So lief die Saison bisher: SC Sand

Von am 28. Dezember 2014 – 12.40 Uhr

Im dritten Teil unseres Rückblicks auf den bisherigen Saisonverlauf der zwölf Teams in der Allianz Frauen-Bundesliga blicken wir auf Aufsteiger SC Sand, der trotz aller Ambition sich im Abstiegskampf wiederfindet und für den ersten Trainerwechsel der Saison sorgte.

In der vergangenen Saison spazierte der SC Sand durch die 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd, wie ein Messer durch warme Butter. Und auch im DFB-Pokal hinterließ man mit den Erfolgen gegen den damaligen FCR 2001 Duisburg und den FF USV Jena sowie dem knappen Halbfinal-Aus gegen den 1. FFC Frankfurt einen positiven Eindruck.

Hohe Ziele
Dank dieser Erfolge und eines international besetzten Kaders groß war die Hoffnung vor Saisonbeginn groß, in der Saison 2014/15 als Neuling in der Eliteliga eine bessere Rolle spielen zu können, als die meisten Aufsteiger in der Vergangenheit. Doch insgesamt gelang es dem Team zu selten, sein volles Potenzial zur Entfaltung zu bringen.

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Teamfoto des SC Sand

Der SC Sand erfüllte in der Hinrunde die Erwartungen nicht gänzlich © Karsten Lauer / girlsplay.de

Guter Saisonstart
Mit einem 1:1-Remis gegen den FF USV Jena und dem 3:1-Sieg beim Herforder SV erwischte die Elf aus der Ortenau einen nahezu perfekten Saisonstart. Doch schon am dritten Spieltag zogen erste dunkle Wolken auf, beim 0:1 gegen die SGS Essen kassierte das Team von Trainer Niko Koutroubis die erste Heimniederlage seit November 2012. Der unglückliche Gegentreffer durch eine Standardsituation zwei Minuten vor Spielende hinterließ Spuren. Es folgten fünf Niederlagen in Folge.

Licht und Schatten
Der Knoten vor heimischem Publikum platzte dann beim 4:1-Sieg gegen den MSV Duisburg, dem ersten Heimsieg der Saison. Doch drei Wochen später gab es im Kühnmatt-Stadion eine der bittersten Saisonniederlagen, denn trotz über einstündiger personeller Überzahl setzte es eine 1:2-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen.

Management zieht Reißleine
„Ich dachte in der zweiten Halbzeit, dass Leverkusen mit zwei Spielern mehr auf dem Feld steht“, verteilte Koutroubis seiner Elf eine öffentliche Ohrfeige. Und als dann auch noch das folgende Auswärtsspiel beim FF USV Jena mit 1:3 verloren ging, sah sich das Sander Management zum Handeln gezwungen.

Mallori Lofton-Malachi

Mallori Lofton-Malachi sorgte für Unruhe hinter den Kulissen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

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Koutroubis muss gehen
„Der Trainer ist immer das schwächste Glied, aber wir mussten vor dem wichtigen Spiel gegen den Herforder SV ein Zeichen setzen. Die Mannschaft hat mehr Potenzial. Es wird nur nicht abgerufen“, so Manager Gerald Jungmann. Hinzu kamen Unstimmigkeiten im Hintergrund. So beschwerte sich Torhüterin Mallori Lofton-Malachi nach ihrer in Jena erlittenen Kopfverletzung öffentlich über mangelnde Unterstützung seitens des Vereins und verspottete zudem den entlassenen Trainer Koutroubis.

Guter Einstand von Kahlert
Als Feuerwehrmann wurde der ehemalige MSV-Duisburg-Trainer Sven Kahlert verpflichtet, der beim 4:2-Heimsieg gegen den Herforder SV einen gelungenen Einstand feierte und somit vorerst den zehnten Tabellenplatz absicherte. Zudem gelang ihm mit seinem Team im DFB-Pokal-Viertelfinale beim VfL Wolfsburg ein Achtungserfolg, als man den Meister und Champions-League-Sieger in der Verlängerung zwang und sich erst durch einen späten Treffer von Martina Müller in der 118. Minute mit 1:2 geschlagen geben musste.

Im neuen Jahr häufiger an die Grenzen gehen
„Wenn man bereit ist, an seine Grenzen zu gehen und sich an die Vorgaben zu halten, ist einiges machbar“, so Kahlert, der mit seinem Team im neuen Jahr für die eine oder andere Überraschung sorgen könnte. Die Unterstützung der Fans ist dem SC Sand gewiss. Im Schnitt kamen 635 Zuschauer zu den bisherigen sieben Heimspielen und in der Rückrunde warten noch Zuschauermagneten wie der FC Bayern München, der 1. FFC Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

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