Saisoncheck: Ist der VfL Wolfsburg zu stoppen?

Von am 29. August 2014 – 14.00 Uhr 5 Kommentare

Mit dem Duell zwischen Meister VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg wird am Samstag (13 Uhr, live auf DFB-TV) der Startschuss für die neue Saison in der Allianz Frauen-Bundesliga gegeben. Mit welchen Ambitionen gehen die zwölf Teams in die Spielzeit, und vor welchen Herausforderungen stehen sie? Womensoccer blickt auf die Situation aller Erstligisten.

VfL Wolfsburg: Das Maß aller Dinge
Zwei Mal in Folge wurde der VfL Wolfsburg Deutscher Meister und Champions-League-Sieger. Mit einem qualitativ hochwertigen, eingespielten Kader und namhaften punktuellen Verstärkungen wie Caroline Graham Hansen, Babett Peter, Isabel Kerschowski und Vanessa Bernauer geht der Titelverteidiger in die neue Saison, Josephine Henning wechselte zu Paris Saint-Germain. Anders als im Vorjahr durch die EM 2013 war das Team diesmal nicht durch ein kräftezehrendes Turnier für seine Nationalspielerinnen in der Vorbereitung belastet. Angeführt von der überragenden Kapitänin und „Europas Fußballerin des Jahres“ Nadine Keßler werden Lena Goeßling, Martina Müller, Alex Popp und ihre Teamkolleginnen 2014/15 deswegen diesmal von Beginn an das Maß aller Dinge in der Allianz Frauen-Bundesliga sein.

Womensoccer-Tipp: Der VfL Wolfsburg wird erneut Deutscher Meister

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1. FFC Frankfurt: Viele Wechsel im Team
Nur ein Spiel hat der 1. FFC Frankfurt in der vergangenen Saison verloren, doch diese Niederlage kostete die Meisterschaft. Dennoch hat der FFC nach langer Durststrecke wieder Konstanz in seine Leistung gebracht und mit der Champions-League-Qualifikation ein wichtiges Ziel erreicht. Mit Fatmire Alushi, Melanie Behringer und Babett Peter kehrten im Anschluss allerdings gleich drei Nationalspielerinnen dem Club den Rücken. Untätig auf dem Transfermarkt waren die Hessinnen nicht: prominenteste Neuzugänge sind Verónica Boquete, Mandy Islacker und Jess Fishlock. Aus der eigenen Jugend hat der FFC so viele Spielerinnen in den Erstligakader berufen wie nie, aus Leverkusen wechseln Kathrin Hendrich und Marith Prießen. Die erneute Champions-League-Qualifikation wird gelingen, die eingespielten Wolfsburgerinnen von der Spitze zu verdrängen nicht.

Womensoccer-Tipp: Der 1. FFC Frankfurt wiederholt den zweiten Platz der Vorsaison.

FC Bayern München: Näher ran die Spitze
Im Vorjahr Vierter will der FC Bayern München diesmal die Lücke zu den Top drei verringern, insgeheim liebäugeln die Münchnerinnen mit einem Champions-League-Platz. Doch diese Hoffnungen haben durch den Kreuzbandriss von Lena Lotzen zwei Wochen vor Saisonbeginn einen herben Dämpfer erhalten. Dennoch: der mit zehn neuen Spielerinnen runderneuerte Kader hat an Qualität gewonnen. Im Mittelfeld werden zukünftig die erfahrene Melanie Behringer und Melanie Leupolz das Zepter schwingen, was dem Bayern-Spiel gut tun wird. Nach und nach werden zudem langzeitverletzte Spielerinnen wie Leonie Maier oder Laura Feiersinger wieder ins Geschehen eingreifen können. Das wird dem Team gut tun, für den ganz großen Wurf wird es allerdings noch nicht reichen.

Womensoccer-Tipp: Bayern München wird Dritter.

