Verfolger-Trio bleibt auf Kurs

Von am 1. März 2015 – 16.36 Uhr 23 Kommentare

Der FC Bayern München, 1. FFC Frankfurt und der 1. FFC Turbine Potsdam haben sich am 16. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga keine Blöße gegeben und bleiben Tabellenführer VfL Wolfsburg weiter auf den Fersen. Schlusslicht Herforder SV schlittert nach einer neuerlichen Niederlage dem Abstieg entgegen.

Evans trifft doppelt bei Potsdam-Sieg
Dem 1. FFC Turbine Potsdam gelang bei der TSG 1899 Hoffenheim gelang vor 875 Zuschauern ein 3:1 (0:0)-Auswärtssieg. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brach Tabea Kemme für die Gäste den Bann (52.), Lisa Evans baute eine Viertelstunde vor Schluss die Führung aus (75.). Kristin Demann verkürzte in der Nachspielzeit für die Gastgeberinnen (90.+1), doch im Gegenzug sorgte Evans mit ihrem zweiten Treffer für das 3:1 (90.+1).

Schröder zufrieden
Turbine-Trainer Bernd Schröder meinte: „Wir sind natürlich zufrieden, drei Punkte mitzunehmen. Damit haben wir vorher nicht unbedingt fest gerechnet, denn wir waren gewarnt, wenn andere Spitzenteams hier nur mit einem Tor gewinnen. Es war ein Spiel auf schmalem Grad. Hoffenheim ist auf einem guten Weg.“

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Tränen in der Hoffenheim-Kabine
Hoffenheims Trainer Jürgen Ehrmann erklärt: „Es war wie gegen Wolfsburg und Bayern. Wir machen ein gutes Spiel, aber es reicht noch nicht ganz. Wir versuchen mittlerweile unseren Stil durchzubringen, das sieht auch ganz gut aus, aber das kostet sehr viel Kraft. Die Mädels tun mir ein bisschen Leid. Es sind in der Kabine auch in paar Tränen vergossen worden wegen der vergebenen Chancen.“

Kerstin Garefrekes (li.) traf beim Sieg des 1. FFC Frankfurt © Nora Kruse, ff-archiv.de

Kerstin Garefrekes (li.) traf beim Sieg des 1. FFC Frankfurt © Nora Kruse, ff-archiv.de

Frankfurt souverän
Ebenfalls am Vormittag kam der 1. FFC Frankfurt vor 1 620 Zuschauern gegen den FF USV Jena zu einem 4:1 (2:0)-Sieg. Jessica Fishlock brachte die Gastgeberinnen in Führung (37.), fünf Minuten später erhöhte Peggy Kuznik zum 2:0 und machte die Halbzeitführung perfekt. Kerstin Garefrekes sorgte früh für die Vorentscheidung (51.), auch wenn Julia Arnold noch einmal verkürzen konnte (55.). Die eingewechselte Ana-Maria Crnogorcevic stellte dann aber den Endstand her (74.).

Arbeitssieg des FC Bayern
Der FC Bayern München kam dank zweier früher Tore zu einem 2:0 (2:0)-Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Melanie Behringer per Foulelfmeter (11.) und Vivianne Miedema mit einer Direktabnahme (16.) sicherten den Münchnerinnen drei Punkte und festigten Tabellenplatz zwei. Die Gäste hielten gut mit, brachten sich aber durch individuelle Fehler um einen zählbaren Erfolg.

Wörle erleichtert
Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte: „Wir haben ein schwaches Spiel gemacht und uns ganz schwer getan. Wir haben aber zum Glück in der Anfangsphase zwei Treffer gemacht. Wir waren heute alles andere als stabil und ich war froh, als das Spiel abgepfiffen wurde. Aber so ein Spiel gehört vielleicht auch mal dazu.“

Chioma Igwe köpft zum Sieg

Chioma Igwe erzielt per Kopf den Freiburger Siegtreffer © Udo Künster

Last-Minute-Sieg für Freiburg
Nach einer heiß umkämpften Schlussphase setzte sich der SC Freiburg vor 621 Zuschauern gegen den SC Sand mit 3:2 (1:0) durch. Juliane Maier mit einem verwandelten Foulelfmeter (32.) und Manjou Wilde (46.) schienen die Gastgeberinnen zu einem sicheren Erfolg zu führen, doch Ilaria Mauro brachte mit zwei Treffern die Gäste ins Spiel zurück (54., 85.). Doch Chioma Igwe sorgte mit ihrem Kopfballtreffer dafür, dass die drei Punkte im Breisgau blieben (90.).

