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Steffi Draws und Ingrid Wells trainieren auf Sansibar

Von am 26. Oktober 2014 – 11.28 Uhr 3 Kommentare

Am gestrigen Samstag reiste eine Potsdamer Delegation aus vielen Sparten des öffentlichen Lebens für neun Tage im Tross des Oberbürgermeisters Jann Jakobs nach Sansibar, Insel im Indischen Ozean. Mit dabei werden auch Steffi Draws und Ingrid Wells vom 1. FFC Turbine Potsdam sein, die als fußballerische Botschafterinnen die Zanzibar Soccer Queens besuchen.

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Für Steffi Draws kommt es womöglich zu einem Wiedersehen mit einigen Spielerinnen. Denn 2009 weilten die Soccer Queens in Potsdam und unterlagen während ihrer Reise in einem Freundschaftsspiel gegen Turbine Potsdam 0:21. Am 9. September war das genau, vor 1 500 Zuschauern im Waldstadion des FC Ludwigsfelde. Damals war sogar der damalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck Augenzeuge der Partie.

Sportlicher Austausch
„Die Idee, den sportlichen Austausch fortzusetzen, hatten wir schon länger. Wir haben nur auf den richtigen Rahmen und den passenden Zeitpunkt gewartet“, sagt Kilian Kindelberger von der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG). „Ich bin froh, dass es jetzt klappt und Bernd Schröder das mitmacht.“

Steffi Draws in Aktion

Steffi Draws reist mit Teamkollegin Ingrid Wells zu den Soccer Queens nach Sansibar © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Förderprogramm des Auswärtigen Amts
Kindelberger ist großer Turbine-Fan, realisiert unter anderem die Deutschkurse für ausländische Turbine-Spielerinnen, sofern das nötig ist. Für den Gegenbesuch auf Sansibar nach nunmehr gut fünf Jahren hat die BBAB ihre Kontakte zu dem Fußballklub auf der Insel und die finanzielle Unterstützung durch ein Förderprogramm des Auswärtigen Amtes organisiert.

Besuch und Training bei den Soccer Queens
Steffi Draws und Ingrid Wells reisen in der Nacht von Montag auf Dienstag und werden ihre Fußballschuhe im Gepäck haben. Denn sie sollen eine Trainingseinheit mit den Soccer Queens durchführen. Die Mannschaft gibt es seit 1988, als ein schwedisches Frauenteam auf Sansibar weilte und einheimische Frauen für ein Fußballspiel suchte.

Schwierige Rahmenbedingungen
Wie schwierig es für Frauen ist, auf der Insel gegen die muslimischen Traditionen Fußball zu spielen, zeigt ein vielbeachteter Dokumentarfilm der BBC, der vor einigen Jahren um die Welt ging und auch heute noch brandaktuell ist. Die Idee, eine Partnerschaft zwischen Turbine und den Soccer Queens aufzubauen, ist ein Mitbringsel des Filmfestivals, an dem damals auch Mitglieder eines Potsdamer Kunst- und Filmvereins teilnahmen.

Teameinlauf Turbine Potsdam gegen Soccer Queens

2009 bestritt Turbine Potsdam ein Testspiel gegen die Soccer Queens aus Sansibar © Rainer Hennies

Impulse für den Frauenfußball
Neben den eigenen Kickstiefeln gehört auch ein Koffer mit Spenden zum Gepäck. Darin befinden sich 15 Paar Fußballschuhe. „Solch eine Aktion hat Turbine vor zwei Jahren schon einmal gemacht“, berichtet Kindelberger. Er hofft, dass der Besuch der Turbine-Kickerinnen auch medial auf Sansibar wahrgenommen wird, um dem dortigen Frauenfußball neue Impulse zu geben und Wertschätzung zu verleihen.

Zukunftspläne
Die Kontakte seit 2009 waren nie abgerissen, aber sehr schwer, weiter auszubauen. „Langfristig schwebt uns vor, die fußballerischen Begegnungen zu vertiefen. Es sollen dann möglichst mal ein paar Turbine-Spielerinnen auf die Insel fliegen. Umgekehrt sollen Spielerinnen aus Sansibar zu Turbine kommen“, sagt Kindelberger, der bereits auf erste Erfolge auf höherer Ebene verweisen kann. So weilte bereits die sansibarische Trainerin Nasra Yuma Mohammed zu einer Fortbildung beim DFB.

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3 Kommentare »

  • balea sagt:

    Also, am heutigen Sonntag lief Ingrid Wells noch für die Zweite Mannschaft auf und spielte dort bis zur 70. Minute…

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  • Markus Juchem sagt:

    @balea: „Steffi Draws und Ingrid Wells reisen in der Nacht von Montag auf Dienstag…“

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  • balea sagt:

    thx für die Info.

    Ich möchte bei der Gelegenheit mal sagen, dass ich solche Engagements absolut positiv finde.
    Potsdam hat (glaube ich) schon mal den palästinensischen Verband unterstützt und Bayern München war auch im Nahen Osten. Vielleicht gibt es weitere Beispiele?

    Ich hatte mal die Gelegenheit, in Battambang / Kambodscha die „Mighty Girls“ bei einem Training zu besuchen und war schwer beeindruckt. Es gibt dort keinen Frauen- Nationalverband oder Nationalmannschaft. Wenn es eine Natio geben würde, würde die aber wohl zu 90% aus dieser Mannschaft bestehen – die spielen landesweit „alles an die Wand“.
    Imponiert hat mir nicht das Training oder die spielerischen Fähigkeiten (die ich kaum beurteilen kann), sondern der Eindruck, den die Persönlichkeit der jungen Frauen hinterlassen hat. Mit zwei, dreien habe ich in einer Pause gesprochen und das waren die mit Abstand selbstbewusstesten kambodschanischen jungen Frauen, denen ich in dem Land begegnet bin (kenne Kambodscha seit ein paar Jahren).

    Es gibt verschiedene Videoschnipsel, meist von „Wessies“ mit dem entsprechendem Mitleidsschmalz versehen, aber das hier ist von einem kambodschanischen Jugend – TV Sender gemacht und bringt die Sache so auf den Punkt wie sie (vermeintlich) auch bei den Kindern und Jugendlichen in Kambodscha selbst gesehen wird.
    Auch wenn man kein Wort versteht:

    Ich nehme an, das alles ist kein Einzelfall. Gerade in Ländern wo „Gleichberechtigung“, „Chancengleichheit“ und was es sonst für schöne sonstige Begriffe geben mag, alles nicht wirklich gibt – sind solche Iniatitiven ein tolles Angebot.

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