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Europas „Fußballerin des Jahres“: Fischer, Keßler oder Müller?

Von am 14. August 2014 – 15.07 Uhr 12 Kommentare

Was für ein Triumph für den VfL Wolfsburg! Nilla Fischer, Nadine Keßler und Martina Müller werden in diesem Jahr den Titel Europas „Fußballerin des Jahres“ unter sich ausmachen. Und auf den Plätzen vier und sieben landeten zwei weitere Spielerinnen des VfL Wolfsburg.

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Wie die UEFA heute bekanntgab, habendie drei Spielerinnen Nilla Fischer, Nadine Keßler und Martina Müller (in alphabetischer Reihenfolge) die meisten Punkte erhalten.

Wolfsburger Dominanz
Die drei Spielerinnen standen allesamt auf dem Platz, als der VfL Wolfsburg seinen Champions-League-Titel in Lissabon mit einem dramatischen 4:3-Sieg gegen Tyresö FF verteidigte. Platz vier belegt Keßlers Mittelfeldpartnerin Lena Goeßling, Platz 7 teilt sich Alex Popp, die in Deutschland zur „Fußballerin des Jahres“ gewählt wurde, mit der fünffachen brasilianischen Weltfußballerin Marta.

Schlüsselspielerinnen
Die Schwedin Fischer war erst vor der vergangenen Saison zum VfL Wolfsburg gewechselt und erwies sich schnell als Fels in der Brandung in der Wolfsburger Innenverteidigung. Sie gewann mit ihrem neuen Verein in der Debütsaison sofort die Deutsche Meisterschaft und den Champions-League-Titel. Kapitänin Nadine Keßler zog im Mittelfeld in der gesamten Saison eindrucksvoll die Fäden und führte ihr Team in den vergangenen zwei Spielzeiten zu fünf von sechs möglichen Titeln. Und Wolfsburgs Urgestein Martina Müller war mit zehn Treffern in der Champions League, darunter zwei im Finale, die beste Torjägerin des Wettbewerbs.

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Teamfoto des VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg stellt die Top 3 bei der Wahl zur „Fußballerin des Jahres“ © Marion Kehren / girlsplay.de

Trainer trafen Vorauswahl
In einer ersten Wahlrunde hatten die acht Trainer der Viertelfinalisten der vergangenen Saison in der UEFA Women’s Champions League die zehn besten Spielerinnen bestimmt. Anschließend wählte eine Jury aus zwölf von der ESM ausgewählten Journalisten, die regelmäßig über Frauenfußball berichten, in einer zweiten Runde die drei Nominierten.

Live-Abstimmung am 28. August
Dieselbe Jury wird nun live und auf elektronischem Weg auch über die Gewinnerin entscheiden. Die Auszeichnung für die beste Spielerin wird am 28. August im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Monaco verliehen.

Die Plätze 4 bis 10 teilen sich wie folgt auf:

4. Lena Goeßling (GER, VfL Wolfsburg) – 6 Punkte
5. Verónica Boquete (ESP, Tyresö FF/Portland Thorns) – 5
5. Lotta Schelin (SWE, Olympique Lyonnais) – 5
7. Marta (BRA, Tyresö FF/FC Rosengård) – 3
7. Alexandra Popp (GER, VfL Wolfsburg) – 3
7. Caroline Seger (SWE, Tyresö FF/Paris Saint-Germain) – 3
10. Christen Press (USA, Tyresö FF/Chicago Red Stars) – 2

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    Hm… aber Popp ist doch „Deutschlands beste Spielerin“… und Deutschland gehört zu Europa… und Keßler, Müller, Fischer (nicht alphabetisch) sind doch in Deutschland hinter Popp… hm…

    😉

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  • Pauli.Fußballfan sagt:

    Einmal möchte ich die Erste sein, die ausspricht, was Viele denken: Gerade die Nominierung von Kessi ist soooooo verdient! 😉

    Ich glaube, ich habe selten einem Sportler einen Erfolg so sehr gegönnt wie Nadine Keßler am heutigen Tag. Ich hoffe, am 28. August wird wieder die richtige Entscheidung getroffen! Mein Tag ist auf jeden Fall gerettet!

