Werder Bremen: „So nah dran wie noch nie“

Von am 13. Februar 2015 – 6.00 Uhr 8 Kommentare

BV Cloppenburg gegen Werder Bremen: Mit einem Nachholspiel beginnt am Wochenende auch in der 2. Bundesliga Nord wieder der Ball zu rollen. Für Werder ist das die Chance, mit einem Sieg bis auf einen Punkt an Tabellenführer 1. FC Lübars heranzurücken und in dieser Saison um die Meisterschaft mitzuspielen. Bremens Trainerin Chadia Freyhat (32) im Womensoccer-Interview.

Werder startet mit dem Nachholspiel am Sonntag eine Woche früher in den Spielbetrieb. Sind Sie froh, dass es wieder losgeht?
Chadia Freyhat: Ja, total, die Mannschaft brennt auf die Rückrunde. Man will auch irgendwann keine Testspiele mehr spielen, und die Vorbereitung im Winter ist mental einfacher schwieriger. Wenn wir trainieren, ist es schon dunkel, dazu oft nass und kalt. Da ist es schwerer, nach der Arbeit den inneren Schweinehund zu überwinden und zu trainieren. Aber was die Motivation angeht, können wir uns nicht beklagen, die Mannschaft zieht richtig gut mit.

Sie haben gegen zwei Männerteams getestet und am vergangenen Wochenende den 1. FC Köln, unangefochtener Tabellenführer der 2. Liga Süd, eindrucksvoll mit 7:2 geschlagen. Werder scheint bestens gerüstet, nun tatsächlich um den Aufstieg mitzuspielen.
Das Ergebnis gegen Köln war auch für mich ein wenig überraschend. Grundsätzlich ist das ein guter Anhaltspunkt, beflügelnd und gut für das Selbstvertrauen. Aber es ist nur ein Testspiel. Für mich war wichtig zu sehen: Wir sind körperlich gut drauf und haben taktisch diszipliniert über 90 Minuten gegen den Ball gespielt. Der Sieg war am Ende verdient, aber ich bin mir sicher, die Mädels wissen ihn richtig einzuordnen.

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Chadia Freyhat

Bremens Trainerin Chadia Freyhat klopft mit ihrem Team an die Erstligatür. © Dennis Gloth, sportfoto-gloth.de

In der Vergangenheit hat Werder immer verhalten auf die Frage nach den Aufstiegsambitionen reagiert. Als Sie 2013 Cheftrainerin wurden, haben Sie gesagt: Wir sind bereit. Eine bessere Ausgangslage als jetzt gab’s noch nie – oder sehen Sie das anders?
Wenn man sich die Fakten anguckt, braucht man gar nicht drum herum zu reden. Von den Möglichkeiten her sind wir so nah dran wie noch nie, wir sind mental und physisch gewappnet. Wir haben eine große Chance, dieses Jahr Meister zu werden. Und das wollen wir auch.

Nach dem BVC wartet in der kommenden Woche gleich der Tabellenführer 1. FC Lübars auf Werder, der in der Hinrunde zehn Spiele ohne Gegentor bestritten hat. Wird das die Nagelprobe?
Ich glaube nicht, dass sich die Meisterschaft in den ersten drei oder vier Spieltagen der Rückrunde entscheidet. Wenn man auf die Tabellenplätze eins bis fünf schaut (neben Werder und Lübars sind das der SV Meppen, Turbine Potsdam II und FSV Gütersloh, Anmerk.), kann jeder jeden schlagen. Lübars hat in der Hinrunde eine superstarke Leistung gezeigt, das muss man neidlos anerkennen. Sie haben nur vier Gegentore, und die haben sie im ersten Spiel gegen uns bekommen. Aber am Ende wird es um Kontinuität gehen und darum, auch nach hinten raus Luft zu haben. Keine Mannschaft wird schnell davonziehen. Es wird eng bleiben, anders als in der 2. Bundesliga Süd.

