DFB-Elf gewinnt in Kanada

Von am 19. Juni 2014 – 8.57 Uhr 45 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat das Testspiel gegen Kanada am Donnerstagmorgen in Vancouver knapp, aber verdient gewonnen. Ein Elfmetertor von Simone Laudehr sorgte Mitte der zweiten Halbzeit im BC Place von Vancouver für die Entscheidung.

Gute Kulisse
15 618 Zuschauer waren in das Stadion gekommen, in dem am 5. Juli 2015 das WM-Finale ausgetragen wird, und der DFB-Elf gelang beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen den Weltranglisten-Siebten ein gelungener Testlauf.

Highlights des Spiels anschauen

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Führung durch Lotzen
Lena Lotzen sorgte nach knapp einer halben Stunde für die Führung, Laudehr hatte geflankt und Anja Mittag den Ball per Kopf verlängert (29.). Kurz darauf hätte es bereits 2:0 stehen können, doch Bianca Schmidt vergab nach Flanke von Mittag aus aussichtsreicher Position (30.).

Popp trifft Latte
Die erste Chance des Spiels auf dem Kunstrasen hatten zuvor die Gastgeberinnen durch Christine Sinclair gehabt, doch Angerer behielt im Eins-zu-Eins-Duell die Oberhand (12.). Die beste deutsche Chance vor dem Treffer hatte Popp mit einem Lattenschuss aus rund 30 Metern (18.). Nach der Pause gelang Sophie Schmidt der kanadische Ausgleich, eine Bogenlampe setzte sich über DFB-Torhüterin Nadine Angerer hinweg ins deutsche Tor (53.).

Jubel der DFB-Elf

Die DFB-Elf gewann verdient in Vancouver (Archiv-Bild) © Karsten Lauer / girlsplay.de

Laudehr sorgt für Entscheidung
Doch in der Folge hatte die DFB-Elf zahlreiche Chancen, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben, scheiterte aber immer wieder an Kanadas starker Torhüterin Erin McLeod, die in der zweiten Halbzeit Karina LeBlanc ersetzt hatte. Und so war es ein Foulelfmeter, durch den die deutsche Mannschaft den Sieg perfekt machte: Nach Foul von Kadeisha Buchanan an Lotzen, traf Laudehr vom Elfmeterpunkt (65.).

Neid sehr zufrieden
Bundestrainerin Silvia Neid meinte: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben gut organisiert gespielt, mit einem guten Pressing gegen den Ball und uns viele Torchancen erarbeitet. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die eine Energieleistung am Ende der Saison gezeigt hat. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt den Charakter dieser Mannschaft.“

Effektivität verbessern
Und Siegtorschützin Laudehr ergänzte: „Kanada war ein erwartet schwerer und athletischer Gegner, aber wir haben das defensiv sehr gut gemacht, viele Balleroberungen gehabt, nur an der Chancenverwertung müssen wir noch arbeiten. Alles in allem war es ein guter und erfolgreicher Tag.“

Kanada – Deutschland 1:2 (0:1)

Kanada: LeBlanc (46. McLeod) – Wilkinson, Buchanan, Quinn (61. Zurrer), Yekka -Matheson, Fleming (71. Lawrence), Kyle (61. Scott), Belanger (56. Filigno) – Sinclair, Schmidt (80. Leon)

Deutschland: Angerer – B. Schmidt, Krahn, Wensing (67. Goeßling), Cramer (46. Hendrich) – Keßler, Marozsan – Lotzen, Mittag (67. Faißt), Laudehr (85. Behringer) – Popp

Tore: 0:1 Lotzen (29.), 1:1 Schmidt (53.), 1:2 Laudehr (65. Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Zurrer

Schiedsrichterin: Margaret Domka (USA)

Zuschauer: 15 618

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

45 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @Karl: Gegen wen fallen denn diese Tore? Kasachstan, Slowenien, Kroatien, Slowakei? Deutschland spielt doch bei den Frauen gegen viel, viel kleinere Mannschaften, gegen die es viel höhere Siege gibt, die die Statistik schönen.

    Schauen wir uns doch lieber mal die Statistik der deutschen Damen bei großen Turnieren an:

    Laudehr 25/6 (9/2 [WM], 11/3 [EM], 5/1 [OS])
    Mittag 18/4 (1/0, 13/3, 4/1)
    Sasic 17/5 (4/2, 9/3, 4/0)
    Alushi 12/5 (3/0, 5/3, 4/0)
    Goeßling 7/0 (2/0, 5/0)
    Marozsan 6/1
    Lotzen 6/1
    Keßler 6/0
    Leupolz 4/0
    Popp 4/0

    Keine der Spielerinnen hat echte spielentscheidende Knipserfähigkeiten geschweige denn eine Quote bei Turnieren, die auch nur annähernd an 0,5 herankommt (die beste noch mit weitem Abstand Alushi mit 0,43).
    Dagegen Thomas Müller mit 8 Toren in 7 WM-Spielen (davon 3 gegen Portugal, 2 gegen England, 1 gegen Uruguay und 1 gegen Argentinien).