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  • Sheldon sagt:

    Da sieht man mal wieder, dass Journalisten nur auf Erfolge achten! Keine der drei Spielerinnen stände da oben jetzt, wenn die beiden Spiele gegen Tyresö FF und Frankfurt schief gegangen wären, sondern dann hätten vermutlich Press, Marta und Boquete von der Spitze gegrüßt. Das ist keine „Fußballerin des Jahres“-Wahl, sondern das ist eine Fußballerin des Monats Mai-Wahl. In ihrer Form nicht ernstzunehmen!

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  • never-rest sagt:

    @waiiy: Die Wahl zur besten Fußballerin Deutschland kann leider solange nicht ganz ernst genommen werden, wie die Wahl unter Federführung dss Fachmagazins für Männerfußball „Kicker“ stattfindet und nicht FF-Experten wie die Trainer der FF-BL und Sportjounalisten, die sich auch mit dem FF ernsthaft beschäftigen, beteiligt sind.

    @sheldon: schon klar, ist ja auch keine Spielerin vom 1FFC dabei.

    Die 3 Topnominierten sind auf ihren Positionen jeweils abbsolute europäische Spitze. Ihre Leistungen lassen sich aber m.E. nur bedingt vergleichen. Für mich ist die 1. Wahl jedenfalls eindeutig die Königin Europas im Zentralen MF, zumal Nadine Keßler ihre überragenden Leistungen schon 2013, wo sie m.E. auch schon die Wahl verdient gehabt hätte, 2014 noch einmal eindrucksvoll mit WOB und der N11 bestätigt hat.

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  • Alice sagt:

    Und warum feierten die drei so viele Erfolge, auf welche die Trainer und Journalisten nun achten können? Weil sie absolute Weltklasse bewiesen haben und als „3 der europaweit besten Spielerinnen“ während des letzten Jahres noch einen Ticken besser waren als die anderen! Von nichts kommt nichts!

    Das gesamte Trio hätte es verdient, aber ich denke wir sind uns alle einig, dass für Kessi nun langsam mal eine große Auszeichnung fällig ist.

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  • Tiberias sagt:

    Also wenn es diesmal mit halbwegs rechten Dingen zugeht und wenn man sich anschaut, wer diesmal votiert (Zitat: „eine Jury aus zwölf von der ESM ausgewählten Journalisten, die regelmäßig über Frauenfußball berichten“), dann kann das Ergebnis nur lauten: „Kessi“ Nadine Keßler!
    Solche „Lottospiele“ wie in der Wahl zur deutschen Fußballerin des Jahres, die man wohl irgendwie an die Wahl der Herren-Fußballer mit drangehängt hat, muss man nicht wiederholen.

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  • GG sagt:

    Zugegeben, der Einwurf von @sheldon hat durchaus seine Berechtigung. Allerdings …
    1. Die Lebenswirklichkeit bestätigt immer wieder „The winner takes it all“, und
    2. Dieser Triumph der Wölfinnen ist durchaus verdient, weil durch starke Leistungen erarbeitet.
    Wie bereits vielfach und ausgiebig diskutiert, nach der Niederlage in München hat WOB den Frauenfußball in Deutschland und auf europäischer Bühne mit stetig steigernder Intensität dominiert. Angeführt von einer einsatz-, willens-, führungs- und in wichtigen Momenten auch noch abschlußstarken Nadine Keßler, hat das Team über die Schlüsselspiele am 30.03.2014 (der 1. FFC „verschenkt“ 2 Punkte in Leverkusen) und am 27. April 2014 (das eigene, fast schon epische UWCL-Halbfinalrückspiel gegen TP) den absoluten Willen zum Nutzen der sich noch bietenden Gelegenheiten entwickelt. Und so wird ein 0:2 Halbzeitrückstand im UWCL-Finale gedreht und in der (offiziell) vorletzten Spielminute der BuLi-Saison das entscheidende Tor erzielt.

    Ich hatte nicht mit diesem überragenden (Zwischen-) Ergebnis dieser Wahl gerechnet, obgleich ich in meiner Erwartung vom 18.07. bereits alle 5 Wölfinnen unter den Top 7 gesehen hatte. Nun denn, dann teilt sich das Rudel eben die gesamte Beute.