Sehrig: „Glücklicher Sieg“
Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: „Am Ende ist der Sieg sicherlich glücklich, trotz der 2:0-Führung. Sand hatte in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile und wir waren nicht beweglich genug, viel zu träge. Der Sieg ist extrem wichtig und tut uns gut!“

„Wie eine Mädchenmannschaft gespielt“
„Ich bin maßlos enttäuscht. Wir haben wie eine Mädchenmannschaft gespielt und es nicht geschafft, die junge Freiburger Mannschaft mit Leidenschaft und Aggressivität zu beeindrucken“, schimpfte Sands Trainer Sven Kahlert nach der Niederlage.

Herford kaum noch zu retten
Die SGS Essen feierte mit dem 2:0 (1:0) gegen den Herforder SV den zweiten Heimsieg der Saison und stürzten die Gäste in noch größere Abstiegsnöte. Jana Feldkamp brachte die Gastgeberinnen be ihrem Startelfdebüt in Führung (13.), Lea Schüller sorgte anfangs der zweiten Halbzeit für den Endstand (56.).

Bereits am Freitagabend gewann Tabellenführer VfL Wolfsburg gegen den MSV Duisburg mit 7:0.

Ergebnisse Frauen-Bundesliga, 16. Spieltag

VfL Wolfsburg MSV Duisburg 7:0 (3:0)
1. FFC Frankfurt FF USV Jena 4:1 (2:0)
TSG 1899 Hoffenheim 1. FFC Turbine Potsdam 1:3 (0:0)
SC Freiburg SC Sand 3:2 (1:0)
FC Bayern München Bayer 04 Leverkusen 2:0 (2:0)
SGS Essen Herforder SV 2:0 (1:0)

Tabelle Frauen-Bundesliga

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. VfL Wolfsburg 16 46:1 42
2. FC Bayern München 16 43:5 40
3. 1. FFC Frankfurt 16 55:14 37
4. 1. FFC Turbine Potsdam 16 45:21 37
5. SGS Essen 16 22:21 22
6. SC Freiburg 16 23:45 19
7. FF USV Jena 16 21:27 18
8. TSG 1899 Hoffenheim 16 18:27 18
9. Bayer 04 Leverkusen 16 17:32 16
10. SC Sand 16 20:35 11
11. MSV Duisburg 16 10:46 8
12. Herforder SV 16 13:59 2

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

23 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    balea schrieb;
    „Hoffenheims Liveticker und ihr eigener Spielbericht haben ihre eigene Leistung lange nicht so schlecht gesehen, wie Du das hier suggerierst.“

    Aus welcher meiner Formulierungen entnimmst Du denn, daß ich der TSG eine schlechte Leistung unterstellt hätte??? 🙁

    Ich zitiere mich mal selber;
    „Ich möchte Hoffenheim sicher ein gutes und kämpferisches Spiel attestieren“
    „Hätte die TSG in Hälfte Eins ihre beiden Großchancen im Tor von FEI versenkt, wäre es sicher ein völlig anderes Spiel geworden!!!“

    Ich hatte mich bei meiner Kritik ja ausschließlich auf die Fehler ohne gegnerische Einwirkung konzentriert!!!
    Die Fehler die bei „Feindkontakt“ gemacht worden sind, stehen noch auf einem ganz anderen Blatt, und würden dann in der Tat auch durch die von Schröder angesprochene gute Leistung der TSG bedingt worden sein!!!

    Mir kam es hauptsächlich auf die Frage an, wie die beschriebene Schere wieder geschlossen werden kann!!!
    Das scheint mir ein reines Kopfproblem zu sein, denn daß unsere TURBINEN es besser können, haben sie auch in dieser Saison schon gezeigt!!! 🙂

    Dem Rest Deines Beitrages kann ich so zustimmen!!!

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  • FF-Tale sagt:

    Ganz nebenbei hat Essen am Wochenende die vielzitierte Nichtabstiegs-Hürde übersprungen. Okay: An Abstieg musste dort nie ernsthaft gedacht werden, aber als erstes Team unterhalb der „großen Vier“ die 20 Punkte zu knacken, ist ja schon immer ein schönes Etappenziel in Richtung Saisonendspurt. @ Enthusio: Die aktuelle Tordifferenz (+1) ist doch auch ein gutes Indiz dafür, dass der Titel „Best of the Rest“ am Ende nach Essen gehen wird. Und z.B. Freiburg (-22 Tore!?!) oder z.B. LEV (jetzt schon 6 Punkte hinter Essen) werden da wohl auch nicht mehr gefährlich werden.

