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Champions League: VfL Wolfsburg auf Achtelfinalkurs

Von am 8. Oktober 2014 – 21.31 Uhr 22 Kommentare

Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat im Hinspiel des Sechzehntelfinales der UEFA Women’s Champions League beim norwegischen Meister Stabæk FK knapp gewonnen und sich somit einen kleinen Vorteil für das Rückspiel in acht Tagen verschafft. Doch die Hinspiele hielten auch einige faustdicke Überraschungen bereit.

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Den Treffer des Tages beim 1:0 (0:0)-Auswärtssieg im Nadderud-Stadion von Bekestua erzielte Nilla Fischer per Kopf nach Freistoß von Caroline Graham Hansen (56.).

Goeßling zunächst auf der Bank
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann beließ Mittelfeldspielerin Lena Goeßling zunächst auf der Bank, dafür konnte Alex Popp nach ihrem Bluterguss in der Wade von Beginn an spielen.

Wolfsburg kommt nur schwer ins Spiel
Die Gastgeberinnen zunächst besser in die Partie und unterbanden das Aufbauspiel des VfL Wolfsburg geschickt, obwohl sie bereits nach zehn Minuten ihre zentrale Mittelfeldspielerin Ingvild Isaksen verletzungsbedingt ersetzen mussten.

Nilla Fischer in Nahaufnahme

Nilla Fischer erzielte den einzigen Treffer der Partie © Frank Gröner / girlsplay.de

Fischer erzielt Tor des Tages
In der zweiten Halbzeit kam Lena Goeßling in die Partie und der VfL gewann nach und nach Oberwasser. Nach einem Freistoß von Neuzugang Caroline Graham Hansen stieg Nilla Fischer zum Kopfball hoch und überwand Torhüterin Ingrid Hjelmseth zum einzigen Mal an diesem Abend (56.). Das Rückspiel wird am Donnerstag, 16. Oktober, 17 Uhr, im VfL-Stadion am Elsterweg ausgetragen.

Krahn und Alushi siegen mit PSG
Annike Krahn und Lira Alushi feierten mit Paris Saint-Germain beim FC Twente einen 2:1 (2:0)-Auswärtssieg. Kosovare Asllani (10.) und Shirley Cruz Traña (20.) trafen für die Französinnen, Ellen Jansen gelang für die Gastgeberinnen nur noch das 1:2 (61.). Bei Paris gab Linda Bresonik in den Schlussminuten nach längerer Pause ihr Comeback, Josephine Henning durfte in der Nachspielzeit nur noch für ein paar Sekunden auf den Platz.

Mittag und Schmidt schießen Rosengård zum Sieg
Anja Mittag, Kathrin Längert und Katrin Schmidt standen beim 3:1 (0:0)-Sieg des FC Rosengård beim russischen Meister Ryazan VDV alle in der Startformation. Schmidt sorgte anfangs der zweiten Halbzeit für die Führung (52.) und nach dem 2:0 durch Marta (64.) setzte Anja Mittag in der Nachspielzeit den Schlusspunkt (90.+2), für die Russinnen traf Kapitänin Ksenia Tsybutovich zum zwischenzeitlichen 1:2 (75.).

Neulengbach auf Achtelfinalkurs
Österreichs Meister SV Neulengbach verschaffte sich durch einen 2:1 (1:0)-Auswärtssieg ebenfalls eine ordentliche Ausgangsposition zum Erreichen des Achtelfinales. Nina Burger (35.) und Daniela Tasch (47.) sorgten für die Führung der Österreicherinnen, Ungarns Titelträger gelang durch Rita Méry nur noch der Anschlusstreffer (61.).

FC Zürich Frauen mit einem Bein weiter
Der Schweizer Meister FC Zürich Frauen kam trotz zweimaligen Rückstands beim kroatischen Meister ZNK Osijek zu einem 5:2 (1:1)-Sieg. Nach der frühen Führung der Gastgeberinnen durch Maja Joščak (10.) gelang Fabienne Humm in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Ausgleich (45.+2). Den neuerlichen Rückstand durch Mateja Andrlić (52.) glich Barla Deplazes postwendend aus (54.), ehe erneut Humm (66.) und ein Eigentor von Osijeks Kapitänin Dragica Cepernić (69.) die Schweizerinnen auf Kurs brachten. Den Schlusspunkt setzte Meriame Terchoun (88.).