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  • Daniel Meuren sagt:

    Die fachlundigen Leser von womensoccer.de scheinen meine Meinung zu teilen … http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/frauenfussball-wahl-als-farce-13090394.html

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  • FFFan sagt:

    Die Top 3 ist etwas sehr ‚WOB-lastig‘ geraten. Gibt’s bei anderen Vereinen keine guten Fußballerinnen? 😉

    Nadine Keßler hätte es aber auf jeden Fall verdient, zu Europas Fußballerin des Jahres gewählt zu werden!

    Im Artikel gar nicht mehr erwähnt wird Lena Lotzen, die ebenfalls auf der ‚Shortlist‘ war und nun wohl (mit null Stimmen?) den 11.Platz belegt hat.

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  • helena sagt:

    Wer sich die Liste der nominierten Männer anschaut, wird die gleichen Argumente bringen können und das obwohl Männerfußball nun wahrhaftig nicht mit Nichtachtung bedacht wird. Jeder Journalist ist doch mindestens mit Messi befreundet.

    Angesichts der vielen Manipulationen an solchen Listen und Wahlen stellt sich allerdings auch die Frage, wer da wo gedreht haben mag, dass die PR passt? – Was nicht bedeutet, dass die 3 Wölfinnen es nicht verdient hätten, dort zu stehen. Aber eine CL-Siegerin lässt sich halt besser verkaufen als eine Spielerin, die nichts gewonnen hat.

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  • GG sagt:

    @Markus Juchem:
    Nach erster Euphorie hat sich eine leichte Irritation bei mir hinsichtlich des Endabstimmungs- und Auszeichnungstermins eingestellt: Wieso habe ich Freitag, den 22.08.2014 vor Augen ? Ist nicht für diesen Tag die UWCL-Auslosung angesetzt ? Oder vollzieht die UEFA etwa eine deutliche Aufwertung des Frauenfußballs durch Einbindung in die Zeremonien des Männerwettbewerbs ?

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  • Aldur sagt:

    Immer wenn um den Jahreswechsel die Ballon d’Or Wahl naht, und Marta wieder unter den Top 3 auftaucht, geht in schöner Regelmäßigkeit das Geschrei los, was sie da zu suchen hätte, sie hätte ja gar nichts gewonnen. Ich frage mich dann immer, warum das bei einer individuellen Auszeichnung das entscheidende Kriterium sein sollte, schließlich werden im Fussball Titel nicht von Einzelnen, sondern von Mannschaften aus 11 plus x Spieler(inne)n gewonnen. In diesem Fall haben wir bei der europäischen Wahl 3 Kandidatinnen vom aktuellen Champions League Sieger, von denen 2 diesen Titel zum zweiten Mal in Folge errungen haben, so dass auch dieses – in meinen Augen zu vernachlässigende – Kriterium erfüllt sein sollte.

    Wegen der im Fussball bei den Frauen geringeren medialen Einblicksmöglichkeiten in andere europäische Top-Ligen würde ich mir nicht herausnehmen wollen, abschließend beurteilen zu können, ob es andere Spielerinnen gäbe, die mehr verdient hätten, in der Endauswahl zu stehen. Das ist bei solchen Wahlen ohnehin immer eine teils subjektive Geschichte. Ich kann für meinen Teil aber sagen, dass mich beeindruckt, wie Nadine Keßler die erfolgreiche Wolfsburger Mannschaft auf dem Platz führt, und sowohl dort, als auch in der deutschen Nationalmannschaft seit mehr als einer Saison auf konstant hohem Niveau ihre Leistung abruft. Insofern wäre sie für mich die logische Wahl, und wäre das auch gewesen, wenn Wolfsburg das CL-Finale verloren hätte, oder gar schon in Halbfinale an Potsdam gescheitert wäre.

    Wenn ich einen Tip über den Wahlausgang abgeben sollte, würde ich allerdings vermuten, dass Martina Müller das Rennen macht, da sie als langjährige deutsche Nationalspielerin international bekannter ist, und zudem bei beiden Wolfsburger CL-Finalsiegen mit entscheidenden Toren glänzte. Gänzlich unverdient wäre ihre Wahl sicher auch nicht. Zumal ich mich so weit aus dem Fenster lehnen würde, dass Nadine Keßler – so sie halbwegs verletzungsfrei bleibt – nicht zum letzten Mal unter den Top 3 dieser Wahl zu finden sein wird.

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