Nadine Keßler Weltfußballerin, Ralf Kellermann Welttrainer

Von am 12. Januar 2015 – 20.15 Uhr 49 Kommentare

Grandioser Erfolg für den VfL Wolfsburg: Mittelfeldspielerin Nadine Keßler ist bei der Ballon-d’Or-Zeremonie in Zürich zur FIFA-Weltfußballerin des Jahres 2014 gekürt worden. Trainer Ralf Kellermann machte den Wolfsburger Erfolg als Welttrainer des Jahres perfekt.

Keßler setzte sich mit 17,52 Prozent aller Stimmen gegen die fünffache Weltfußballerin Marta (14,16 Prozent) und Abby Wambach (13,33 Prozent) durch.

Keßler: „Das Herz schlägt bis zum Hals“
Eine ergriffene Keßler meinte: „Mir schlägt das Herz bis zum Hals, das hätte das nie in Erwägung gezogen. Ich möchte Danke sagen, an meinen Club, meinen Trainer und meine Teamkameradinnen. Ohne die tägliche professionelle Arbeit wären alle Erfolge nicht möglich. Genauso wenig ohne meine Kolleginnen aus der Nationalmannschaft, der Bundestrainerin und die internationalen Spiele. Und auch die medizinische Abteilung möchte ich nicht vergessen, die hatten sehr viel mit mir zu tun. Das größte Dankeschön geht an meine Familie, die mich durch Höhen und Tiefen begleitet und meine Leidenschaft zu der ihren gemacht hat.“

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Weltfußballerin: So wurde gewählt

Kellermann gewinnt als erster Vereinstrainer
Ralf Kellermann erhielt bei der Wahl zum Welttrainer 17,06%  aller Stimmen und setzte sich damit gegen U20-Nationaltrainerin Maren Meinert (13,16 Prozent) und den japanischen Nationaltrainer Norio Sasaki (13,06 Prozent) durch. Kellermann, im vergangenen Jahr noch Zweiter hinter Bundestrainerin Silvia Neid, ist im fünften Jahr der Auszeichung der erste Vereinstrainer, der die begehrte Ehrung erhält.

Nadine Keßler

Erst Europas Fußballerin, nun Weltfußballerin: Nadine Keßler © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Kellermann: „Überragender Moment“
Ein sichtlich bewegter Kellermann erklärte: „Das ist ein überragender Moment. Ich bin ein bisschen nervös, mehr als wenn ich an der Linie stehe. An so einem Erfolg sind ganz viele Menschen beteiligt, das ist ein Gesamtwerk und eine Teamleistung.“

Stephanie Roche erzielt zweitschönsten Treffer des Jahres
Beim FIFA-Puskas-Preis für den schönsten Treffer des Jahres landete die Irin Stephanie Roche mit 33 Prozent der Stimmen auf Platz 2, nur knapp hinter Sieger James Rodriguez aus Kolumbien, der 42 Prozent der Stimmen auf sich vereinte.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

49 Kommentare »

  • ella sagt:

    Meiner Meinung nach waren die Entscheidungen dieses Jahr vergleichsweise echt nachvollziehbar und keineswegs merkwürdig, wie Ronaldo jedoch besser was als Neuer letztes Jahr ist mir unerklärlich

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  • Maskal69 sagt:

    Glückwunsch!! Die beiden haben es verdient!!

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  • kelly sagt:

    Ich freue mich sehr für Kessi!!!!!!!Bravo!die männerwahl(Millionäre)unter sich!interessiert mich nicht und diese seite ist womensoccer.für das andere habt ihr tausende foren und blogs.
    ist nadine schwanger?sah so aus oder ist das foto schlecht?

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  • Marcel sagt:

    Keiner hat es mehr verdient als Kessi; endlich mal die wohl verdiente Anerkennung bekommen.
    Noch dazu eine der meist unterschätzten Spielerinnen überhaupt sogar von der eigenen Nationaltrainerin,naja und dann wohl eigentlich auch nicht immerhin hat sie die Wahl ja gewonnen 🙂

    Aber wie auch immer Glückwunsch Kessi und komm bald auf den Platz wieder zurück.