Konin, Apollon und BIIK überraschen
Die Hinspiele lieferten einige überraschende Ergebnisse. So gewann Polens Meister KKPK Medyk Konin gegen Glasgow City LFC durch Treffer von Ewa Pajor (53.) und Aleksandra Sikora (64.) souverän mit 2:0, Apollon LFC setzte sich durch einen Elfmeter in der Schlussminute mit 1:0 gegen den dänischen Meister Brøndby IF durch. Bereits zur Mittagszeit hatte der FC BIIK-Kazygurt dem 1. FFC Frankfurt ein 2:2 (0:0) abgetrotzt.

Logo der UEFA Women's Champions League

Offizielles Logo der UEFA Women’s Champions League © UEFA

Sechzehntelfinale, Ergebnisse Hinspiele (Rückspiele am 15./16. Oktober)

Mittwoch, 8. Oktober

FC BIIK-Kazygurt  – 1. FFC Frankfurt  2:2 (0:0)
Ryazan-VDV – FC Rosengård 1:3 (0:0)
Apollon LFC – Brøndby IF 1:0 (0:0)
KKPK Medyk Konin – Glasgow City LFC 2:0 (0:0)
Gintra Universitetas – AC Sparta Praha 1:1 (0:1)
MTK Hungária FC – NÖSV Neulengbach 1:2 (0:1)
ŽNK Osijek – FC Zürich Frauen 2:5 (1:1)
Stabæk FK – VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)
SK Slavia Praha – FC Barcelona 0:1 (0:0)
ŽNK Pomurje – ASD Torres Calcio 2:4 (0:2)
FC Twente – Paris Saint-Germain FC 1:2 (0:2)
Liverpool LFC – Linköpings FC 2:1 (1:1)
Clube Atlético Ouriense  – Fortuna Hjørring 0:3 (0:2)
Stjarnan – WFC Zvezda 2005 2:5 (1:3)

Donnerstag, 9. Oktober

20.30 Uhr: Raheny United – Bristol Academy WFC
20.30 Uhr: ACF Brescia – Olympique Lyon (FRA) (live auf Eurosport 2)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Liza sagt:

    Bin ein wenig über das Ergebnis des Frankfurt-Spiels schockiert. Ohne den Gegner herabwürdigen zu wollen: ich hatte eher mit einem deutlichen Sieg des FFC gerechnet.
    Der Sieg von Apollon Limassol freut mich sehr! Ich hoffe die Mädels kommen weiter.

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  • Schenschschtina Futbolista sagt:

    Sehr wohltuend, mal ein VfL-Spiel zu erleben, wo die Schiri eine souveräne Leistung ablieferte, sich nicht in den Vordergrund drängte. Ansonsten war das Spiel selbst ein eher höhepunktearmer, fast langweiliger Kick. Nichts was einem aus dem Sitz riss oder gar zu Jubelausbrüchen verleitete.
    Noch schlimmer war das PSG-Spiel, was echt grottig daherkam.

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  • Statistiker sagt:

    Generell erstaunlich knappe Ergebnisse für die erste Runde. Ich bin allerdings auch über das 1:0 von Wolfsburg gegen Stabaek überrascht. Stabaek hat bisher erst dreimal CL gespielt und ist dort auch erst einmal über die 1. Runde hinausgekommen. Da hätte ich doch ein etwas klareres Ergebnis erwartet.

    Die Ergebnisse von Apollon und Konin überraschen mich erstmal nicht so sehr, da hat sich in beiden Vereinen abgezeichnet, dass es da aufwärts geht.
    Dass Frankfurt sich allerdings auch noch in Bestbesetzung so blamiert, ist allerdings etwas verwunderlich. Da muss man hoffen, dass dies von der Anstoßzeit wie von dem Jetlag kommt, ansonsten sehe ich schwarz. Dass allerdings an Celia festzumachen, ist schon etwas willkürlich, schließlich schießt sie immer noch die meisten Tore in der Liga, und das trotz eines vermeintlichen Formtiefs.

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  • Jan sagt:

    …wobei die Namen der meisten von Apollons Kickerinnen nicht grad hellenisch klingen.

