Womensoccer.de: Waren Sie überrascht, dass Potsdam nach der Bayern-Führung nicht noch einmal richtig Druck entfacht hat?

Behringer: Sie haben es versucht, aber wir haben einfach gut verteidigt. Ich muss heute unserem Sturm ein Kompliment machen, der ist gerannt ohne Ende. Ob Dagny [Brynjarsdóttir], Vanessa [Bürki] oder auch Kathie [Stengel], die hereinkam – heute hat jeder für jeden gearbeitet und deshalb haben wir auch so gut gespielt. Es gab kaum ein Durchkommen für Potsdam.

Womensoccer.de: In Duisburg haben Sie gefehlt, wie schwierig war es, gleich wieder auf Touren zu kommen?

Behringer: Ich war zwei Wochen raus aus dem Training und habe individuell trainiert und bin erst diese Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Das habe ich im Spiel schon gemerkt. Am Anfang kam ich etwas schwer rein, aber wir als gesamte Mannschaft wurden von Minute zu Minute besser, deswegen kann ich mit der Leistung zufrieden sein.

Melanie Behringer in Aktion gegen Turbine Potsdam

Unermüdliche Antreiberin im Bayern-Spiel: Melanie Behringer © Karsten Lauer

Womensoccer.de: Bisher lautete die Zielsetzung, die Lücke zu den großen Drei verkleinern zu wollen, doch jetzt steht man vier Spieltage vor Schluss auf Platz zwei mit nur einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter VfL Wolfsburg und hat auch alle Spiele gegen die Topgegner schon bestritten.

Behringer: Natürlich wollen wir den zweiten Platz jetzt auch halten, aber ich persönlich will auch den ersten Platz noch schaffen und Meister werden. Aber es kann auch noch der vierte Platz werden, vorne wie hinten ist noch alles möglich und es wird spannend werden. Wir müssen jetzt zum SC Sand und wenn wir dort wie in Duisburg wieder nur ein Unentschieden holen, dann war der Sieg gegen Potsdam praktisch für die Katz. Wir tun gut daran, uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Wir sehen aber natürlich, dass wir sehr gut da stehen. Alles ist möglich, aber wir können auch noch alles verlieren.

Womensoccer.de: Warum tut sich der FC Bayern München gegen die vermeintlich leichteren Gegner schwerer?

Behringer: Solche Gegner, die jeden Punkt dringend im Abstiegskampf brauchen, stellen sich einfach hinten rein. Das macht es extrem schwer. In Duisburg war ich nicht dabei, aber dort war der Boden wohl ganz tief und der Platz schlecht. In solchen Spielen tut man sich dann einfach schwer.

Womensoccer.de: Wie schwierig wird die Aufgabe beim Aufsteiger Sand, gegen den sich schon andere Topteams in dieser Saison schwer getan haben?

Behringer: Es wird ähnlich wie in Duisburg, aber Sand ist spielerisch besser. Es gibt einige sehr gute Spielerinnen, mit einigen habe ich noch in Freiburg zusammengespielt. Wir müssen unsere Chance nutzen und kaltschnäuzig vor dem Tor sein. Wenn wir früh in Führung gehen, tun wir uns natürlich leichter. Wir sollten uns jetzt keine Ausrutscher mehr leisten, aber ich gehe davon aus, dass uns das nicht passiert.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Detlef sagt:

    „Wir haben verdient gewonnen, denn Potsdam hatte keine riesengroßen Torchancen und über die 90 Minuten waren wir die bessere Mannschaft“

    Ohne Worte!!!

    (0)

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