DFB-Pokal: Frankfurt gelingt Revanche, Freiburg gewinnt Krimi

Von am 21. Dezember 2014 – 16.57 Uhr 16 Kommentare

Nach dem VfL Wolfsburg und dem 1. FFC Turbine Potsdam haben der 1. FFC Frankfurt und der SC Freiburg das Halbfinale im DFB-Pokal komplettiert. Dabei gelang den Frankfurterinnen gegen Bayern München zwei Wochen nach der Bundesliga-Niederlage die Revanche, der SC Freiburg dreht gegen Zweitligist FSV Gütersloh einen 0:3-Rückstand.

Der 1. FFC Frankfurt gewann vor 1 610 Zuschauern im Stadion am Brentanobad gegen den FC Bayern München mit 3:1 (1:0).

Garefrekes trifft doppelt
Verónica Boquete brachte die Frankfurterinnen kurz vor der Pause in Führung (45.), Kerstin Garefrekes machte mit zwei Treffern den Erfolg perfekt (47. 65.), Melanie Leupolz gelang nur noch der Ehrentreffer (80.). Damit revanchierten sich die Frankfurterinnen für die 1:2-Niederlage an gleicher Stelle zwei Wochen zuvor.

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Sasic wieder fit
Anders als damals konnte Frankfurts Trainer Colin Bell diesmal auf die nach einem Muskelfaserriss wiedergenesene Célia Sasic bauen, Verónica Boquete konnte von Beginn an spielen. Simone Laudehr kam erneut im Mittelfeld zum Einsatz, Marith Prießen ergänzte die Abwehrreihe. In der ersten Halbzeit agierte der 1. FFC Frankfurt deutlich besser als noch zwei Wochen zuvor.

Boquete trifft
Sasic (14., 42.) und Dzsenifer Marozsán (37.) ließen aber gute Gelegenheiten aus, auch weil die nach Schulterverletzung ins Bayern-Tor zurückgekehrte Tinja-Riikka Korpela stark agierte. Bayern kam einem Treffer nur einmal nah, als Nora Holstad an die Latte köpfte (36.). Nach feinem Pass von Garefrekes brachte Boquete die Frankfurterinnen in Führung (45.).

Frankfurts Torschützin Verónica Boquete (re.) im Duell mit Vicky Schnaderbeck

Frankfurts Torschützin Verónica Boquete (re.) im Duell mit Vicky Schnaderbeck foto2press / Markus Römer

Ehrentreffer durch Leupolz
Garefrekes selbst war es dann, die kurz nach Wiederanpfiff mit einem Heber die Führung ausbaute (47.) und dann nach Freistoß von Marozsán ein weiteres Mal per Kopf erfolgreich war (65.). Damit war die Vorentscheidung gefallen, auch wenn sich die Bayern nie aufgaben und Melanie Leupolz mit einem platzierten Schrägschuss noch der Anschlusstreffer gelang (80.).

Bell: „Haben Leidenschaft gezeigt“
„Ich freue mich unheimlich, dass wir gewonnen haben“, so Frankfurts Trainer Colin Bell. „Wir haben Leidenschaft gezeigt und natürlich war der Erfolg wichtig. Wir sind noch in drei Wettbewerben und wollen hier etwas aufbauen. In der Rückrunde müssen wir gegen Potsdam und Wolfsburg gewinnen.“

Wörle: „Zu viel Fehler“
Bayern-Trainer Thomas Wörle meinte: „Wir haben heute nicht unsere beste Leistung gezeigt. Wir haben zu viele Fehler in der Defensive gemacht und hatten zu wenig Bewegung im Spiel. Die ersten beiden Tore sind zu einem ungünstigen Zeitpunkt gefallen. Aber Frankfurt hat verdient gewonnen.“

Freiburg verhindert Pokal-K.o.
Zur Pause sah es in der Partie zwischen Erstligist SC Freiburg und dem FSV Gütersloh noch nach einer Überraschung aus, denn der Zweitligist führte mit 3:0. Doch die Gastgeberinnen retteten sich in die Verlängerung und gewannen am Ende mit 7:3 (3:3, 0:0) n. V.

Gütersloh verspielt Drei-Tore-Vorsprung
Nach den Treffern von Shpresa Aradini (18.), Marie Pollmann (20.) und Nina Ehegötz (33.) durfte der Gast von der neuerlichen Pokal-Überraschung träumen. Doch in der zweiten Halbzeit gelang Juliane Maier mit zwei verwandelten Elfmetern (47., 59.) der schnelle Anschluss. Sylvia Arnolds Ausgleich sorgte für die Verlängerung (76.). Dort trafen dann Lena Petermann (101. 107.), Sandra Starke (118.) und Sarah Puntigam (120.). Der Gast musste ab der 106. Minute nach der Gelb-Roten Karte gegen Marie Pollmann in Unterzahl spielen.