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  • waiiy sagt:

    Nach dem Spiel von Wolfsburg gestern ärgere ich mich immer noch mehr über die unnötige Niederlage von Potsdam am Samstag…

    Gestern hat bei Wolfsburg quasi nur Keßler gefehlt. Trotzdem darf man mit der Leistung nicht zufrieden sein. Staebak hat eigentlich immer viel Platz gelassen. Aber es gab kaum zwingende Tormöglichkeiten. Eigentlich Hätte man bei so einem Resultat haufenweise Glanzparaden der Torhüterin sehen müssen. Aber dem war nicht so.

    Was mich bei Wolfsburg beunruhigt, dass man immer alles auf das Fehlen von Keßler zurückführt, als sei sie das Allheilmittel. Was passiert, wenn sie nach Genesung eine ähnliche Anpassungszeit benötigt wie viele andere nach Knieverletzungen? Immerhin hat sie ja auch im Potsdam schon eine lange Verletzungspause gehabt. Will man dann in Wolfsburg alle Ziele fallen lassen?

    Aus meiner Sicht muss nach dem überschwänglichen Lob in der Vergangenheit nun mal von Wagner und Magull zurückgezahlt werden. Ansonsten wird die Chance, die sie gerade durch das Fehlen von Keßler haben, ein Boomerang und sie bleiben ewige Talente. Da hilft es Magull auch nicht, wenn sie noch Zeit nach Verletzung und U20 WM braucht. Wenn sie es jetzt nicht reißt, wird Wolfsburg nicht umhin kommen, nach einem anderen Backup für Keßler zu suchen.

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  • Tom sagt:

    @waiiY,

    neben Kessler fehlten auch noch Odebrecht und Jakabfi. Einen wirklich hochklassigen Backup wird man für so eine Ausnahmespielerin nicht finden. Selbst wenn es sie gebe, was sollte sie machen wenn Kessler gesund ist – keine wirkliche Klassespielerin setzt sich dann kommentarlos auf die Bank.

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  • enthusio sagt:

    Ich habe den Eindruck, dass die Gegner der beiden deutschen Mannschaften von einigen hier für „Fallobst“ gehalten wurden. So klingt es in den Kommentaren immer wieder durch.
    Immerhin reden wir hier aber vom norwegischen Meister und von einer kasachischen Mannschaft, die in der Liga ihre Gegner teilweise mit zweistelligen Ergebnissen nach Hause schickt.
    Wenn man aber andere europäische Spitzenmannschaften wie Rosengárd oder Paris zum Vergleich heranzieht, stellt man fest, dass auch sie keine Kantersiege erzielt oder spielerisch besonders überzeugt haben.
    Von anderen skandinavischen Mannschaften wie Bröndby oder Linköping möchte ich erst gar nicht reden.
    Zur Erinnerung: Wolfsburg und Frankfurt haben in kurzen Abständen ihr sechstes Pflichtspiel absolviert, Frankfurt dazu noch die Reisestrapazen auf sich nehmen müssen.
    Deshalb braucht man nicht gleich den Teufel an die Wand zu malen. Schon gar nicht bei den „Wölfinnen“, denen ja neben Keßler bekanntlich auch noch Odebrecht und Jakabfi fehlen.

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  • waiiy sagt:

    @enthusio: Staebak ist mit Sicherheit kein Fallobst, gehört aber auch nicht zur Spitzenklasse, zumal das Team in den letzten 3 Jahren immer wieder besten Spielerinnen abgeben musste. Außerdem war die Leistung von Staebak gestern auch nicht wirklich so gut. Da spielen viele Mannschaften aus der Bundesliga deutlich besser und aggressiver. Die Wolfsburger Spielerinnen haben doch viel Platz gehabt und konnte ihre Verspieltheit ausleben. Dafür war die Anzahl der tatsächlich zwingenden Torchancen zu gering.

    Und dass man auf Kasachstan aufpassen muss, ist doch klar… 😉

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  • tpfn sagt:

    @enthusio
    Diese ständige Schönrederei geht mir mächtig aufn Keks, ist ja kein Wunder das die TV-Quoten rückläufig sind bei solchen Kritiken.

