U20-WM: DFB-Elf spielt 5:5!

Von am 9. August 2014 – 11.27 Uhr 46 Kommentare

Im zweiten Gruppenspiel der U20-Frauenfußball-WM in Kanada sorgten Deutschland und China beim spektakulären 5:5-Remis im Dauerregen für eine wahre Torflut, die Einstellung eines WM-Rekords und ein weiteres Novum.

Im Commonwealth Stadium von Edmonton trennten sich die DFB-Elf und China 5:5 (2:1). Es war nicht nur die Einstellung des Torrekords bei einer U20-WM, sondern im zehnten Duell mit den Asiatinnen auch das erste Remis nach sieben Siegen und zwei Niederlagen. Zuvor waren erst einmal bei einer U20-WM zehn Treffer gefallen, 2006 gewann die DFB-Elf in Russland mit 9:1 gegen Mexiko.

Führung durch Bremer
Bis zur Halbzeitpause deutete noch nicht vieles auf eine derart denkwürdige Partie hin. Die DFB-Elf ging früh in Führung, denn nach einem weiten Schlag von Felicitas Rauch aus der eigenen Hälfte nahm Pauline Bremer den Ball gedankenschnell auf, umkurvte Chinas Torhüterin Lu Feifei und verwertete sicher (10.). In der Folge erwiesen sich allerdings die Chinesinnen als der erwartet unbequeme Gegner und den Asiatinnen gelang wenige Minuten vor der Pause der Ausgleich.

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Däbritz trifft
DFB-Torhüterin Meike Kämper konnte einen Distanzschuss von Tan Ruyin zwar noch an die Latte lenken, doch den Abpraller verwandelte Zhu Beiyan mühelos (40.). Doch noch vor dem Halbzeitpfiff durften die DFB-Spielerinnen noch einmal jubeln, als Bremer den Ball quer in den Lauf von Sara Däbritz legte, die mit einem platzierten Schuss für die neuerliche Führung sorgte (45.+1). Doch in der zweiten Halbzeit sollten sich die Ereignisse dann überschlagen.

Tore am Fließband
Erst gelang Tang Juali der schnelle Ausgleich (48.), doch Theresa Panfil sorgte mit einem als Flanke gedachten Heber von der rechten Strafraumseite für die neuerliche Führung (51.). Doch auch der dritte Treffer brachte keine Sicherheit ins deutsche Spiel, postwendend glich China durch Lei Jiahui nach einer Ecke wieder aus (52.). Und zehn Minuten später schien sich das Blatt vollends gegen die Deutschen zu reichten, die Asiatinnen gingen nach einem von Bremer verursachten umstrittenen Handelfmeter erstmals in Führung (62.).

Sara Däbritz

Sara Däbritz traf doppelt gegen China
© Zetbo / Framba-Fotos.de

Vorzeitiger Viertelfinaleinzug verpasst
Doch die DFB-Elf zeigte Biss und kam in die Partie zurück, als Däbritz mit ihrem zweiten Treffer einen diesmal unumstrittenen Handelfmeter sicher verwertete (68.). Als kurz darauf Panfil mit ihrem ebenfalls zweiten Treffer auf 5:4 erhöhte (71.) flackerte die Hoffnung auf einen vorzeitigen Viertelfinaleinzug noch einmal auf, doch Zhang Zhu erwies sich als Spielverderberin und sorgte für den 5:5-Endstand (80.).

Meinert: „Ein 5:5 habe ich noch nicht erlebt“
„Es war ein ungewöhnliches Spiel und Ergebnis. Ein 5:5 habe ich persönlich auch noch nicht erlebt, aber das ist noch nicht einmal ein ungerechtes Ergebnis. Die Punkteteilung geht in Ordnung“, so DFB-Trainerin Maren Meinert nach der Partie: „Wir müssen sicher über viele Dinge reden, die passiert sind, aber auf der anderen Seite ist es uns auch gelungen nach einem Rückstand wiederzukommen. Deshalb glaube ich, dass der Punkt sehr wichtig für uns war.“

Am Dienstag gegen Brasilien
Die USA gewannen im zweiten Spiel der Gruppe B 1:0 (0:0) gegen Brasilien, so dass die DFB-Elf nach zwei Spieltagen mit vier Punkten an der Tabellenspitze liegt, gefolgt von den USA (3), China (2) und Brasilien (1). Somit hat es Deutschland im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien am Dienstag, 12. August, (live ab 22 Uhr auf Eurosport) in der eigenen Hand, sich für die K.-o.-Runde zu qualifizieren. In Gruppe A unterlag Ghana mit 0.3 gegen Nordkorea, Gastgeber Kanada bezwang Finnland mit 3:2.

Deutschland – China 5:5 (2:1)

Deutschland: Kämper – Rauch, Knaak, Gidion, Wilde – Däbritz, Dieckmann (78. Gaugigl), Magull (60. Schermuly), Panfil – Petermann (85. Dallmann), Bremer

China: Feifei Lu – Lingwei Yao, Xiudong Zhong, Siqi Lyu, Yuyi Xiao (66. Shuang Wang) – Jiahui Lei (74. Tianlun Shi), Jiali Tang, Mengwen Li, Ruyin Tan – Zhu Zhang, Beiyan Zhu (78. Chen Zhang)

Tore: 1:0 Bremer (10.), 1:1 Zhu (40.), 2:1 Däbritz (45.+1), 2:2 Tang (48.), 3:2 Panfil (51.), 3:3 Lei (52.), 3:4 Zhu (62. Handelfmeter), 4:4 Däbritz (68. Handelfmeter), 5:4 Panfil (71.), 5:5 Zhang (80.)

Schiedsrichterin: Quetzalli Alvarado (Mexiko)

Gelbe Karten: Tang

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

46 Kommentare »

  • Hitzfeld09 sagt:

    @ Fuxi: Schon eine gewagte Behauptung, dass die Herren vom HSV besser defensiv gearbeitet haben als die U20 Mädels in diesem einen Spiel … (lol)

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