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  • Tiberias sagt:

    Ehre, wem Ehre gebührt, und Gratulation an „Kessi“ und ihren Trainer! Man muss nicht unbedingt glühender VfL-Anhänger sein, um die Leistung der Grün-Weißen in der letzten Saison anzuerkennen. Die Konkurrenz war ja nicht gerade namenlos. Und – hoffentlich kommt „Kessi“ bald wieder auf den Fußballplatz zurück!

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  • Liza sagt:

    Gratulation an Nadine Kessler! Jetzt nur noch Daumen drücken für’s Comeback!

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  • Sonia sagt:

    Marta ist trotzdem individuell die beste Spielerin….

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  • Jennifer sagt:

    Du bist die beste, Kessi! Herzlichen Glückwunsch! Ein Wahnsinnsabend mit so viel Emotionen und so bewegenden Worten von dir. Werd bald gesund und komm bald wieder …

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  • never-rest sagt:

    Wer sagt`s denn, eine fachlich absolut überzeugende Wahl. Wichtiger wird Kessi aber sein, dass sie bald wieder schmerzfrei kicken und in diesem Sommer die N11 zum WM-Titel führen kann. Ich drücke beide Daumen.

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  • enthusio sagt:

    Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen … 🙂 .

    Meine ganz herzliche Gratulation an die weltbeste Spielerin 2014 und den weltbesten Trainer 2014 !!!

    Und was für beeindruckende und überzeugende Reden beide gehalten haben !

    Jetzt hab ich nur noch einen Wunsch: Kessi, werde schnell wieder gesund und komm bald wieder auf den Platz zurück !
    Deine Mannschaften (Wolfsburg und die Natio) brauchen Dich so sehr !

    Herzlichen Glückwunsch aber auch an Maren Meinert, auch sie hat diese Auszeichnung absolut verdient.

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  • GG sagt:

    Auch ich finde, verdiente Auszeichnung für das z.Zt. Maß im Frauenfußball.
    Wobei, Ralf Kellermann profitiert in erster Linie von dem unglaublichen TEAM-Spirit seiner Wölfinnen; ist jedoch andererseits Derjenige, der mit den Transfers sowie den Aufstellungen und Wechseln eine hohe Verantwortung für den mannschaftlichen Erfolg trägt.
    Und Kessi: Ich denke jeder, der sie auf dem Platz, aber auch abseits dessen erleben konnte, wird ihre Führungsqualitäten gespürt haben. Besonders die Begegnungen in Barcelona – ob auf der Ramblas im Kreise der allermeisten Mitspielerinnen, nach dem Spiel am Mannschaftsbus oder später am Abflug-Gate – haben sich mir nachhaltig eingeprägt. Die angesprochene Marta mag am Ball „besser“ sein – hat es im UWCL-Finale in Lissabon und trotz 2er eigener Tore jedoch auch nicht vermocht, dem fast schon urgewaltigen Willen der Wölfinnen – und in vorderster Front Kessi – standzuhalten. Auch insoweit die m.E. gerechtfertigte Auszeichnung.

    Und was kommt? Am kommenden Samstag wird es spannend sein zu sehen, welche Hype – insbesondere vom DFB – um Kessi und (bedingt) Ralf Kellermann in Magdeburg betrieben wird. Und dann das behutsame Comeback von Kessi mit dem WM-Titel am 06.07. diesen Jahres. Meine letzten Zweifel sind zerstoben angesichts der kleinen Diskussion von Abby Wambach, Marta und Kessi heute auf der Bühne in Zürich zu der Frage von Kate Abdo, wer denn wohl Weltmeister werden würde. Die Aussage von Kessi, sie würde auch gerne im Endspiel stehen hat mich frappierend an die Bemerkung von Lina Magull bei Rückgabe des UWCL-Pokals im Vorfeld des Finals in Lissabon erinnert: „Den gebe ich jetzt aber sehr ungern ab“. Was dann folgte …(s.o.)