1. FFC Turbine Potsdam: Jugendspielerinnen statt Nationalspielerinnen
Die vergangene Saison beendete der 1. FFC Turbine Potsdam auf dem dritten Rang, und bereits in der Endphase der Saison nahmen die Meldungen über prominente Abgänge im Team zu: Unter anderem kehrten Maren Mjelde, Ada Hegerberg und Alex Singer den Potsdamerinnen den Rücken. Viele Ab- und Zugänge sind in Potsdam nichts Neues, und immer wieder hat der sechsfache Deutsche Meister gezeigt, trotzdem eine Mannschaft stellen zu können, die um die Meisterschaft kämpft. Doch diesmal stehen den Abgängen so gut wie ausschließlich Neuzugänge aus der eigenen Jugend gegenüber. Die Arbeit dort ist unumstritten gut, und mit Achim Feifel ist ein prominenter Co-Trainer nach Brandenburg gekommen, doch die junge Mannschaft wird diesmal länger brauchen, um wieder an der Spitze kratzen zu können.

Womensoccer-Tipp: Der 1. FFC Turbine Potsdam beendeet die Saison auf dem vierten Platz.

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5 Kommentare »

  • ruhri sagt:

    Zitat: „Essens Trainer Markus Högner gilt als einer der renommiertesten Trainer seiner ZUKUNFT !“
    Oder ist hier die ZUNFT gemeint ?

    und: Hat Maren Mjelde zweimal die Potsdamerinnen verlassen?

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  • Altwolf sagt:

    Das liest sich so vom „Prinzip“ her eigentlich recht gut und hat auch eine „Logik“ in den Schlußfolgerungen.

    Ich glaube jedoch, daß diese Saison sehr viel enger und spannender wird, denn zuviele „Unwägbarkeiten“ werden auf die Ergebnisse Einfluß nehmen.

    Es gibt für WOB und den 1.FFC fast nur noch „englische“ Wochen bis zur Winterpause und gerade wenn beide in der CL u.im Pokal ,dazu noch N11-Spiele, auch noch Anfang 2015 in allen Wettbewerben gefordert werden, sind Ausfälle von Spielerinnen nicht zu vermeiden. Sind es die „wichtigen“ Leistungsträger, dann kann auch ein breiterer Kader bei WOB und Frankfurt diese nicht immer kompensieren, gerade wenn der Spielplan nach schweren CL-Spielen auch noch ein Auswärtsspiel bei einem der stärkeren Buli-Teams erfordert.

    Hier sehe ich schon gute Chancen von Bayern und Turbine sich in den Kampf um die Plätze 1-4 einzumischen.

    Da es aufgrund der kurzen Liga-Dauer und der anstehenden WM kaum Ausweich- bzw. Entlastungstermine geben kann, wird es für beide Teams alles Andere als ein Selbstgänger.

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  • O. Christ sagt:

    Die ein oder andere Prognose ist durchaus gewagt, aber so muss das ja auch sein, um Diskussionen anzustacheln.
    Den MSV sehe ich auch besser als im letzten Jahr, aber das Ziel der Trainerin von der Nr. 1 in NRW scheint mir im Augenblick doch arg ambitioniert.
    Und ob eine personelle Umwälzung von dem Ausmaß, wie sie für Freiburg als problematisch gesehen wird, München umgekehrt helfen soll, halte ich für fraglich.

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  • Tiberias sagt:

    Prognose Womensoccer = im großen und ganzen zustimmungsfähig, Abweichung in Einzelheiten. @ Altwolf könnte Recht behalten, dass die „englischen Wochen“ – mal ausgegangen davon, beide deutsche Teams kommen in der UWCL ziemlich weit – selbigen doch mehr Kraft kosten wird. Wenn zur selben Zeit München und Potsdam, das man immer auf der Liste haben sollte, ihre Punkte machen, dann gibt es den „heißen Vierkampf“.
    Beim Abstieg sehe ich es so: da könnten drei, vier Teams verwickelt sein. Cloppenburg letzte Saison war eine ganz enge Kiste!
    Den Optimismus bezüglich MSV teile ich auch nicht. Mit dem Klassenerhalt haben die Zebras hoffentlich nichts zu tun, aber Nummer 1 im Revier? Das ist mir zu kühn.

