So lief die Saison bisher: FC Bayern München

Von am 16. Januar 2015 – 11.24 Uhr 15 Kommentare

Trotz personellen Umbruchs, Abgängen und der Verletzung zahlreicher Stammspielerinnen hatten vor der Saison viele den FC Bayern München als einen der Geheimfavoriten in der Allianz Frauen-Bundesliga auf dem Zettel. Und sie sollten Recht behalten.

„Wir wollen die Lücke weitgehend verkleinern“, so das Credo von Bayern-Trainer Thomas Wörle vor der Saison. Eine Zielsetzung, die im bisherigen Saisonverlauf perfekt umgesetzt wurde.

Denn nach 13. Spieltagen liegt der FC Bayern München in der Tabelle auf Platz 2, nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter VfL Wolfsburg, aber auch zwei Punkte vor dem 1. FFC Turbine Potsdam und gar fünf Punkte vor dem 1. FFC Frankfurt.

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Schnell gefunden
Bereits beim 1:1 zum Saisonauftakt gegen den 1. FFC Frankfurt deuteten die Münchnerinnen ihr Potenzial an. Schnell wuchs der international bunt zusammengewürfelte Kader, angeführt von Nationalspielerin Melanie Behringer als neuer Leitwölfin, zu einer schlagkräftigen Einheit zusammen, an der sich die Gegner gleich reihenweise die Zähne ausbissen.

Der FC Bayern München jubelt

Der FC Bayern München hatte in der Hinrunde viel Grund zum Jubeln © Karsten Lauer / girlsplay.de

Top-Ergebnisse
Bis heute ist es in der Liga keinem Team gelungen, dem FC Bayern München eine Niederlage beizubringen. Dabei gelang der Wörle-Elf das Kunststück, sich auswärts bei allen Topteams schadlos zu halten. Erst ergatterten die Münchnerinnen ein Remis beim VfL Wolfsburg, dann gelangen ihn beim 1. FFC Turbine Potsdam (1:0) und beim 1. FFC Frankfurt (2:1) wertvolle Auswärtssiege gegen direkten Konkurrenten um eine Top-Platzierung in der Liga.

Aus im DFB-Pokal
Einzige Dämpfer einer ansonsten bisher nahezu perfekten Saison waren die unnötigen Punktverluste bei der SGS Essen sowie kurz vor Weihnachten das Aus im DFB-Pokal beim 1. FFC Frankfurt, bei denen Bayern München das vorhandene Potenzial gegen einem gegenüber dem Bundesligaspiel deutlich verbesserten Gegner nicht vollständig abrufen konnte.

Taktisch immer gut eingestellt
Der bisherige Erfolg hat viele Gesichter: Taktisch waren die Münchnerinnen auf jeden ihrer Gegner von Trainer Thomas Wörle und seinem Trainerteam optimal vorbereitet, mit einer gesunden Mischung aus geschicktem Understatement und realistischer Einschätzung verstand er es auch, die Bodenhaftung seiner Spielerinnen zu wahren. Personell erwiesen sich zudem alle Neuverpflichtungen als Volltreffer.

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Thomas Wörle

Bayern-Trainer Thomas Wörle ist mit seinem Team auf Erfolgskurs © Herbert Heid / girlsplay.de

Bärenstarke Neuverpflichtungen
Angefangen von den bärenstarken Torhüterinnen Tinja-Riikka Korpela und Manuela Zinsberger über die umsichtige Abwehrspielerin Caroline Abbé und das immer besser funktionierende Mittelfeld-Duo aus Melanie Behringer und Melanie Leupolz bis hin zur jugendlich unbekümmerten Offensivpower von Vivianne Miedema, Eunice Beckmann, Katie Stengel und Mana Iwabuchi.

