U20-WM: DFB-Frauen wollen den Titel holen

Von am 24. August 2014 – 13.14 Uhr 5 Kommentare

In der kommenden Nacht (ab 1 Uhr live auf Eurosport) trifft die deutsche Nationalelf im Finale der U20-WM in Kanada auf Nigeria. Gelingt gegen die offensivstarken, aber defensiv anfälligen Nigerianerinnen der Titelgewinn?

DFB-Trainerin Maren Meinert erklärt: „Nigeria spielt ein großes Turnier. Was Schnelligkeit und Athletik angeht sind alle Spielerinnen von ihnen sehr gut ausgebildet. Hinzu kommt, dass sie durch die beeindruckende Weise, wie sie das Finale erreicht haben, mit viel Selbstbewusstsein antreten werden.“

Offensiv hui, defensiv pfui
Doch so beeindruckend die Offensivleistungen der Nigerianerinnen waren – Asisat Oshoala führt mit sieben Treffer die Torschützinnenliste an -, so offensichtlich waren auch die Mängel in der Defensive der Westafrikanerinnen, die es auszunutzen gilt. Für die DFB-Elf gibt es keinen Grund, sich zu verstecken.

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Bremer schießt Weltklasse-Tor
Denn in Lena Petermann und Pauline Bremer verfügt die Mannschaft ebenfalls über exzellente Stürmerinnen und ist auch in den anderen Mannschaftsteilen stark besetzt. „Es kommt selten vor, dass jemand so von null auf hundert geht“, lobt Potsdams Trainer Bernd Schröder seinen Schützling. Bremers Führungstreffer gegen Kanada bezeichnete Maren Meinert gar als „absolute Weltklasse“.

Obliers lobt Nigeria
Dass die nigerianische Mannschaft erneut das Finale einer U20-WM erreicht hat, ist für Bayer 04 Leverkusens Trainer Thomas Obliers, der vor der Frauenfußball-WM 2011 als sportlicher Leiter für die A-Nationalmannschaft Nigerias arbeitete, keine Überraschung, wie er im Interview mit der vereinseigenen Website erklärt.

DFB-Frauen bejubeln Einzug ins Finale der U20-WM

Können Lena Petermann (r.) und ihre Teamkolleginnen auch im Finale wieder jubeln? © Nora Kruse, ff-archiv.de

Qualitative Jugendausbildung
„Für Kenner des U20-Bereichs zählt Nigeria schon seit vielen Jahren stets zum Favoritenkreis. Neben Deutschland, Brasilien und den USA ist Nigeria eine von vier Nationen, deren U20 es gelungen ist, sich für sämtliche Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Das ist kein Zufall, sondern zeugt von der Qualität der Jugendausbildung in den Ländern. Da wird auch in Nigeria viel wert drauf gelegt.“

Topstürmerin Oshoala
Die DFB-Elf müsse sich vor allem vor Asisat Oshoala in Acht nehmen. „Wer Oshoala beim Turnier hat spielen sehen, wird verstehen, wieso auch sie schon zu diesem Zeitpunkt interessant für mich und die A-Nationalmannschaft war. Die deutsche Hintermannschaft muss gut aufpassen, damit sie nicht noch ein achtes WM-Tor erzielt.“

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Erinnerungen an 2010
Die DFB-Juniorinnen trafen schon einmal in einem Finale der U20-WM auf Nigeria, vor vier Jahren bei der Heim-WM gab es einen hart erkämpften 2:0-Sieg mit Spielerinnen wie Alex Popp, Dzsenifer Marozsán und Kim Kulig. Nicht nur Maren Meinert saß damals bereits als Trainerin auf der Bank, auch die kanadische Schiedsrichterin Carol Anne Chenard leitete bereits damals das Finale.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Auf heute.de wurde ein Interview mit Silke Rottenberg veröffentlicht:

    Ein Programmhinweis zur Übertragung auf Eurosport ist vermutlich aus politischen Gründen nicht möglich – wäre aber schön gewesen …

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  • FFFan sagt:

    Das wird wieder ein fifty-fifty-Spiel. Nigeria hat sich im Verlauf des Turniers kontinuierlich gesteigert. Ein Merkmal dieser Mannschaft sind frühe Tore. Schon dreimal haben sie in der ersten oder zweiten Minute getroffen. Da muss unsere U20 von der ersten Sekunde an hellwach sein! Und mit Uchechi Sunday besitzen die ‚Falconets‘ zudem einen Super-Joker, der schon zweimal mit der ersten Ballberührung ein Tor erzielt hat!