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  • FFFan sagt:

    Meine Saisonprognose:

    VfL Wolfsburg: Die erfolgreiche Mannschaft der Vorsaison ist zusammengeblieben (bis auf J.Henning, aber durch B.Peter gut kompensiert) und wurde durch V.Bernauer und C.G.Hansen sinnvoll verstärkt. Die ‚Wölfinnen‘ sind auch diesmal wieder der große Favorit, und um ihnen noch ein wenig mehr Druck aufzubürden, füge ich hinzu: der Titelverteidiger müßte schon einiges falsch machen, um nicht erneut die ‚Schale‘ zu holen! => FFFan-Tipp: Platz 1

    1.FFC Frankfurt: Die Vorbereitung lief schon fast zu glatt. Sogar der Streit um D.Marozsans Wechselgelüste wurde überraschend geräuschlos beigelegt. Die spektakulären Verpflichtungen von J.Fishlock und V.Boquete können als ‚Kampfansage‘ an Wolfsburg verstanden werden. Aber erst der Liga-Alltag wird zeigen, ob das Gebilde harmoniert und wie man mit der Zusatzbelastung durch die Champions League zurechtkommt. Hohe Testspielsiege können dann schnell ‚Makulatur‘ sein. => FFFan-Tipp: Platz 2-4

    1.FFC Turbine Potsdam: Sieben Abgänge, das hört sich nach mehr an als es ist. Bis auf M.Mjelde sind keine echten Stammspielerinnen darunter. Das ‚Gerüst‘ der Mannschaft ist zusammengeblieben. Aufgefüllt wurde der Kader mit jungen ‚Eigengewächsen‘. Ganz auf diesen ‚Jugendstil‘ verlassen will man sich am Luftschiffhafen aber nicht: zwei Amerikanerinnen sollen noch kommen. Turbine wird auch diesmal wieder eine schlagkräftige ‚Truppe‘ haben, jedoch wird es nicht einfach, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. => FFFan-Tipp: Platz 2-4

    FC Bayern München: Zehn Spielerinnen haben den Verein verlassen, ebenso viele Neue wurden geholt. Der FCB gleicht daher in diesem Jahr einer ‚Wundertüte‘! Viel wird davon abhängen, wie schnell es Trainer T.Wörle gelingt, die Neuzugänge zu integrieren und auf eine gemeinsame ‚Philosophie‘ einzuschwören. Mit M.Behringer und M.Iwabuchi haben die Bayern an spielerischer Qualität gewonnen. Die junge Niederländerin V.Miedema ist eine echte ‚Tormaschine‘ (und ein ‚Geheimtipp‘ für die Frage nach der Torschützenkönigin 2014/15!). Treu geblieben ist den Münchnerinnen allerdings das Verletzungspech: mit L.Lotzen fällt eine wichtige Spielerin längere Zeit aus. => FFFan-Tipp: Platz 2-4

    FF USV Jena: Mit dem 5.Platz wurde 2013/14 die mit Abstand beste Bundesliga-Platzierung der Vereinsgeschichte erreicht. In diesem Jahr muss sich zeigen, ob das ein einmaliger ‚Ausreißer‘ war oder ob man sich auf diesem Niveau stabilisieren kann. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison sind eigentlich gegeben: eine eingespielte Mannschaft mit ein paar international erfahrenen Spielerinnen und ein unaufgeregtes Umfeld, das Trainer D.Kraus in Ruhe arbeiten lässt. Finanziell ist der Verein allerdings nicht ‚auf Rosen gebettet‘. => FFFan-Tipp: Platz 5-8

    SGS Essen: Siehe Jena. Alle Leistungsträgerinnen sind geblieben, für größere Verstärkungen fehlt jedoch das Geld. Mit M.Gidion (vielleicht die Entdeckung der U20-WM aus deutscher Sicht!) und J.Meißner kommen immerhin zwei interessante junge Spielerinnen. Ansonsten baut man wie immer auf die gute Nachwuchsarbeit im Verein. Es wird wohl wieder eine Saison mit Höhen und Tiefen, aber vermutlich ohne Abstiegssorgen. => FFFan-Tipp: Platz 5-8

