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DFB-Pokal: Knüller in Frankfurt, Potsdam gewarnt

Von am 19. Dezember 2014 – 16.53 Uhr 11 Kommentare

Am Wochenende stehen die Viertelfinalspiele im DFB-Pokal auf dem Programm. Dabei will der 1. FFC Frankfurt am Sonntag im Topspiel gegen den FC Bayern München den Beweis erbringen, auch gegen Spitzenteams gewinnen zu können. Bereits am Samstag sind der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Turbine Potsdam im Einsatz, der bei Pokalschreck 1. FC Köln antritt.

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Der VfL Wolfsburg eröffnet am Samstag ab 14 Uhr in seinem letzten Spiel im VfL-Stadion am Elsterweg die Viertelfinalpartien gegen den SC Sand. Dabei sind die Wolfsburgerinnen auch ohne die wegen Oberschenkelproblemen fehlende Alex Popp klarer Favorit, zumal dem Aufsteiger am Spieltag eine mehrstündige, um 6.30 Uhr beginnende Zugfahrt in den Knochen stecken wird, die der sportlichen Leistung nicht gerade förderlich sein dürfte.

Kellermann fordert Sieg, Kahlert ohne Illusionen
„Ich erwarte, dass wir von der ersten Sekunde an keinen Zweifel aufkommen lassen“, so Wolfsburgs Trainer Kellermann, der mit seinem Team bereits im Bundesligaspiel beim SC Sand Mitte Oktober mit 4:0 klar die Oberhand behielt. Sands neuer Trainer Sven Kahlert gibt sich keinen Illusionen hin: „Wir sind sicher krasser Außenseiter. Wolfsburg ist bestimmt das Nonplusultra in Deutschland und Europa.“

Wird Köln erneut zum Pokalschreck?
Ab 15 Uhr stehen sich der 1. FC Köln, souveräner Tabellenführer der 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd, und der Bundesligadritte 1. FFC Turbine Potsdam gegenüber. Was auf dem Papier nach einer klaren Angelegenheit aussehen mag, dürfte sich für die Potsdamerinnen alles andere als ein Spaziergang erweisen. Denn in der vergangenen Saison warf der 1. FC Köln unter anderem den FC Bayern München aus dem Pokal, in Torhüterin Stina Lykke Pedersen und Stürmerin Lise Munk verfügen die Kölnerinnen über Topkräfte.

Elsig-Einsatz fraglich
Turbine-Trainer Bernd Schröder meint: „Wir nehmen das sehr, sehr ernst. Köln hat im letzten Jahr die Bayern aus dem Pokal geschmissen. Wir müssen alles in die Waagschale werfen und wissen, dass der Gegner uns nichts schenken wird.“ Fraglich ist der Einsatz der unter einer Oberschenkelzerrung leidenden Johanna Elsig.

Köln heiß auf „besondere Partie“
Die Kölnerinnen haben alle ihre elf bisherigen Ligaspiele gewonnen und dabei nur drei Gegentore kassiert. FC-Trainer Willi Breuer sagt: „Wir freuen uns auf diese besondere Partie. Turbine gehört zu den besten Mannschaften Deutschlands. Auch wenn unsere Chancen gering sind, möchten wir alles versuchen, um für die nächste Sensation zu sorgen.“

Vero Boquete und Melanie Leupolz im Zweikampf

Frankfurts Vero Boquete (li.) im Duell mit Melanie Leupolz © Herbert Heid / girlsplay.de

Topspiel in Frankfurt
Am Sonntag um 11 Uhr (live im HR) treffen im Topspiel der Runde der 1. FFC Frankfurt und der FC Bayern München aufeinander. Vor zwei Wochen gab es an gleicher Stelle für die Frankfurterinnen nach einer schwachen ersten Halbzeit eine enttäuschende 1:2-Niederlage. Gegen die Topteams aus Wolfsburg, Potsdam und München gab es in den vergangenen zwei Jahren nur wenig zu holen.