Dank Systemumstellung zum Erfolg
Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: „In der ersten Halbzeit hat Gütersloh gezeigt, dass sie absolut dazu in der Lage sind, einen Bundesligisten aus dem Pokal zu schmeißen. Aber wir haben dann das System umgestellt auf das bewährte 4-4-2. Bedingt dadurch haben die Laufwege und Positionen wieder gepasst.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • dummkopf sagt:

    Warum schreibt den ganzen Tag niemand über dieses Spiel?

    Hat es den Münchnern nun die Sprache verschlagen, weil sie jetzt die Grossen zumindest im Pokal nicht mehr ärgern können?
    Hat es den Frankfurtern nun die Sprache verschlagen, weil sie erst einmal verarbeiten müssen, was sie da gesehen haben?

    Zumindest hat man doch nun in München ein wenig Zeit klarzustellen, dass es mittlerweile nicht mehr so eine gute Idee ist, näher an die „Grossen“ TP und den FFC heranzurücken. 😉

    Nicht das da jemand zu langsam umschaltet.

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  • dummkopf sagt:

    Da hat der SCF-Trainer ja mal wieder messerscharf die Schlagworte geschwungen. Abstände, Umschaltspiel und Agressivität hätte er noch bringen können.
    Die Frage taucht allerdings auf, warum man was für ein System da wohl in Hz1 gespielt hat?
    Vielleicht hat man dort heute ja eine sensationelle neue Erfindung gemacht:

    das Null-Abwehr System.

    Sofern das unter den Zuschauermassen keine akuten Kreislaufprobleme verursacht hat, könnte man es als genialen Spannungssteigerungseffekt patentieren lassen.

    Als i-Tüpfelchen wäre allerdings vielleicht noch möglich gewesen, kurz vor Schluss zwei Elfmeter zu verursachen und Benkarth beide halten zu lassen 😉

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  • Detlef sagt:

    Frankfurt ist völlig verdient ins Halbfinale eingezogen!!!
    Sie haben heute genau das gezeigt, was sie in den 3 Top-Spielen haben vermissen lassen!!!
    Einsatz und Kampfgeist, gepaart mit guten spielerischen Einlagen, so eine „Verwandlung“ hätte ich Mainhatten frühestens in der Rückrunde zugetraut!!! 😉
    So könnte Frankfurt doch noch einmal oben angreifen!!!

    München hat heute keine gute Leistung gezeigt, offensiv viel zu harmlos und einfallslos, und auch ihr vielgelobtes Abwehrbollwerk war heute löchrig wie ein schweizer Käse!!!
    Erst als es bereits schon zu spät war, bäumte sich die Wörle-Truppe noch einmal auf, und kam zu einigen gut durchdachten Aktionen!!!

    Was da heute in Freiburg passiert ist, hätte sich wohl kein Krimiautor der Welt ausdenken können!!! 🙂
    Eigentlich SCHADE für die Ostwestfälinnen, daß sie so einen klaren Vorsprung noch aus der Hand gegeben haben!!! 🙁
    Den Breisgauerinnen sollte diese Aufholjagd jetzt aber sehr viel Selbstvertrauen geben!!! 😉

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  • kelly sagt:

    war in koeln .nette Stimmung und zunächst hat Köln gut mitgehalten,dann aber zeigte Turbine die bessere Kondition und ihre torgefahr und Bremer machte den unterschied.simic wieder nur auf bank.
    einen tag später in Frankfurt auch gute Stimmung.hier hat Frankfurt als team funktioniert und Bayern immer unter druck gesetzt,konnten nicht ihr spiel machen.

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  • dummkopf sagt:

    schon wieder was gelernt.

    Die Erklärung (für einige zumindest) war wohl unzureichend:
    Wenn man selber ca. 30 Punkte hat, und die Top-Mannschaften ca. 40 Punkte (nur als Beispiel), dann empfiehlt es sich als Ziel auszugeben, näher an sie ran zu rücken.
    Wenn man allerdings selber bereits mehr Punkte hat als die anderen, wäre das unklug näher an sie ranrücken zu wollen, weil man aus dieser Position ja dazu dann absichtlich Punkte hergeben müsste.

    Scheint doch tatsächlich gar nicht so unwichtig, (und die Winterpause vielleicht ganz gut geeignet) dass nochmal jedem klar zu machen, der sich dieses Ziel vom Saisonstart vielleicht zu sehr eingeprägt hat.

    Es ist aber auch ein Kreuz mit den Abständen und dem Umschalten.
    😉

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  • never-rest sagt:

    Der 1FFC und Trainer Bell haben aus dem verlorenen Punktspiel die richtigen Schlüsse gezogen und heute absolut verdient BM aus dem Pokal gekickt. Wenn sie diese Power auch in der Rückrunde gegen die anderen Großen durchziehen können, reicht es ja vielleicht noch für den 2. Platz. Verstehe nicht, warum Prießen erst in den letzten Spielen ihre Chance bekommen hat. Sie hat ihre Sache sehr gut gemacht.