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  • FFFan sagt:

    @ waiiy:
    „Wenn sie [L.Magull] es jetzt nicht reißt, wird Wolfsburg nicht umhin kommen, nach einem anderen Backup für Keßler zu suchen.“

    Der VfL Wolfsburg hat doch mit Vanessa Bernauer bereits einen solchen ‚Back-Up‘ verpflichtet. Wegen der Verletzungen von N.Keßler und L.Goeßling hat die Schweizerin bisher in dieser Saison noch keine Bundesligaminute verpasst! Damit hätte vor der Saison niemand gerechnet, sie selber wahrscheinlich auch nicht. Selbst wenn Keßler in einigen Wochen wieder zur Verfügung steht, bleibt Bernauer wichtig, denn ob V.Odebrecht noch einmal ‚zurückkommt‘, ist fraglich, und L.Magull sowie S.Wagner sind auf der ‚Doppel-Sechs‘ nur Notlösungen.

    @ tpfn:

    Ach, und wenn man alles schlechtredet, dann steigen die TV-Quoten??

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  • holly sagt:

    @ FFFan, naja Lina an den jetzigen Leistungen zu messen ist nicht fair.
    Sie ist nach langer Verletzungzeit ohne Aufbautraining zur U20 WM gefahren und danach gleich in der BL gespielt. Von einem ordentlichen konditionellen Aufbau kann also gar keine Rede sein.
    Ich hoffe das sie die Hinrunde ohne Verletzung durch spielen kann und mit einer ordentlichen Vorbereitung in der Rückrunde dann wieder ihr wahres können zeigt.
    Obwohl meiner Meinung nach sie sich von spiel zu Spiel zumindest steigert und auf einem guten Weg ist.

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  • never-rest sagt:

    Ich finde, dass WOB die 2. Hz richtig gut und dominant gespielt hat, es fehlten nur mal wieder der letzte Pass, überhaupt mehr kreative Ideen, um das Abwehrbollwerk von Stabaek zu überwinden und wenn es doch einmal gelang, die Effizienz beim Torabschluss. Das Spiel über die Aussen mit Blässe und Hansen funktioniert jedenfalls immer besser, auch weil sie ständig die Seiten wechseln. Wenn Hansen ab und zu auch noch mal eine besser postierte Mitspielerin vor dem Tor anspielt, wird WOB noch viel Spass an ihr haben.

    Ich gebe waiiy Recht, dass Wagner und insbesondere Magull allmählich liefern müssen. Von beiden kommt für meinen Geschmack noch zu wenig, um mir vorzustellen, dass die beiden irgend wann einmal eine annähernd gleichwertige Alternative zu Keßler abgeben können. Der Talentstatus dauert auch nicht ewig. Aber die Saison ist ja noch lang.

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  • Altwolf sagt:

    @waiiy.

    Ich denke nicht, daß das WOB-Spiel nur allein von Kessi abhängig ist und sich auch die spielerische Leistung oder „Nicht“-Leistung nicht durch Kessi allein erklärt.

    Sie ist zweifellos ein wichtiger stabilisierender Faktor und insbes. kann sie in engen Spielen das Team aufrütteln und alle im Team zu einer Steigerung der Leistung mitreissen, wenn es die Lage erfordert.

    Aber niemand sollte die Fähigkeiten der anderen im Team dadurch abqualifizieren, denn WOB hat mit Kessi auch schon weniger gute Spiele abgeliefert.

    Da ist mir die „Symbiose“ zwischen N.Keßler und L.Gößling viel bestimmender auf das Spiel der Wölfinnen, da sie, „ordentliche“ Form vorausgesetzt, die nahezu perfekte Verbindung zwischen Defensive und Offensive herstellen können.

    Derzeit ist das spielerische Niveau noch deutlich ausbaufähig, andererseits stimmt schon die kämpferische Einstellung und die Laufbereitschaft. Frühform habe ich bisher noch nie bei WOB bemerkt, sie brauchen immer eine gewisse Anlaufzeit für die Saison. Das „hohe Lied“ der mangelnden Chancenverwertung ist weiterhin allzeit präsent und kann bisher nur dadurch getragen werden, das die Wölfinnen immer noch das Tor finden, wenn es um wichtige Entscheidungen geht.

    Wenn man sieht, wie sich V.Bernauer inzwischen schon im defensiven MF etabliert hat und auch ihre Leistung Schritt für Schritt steigert und auch noch weiter steigern kann, dann wird sie sicherlich in naher Zukunft V.Odebrecht ersetzen können, während L.Magull u. S.Wagner keine Spielerinnen für die 6er-Positionen sind, sondern sich ihren Platz eher auf der „10er bzw. 8er“ Position suchen müssen.