    Bayer 04 Leverkusen: Trainer T.Obliers hat auch in dieser Saison wieder eine sehr junge Mannschaft zur Verfügung (die ältesten Spielerinnen sind gerade mal 25 Jahre alt!). Bemerkenswert: der Kader besteht nur aus deutschen Spielerinnen, in der heutigen Zeit eine Rarität! Der Verlust von K.Hendrich, M.Prießen und I.Kerschowski schmerzt, kann aber im fünften Bundesligajahr der ‚Werkself‘ vielleicht durch den Erfahrungszuwachs des sehr homogenen Teams aufgefangen werden, das letzte Saison durch hohe Laufbereitschaft und große taktische Disziplin zu gefallen wusste. => FFFan-Tipp: Platz 5-8

    SC Freiburg: Im Breisgau wurde mal wieder fast der halbe Kader ausgetauscht. Mit diesem ‚Umbruch‘ hofft Trainer D.Sehrig, die Qualität seines Teams zu erhöhen. Erhöht wurde auf jeden Fall die Quantität. Es stehen nun knapp 30 Spielerinnen zur Verfügung, wobei einige der jüngeren in der 2.Mannschaft zum Einsatz kommen könnten, damit dem ‚Unterbau‘ endlich der Aufstieg in die Regionalliga gelingt. In der Bundesliga sollte es erneut zu einem Mittelfeldplatz reichen. => FFFan-Tipp: Platz 5-8

    TSG 1899 Hoffenheim: Einige wichtige Spielerinnen sind im Sommer gegangen, allen voran die quirlige Japanerin M.Iwabuchi, die nur schwer zu ersetzen sein wird. Gekommen ist lediglich die ungarische Stürmerin D.Zeller. Man setzt auf die eigene Jugend. Das hat einen gewissen Charme, ist aber auch riskant. Erschwerend kommt hinzu, dass zum Saisonbeginn mehrere Spielerinnen verletzungs- oder krankheitsbedingt fehlen. Die TSG gehört definitiv zu den Mannschaften, die diesmal Probleme bekommen könnten. Die Ergebnisse der Testspiele und der ersten Pokalrunde lassen aber hoffen. => FFFan-Tipp: Platz 9-11

    MSV Duisburg: Trainerneuling Inka Grings hat sich viel vorgenommen (Nr.1 in NRW möchte man sein) und die Hierarchie in der Mannschaft erst mal ‚auf links gedreht‘. Auch wurden in Testspielen einige Spielerinnen ganz bewusst auf für sie ungewohnten Positionen eingesetzt, um ihren ‚Horizont‘ zu erweitern. Hoffentlich will die Ex-Nationalspielerin da nicht zu viel auf einmal! Der MSV wird jedenfalls auch in dieser Saison wieder um den Klassenerhalt kämpfen. => FFFan-Tipp: Platz 9-11

    SC Sand: Der Aufsteiger versucht im wesentlichen, mit der Aufstiegsmannschaft die Liga zu halten. Warum auch nicht, individuelle Klasse ist ja durchaus vorhanden: viele Spielerinnen verfügen über internationale Erfahrung oder haben zumindest bei früheren Vereinen schon Bundesliga gespielt. Das gilt auch für den Trainer: N.Koutroubis löst D.Wendling ab, der dem Verein aber als sportlicher Leiter erhalten bleibt. Als Team muss man sich aber trotzdem erst einmal an das höhere Niveau der Bundesliga gewöhnen. Die Euphorie ist riesig, sogar das Stadion ist rechtzeitig fertig geworden. Fazit: kann zum Klassenerhalt reichen, muss aber nicht. => FFFan-Tipp: Platz 9-11

    Herforder SV: Sicherer Absteiger. Nicht ganz so schlimm wie Sindelfingen letzte Saison, eher so wie Gütersloh vorletzte Saison. Die Qualität reicht einfach nicht für die erste Liga, daran ändern auch die jüngsten ‚Panikkäufe‘ nichts! => FFFan-Tipp: Platz 12

    Die Bundesliga bleibt also eine ‚Dreiklassengesellschaft‘. Mit zwei Ausnahmen (Wolfsburg, Herford) mochte ich mich aber nicht auf eine konkrete Endplatzierung festlegen. Größere Diskrepanzen zum Womensoccer-Tipp gibt es nur im Fall des MSV Duisburg.

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