Conny Pohlers verlässt VfL Wolfsburg

Von am 30. Juli 2014 – 18.40 Uhr 13 Kommentare

Conny Pohlers wird zukünftig nicht als Erzieherin im Nachwuchs-Internat von VfL Wolfsburg sowie als Co-Trainerin der B-Juniorinnen arbeiten. Die frühere Topstürmerin verlässt den Verein zum 31. Juli wegen potenzieller Interessenskonflikte.

In einem am Ende der vergangenen Woche geführten Gespräch informierte die 35-Jährige den Sportlichen Leiter und Cheftrainer der VfL-Frauen, Ralf Kellermann, über ihre Entscheidung, dass sie sich mit der Gründung eines Beratungsunternehmens für Fußballerinnen selbstständig gemacht hat. Eine gleichzeitige Tätigkeit beim VfL und die Mitarbeit als Gesellschafterin in einer Spielerberatungsagentur war aus VfL-Sicht nicht möglich.

Conny Pohlers krönte 2013 ihre Erfolgskarriere mit dem Gewinn der Champions League © Marion Kehren / girlsplay.de

Conny Pohlers: Selbstständigkeit statt Festanstellung © Marion Kehren / girlsplay.de

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Potenzielle Interessenskonflikte
„Das hätte einen Interessenskonflikt nach sich gezogen. Es ist sehr schade, dass Conny nun doch nicht für den VfL arbeiten wird. Sie wird immer ein Teil der VfL-Familie bleiben, auch wenn sie sich beruflich jetzt kurzfristig anders orientiert hat“, so Kellermann.

VfL wünscht Pohlers Erfolg
Auch VfL-Geschäftsführer Thomas Röttgermann bedauert, dass Conny Pohlers den VfL verlässt: „Wir hätten uns gewünscht, dass sie weiter für den VfL tätig ist. Aber wir respektieren natürlich ihre Entscheidung, dass sie sich in nächster Zeit um den Aufbau ihrer Agentur kümmern möchte. Für ihren beruflichen Einstieg wünschen wir ihr viel Erfolg. Conny hat sich im Laufe der Jahre so viele Verdienste um den VfL erworben, dass ihr die Türen beim VfL immer offen stehen werden.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

13 Kommentare »

  • Tiberias sagt:

    Und wieder dieses Manager-Sprech aus WOB und die Denke, die dahinter steckt … „potentielle Interessenkonflikte“ … mein Gott! Als ob es hier um Milliarden ginge! Hat die ARD etwa Günter Netzer seinerzeit als TV-Experten entbunden, obwohl er gleichzeitig mit seiner Agentur die Länderspiele an die Sendeanstalten verkaufte? Nein, hat sie nicht! Im Gegenteil, er zog munter über manches Un-Spiel daher!
    Interessant auch, dass sich nur (Keller+Röttger)mann geäußert haben und zumindest in dieser Mitteilung kein Wort von Conny zu lesen war.
    Vielleicht ist es aber gleich ein guter Einstieg für Conny, Navina & Co., welcher Wind ihnen künftig um die Nase wehen wird. Zumindest hier und da.

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  • Sheldon sagt:

    Wenigstens rechtlich konsequent! Wäre ja noch schöner gewesen, Conny Pohlers als Spielerflüsterin des VfL…

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  • FF-Tale sagt:

    Zitat: „… wegen potenzieller Interessenskonflikte. … Eine gleichzeitige Tätigkeit beim VfL und die Mitarbeit als Gesellschafterin in einer Spielerberatungsagentur war aus VfL-Sicht nicht möglich.“

    Detailfrage: Tatsächlich „Interessens-Konflikt“ (z.B. bei Interessenskollisionen in Transferfragen) oder vllt. doch eher die Befürchtung eines „Zeit-Konflikts“? (Weil der Club meint, mit zwei Paralleljobs würde sich Pohlers nicht hinreichend ihrem WOB-Arbeitspensum widmen?)