    Da das „Phänomen“ M.Müller nicht „ewig“ spielen wird, werden wohl A.Popp, Caro Hansen , Z.Jakabfi u. A.Blässe die offensiven Positionen behaupten und dort Selina u.Lina als „Back up“ zunächst eine Rolle spielen, wobei auch noch J.Damnjanovic Alternative sein kann.

    Die Defensivabstimmung zwischen N.Fischer u. B.Peter wird zunehmend besser und ich muß auch konstatieren, was hier schon zuvor von anderer Seite angemerkt worden ist, daß Babs noch eine Spur sicherer und in ihrer Spielart gradliniger ist als es zuvor J.Henning gezeigt hat.

    L.Wensing gehört weiterhin auf d. re. AV, wie ich auch V.Faißt bevorzugt auf d. li. AV sehen würde, zumal sie doch wieder nahe an ihrer Normalform ist.

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  • Statistiker sagt:

    Es ziemt sich nicht, bei Wolfsburg von einer Krise zu sprechen. Sie stehen in der Liga auf Platz 1 und haben ihre Pflicht in der CL getan.

    Allerdings zeigt sich doch, dass sich das Spiel ohne Keßler doch verändert hat.

    Hinten steht die Abwehr 1A und das ist bis jetzt auch die Lebensversicherung von Wolfsburg. Nur durch die sichere Abwehr konnten beispielsweise Spiele wie gegen Hoffenheim und Bayern erfolgreich bestritten werden. Ähnlich stark gelingt das diese Saison nur Bayern, weswegen sie auch eine ernstzunehmende Gefahr für Wolfsburg darstellen werden.

    Vorne hingegen ist das Wolfsburger Spiel keine Werbung für den Frauenfußball. Ein herausgespieltes Tor ist mal die Seltenheit, Standards und Kick & Rush sind die Maßgabe. Ohne Keßler ist es dieser immer gleiche Spielstil, zusätzlich mit hohen Flanken über außen (die Zahl der Kopfballtore in dieser Saison ist prozentual gesehen erstaunlich hoch), der eigentlich leicht zu verteidigen ist und nur durch eklatante Abwehrfehler wie bei Potsdam zum Erfolg führt. Dementsprechend ist die Chancenverwertung auch zu betrachten, wobei ich die gar nicht mal als sooo viel schwächer empfinde, man spielt einfach nur nicht mehr so viele zwingende Chancen mit seinem Spielstil heraus.

    Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass Wolfsburg von Keßler allein abhängig ist. Aber ein gewisser Wolfsburger Spielstil ist von ihr abhängig. Solange aber alle anderen Teams sich so schlecht gegen Wolfsburg anstellen wie zur Zeit, wird Wolfsburg insbesondere auf nationaler Ebene keine Probleme haben, auch ohne Keßler wieder Meister zu werden, dann allerdings nicht mit einem Torverhältnis von 68:16, sondern eher 46:5 Toren.

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  • waiiy sagt:

    Sicher ist es schwer für Bernauer, Magull, Wagner, die Leistungen des Duos Keßler / Goeßling abzufangen. Dazu ist die Wertigkeit der Beiden zu hoch, was man ja auch an den einschlägigen Wahlen für die besten Spielerinnen ablesen kann. Aber jetzt wird es auch leichter, weil ja eine Hälfte des Duos wieder dabei ist.

    Aber mich stört etwas anderes. Vielleicht verkläre ich das auch. Aber ich bin der Meinung, dass es im Leistungssport immer so ist, dass ein jüngerer Sportler, der Backup ist, immer nur dann eine Chance nutzen kann, wenn der Sportler, der davor steht, ausfällt. Und wenn man ein großer Sportler werden/sein will, dann muss man genau diese Chance nutzen. Dann muss man genau da da sein.