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  • Jens sagt:

    Klugscheißmodus an:

    Bitte einheitlich: korrekt ist Dezmialkomma, falsch ist Dezimalpunkt.

    Klugscheimodus aus.

    Richtige Wahl in beiden Fällen, bei den Herren nicht.
    Wie sich Ronaldo auf der Bühne verhalten hat, total lächerlich.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Jens: Danke für die Korrektur. Wie bei den Herren gewählt wurde oder sich Ronaldo verhalten hat, dürfte auf einer Frauenfußball-Website recht unerheblich sein. 😉

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  • Dr. Mabuse sagt:

    Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Kessler nur ganz knapp vor Marta gewonnen. Der Umstand, dass Frau Neid nicht für Kessler gestimmt hat, hätte ihr somit beinahe den Titel gekostet.

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  • gerd karl sagt:

    ach, dr mabuse, kessler hatte 4 % vorsprung
    trauriger ist das so viele abby wambach gewählt haben, die hat 2013 und 2014 nun wirklich nichts aber auch garnichts gerissen.

    und marta ist eine spitzen fussballerin, zugegeben, und wenn sie noch ihre fallsucht in den griff bekommt dann wird sie eine ganz grosse ohne einen einzigen grossen titel.
    ja und den cl sieg 2004 habe ich nicht vergessen, was schon ganz ganz lange vorbei ist.

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  • helena sagt:

    @Markus Juchem: Nicht unerheblich dürfte aber sein, wie die deutsche Berichterstattung ablief. In den ersten Nachrichten (Öffentliche), die ich sah, wurde Nadine Keßler grade mal noch so erwähnt und dann wieder auf Neuer geschwenkt, bei der zweiten Berichterstattung (ntv) war sie zwar mit dabei, danach gab es eine kurze „Diskussion“ mit einem unerheblichen Experten, da kamen weder R. Kellermann noch N. Keßler vor, wichtiger war, warum Ronaldo und nicht Neuer gewählt wurde. Das ist wirklich schade und eine Schande für die deutschen Journalisten. 3 von 4 Titel gingen an deutsche Sportler, ich finde, da darf man auch mal über diese sprechen und nicht über den, der es nicht wurde…

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  • hanno sagt:

    @ Dr. Mabuse:
    kann man das irgendwo nachlesen, wer für wen gestimmt hat?

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  • labersack sagt:

    Marta und Wambach können Spiele entscheiden, Kessler führt eine Mannschaft zum Sieg.

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  • Markus Juchem sagt:

    @hanno: Ja kann man, wenn man den Text hier liest und auf die beiden Links klickt. 😀

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  • Schenschschtina Futbolista sagt:

    Für mich hätte Kessi neben dem Titel der Weltfussballerin 2014 noch einen extra Bonus bekommen sollen, nämlich den für die herausragend beste, frei vorgetragene Dankesrede von aller Geehrten, wo sie selbst ihren Trainer um Längen schlägt!
    Kessi ist einfach in jeder Beziehung unglaublich, und ich gebe zu, dass selbst mir als Mann Tränen in den Augen standen, so glücklich und stolz bin ich einfach auf diese junge und intelligente Frau von der ich sehr hoffe, sie kann ihren Traum weiterträumen!

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  • gerd karl sagt:

    helena, es haben über nadine kessler und ralf kellermanns gewinn berichtet, ard, zdf, ndr, eurosport, sport1, bild, spiegel, focus, morgenpost und noch viele andere deutsche medien.
    im ausland, equalizersoccer.com, foxsoccer, espn und viele andere.

    bitte erst informieren und dann posten.