    Naja, so erspart sich Pohlers wenigstens leidige Diskussionen und Shitstorms etc. 🙂 , wenn z.B. „zufällig“ eine ihrer Agenturspielerinnen nach WOB wechselt oder andersherum ausgerechnet eine von ihr gemanagte Spielerin WOB verlässt (Letzteres aus WOB-Arbeitgebersicht sicher tendenziell noch konfliktbehafteter in so einer Parallel-Beschäftigungskonstellation).

    Man kennt ja die einschlägigen „Geschmäckle“-Diskussionen bei FF-Transfers. Überraschend, dass sie doch so schnell ihre Zelte in WOB abbricht, aber dann wohl doch für beide Seiten die stressfreiere Verfahrensweise.

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  • neutrum sagt:

    Im Bösen sind die zwei, Conny und der VFL Wolfsburg, nicht Auseinander gegangen.
    Sonst hätte es wohl kaum ein Abschiedsspiel gegeben.

    Bitte auch an den DFB dabei denken, ein oder eine Spielervermittler/in darf nicht in einem Verein tätig sein.

    Dies wird der eigentliche Grund sein, das heisst natürlich nicht das man keine guten Kontakte pflegen darf.

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  • FF-Tale sagt:

    Zitat neutrum: „Bitte auch an den DFB dabei denken, ein oder eine Spielervermittler/in darf nicht in einem Verein tätig sein.“

    Also wenn sich etwas im internationalen Fußball (Männer und Frauen) erfolgreich wie nix Anderes irgendwelchen juristischen Regularien und Kontrollmöglichkeiten entziehen kann, dann ist es die Branche der Spieleragenturen.

    Prominentes Bsp.: SiDi ist doch auch Club-Manager und parallel freiberuflicher Spieleragent. Laut eigenem Bekunden mischt er sich zwar nicht in Transferfragen seiner Schützlinge ein (Interviewaussage in FAZ (oder ZEIT?) vor ein paar Jahren), allerdings lässt sich diese Aussage aber auch schwer verifizieren.
    Kuligs Transfer (HSV-Frankfurt) ist dabei geradezu das Paradebsp. für „Geschmäckle“-Transfer plus zugehörigen Diskussionen/Shitstorms in FF-Kreisen. 😉
    Siehe Kommentar oben: Pohlers wird dank WOB-Vertragsauflösung um solche Kulig-Stories herumkommen. Alles richtig gemacht (…bisher).

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  • Altwolf sagt:

    Eigentlich sehr schade, daß Conny dem Verein nicht mehr im Nachwuchsbereich zur Verfügung steht.

    Aber die klare Trennung ist dann über jeden Zweifel erhaben und nimmt dadurch den vorh
    ersehbaren Konflikten die Diskussionsgrundlage.

    @Tiberias.

    Warum wundert dich die „Dünnhäutigkeit“ der Beteiligten ?
    Wenn man nur die nahe Vergangenheit betrachtet, dann wartet man doch nur auf irgend eine Mögichkeit da Kungelei zu unterstellen.

    Und Erfolg hat nicht nur „Freunde“.

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  • dummkopf sagt:

    Ich finde bemerkenswert, dass Pohlers die Agentur bevorzugt gegenüber dem doch äusserst sicheren und sicher nicht schlecht bezahlten Job beim VfL.
    Die müssen da ja ein gutes Geschäft erwarten. Wenn aber angeblich (anscheinend?) nur wenige Spielerinnen in den Grössen ab 5000EUR monatlich aufwärts verdienen?
    Was können da „Beraterhonorare“ sein?
    Und wenn man bei kleineren Gehältern anfängt, müssten sich in Deutschland aber viele Menschen in vielen Berufen „beratern“ lassen, die so auch ganz gut alleine klar kommen.
    Und ob der FF selbst bei der gegenwärtigen Entwicklung nicht noch viele, viele Jahre braucht, bis er solche Gehälter in grösseren Mengen einspielen kann?