    Sicher sehe ich auch, dass Magull durch lange Verletzung und verpasste Vorbereitung nicht in der idealen Position ist. Aber auf der anderen Seite kann sie mit breiter Brust aus Kanada wiederkommen. Und in der jetzigen Situation muss ihr Wille Berge versetzen. Da muss alles aus ihr rauskommen, was geht. Und wenn das nur bis zur 60. Minute reicht, weil sie danach Krämpfe bekommt, ist das egal, wenn sie bis dahin 3 Torvorlagen geliefert hat. Und wenn es in Wolfsburg keine Position „10“ gibt, weil Keßler/Goeling beide auf der „6“ spielen und beide nach vorn so viel Druck machen, dass sie eher die „8“ spielen, dann muss Magull das auch schaffen (oder den Verein wechseln). Der Wille und der Einsatz muss da sein. Sie braucht jetzt die Aufbruchstimmung. Oder sie ist nicht so gut, wie sie viele Experten sehen.

    Genauso verhält es sich mit Wagner. Was da im Zuge der Vertragsverlängerung (die ich damals kritisiert hatte) für Lobeshynmen gesungen wurden, da muss dann jetzt (eineinhalb Jahre später) auch was kommen. Sie hat an der Seite von Keßler Ende der letzten Saison gut gespielt. Jetzt kann sie ganz allein Verantwortung übernehmen. Worauf wartet sie? Bei ihr gibt es auch nicht die Gründe wie bei Magull, warum die Leistung nicht so gut sein sollte. Aber vielleicht scheitert sie auch an der Einschätzung über sich selbst bzw. von anderen über sie.

    Bernauer kam neu in den Verein und hat ihre Chance bisher am besten genutzt. Da geht bei mir der Daumen hoch. Sie spielt einen guten defensiven Part und war auch schon torgefährlich. Was nun kommen sollte, sind mehr Impulse für den Spielaufbau. Aber wenn sie weiter so auftritt, zieht sie an den beiden anderen vorbei, bin ich der Meinung.

    @Altwolf: Ich sehe gar nicht so eine schlechte Chancenverwertung. Klar, lässt Popp mal ein paar Chancen liegen. Aber sie kreiert durch ihren Einsatz auch Chancen, die eine andere Spielerin gar nicht bekommt. Das ist dann auch oft schwierig, diese Bälle zu kontrollieren. Den Malus der mangelnden Chancenverwertung kriegt sie in meinen Augen nur, weil sie von der Körpersprache so herausfordernd auftritt (was in meinen Augen ihr großes Plus ist).

    Ansonsten sehe ich, dass es einfach weniger zwingende Chancen gibt. Ich spreche hier nicht davon, dass ein Schuss aus 25m eine Chance ist. Der kann mit Glück mal reingehen. Aber normal ist das für mich keine Chance, weil den die Torhüterin normal hat. Ich spreche von den Großchancen, die man reinmachen muss, von denen man 3 – 4 im Spiel haben sollte, um das Ding auch wirklich nach Hause zu fahren. Da gab es gegen Staebak wenig, genauso wie gegen Bayern und Potsdam. Wo wir wieder bei der Schaltzentrale sind…

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  • Altwolf sagt:

    @waiiy.

    Deiner letzten Einschätzung kann ich folgen, zumal die wirklich großen,herausgespielten Torchancen derzeit nicht so zahlreich sind, allerdings auch aussichtsreiche Spielsituationen vorne durch teils miserable „letzte“ Pässe zunichte gemacht wurden.

    Was L.Magull u.S.Wagner betrifft, sind diese einfach noch nicht wirklich „durchsätzungsfähig“,weder mental noch körperlich – die sind einfach „zu nett“ !.

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  • Statistiker sagt:

    @Altwolf:

    Wagner und Magull brauchen ein 4-2-3-1-System, indem zwei Spielerinnen hinter ihnen den Platz freihalten. Dieses Hängen zwischen Offensive und Defensive mit unklarer Priorität ist nix für sie, sie sind beide eher Wirbelwinde, ähnlich wie die kleine Mana Iwabuchi und gehören meines Erachtens eher dort vorne in den freien Raum.
    Beide fallen scheinbar dem System mit Popp und Müller vorne im Sturm zum Opfer.

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  • Altwolf sagt:

    @Statistiker.

    Da kannst du mit deiner Einschätzung durchaus Recht haben.

    Mal sehen was sich Trainer R.Kellermann für die beiden ausgedacht hat, wenn sie denn immer mal wieder zum Einsatz kommen.