Optionen wachsen
Sie alle trugen dazu bei, die zehn Abgänge schnell vergessen zu machen und zudem die Ausfälle von so wichtigen Spielerinnen wie Lena Lotzen, Leonie Maier, Laura Feiersinger oder Carina Wenninger eindrucksvoll zu kompensieren, die nach und nach in den Kader zurückdrängen und somit den Handlungsspielraum von Wörle für den restlichen Saisonverlauf erweitern werden.

Auf Champions-League-Kurs
Zudem wurde bis Saisonende für das offensive Mittelfeld die Isländerin Dagný Bryjnarsdóttir verpflichtet. Leicht dürfte es für die Konkurrenz aus Potsdam und Frankfurt in den verbleibenden Spielen also nicht werden, an den Bayern noch einmal vorbeizuziehen. Ein Champions-League-Startplatz für die kommenden Saison ist für den FC Bayern München keine Utopie.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • Liza sagt:

    Weiter so, FCB!

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  • Tiberias sagt:

    Interessant ist – und das wird Turbine-Fans jetzt gar nicht gefallen -, dass Bayern neben Wolfsburg jetzt die Top-Adresse für Spielerinnen ist, die aus dem Talent-Stadium heraus treten wollen/müssen. Turbine schon seit 2-3 Jahren und selbst Frankfurt haben für solche Spielerinnen an Zugkraft verloren (Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Bremer oder Hendrich). Aber es sind nicht nur die Zugänge (Zukäufe?): Die 2. MS spielt wacker mit in Liga 2-Süd und die U17 wurde zweimal nacheinander deutscher Meister. Da tut sich was in München! Und anders als in Wob. hat man hier wirklich den Eindruck von einem Sportverein und weniger von der Geschäftsabteilung eines Unternehmens. „Den Bayern fehlt nur ein großer Titel, dann sind sie oben fest dabei“ – sagt wer? Bernd Schröder! 😉

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  • Michele sagt:

    Egal ob man den FCB mag oder nicht, man sollte schon anerkennen, dass sie eine (fast) überragende Hinrunde gespielt haben!

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  • Altwolf sagt:

    @Tiberias.

    Was weißt du denn vom VFL Wolfsburg, das du so eine „Einschätzung“ zum Besten gibst ?
    Was hat denn dein „Sportverein“ in den vergangenen Jahren, trotz früherer Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg, an Support aufgewendet ?
    Erst seit ca. 2-3 Jahren tut sich dort etwas – Verpflichtungen von US-Spielerinnen und Abkehr von der überwiegenden „Talentförderung“ um wieder konkurenzfähig zu werden.

    Bis vor Kurzem hat man die Bayern-Spielerinnen noch auf dem „Dorfe“ spielen lassen – beinahe unter Ausschluß der „Öffentlichkeit“.

    Nach jahrelangem eigenem „Tiefschlaf“ sollte man sich nicht anmaßen über andere Vereine herzuziehen.

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  • Detlef sagt:

    @Tiberias,
    Auch ein wirtschaftlich denkender Verein wird Nachwuchs ausbilden!!!

    Was schätzt Du wohl, wieviel Azubis der VW-Konzern allein in Deutschland pro Jahr ausbildet??? 😉
    Sie könnten doch auch fertig ausgebildete Facharbeiter, Meister und Ingenieure woanders abwerben!!!
    Es hat schon seine Vorteile, wenn man sich seinen Nachwuchs selber ranzieht!!! 🙂

    Der VfL hat erst spät mit einer ernsthaften Nachwuchsarbeit im weiblichen Bereich angefangen!!!
    Und deshalb trägt diese Arbeit bis jetzt auch noch keine zählbaren Früchte!!!

    Ähnlich wie in Frankfurt, Potsdam und nun auch in München, haben es die jungen Talente in WOB ganz besonders schwer, sich bis in die erste Mannschaft hochzuarbeiten!!!