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  • balea sagt:

    Das kam für Frankfurt gerade noch zur rechten Zeit. Hätte es noch einmal so eine Leistung wie vor 2 Wochen gegeben – wer weiss, zu welchen Verwerfungen es dann in der Winterpause gekommen wäre.

    In jedem Fall ist die Rückrunde dadurch nochmal erheblich spannender geworden.

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  • Altfan sagt:

    Bell: In der Rückrunde müssen wir Potsdam und Wolfsburg schlagen … . Wovon träumt der denn nachts?!?

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  • FFFan sagt:

    Hier sind alle Tore des DFB-Pokal-Viertelfinales 2014/15 in einem Video zusammengefasst:

    http://tv.dfb.de/video/das-viertelfinale-alle-spiele-alle-tore/10151/

    Vor allem im Möslestadion gab es für die leider nur 220 anwesenden Zuschauer ein paar höchst spektakuläre bzw. kuriose Tore zu sehen…

    Überhaupt Freiburg-Gütersloh: 7-3 nach 0-3, das geht in die Pokalgeschichte ein!

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  • Herr Schulze sagt:

    @Altfan. Verstehe Ihren Kommentar nicht. Wolfsburg und Potsdam zu schlagen ist kein Traum, sondern Pflicht für den FFC, wenn er die Chance auf mindestens Platz 2 wahren will. Und allemal machbar, oder?

    @never-rest: Bell hat wohl augenscheinlich seine Scheuklappen abgelegt, wenn er es denn selbst getan hat. Seine Umstellungen, für die er sich jetzt feiern lässt, waren in diesem Forum von Beginn der Saison an ein Thema. Die Frage, wieso ihm Prießen (aber auch Bianca Schmidt!!) nicht für mehr als für Kurzeinsätze gut waren, bleibt sein Geheimnis. Laudehr, so begegnete er einem Reporter zu ihrer gesteigerten Effektivität im Mittelfeld, habe auch in der Viererkette gut gespielt.

    Interessant: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/sport/der-ffc-frankfurt-ist-raus-aus-dem-nebel-13335786.html

    Dass das selbstreflexiv ist – Raus aus dem Nebel – steht hinsichtlich seines doch recht pubertären Musikgeschmacks stark zu bezweifeln,

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  • Altfan sagt:

    Meine Güte, da hat Frankfurt mal für ein Spiel seine Lethargie abgelegt und schon „lichtet sich der Nebel“ und man sieht sich wieder als Stern am Fußballfirmament. Bleibt doch einfach mal sachlich, gesteht euch ein, dass Bayern an diesem Tage erschreckend schwach war und nur wenig Widerstand geleistet hat. Zwei der drei Tore waren erneut nur Standards und alles andere als heraus gespielt. Bei z.B. der Wolfsburger Abwehr dürfte das viel zu wenig sein, um zu gewinnen. Abgesehen davon, dass das Auslosungsglück nach den beiden Heimspielen gegen Wolfsburg (letzte Saison) und Bayern aufgebraucht sein sollte. Im Halbfinale sollte im Falle eines Auswärtsspieles in Potsdam oder gar Wolfsburg ein Ausscheiden aus dem Pokal-Wettbewerb vorprogrammiert sein. Und in der Meisterschaft ist der Zug längst abgefahren. Und ob das CL-Finale überhaupt erreicht wird, steht noch in den Sternen. Und spätestens dann wartet mit Wolfsburg eine unüberwindliche Hürde, denn da ist ein Team am Werk und nicht eine Horde von Individualisten. Also – eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ich zahle auch gerne 5 Euro ins Phrasenschwein.

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  • waiiy sagt:

    Hinten stehen Verteidigerinnen –> Sieg für Frankfurt. Es war eigentlich ganz einfach und von Vielen vorher gesagt. Frankfurt stand hinten sicher und München kam kaum zu Chancen. Gewinnerinnen des Spiels Schmidt, Prießen und Hendrich.

    Maroszan entwickelt sich zum entwickelt sich zum „Özil“ Frankfurts… 😉

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  • adipreissler sagt:

    Prima, dann wird Deutschland nächstes Jahr ja Weltmeister mit Marozsan.

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  • waiiy sagt:

    @adipreissler: 🙂

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  • dragonfly sagt:

    Wann ist eigentlich die Halbfinalauslosung?

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  • enthusio sagt:

    @dragonfly:

    Ich habe irgendwo gelesen, dass die Auslosung am 17.1. im Rahmen des Hallenpokals in Magdeburg stattfinden soll.

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