Bell: „Bayern in der Breite besser als unser Team“
„Wir wollen endlich zeigen, dass wir auch wieder Spitzenspiele gewinnen können – und es gäbe keine bessere Gelegenheit, dies am Sonntag unter Beweis zu stellen“, so Frankfurts Trainer Colin Bell, der die vermeintliche Underdog-Rolle des Gegners nichts akzeptiert. „Thomas Wörle verkauft sein Team gerne als Außenseiter, dabei verfügt er über eine absolute Top-Mannschaft mit 15 Nationalspielerinnen, die in der Breite besser besetzt ist als unser Team.“

Leupolz: Hopp oder top
Bayern-Spielerin Melanie Leupolz meint: „Wir haben gezeigt, dass wir gegen Frankfurt gewinnen können, das gilt es jetzt zu bestätigen. Es ist ein Pokalspiel, da gibt es nur hopp oder top. Wir wollen natürlich gewinnen”, so die Mittelfeldspielerin. In Frankfurt wird Bayern womöglich weiterhin ohne die angeschlagenen Tinja-Riikka Korpela und Vivianne Miedema auskommen müssen.

Sehrig: „Sind natürlich klarer Favorit“
Ebenfalls um 11 Uhr empfängt der SC Freiburg im heimischen Möslestadion den FSV Gütersloh, zweiter verbliebener Zweitligist im Wettbewerb, der in der Runde zuvor bereits die SGS Essen beim 1:0-Sieg aus dem Pokal warf. Die Freiburgerinnen können dabei wieder auf Myriam Krüger bauen, die ihre Hüftprobleme auskuriert hat, wegen einer Fußprellung erneut fehlen wird hingegen Anja Maike Hegenauer. Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meint: „Wir sind natürlich der klare Favorit und wollen dieser Rolle auch gerecht werden.“

Gütersloh mit Selbstvertrauen
Auf die leichte Schulter nimmt Sehrig den Gegner aber nicht. „Da kommt eine körperlich starke Mannschaft zu uns, in der mit Torfrau Vivien Brandt, Mittelfeldspielerin Melanie Ott und Angreiferin Nina Ehegötz drei aktuelle U19-Nationalspielerinnen stehen. Gütersloh wird vermutlich sehr defensiv auftreten. Aber sie kommen auch mit einem gewissen Selbstbewusstsein.“

„Highlight des Fußballjahres“
Gästetrainer Ralf Lietz erwartet in Freiburg eine „sehr anspruchsvolle Aufgabe, die wir ambitioniert angehen.“ Gestärkt durch den überraschenden Viertelfinaleinzug will er mit seinem Team „jede noch so kleine Chance nutzen.“ Für seine Mannschaft stellt das Spiel in Freiburg „das Highlight unseres Fußballjahres“ dar.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Wenn die Frankfurterinnen an die Leistung aus der zweiten Halbzeit des Bundesligaspiels gegen Bayern anknüpfen können, haben sie am Sonntag eine Chance. In den anderen drei Spielen sind die Favoritenrollen klar verteilt:

    Wolfsburg-Sand (90:10)

    Köln-Potsdam (20:80)

    Frankfurt-Bayern (50:50)

    Freiburg-Gütersloh (70:30)

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  • Michele sagt:

    Ich bin am Sonntag in Frankfurt(sollte es stattfinden)!
    Hoffentlich wird es ein echter Pokalfight mit eventueller Verlängerung und Elfmeterschießen! In so einem Spiel heißt es nur:Alles oder Nichts! Es wird auf Nuancen ankommen und die Tagesform wird wohl am Ende den Ausschlag geben.

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  • Detlef sagt:

    Ich würde die Chancen auf ein Weiterkommen von TURBINE eher auf 60/40 schätzen!!!
    Sicher sind wir Favorit, aber wir konnten zuletzt gerade gegen schwächere Mannschaften nicht überzeugen!!! 🙁

    Ich schätze Köln dabei viel stärker ein als Herford und Duisburg, und etwa auf dem Level von Jena und Essen!!!
    Sie haben nix zu verlieren, und können völlig unbeschwert aufspielen!!!
    Sie werden kämpfen bis zur totalen Erschöpfung, um die „große Sensation“ zu schaffen!!!