Werder hat mit 39 Treffern zwar die stärkste Offensive der Liga, aber mit 16 Gegentreffern eine mittelprächtige Defensive. Gehen Sie verändert in die Rückrunde?
Wir haben insgesamt in der Vorbereitung gut gearbeitet, auch im defensiven Bereich. In der Rückrunde müssen wir in der Lage sein, auch zu null zu spielen. Das haben wir ganz klar auf dem Zettel. Trotzdem bin ich eine Trainerin, die lieber zwei, drei Tore mehr schießt, auch wenn wir dabei riskieren, eine Bude zu bekommen. Und wir haben eine Spielweise, die offensiv ausgerichtet ist. Diese Stärke wollen wir auch weiterhin nutzen.

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8 Kommentare »

  • kelly sagt:

    drücke euch die Daumen .werder bremen ist ja ein guter name!bekannt vielleicht kommen mehr leute.
    vorausgesetzt gute Vermarktung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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  • xyz sagt:

    Hoffe dass die Damenabteilung in den nächsten Jahren unterstützt wird.Leider werden oft die Damen bei Einsparungen als erstes entsorgt.Siehe als Beispiel den HSV, der VfL Bochum möchte auch die Damen loswerden.Und in Leverkusen laufen bei allen Spielerinnen die Verträge aus. (Warum nur?)Ich hoffe Werde Bremen meint es wirklich ernst und unterstützt die Damen mit Herzblut!

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  • FFFan sagt:

    Der Kampf um den Aufstieg wird in der Nordstaffel noch sehr spannend werden. Ich erwarte ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Werder Bremen und dem 1.FC Lübars. Gütersloh ist zu unbeständig, Potsdam II nicht aufstiegsberechtigt und bei Meppen ist fraglich, ob ein Aufstieg überhaupt gewollt ist…

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  • holly sagt:

    selbst wenn Werder aufsteigen sollte (was ich ihnen wünschen würde) werden sie nicht konkurenz fähig sein. Wenn noch nicht mal Geld für die Männer da ist woher soll dann das Geld für die Frauen kommen?
    Natürlich gibt es in Liga 1 vom DFB mehr Geld für die Frauen wie in Liga 2 aber davon kann man kein Erstliga taugliches Team formen.
    Mein Favorit auf den Aufstieg ist Lübars sie scheinen nach der Hinrunde das konstanste Team zu sein

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  • Heidelore Tschurtschenthaler sagt:

    Schade, dass der BVC in der Hinrunde zu unbeständig war. Zu kleiner Kader und Verletzungen der Leistungsträger taten ein weiteres dazu. Aber trotzdem wurde Werder ohne Wylizek, Wübbenhorst und Cchandrsratne 2 zu 1 geschlagen. Wie man hört lt. Zeitungen, soll im nächsten Spieljahr wieder aufgerüstet werden. Lt. Nordwest-Zeitung und Münsterländer Tageszeitung sollen die Nordstaffel und Südstaffel zusammen gelegt werden. Aus jeder Staffel sollen die ersten 7 Manschaften zu einer eingleisigen 2. Liga zusammengefasst werden. Weiß einer mehr?

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  • enthusio sagt:

    Hier ist einer der von Heidelore Tschurtschenthaler erwähnten Artikel:
    http://www.mt-news.de/lokalsport.php?aid=12252

    Framba hatte vor einiger Zeit auch schon zu dem Thema berichtet:

    https://www.framba.de/content/index.php?option=com_content&view=article&id=5836:allianz-frauen-bundesliga-aufstocken-oder-abbauen&catid=118&Itemid=885

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  • holly sagt:

    Da wird der DFB den Vereinen noch mehr Geld geben müssen damit die eingleisige zweite Liga funktioniert.
    Die Frage wird dann auch sein, wie lange sich die Nordvereine in der Staffel halten können.
    Der Süden scheint fussballerisch besser aufgestellt, was man schon oft im Nachwuchsbereich bei den U Landerpokal sieht.

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  • sonic sagt:

    Eine eingleisige zweite Liga fänd ich gut! Aber weshalb sollen dort 14 Vereine spielen, wenn in der ersten nur 12 spielen?

    Das die Nordvereine tendenziell schlechter sein sollen, halte ich für eine Mär. Bochum, welches letzte Saison in der Südstaffel gespielt hat, dümpelt diese Saison in der Nordstaffel im gleichen Tabellenbereich (6./7.) herum und andere aussagekräftige Vergleiche gibt es kaum.

    Mit ihrer Aussage laut dem Framba-Artikel hat die Frau Neid aber wirklich einen Vogel abgeschossen. *kopfschüttel*

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