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Trauer um Gero Bisanz

Von am 18. Oktober 2014 – 11.21 Uhr 3 Kommentare

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) trauert um Gero Bisanz. Der langjährige Leiter der Trainerausbildung an der Sporthochschule Köln und erste Cheftrainer der deutschen Frauenfußball-Nationalelf starb am Freitag plötzlich und unerwartet im Alter von 78 Jahren an einem Herzinfarkt.

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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sagt: „Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat uns beim DFB alle tief getroffen. Gero Bisanz war ein wunderbarer Mensch und absoluter Fachmann, der sich bleibende Verdienste um den Fußball erworben hat. Als Leiter hat er die Trainerausbildung über viele Jahre geprägt und darüber hinaus dem deutschen Frauenfußball mit dem Gewinn der Europameisterschaft 1989 in der öffentlichen Wahrnehmung und Wertschätzung zum Durchbruch verholfen.“

Gero Bisanz

Gero Bisanz führte die DFB-Elf 1989 zum ersten EM-Titel © Marion Kehren

Trauer und Betroffenheit
Nationaltrainerin Silvia Neid erklärt: „Ich bin traurig und tief betroffen. Gero Bisanz war ein unglaublich einfühlsamer Mensch, der immer die richtige Ansprache gefunden hat. Ich habe ihm persönlich viel zu verdanken, weil ich als Spielerin und später als Trainerin viel von ihm gelernt habe. Ohne sein Engagement, seine Fachkompetenz und Leidenschaft würde der Frauenfußball heute nicht diesen Stellenwert und die Strukturen haben. Mein Mitgefühl gehört seiner Familie.“

14 Jahre Trainer der Nationalelf
Gero Bisanz leitete von 1971 bis 2000 die Trainerausbildung des DFB. Von 1982 bis 1996 war er Trainer der Frauen-Nationalmannschaft und wurde in dieser Zeit dreimal (1989, 1991, 1995) Europameister. Neben der silbernen Ehrennadel wurde Bisanz 2013 vom DFB mit dem Trainer-Ehrenpreis ausgezeichnet.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Steffen sagt:

    R.I.P.

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  • FFFan sagt:

    Was bzgl. der seit 1908 existierenden Männer-Nationalmannschaft schon längst ‚Routine‘ ist, kommt nun auch hinsichtlich der Frauen-Auswahl auf uns zu: dass uns die Nachricht vom Tod einzelner Akteure erreicht. Vor vier Wochen verstarb mit Gabi Dlugi-Winterberg eine Nationalspielerin der ‚ersten Stunde‘, nun also auch der erste Bundestrainer.

    Der deutsche Frauenfußball (insbesondere die Nationalmannschaft) hat Gero Bisanz tatsächlich eine Menge zu verdanken. Er hat (natürlich zusammen mit anderen, die ihn dabei unterstützten) von 1982 an die Frauen-Nationalmannschaft praktisch ‚aus dem Nichts‘ aufgebaut. Es gab noch kein Talentsichtungssystem, keine ‚U-Teams‘, in den Anfangsjahren hatte er zeitweilig nicht mal eine Co-Trainerin und nur ein ganz kleines Funktionsteam.

    Das Fundament für die späteren Erfolge wurde dennoch in seiner Amtszeit gelegt, in deren zweiter Hälfte es ihm immerhin noch vergönnt war, mit drei Europameistertiteln die ersten Früchte seiner Arbeit zu ernten.

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  • Mosan sagt:

    Mit Gero Bisanz verlässt uns eine der wichtigsten Figuren des deutschen (Frauen)fußballs. Chapeau und Verneigung vor seinem Lebenswerk.

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