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  • Stefan sagt:

    Ich finde es gut, dass die Ergebnisse knapper werden, und es „Fallobst“ eigentlich nicht mehr gibt, auch wenn dann mitunter eine deutsche Mannschaft dann statt des erwarteten Sieges nur unentschieden spielt oder gar verliert. Tolle Ergebnisse! Wer zwei Tore gegen Frankfurt schießt, der zeigt eine gewisse Klasse…

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  • Statistiker sagt:

    @Stefan: Soweit ich das beurteilen kann, liegt die Tatsache, dass es weniger Fallobst gibt, nicht an der Tatsache, dass Mannschaften sportlich aufgeholt hätten, sondern dass die Spitzenklubs mit zunehmender Zeit kein Mittel mehr gegen Defensivblöcke finden. In Europa gibt es außer Schelin vllt keine wirklich überragende Stürmerin mehr, gerade auch in Deutschland in den letzten Jahren nicht mehr. Das ist der entscheidende Knackpunkt.

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  • Altwolf sagt:

    @Statistiker.

    Da möchte ich dir doch widersprechen.
    Da wirst du den anderen Teams/Spielerinnen nicht gerecht, denn ich denke schon, daß es insbes. im Defensiv-Verhalten durch die bessere Athletik u. technischen Fähigkeiten der Spielerinnen ebenso Fortschritte gegeben hat, wie auch das taktische Verhalten gerade gegen offensiv ausgerichtete Teams besser geworden ist.

    Die Räume werden viel konsequenter verdichtet und somit wird es auch deutlich schwerer die 100%igen Torchancen zu kreieren bzw. dann genügend Zeit für die „Abschlüsse“ zu finden.

    Auch so eine gute Stürmerin wie L.Schelin benötigt Räume um torgefährlich zu sein und sie würde in unserer Buli sehr hart für einen Torerfolg arbeiten müssen. Der Vorteil ihrer überlegenen Schnelligkeit ist heute nicht mehr eine Torgarantie.

    Als Zuschauer empfindet man die jetzigen Spiele oft weniger „hochklassig“, da das Leistungsgefälle in den zurückliegenden 4-5 Jahren deutlich größer war und die individuelle Stärke der einzelnen Teams noch schwächer war.

    Wir haben in unserer Liga doch vor Augen, daß sich nicht mehr 2 Clubs alle Titel aufteilen, sondern auch inzwischen die Spiele gegen die „Mittelfeld“-Teams keine „Selbstläufer“ mehr sind.

    Haben die Top-Teams einen schwächeren Tag und die Gegnerinnen einen bessere Form, sind Punktverluste immer möglich.

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  • Statistiker sagt:

    @Altwolf: Ich sehe darin nur die Tendenz, das Defensivverhalten zu verbessern und das Offensivverhalten zu vernachlässigen. In der Offensivarbeit hat sich zumindest in den letzten Jahren im FF nichts getan. Gerade auch das sture Festhalten an dem 4-2-3-1 sehe ich als ein Problem an. Hier beschneidet man sich der Möglichkeiten.

    In der Offensive hat man die Schnelligkeit, Präzision und den Spielwitz in den letzten Jahren nicht sonderlich weiterentwickelt. Im Gegenteil, vorne wird auf bullige Spielertypen gesetzt und die Taktiken sind hoch und weit, Grundlinie erreichen und Flanken oder Standards.

    Flüssige Kombinationen über 10-15 Stationen ohne gegnerischen Ballkontakt, One-Touch, Doppelpassstaffetten erhalten immer mehr Seltenheitswert.

    Zudem hat sich das Tempo in der Offensive nicht sonderlich verbessert, was auch mit der mangelnden Ausprägung technischer Fähigkeiten zusammenhängt. Selbst Graham Hansen, Alushi und anderen unterlaufen zu häufig Stockfehler.

    Und letztlich gibt es kaum Spielerinnen vor dem Tor, die mal nen Ball in hohem Tempo direkt verwandeln können oder die den schnellen Abschluss suchen, da wird zuviel vertendelt.

    Alles in allem macht man es den gegnerischen Mannschaften mit mangelnden Ideen, mangelnder Präzision, mangelndem Tempo und mangelnder Handlungsschnelligkeit sehr, sehr einfach, die Offensive zu stoppen.

    Hier sehe ich am ehesten noch Bayern im Vorteil, da sie mit wenig permanenten Offensivspielerinnen, die dafür klein und wendig sind, zumindest das Tempo und die Ideen aufbringen.

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