    Nigeria ist keine Mannschaft, die unbedingt auf Ballbesitz aus ist. Im Halbfinale gegen Nordkorea überließen sie den Asiatinnen die Initiative und bestraften deren Fehler mit schnellen Tempogegenstößen. Insgesamt schätze ich die Afrikanerinnen zwar etwas schwächer ein als Frankreich, dennoch können sie uns mit ihrer ‚unorthodoxen‘ Spielweise gefährlich werden.

    Wie im Artikel genannt, sind Schnelligkeit und Athletik die wesentlichen Stärken dieses Teams, dafür spielen sie nicht so geordnet und lassen in der Defensive relativ viel zu. Hier liegt die Chance für Deutschland. Die sich bietenden Tormöglichkeiten müssen aber kaltschnäuzig verwertet werden. Eine wichtige Rolle könnten dabei Standardsituationen spielen. Die nigerianische Torhüterin wirkt nämlich bei Ecken und hohen Flanken ziemlich unsicher.

    In drei Stunden geht’s los – ich freue mich auf ein spannendes Finale!

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  • dummkopf sagt:

    Es macht natürlich den Eindruck, dass es zumindest für die Daumendrückergemeinde völlig sinnlos ist, irgendetwas sinnvolles sportliches zum Spiel zu sagen oder an Kommentar zu erwarten.
    Wenn wir gewinnen waren alle super, wenn wir verlieren gehören alle suspendiert.
    Gestern wurde zum Glück ein ziemlich herber Kommentar dazu wegzensiert. Eigentlich gut so. Kann man den Glaubens-Fans heute mal einen etwas softeren Spiegel vor das Gesicht halten.
    Mal sehen was passiert.
    Ich kann mich an eine lustige Kommentarreihe zur Entwicklung der Jugendarbeit hier erinnern. Sogar mehrere. Immerhin gab es fast eine Mehrzahl der Kommentare, die darin übereinstimmten, dass im U-Bereich die langfristige Weiterführung der talentierten Spieler an die nächste Leistungsstufe unbedingt Vorrang einzuräumen ist, gegenüber dem (Trainer?)-Ehrgeiz des kurzfristigen momentanen Erfolges.
    Oh Halleluja!
    Aber nur solange man selber nicht der „Trainer“ ist, der den kurzfristigen Erfolg braucht. Springen bei der U17 noch ein bisschen eher die wirklichen Jugendinteressierten durch die Kommentare, ist das natürlich bei den Glaubensfans der U20 hier gar kein Thema mehr. Nicht ein einziger Kommentar dazu während der ganzen Veranstaltung, wenn ich mich nicht irre? Der Titel solls natürlich sein, was denn sonst? Nachschub für die N11? Interessiert niemand. Wer braucht sowas? Die werden das Ding schon ohne Nachwuchs schaukeln.
    Dabei muss jeder mitdenkende N11-Fan nach dem Halbfinale eigentlich wehmütig nach Frankreich schauen. Die haben zwar keinen Titel. Aber einige, die wunderbare Nachwuchsspielerinnen für die N11 werden können. Aber Hauptsache wir holen den Pott.
    Na dann, auf gutes Gelingen!

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  • Fuxi sagt:

    Ehrlich gesagt, wenn man sich die bisher gezeigten Leistungen beider Teams ansieht, wird es wohl ein buntes, aber relativ klares Finale. Ich rechne so in etwa mit einem 5:2-Sieg für Deutschland.

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  • tpfn sagt:

    @dummkopf
    sehr guter Beitrag, ist ein tolles Gefühl seine Meinung öffentlich kundzutun auch wenn man sich damit wenig Freunde macht, stimmts? Aber während du die spielerische Qualität unseres Nachwuchses vorallem im Vergleich zu Frankreich und das völlig zu recht in Frage stellst, sehe ich erstmalig Chancen vorallem was den Zusammenhalt, Teamfähigkeit, Freude im gemeinsamen Spiel etc. angeht, das kann richtig mitreißen und durchaus etwaige Qualitätsunterschiede wettmachen.

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