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  • helena sagt:

    gerd karl: Wie schon geschrieben: „die ich gesehen habe“! Ich hänge zugegebenermaßen nicht 24 Stunden am Fernseher und schaue mir sämtliche Medien an, die man rund um den Globus empfangen kann wie Sie es offenbar machen! Und in den Berichten, die ich gesehen habe und die relativ kurz nach der Bekanntgabe herauskamen, war es wie geschildert. Und ich schrieb von der deutschen Presse! Schauen Sie sich Webseiten wie Yahoo, t-online oder web.de an, dort werden Sie 5 bis 10 Artikel zu Neuer und Ronaldo finden, warum wieso und weshalb und genau wie viele zu Keßler und Kellermann? Selbst Jogi Löw fällt dabei hinten runter! Also, erst denken, dann schreiben!

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  • jochen-or sagt:

    Gratulation an Kessi!
    Schon als sie im ersten Jahr bei Turbine war, schrieb ich mal jemandem, dass diese Spielerin mal eine ganz Große wird.

    Es freut mich, dass sich dies bestätigt hat.
    Zugegebenermaßen: Ich habe dies dann auch mal für die damals 17-jährige Luise Wensing angekündigt.

    Jedenfalls hat Kessi sich auch zu einer echten Persönlichkeit entwickelt, die einer Mannschaft auch psychologishen Rückhalt gibt – sicherlich weit mehr als eine Julia Simic, die sie sicherlich nicht vollwertig ersetzen kann, sollte Kessi dauerhaft ausfallen oder den Verein wechseln.

    Aber auch um objektiv zu bleiben und bei aller Aversion gegen Schauspielerei: Wer Marta so oft live gesehen hat – u.a. auch in Lissabon, wo sie das Finale fast allein entschieden hätte -, muss eingestehen, dass sie auch heute noch – und trotz der Niederlage im CL-Finale 2014 – weiterhin über allen anderen steht.

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  • gerd karl sagt:

    jochen-or, wenn marta über allem steht, warum hat sie im finale von lissabon nach 56 minuten das fussballspielen eingestellt.

    lena gössling und vorallen dingen nadine kessler haben ab der 56 minute das spiel an sichgezogen und gewonnen.

    und deshalb hat nadine kessler verdient gewonnen und ist world player of the year 2014.

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  • Schenschschtina Futbolista sagt:

    Liest sich eigentlich ganz gut der SZ-Artikel! Einzig der Vergleich, Kessi wäre eine Art Mischung aus Schweinsteiger und Kroos stößt mir etwas negativ auf!
    Erstmal der Vergleich zum MF und dann habe beide Genannten nicht dieses kessi-typische, technisch hochveranlagte Spiel inkl. der unnachahmlichen Dribblings – in der Relation steht sie für mich über ihnen und zwar deutlich. 🙂

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  • Jan sagt:

    Nous sommes Nadine

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  • GG sagt:

    Kleine Randbemerkung aus meiner Durchsicht der Listen mit den einzelnen Abstimmungsergebnissen:

    Silvia Neid: Top-Punktzahl (5 Pkte.) für Nadine Angerer und Maren Meinert; für Kessi und Ralf Kellermann jeweils Rang 2 (=3 Pkte.).
    Nadine Angerer: 1. Rang für Vero Boquete und Maren Meinert; analog zu SN Punktevergabe für Kessi und Ralf Kellermann.

    Und demgegenüber (a) Caroline Seger -Kapitänin der schwedischen N11- wie auch (b) Line Roddik Hansen -dänische N11-: Beide geben die maximale Punktzahl an Kessi und Ralf Kellermann. Zumal, Beide haben Mitte 2014 als Aktive von Tyresö FF das UWCL-Finale gegen den VfL Wolfsburg verloren – und waren seinerzeit Mannschaftskameradinnen von Marta.