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  • Neutral77 sagt:

    @Sheldon,

    genauso sieht es aus !!!

    Wo kommen wir denn hin, wenn es eine Konkurrenz zum Spieleflüsterer Siggi Diedrich gäbe ……

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  • jochen-or sagt:

    Wenn sie clever ist – und davon gehe ich aus -, wird sie natürlich über kurz oder lang auch Männer vertreten.
    Und da lässt sich einiges mehr verdienen.

    Es ist sowieso nicht einsehbar, dass in dieser Branche fast ausschließlich Männer für Männer tätig sind.

    Wer sich da alles tummelt, darüber muss man sich ja nicht auslassen. Da wäre eine kluge und durchsetzungsfähige Frau, die sich womöglich besser an den wahren Interessen des/der Spielers/Spielerin orientiert, sicherlich mal was Erfrischendes.

    Verführerisch ist das (zusätzliche) Geld, was man bei einem Wechsel verdient, natürlich immer – auch wenn man dann die/der Spieler/in auf der Ersatzbank sitzt.

    Ich bin jetzt schon gespannt, wie es all den Wechslerinnen zu PSG und Lyon ergeht.

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  • Sheldon sagt:

    @Neutral: Wer zu Siggi Dietrich geht, weiß er, woran er ist. Man sollte wissen, dass er als Manager von Frankfurt natürlich auch deren Interessen vertritt. Und soweit ich weiß, managt Dietrich zur Zeit auch nur Frankfurterinnen.

    Wie dem auch sei, der große Unterschied ist immer: Dietrich ist an von außen gegebene wirtschaftliche Grenzen gebunden, an die beim VfL niemand gebunden ist! Und das ist es, was die gesamte Situation unterschiedlich macht!

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  • holly sagt:

    die Märchenstunde von Sheldon Grimm geht weiter. Na klar der VFL hat einen unbegrenzten Etat(ich lach mich schlapp). Wie kann man nur soviel Unsinn in so wenigen Sätzen schreiben. Der VFL hat wie jeder andere Verein einen festgesetzten Etat. Mit dem Geld müssen sie auskommen.
    Wenn S. Dietrich halt eine erfolglose Mannschaft zusammenkauft die über Jahre erfolglos war, dann muss man damit leben, das die Sponsoren ihre Zahlungen kürzen. Vielleicht solltest du Herr Dietrich mal sagen das er eine bessere Einkaufspolitik betreiben soll, dann werden sie vielleicht irgendwann wieder erfolgreich sein. Mit ein bisschen Glück kriegen sie dann vielleicht wieder mehr Geld.

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  • helena sagt:

    @jochen-or: Es gibt bereits (erfolgreiche) weibliche Spielermanager, die nicht mit den vermittelten Spielern liiert sind wie weiland Frau Illgner; sie wäre also nicht die erste, die sich dazu aufschwingt.

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  • soccerstar sagt:

    Ich habe mich auch gewundert, als ich innerhalb weniger Tage erst die Nachricht über Connys Einbindung in den VfL und dann die Mitteilung über die Gründung der Agentur las. Gut, dass diese beiden Dinge nun von vorne herein getrennt worden sind.

    Ich wünsche Conny und Navina Alles Gute für die Agentur. Es ist gut zu sehen, wie diese „Generation“ Spielerinnen doch durch bewusste Berufsentscheidungen frühzeitig den Grundstein dafür gelegt haben, den Frauenfußball auch nach der aktiven Karriere weiter voran zu bringen.

    Man denke daran, welch „interessante“ Berufsausbildungen und Jobs die Generation davor um Silvia Neid, Steffi Jones usw. neben dem Fußball gemacht haben, weil sie entweder durch Unterstützer ihrer Vereine angestellt wurden oder so wenigstens Arbeit und Training vereinbaren konnten. Schließlich können und dürfen auch nicht alle ehemaligen Nationalspielerinnen beim DFB angestellt werden!

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