    In weniger ambitionierten Klubs haben es die jungen Mädels da wesentlich leichter, da zum einen die Konkurrenz dort nicht so stark ist, und zum anderen den Youngstern dort auch eher zugestanden wird Fehler zu machen!!! 😉

    Man muß also der Nachwuchsarbeit in der Autostadt noch etwas Zeit geben!!!
    Und selbst wenn sie es in WOB nicht schaffen sollten, könnten sie in anderen Klubs der Liga ihren Weg gehen, wie es viele, viele Talente aus Potsdam auch taten und immer noch tun!!! 🙂

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  • labersack sagt:

    Jezt fehlt nur noch die Bezeichnung Ausbilderverein für das Wirtschaftsunternehmen Bayern München.

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  • dummkopf sagt:

    @tiberias
    “Den Bayern fehlt nur ein großer Titel, dann sind sie oben fest dabei” – sagt wer? Bernd Schröder!

    Bist du da sicher? Na dann! Wenn der Meistertrainer persönlich das tatsächlich so gesagt haben sollte.

    Beim Anschauen der Tabelle kommt es aber doch sicher nicht nur mir so vor, als wäre Bayern auch ohne Titel zur Zeit fester oben dabei, als manch anderer mit Titel.
    Aber da habe ich jetzt vielleicht ein Verständnis-Problem.
    Wir sollten aber auch besser auf keinen Fall einem Glaubens-Oberhaupt widersprechen wollen.

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  • Detlef sagt:

    @labersack,
    Bayern München hat die letzten 10 Jahre hauptsächlich von seiner hervorragenden Nachwuchsarbeit profitiert!!! 🙂
    Schau mal bitte in der Statistik der U17-Meisterschaften nach, da waren die Bayern-Mädels immer oben (aktuell sogar ganz oben) mit dabei!!! 😉

    Ich bin mir auch sicher, daß sie dies weiterhin so betreiben, nur werden es aktuelle- und zukünftige Talente eben viel schwerer haben als frühere, bis in die erste Mannschaft zu kommen!!! 🙁

    Also das „Wirtschaftsunternehmen Bayern München“ war, ist, und wird sicher auch zukünftig ganz klar ein Ausbilderverein sein!!! 🙂

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  • holly sagt:

    weil gerade hier so über die bayrischen Talente geschrieben wird, was ist mit Rikki Walkling dieses Jahr los. Von ihr hört man leider fast garnichts mehr

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  • labersack sagt:

    @Detlef
    1. Ist Ausbildungsverein ein unsinniger Begriff, der immer dann angewendet wird, wenn ein Verein mangels der notwendigen finanziellen Mittel eine Topspielerin nicht verpflichten kann.

    2. Sind nicht alle Vereine die über U-Mannschaften verfügen Ausbildungsvereine?

    3. Vereine in Ballungsgebieten haben wegen größeren Angebots an fußballinteressierten Mädchen auf eng begrenztem Raum einen erheblichen Wettbewerbsvorteil und können sich die Asse herauspicken. Dem entsprechend ist auch die Menge der abgelehnten Interessentinnen groß.
    Ist ein Verein, der mit ausgesiebten Nachwuchskräften ganz oben in der Meisterschaft mitmischt und dem Großteil der interessierten Mädchen empfiehlt sich doch anderweitig zu bemühen, ein Ausbildungsverein?

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  • labersack sagt:

    @all

    Erhöht die Verwendung eines Smilies hinter jedem Satz den Wahrheitsgehalt des Beitrags?

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  • enthusio sagt:

    @holly:

    Walkling hat zumindest beim Hallenpokal in Magdeburg mitgespielt, ist also nicht in der Versenkung verschwunden.

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  • holly sagt:

    @ enthusio, letzte Saison ist sie fast immer in der BL als erste eingewechselt worden. Diese Saison ist es mir bisher noch nicht so aufgefallen. Der Kader der Bayern Girls hat sich aber auch enorm verbessert.

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  • Detlef sagt:

    @labersack,
    Du hast hier auch schon mal bessere Beiträge gelabert!!! 😉

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  • labersack sagt:

    @Detlef

    Einverstanden, aber den Smilie hättest du dir sparen können.

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