    Bemerkenswert …

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  • pinkpanther sagt:

    Hab mir grade nochmal das Interview mit Nadine Kessler auf fifa.com angeschaut (http://www.fifa.com/ballon-dor/news/y=2015/m=1/news=kessler-playing-at-a-world-cup-is-my-dream-2506205.html) und da schwang schon fast so etwas wie Wehmut mit als sie auf die kommende WM angesprochen wurde und dass natürlich ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen würde …
    Da möchte man doch einfach nur Mut machen: Kessi, du hast für deine bisherigen Leistungen den verdienten Lohn als Weltfußballerin erhalten und du schaffst das, wieder auf die Beine zu kommen und Deutschland zum dritten WM-Titel zu führen!!!
    Toitoitoi …

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  • FFFan sagt:

    @ GG:

    Es ist eine freie Wahl. ‚Natze‘ hat im Jahr 2014 sowohl mit Vero Boquete (bei Portland Thorns) als auch mit Nadine Keßler (in der Nationalmannschaft) zusammengespielt und kann dementsprechend die Leistungen beider Spielerinnen einschätzen. Wenn die Spanierin sie dabei am meisten beeindruckt hat, ist es völlig legitim, sich bei der Wahl für sie zu entscheiden.

    Vgl. zur ganzen Thematik auch den Kommentar von Eurosport-Redakteur M.Wollny:

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  • Schenschschtina Futbolista sagt:

    @FFFan
    Gut und schön soweit, bloss eine Natze weiß ganz genau, dass Boquete zwar auch in die Kategorie „Ausnahmespielerin“ gehört, aber dennoch sind Titel und sportliche Meriten ausschlaggebend bzw. sollten es eigentlich sein, und eben nicht vorrangig irgendwelche Ex-Teamverbandelungen.
    Rein vom Sportlichen her betrachtet, muss sich auch eine BT eine falsche Reihenfolge vorwerfen lassen. Zum Glück blieben Negativauswirkungen, dank anderer internationaler Koryphäen, aus.

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  • tanne sagt:

    Nadine Kessler hat nur wegen der Stimmen der 90 Medienvertreter gewonnen !! Hier hat sie mit 30,74 % ein deutlich besseres Ergebnis als Marta (10,99 %) und Abby Wambach (7,41 %) erzielt.

    Nach den Stimmen der 146 Nationalkapitäninnen wäre Nadine Kessler nur 4. geworden (9,89 %), Davor hätten Marta (18,95 %), Abby Wambach (16,74 %) und Aya Miyama (13,51 %) gelegen.

    Nach den Stimmen der 148 Nationaltrainer wäre Nadine Kessler sogar nur 5. geworden (11,94 %), Davor hätten Abby Wambach (15,74 %), Nadine Angerer (12,91 %), Marta (12,54 %) und Aya Miyama (10,88 %) gelegen.

    Die kleinste Gruppe der Medienvertreter hat also den Ausschlag gegeben.

    Wenn nicht nach Gruppenparität gewählt worden wäre, sondern jede Stimme gleich viel gezählt hätte, hätte Nadien Kessler trotzdem gewonnen, allerdings anstatt mit 3,36 % nur mit 0,96 % Vorsprung.

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  • FFFan sagt:

    @ S.F.:
    „… aber dennoch sind Titel und sportliche Meriten ausschlaggebend bzw. sollten es eigentlich sein…“

    Wenn ausschließlich objektive Kriterien wie „Titel“ und „sportliche Meriten“ zählen sollen, braucht man keine Wahl durchführen, sondern kann die Auszeichnung anhand der Auswertung von Statistiken vornehmen. So macht es beispielsweise die International Federation of Football History & Statistics (IFFHS) schon seit vielen Jahren. Da kommen dann Ergebnisse heraus wie z.B. Almuth Schult als Welttorhüterin, was auch wieder nicht jedem gefällt…

    Wo aber gewählt wird, regiert die Subjektivität! Deshalb kann man auch der Bundestrainerin keine „falsche Reihenfolge“ vorwerfen, denn es gibt hier kein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Doch, FFFan, wer bei der Wahl nicht vordergründig im eigenen Lager/Team „wildert“, wenn dort eine potenzielle Titelträgerin dazugehört, muss sich diese Einschätzung gefallen lassen!
    Gleiches gilt für Natze, andernfalls könnte man pauschal formulieren, dass da Zwischenmenschliches eher für Boquete spricht, was mir persönlich zu denken gäbe.
    Glaubst Du etwa, Kellermann hätte sich die Blöße gegeben, den Fauxpas geleistet, eben für keine Spielerinnen aus seinem Team zu voten?
    Deine Einwürfe zu Objektivität und Subjektivität machen es deutlich, denn auch sie prägen bereits sehr deutlich Deine Kommentierungen in diesem Portal! 🙂