    Sand zwar mit der Niederlage jetzt im Baden-Derby, aber richtig gefährlich wird es für die mit dem 3-Punkte-Polster auch nicht mehr. Und für die Teams zwischen Essen und Sand genauso wenig.

    Restprogramm Platz 10 – 12:
    Sand: Hoffenheim, WOB, FCB, Duisburg, Potsdam, LEV
    Duisburg: FCB, LEV, Potsdam, Sand, Jena, Herford
    Herford: FFM, Freiburg, Hoffenheim, WOB, FCB, Duisburg

    Der „vielumkämpfte“ vorletzte Platz für den Klassenverbleib am Grünen Tisch wird für Herford utopisch bleiben. Dafür hätten sie allerspätestens jetzt in der zurückliegenden „englischen Woche“ (gegen LEV, Jena, Essen) irgendwo was holen müssen, was nicht der Fall war.
    Auch wenn (laut aktueller Zeitungsmeldung) Herford die Grüne-Tisch-Variante ja nach wie vor nicht unwahrscheinlich findet. (Nur wird es weder in Freiburg, LEV, Jena etc. diesen Sommer einen Grünen Tisch brauchen).

    PS: Jetzt in der Länderspielpause geht nicht nur in der FF-BuLi, sondern auch in Liga 2 Nord das altbekannte Spiel um die Lizenzen los: Den Anfang macht dieses Jahr Lübars (mit seinem doch eher kooperations-unfreudigen Männerfußball-Kooperationspartner Hertha BSC):

    http://www.berliner-woche.de/luebars/sport/luebars-muesste-jetzt-lizenzantrag-fuer-1-bundesliga-stellen-kein-geld-d71596.html

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  • Georg sagt:

    Lübars tut mir leid nun schaffen sie es sportlich und da wird der Geldhahn zugedreht , da bewirbt sich die Stadt um Olympia und die „alte Dame“ schafft so ihre inoffizielle Frauenmannschaft einfach ab?!

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  • Engel sagt:

    Sehrig: “Glücklicher Sieg”
    Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: “Am Ende ist der Sieg sicherlich glücklich, trotz der 2:0-Führung. Sand hatte in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile und wir waren nicht beweglich genug, viel zu träge. Der Sieg ist extrem wichtig und tut uns gut!“

    Das muss man verstehen? Träge zieht sich das Freiburger Spiel schon seit mehr als 7 Spieltage hin. Gerade im MV und im Sturm sind manche Spielerinnen weit weg von Laufbereitschaft und vor allem Spielübersicht. Wenn die Schnelligkeit fehlt sollte man zumindest von einer Nationalspielerin im MV ein gutes Stellungsspiel und umschalten in beide Richtungen erwarten können und kein klein / klein mit anschließenden Ballverlusten.
    Ändern tut sich jedoch nichts. Herr Sehrig lässt „seine“ schwächelnden Lieblingsspieler weiter in der Stammelf.
    Das Prinzip Leistung und fußballerische Fähigkeiten scheint bis zum Ende der Saison in Freiburg aufgehoben zu sein.
    Eigentlich ist es schade das der Trainer mit einem Sieg belohnt wurde.
    Denn von einem System war bei diesem Spiel (und davor) nichts bis gar nichts zu sehen.
    Professionalität sieht anders aus und ich schließe mich den Worten von Detlef an:
    Gute Trainingsleistungen müssen nicht gleichbedeutend mit guten Leistungen im Spiel verglichen werden, wenn die Leistung nicht stimmt gehört auch die Trainingsbeste auf die Bank.

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  • holly sagt:

    @ Georg, das ist doch noch garnicht spruchreif das es so kommt.
    Lübars hat einen Vertrag mit Hertha der gilt bis 2016, aber nur für die zweite Liga und den Betrag der dort festgelegt ist wird Hertha auch zahlen.
    So groß ist das finanzielle Loch nun auch nicht. in Liga 1 bekommst du viel mehr Geld vom DFB wie in Liga 2.
    Die zwei Sponsoren die abgesprungen sind müssen natürlich auch durch andere ersetzt werden.
    Es fliegt einem nicht alles im Leben zu, um manches muss man sich auch mal selbst kümmern.

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  • Michele sagt:

    Patti Hanebeck, Allison Scurich und Svenja Huth wechseln naqch Potsdam

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  • waiiy sagt:

    @Michele: Da kann ich mein 10-er Trikot wieder tragen. 😉

    Dass man Huth in Frankfurt nicht weiter entwickeln konnte/wollte…

    PS: Die Quelle ist übrigens framba.de

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  • ruhri sagt:

    Die Zusammenfassung des Spiels Essen vs. Herford ab sofort auf:

    http://www.sgs-essen.de/medien.html

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