    Der Druck liegt einzig und allein bei Potsdam, und neben JOJO`s- scheint (laut MAZ) auch LIA`s Einsatz fraglich zu sein!!! 🙁

    Ich hoffe sehr, daß meinen TURBINEN absolut klar ist, daß morgen nur 100% Leistungsabruf ein Weiterkommen ermöglicht!!!
    In Jena und in Herford schienen mir nämlich einige TURBINEN im Schongang unterwegs zu sein!!!:(

    Und auch wenn man 2:0 führen sollte ist dieser Gang absolut TABU!!!
    Man denke nur an letzte Saison in Essen!!! 🙁

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  • never-rest sagt:

    Wenn der Bell diesmal die Mannschaft gleich richtig auf- und einstellt und endlich alle 1FFC Spielerinnen den nötigen Einsatz zeigen, sollte ein Weiterkommen im Pokal gegen die Bayern möglich sein. Chancen stehen 50:50. Falls der 1FFC aber auch im Pokalspiel gegen die Bayern verliert, brennt sicher der (Christ-) Baum in Frankfurt.

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  • enthusio sagt:

    Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.
    Also, Sand und Köln und Gütersloh und Frankfurt 🙂 , haut (die Bälle) rein !

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  • Michele sagt:

    @enthusio

    Das stimmt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!
    Meine“Traumhalbfinalisten“ wären Köln, Gütersloh, Wolfsburg und Bayern!

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  • dummkopf sagt:

    @FFFan
    ehmhm. keine Ergebnisse sondern Wahrscheinlichkeiten.
    Sehe ich auch so. Von hundert Spielen:
    Wob 99:1
    TP 96:4
    FFC 39:61
    SCF 93:7

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  • labersack sagt:

    @ dummkopf,
    traue nie einer Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.
    Wob. – Sand 50:50 in der 2. Halbzeit der Verlängerung.

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  • balea sagt:

    Die beste FF Frauschaft der Welt mit einem souveränen 2:1 nach Verlängerung gegen eines Abstiegskandiaten. Im Heimspiel.

    Gab es eigentlich überhaupt einen wirklich souveränen Auftritt der Wolfsburgerinnen in der ersten Hinrunde? Bislang waren da sehr viele entscheidende Spiele mit ausgesprochen knappen Entscheidungen.

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  • enthusio sagt:

    Danke, Sand, Gütersloh und Frankfurt, dass Ihr meiner Bitte entsprochen habt !
    So war es doch ein spannendes Pokalwochenende, oder ?
    Auch das (torlose) Köln hat sich gegen Potsdam gut geschlagen.

    Aber das ist jetzt abgehakt, und ich freue mich jetzt schon auf zwei spannende Halbfinalspiele mit den „großen Drei“ und einem Außenseiter.

    Ach ja: Großes Kompliment an den Hellseher @FFFan, der tatsächlich ein 7:3 für Freiburg vorhergesagt hat 🙂 .

    @Michele:

    Im Pokal gilt: Träume sind Schäume – nicht wahr ?

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  • Altwolf sagt:

    GW an den 1.FFC Frankfurt für diese mal „ordentliche“ Leistung und das verdiente Weiterkommen.

    Da muß sich doch C.Bell eigentlich „schwarz“ ärgern, daß er sich solange gegen die, selbst von uns Fans erkannte, „natürliche“ Aufstellung verweigert hat.
    Endlich spielen die Abwehrspielerinnen,die das auch können,endlich spielt S.Laudehr nicht mehr in d. IV u. auch Crno nicht mehr in d.Abwehr und letztendlich findet ein kämpferisches MF mit Fishlock u.Vero statt, so daß Maro sich auf ihre Qulitäten besinnen u. andere für sich laufen lassen kann.

    Das 3. Tor sehr glücklich und der Sieg ein Tor zu hoch und eine sehr starke M.Leupolz, die ich persönlich mehr schätze als eine D.Maroszan.
    Auch die mannschaftliche Geschlossenheit d. Bajuvarinnen und auch ihre Moral zeigen Klasse.

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