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  • enthusio sagt:

    Nadine Keßler tritt am kommenden Samstag ab 23.00 Uhr im „Aktuellen Sportstudio“ auf. Hoffentlich ist sie trotzdem vorher noch beim Hallenpokal in Magdeburg anwesend.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    …wenn ihr das ZDF einen Hubschrauber stellt, ja, ansonsten eher nicht, enthusio. 😉

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  • cuesco sagt:

    @ tanne: Was ist mit „Gruppenparität“ vs. „jede Stimme zählt gleich viel“ gemeint? Jede(r) Stimmberechtigte hatte 3 Stimmen, die mit 5, 3 und 1 Punkt(en) gewertet wurden. Der knappere Vorsprung von 0,96 % ergibt sich vermutlich, wenn die Gewichtung wegfällt? Interessantes Ergebnis – und eine verdienstvolle Fleißarbeit. Ich wollte auch gerne wissen,
    wie das Stimmverhalten im Einzelnen war, habe meine Analyse aber abgebrochen, nachdem ich festgestellt habe, dass die Spielführerinnen überwiegend Marta und Abby Wambach auf Platz eins setzten, und geschlussfolgert, dass letztlich die Medienvertreter den Ausschlag gaben, was ja nun bestätigt wurde. Und damit ->

    @ FFFan, SF: Beide Argumentationen haben ja etwas für sich: das freie Urteil wie auch die Loyalität haben ihren Wert. Irgendwo tauchte die Frage auf, was denn Journalist(inn)en bei dieser Wahl zu suchen hätten. Meines Wissens waren sie nicht immer schon beteiligt. Möglicherweise sind sie es genau deshalb, weil Captains und Coaches viele Rücksichten zu beachten haben und viele von ihnen auch gar nicht den eigentlich erforderlichen Überblick über das weltweite Geschehen haben. NKs Sieg belegt evtl. diese These.

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  • cuesco sagt:

    @ tanne: Habe mir Deine Zahlen nochmal angeschaut und zu meiner Überraschung festgestellt, dass die aufaddierten Prozentsätze für Nadine Kessler und Marta, jeweils durch 3 geteilt, tatsächlich das publizierte Ergebnis bilden. Bei Wambach komme ich auf ein anderes Ergebnis, aber egal: Da die Zahl der Medienvertreter deutlich kleiner ist, wurden offenbar deren Stimmen tatsächlich deutlich übergewichtet. Mir zumindest war das nicht bekannt, und ich finde es auch, vorsichtig gesagt, etwas seltsam. Da scheint der von Dir errechnete knappe Vorsprung von 0,96 % doch erheblich aussagefähiger zu sein. Schön dass man wenigstens nicht von einer nennenswerten Ergebnisverzerrung sprechen muss.

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  • FFFan sagt:

    @ cuesco:
    “ Irgendwo tauchte die Frage auf, was denn Journalist(inn)en bei dieser Wahl zu suchen hätten. Meines Wissens waren sie nicht immer schon beteiligt.“

    Richtig, bis einschließlich 2009 waren nur die Trainer und Kapitäne der Nationalmannschaften stimmberechtigt. Das änderte sich 2010, als die Auszeichnung „FIFA Weltfußballer des Jahres“ mit dem „Ballon d’Or“ zusammengelegt wurde, der bis dahin von der Zeitschrift ‚France Football‘ in einer reinen Journalistenwahl vergeben wurde. Dadurch kam es zum jetzt praktizierten ‚gemischten‘ Verfahren, das dann auch auf die Wahl zur Weltfußballerin des Jahres angewendet wurde, obwohl es keine weibliche Entsprechung zum „Ballon d’Or“ gegeben hatte!

    Ich denke auch, dass von Journalisten am ehesten ein unabhängiges Urteil zu erwarten sein müsste, eben weil sie weniger Rücksicht auf Loyalität zu Teamkollegen etc. nehmen müssen. Trotzdem ist auch hier teilweise eine ‚patriotische‘ Stimmabgabe zu beobachten…

    Dass Nadine Keßler ihren Sieg vor allem den Stimmen aus dem Lager der Medienvertreter zu verdanken hat, stellt jedenfalls keinen Makel dar!

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  • cuesco sagt:

    @FFFan: Genau. Die Medienvertreter sind natürlich auch entsprechenden Einflüssen und Stimmungen ausgesetzt, müssen aber nicht mit einem derartigen Theater rechnen wie aktuell Lewandowski; zum Glück behält wenigstens der Betroffene (Manuel Neuer) klaren Kopf. In den 70er Jahren wurde das Abstimmungsverhalten der Journalisten zum Ballon d’Or bereits veröffentlicht. Jeder konnte, wenn ich mich recht entsinne, 5 Plätze vergeben.
    Ein portugiesischer Journalist hat kein einziges Mal Beckenbauer auch nur auf Platz 5 gesetzt, geschweige denn noch besser. Irgendwas hatte er halt gegen ihn. Musste er sich dafür rechtfertigen, oder gar anders abstimmen? Natürlich nicht.

    Gerade weil die Medienvertreter also relativ objektiver abstimmen können, ist ihre Beteiligung sinnvoll, und dass Nadine Kessler ihren Sieg diesem Umstand verdankt, stellt in der Tat keinen Makel dar. Nur die sonderbare gruppenweise Gewichtung ist zu kritisieren. Ohne diese hat – die Berechnung von tanne zugrunde gelegt – NK 538 Punkte = 15,57 %. Marta hat 505 Punkte = 14,61 %. Abby Wambach: 489 Punkte = 14,15 %. Ein knapperes, aber immer noch deutliches Ergebnis, zu dem man nur gratulieren kann.

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  • tanne sagt:

    cuesco sagt: „Bei Wambach komme ich auf ein anderes Ergebnis“

    16,74 + 15,84 (15,74 war Schreibfehler) + 7,41 = 39,99 / 3 = 13,33, und das ist das publizierte Ergebnis.

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  • cuesco sagt:

    @ tanne: Ok, das ergibt dann eine geringfügige Korrektur der Zahlen von Wambach in meinem vorigen Post: 491 Punkte = 14,21 %.

    Nimmt man die Gewichtung weg, verändern sich die Prozentpunkte wie folgt:

    NK 17,52 -> 15,57
    Marta 14,16 -> 14,61
    AW 13,33 -> 14,21.

    Diese meines Wissens nie kommunizierte Gewichtung scheint mir übrigens symptomatisch für die strukturelle Intransparenz im Vorgehen der FIFA zu sein, selbst da, wo sie gerade im Gegenteil den Eindruck von Transparenz erzeugen zu wollen vorgibt.
    Der vieldiskutierte Loyalitätsdruck – der z.B. Löw im Vorjahr zur Stimmenthaltung veranlasste – wurde ja gerne als Preis einer Transparenz bezeichnet, für die die FIFA ansonsten nicht gerade berühmt ist. Wenn man sich dann das veröffentlichte Zahlenmaterial anschaut, muss man ja bewundern, dass jemand wie tanne sich die Mühe macht, aus diesem unübersichtlichen Wust die Ergebnisfindung nachzuvollziehen. Um dann auf einen Mechanismus zu stoßen, der gleichermaßen unbekannt wie fragwürdig ist.

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  • tanne sagt:

    cuesco sagt: „Diese meines Wissens nie kommunizierte Gewichtung“

    siehe hier:

    http://resources.fifa.com/mm/document/ballon-dor/playeroftheyear-men/02/46/27/12/rulesofallocation2014-de_german.pdf

    Art. 4 Die Gewinner der Auszeichnungen werden von einer internationalen Jury gewählt, der die amtierenden Trainer/Trainerinnen und amtierenden Spielführer/Spielführerinnen der Nationalteams sowie Fachjournalisten (pro Land maximal je ein Journalist für die Männer- und die Frauenauszeichnungen) angehören. Die Stimmen jeder dieser drei Gruppen haben das gleiche Gewicht (d. h., die Stimmen der amtierenden Trainer/Trainerinnen, Spielführer/Spielführerinnen und Fachjournalisten zählen zu je einem Drittel ungeachtet der Anzahl Personen, die in jeder Kategorie effektiv abstimmen). …

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  • cuesco sagt:

    @ tanne: Respekt! Du schürfst tiefer. Ich gebe zu, mich mit dem Kleingedruckten nicht befasst zu haben. Mir reichte es bisher, was etwa die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Printausgabe mitteilte. In der hinreichend ausführlichen Vorberichterstattung – auch zum Procedere – war nie hiervon die Rede. Ich bezweifle auch stark, dass irgendeiner der vielen Journalisten, die vor oder nach dem 12.1. sich mit dem Thema befassten, diesen Paragraphen kannten. Aber jetzt sind wir – oder bin jedenfalls ich – schlauer. Danke für den Hinweis!

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  • dummkopf sagt:

    Danke Tanne, für die fast schon wissenschaftlichen Abhandlungen.
    Damit haben wir nun also den so lange gesuchten eindeutig belegten Beweis:
    Da die Medienvertreter im Gegensatz zu den Trainern unsere Kessi gewählt haben, blicken sie insgesamt also besser durch als die Trainer, keine Frage.
    Nach dem grundlegenden Dreisatz unseres heiss-geliebten Alt-Mathematikers Schröderogas zu Turbinopolis gibt es hierfür nun nur eine eineindeutige Problemlösung. Der dfb müsste sofort aktiv werden, und diese einzig logische Schlussfolgerung umsetzen:
    Unser guter Hr. Juchem hier muss sofort die N11 übernehmen, und Fr Neid als Medienexpertin für die ARD berichten.
    Damit stünde dann auch theoretisch dem WM-Titel doch nichts mehr im Weg!

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  • cuesco sagt:

    @ dummkopf: Theoretisch nicht; praktisch vielleicht schon, wenn ich etwa an die Hartleibigkeit der FIFA beim Thema Kunstrasen denke. Vor der Preisverleihung hatten sich ja die drei Kandidatinnen mit Jerome Valcke getroffen, um vielleicht einen Kompromiss auszuhandeln. Da sind sie bei der FIFA aber an der falschen Adresse. Diese stellt sich auf den Formalstandpunkt, dass die Spielerinnen schließlich eine Vereinbarung unterschrieben haben, die der FIFA das alleinige Entscheidungsrecht für alle derartigen Fragen garantiert. Aus diesem Grund lehnt sie es auch ab, die vom Gericht, das die Spielerinnen angerufen haben, angeforderte Stellungnahme abzugeben. Hoffen wir mal für Nadine Kessler, dass die bei Kunstrasen erhöhte Verletzungsgefahr ihr – sofern sie rechtzeitig fit ist – keinen Strich durch die Rechnung macht.

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  • Mosan sagt:

    Freut mich, dass Kessler es geschafft hat. Meine Liste abseits des Popularitätsfaktors sieht anders aus.

    1. Nadine Kessler – Algarve Cup Sieg, Champions League Siegerin, Bundesliga Meisterschaft, Bundesliga MVP

    2. Kim Little – War verdientermaßen NWSL MVP und hat Schottland beinahe eigenhändig zur WM geschossen.

    3. Lauren Holiday – Kapitänin des NWSL Siegers und dominante Saison mit Verein wie Natio.

    Danach Vero Boquete und Gaetane Thiney.

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