    Auch von Quoten früherer Frauen-N11-Spielerinnen ist man weit entfernt, etwa von einer Inka Grings (8/5 und 11/10) sowie Birgit Prinz (24/14 und 20/8) oder Heidi Mohr (12/10 und 6/6).
    Überhaupt ein Tor bei Weltmeisterschaften haben bisher sowieso nur Sasic und Laudehr erzielt.

    Das meine ich damit. Die Nerven im entscheidenden Augenblick zu behalten. Wie das geht, zeigen eben Morgan und Wambach. Wambach mit 12/9 [OS] und 18/13 [WM] sowie Morgan mit 5/2 [WM] und 6/3 [OS], aber vor allen Dingen mit jede Menge wichtiger Treffer wie exemplarisch dem 2:2 gegen Brasilien in der 122. Minute bei der WM 2011 und dem 4:3 in der 121. Minute gegen Kanada bei Olympia 2012.

    Nur Sasic hat bisher bewiesen, dass sie im Stande ist, wirklich auch gegen die großen Teams viele und wichtige Tore zu machen. Dahinter kommt aber lange nix mehr!

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  • Detlef sagt:

    @Sheldon,
    Anders als Maxemus, sehe ich viele Dinge in Deinem Kommentar, die sich mit meinen Ansichten decken!!!

    Sheldon schrieb;
    „Mir geht es um Eigenschaften, die nicht antrainiert sind, sondern die in der Natur der Spieler liegen, die einfach einen unglaublichen Zug zum Tor haben…“

    Solche SpielerInnen bezeichnet man oft gern als „Straßenfußballer“ oder „Instinktfußballer“, die man nur sehr selten in irgend ein Taktik-Korsett integrieren kann!!!
    Allein deshalb sind sie vielen Trainern sehr suspekt, da man ihnen eigentlich viele Freiräume zugestehen muß, und sie zur vollen Entfaltung auch ihre „Wasserträger“ benötigen!!!

    Sheldon schrieb weiter;
    „…und vor dem Tor einfach mal kommentarlos draufhämmern, anstatt den Ball irgendwie kunstvoll am Torwart vorbeizulegen.“

    Hier sind wir wieder etwas auseinander, denn solche „StraßenfußballerInnen“ lieben es geradezu den Ball ins Tor hineinzutragen!!! 😉

    Sheldon schrieb;
    „Zudem sind die obengenannten Eigenschaften Eigenschaften, die von sehr charakterstarken Spielerinnen zeugen. Und ich weiß nicht, ob diese Spielerinnen tatsächlich erwünscht sind in der N11, weil sie natürlich nicht unbedingt die Spielerinnen sind, die sich einfach zurechtstutzen lassen.“

    Hier sind wir wieder beieinander!!!
    Solche Spielerinnen werden natürlich schon in frühester Jugend erkannt, einfach weil sie anders sind!!!
    Aber schon dort werden sie oft in taktische Korsetts gezwängt, daß ihnen entweder der Spaß am Fußball vergeht, oder sie sich widerwillig dreinfügen, und ihr Talent so verkümmert!!! 🙁
    Das richtige fordern und formen solcher Talente bedarf sehr viel Fingerspitzengefühl!!!

    Deinem letzten Absatz kann ich ebenfalls zu 100% zustimmen!!!
    Und damit schlagen wir endlich wieder den Bogen zum gestrigen Spiel, und Markus kann aufatmen!!! 😉
    Den vielen vergebenen Chancen muß man einfach nachtrauern, da sie zT auch sehr schön herausgespielt wurden!!!
    Wenn Du Dich dann nicht auch dafür belohnst, und am Ende sogar noch so ein doofes Tor kassierst (siehe auch das 2:1 in Frankfurt gegen TURBINE), dann ist das natürlich sehr bitter!!! 🙁

    Was uns mM nach die Amis vorraus haben, ist ihr „fighting spirit“!!!
    Das mag bei denen sogar schon angeboren sein, aber der hilft ihnen meist über so manche Schwächephasen hinweg!!! 😉
    Und hier komme ich wieder mit meiner Forderung nach mentaler Unterstützung!!!
    Zumindest hat man beim DFB dieses Problem anscheinend erkannt, und schon seit längerem einen Mentaltrainer dabei!!!
    Aber seine Hilfe muß auch angenommen werden, damit Körper und Geist im entscheidenden Moment eine Einheit bilden können!!! 😉

    Gestern hat uns gerade noch so der Strafstoß von Simon geholfen, unsere weiße Weste gegen Kanada zu behalten!!!
    Obwohl der mM sehr schlecht geschossen war, ähnlich dem 11-er von MAREN gegen Frankfurt!!! 🙁
    Wäre die gute Erin McLeod nämlich stehen geblieben, wäre die Partie nur Remis ausgegangen!!!

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  • Karl sagt:

    @sheldon: OK, so gesehen hast du natuerlich Recht, aber wie soll man so etwas scouten? Das kann man doch erst bei den Turnieren erkennen.

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  • Detlef sagt:

    Sheldon schrieb;
    „Das meine ich damit. Die Nerven im entscheidenden Augenblick zu behalten“

    Ganz genau darauf kommt es an!!! 🙂
    Du kannst trainieren bis Du umfällst, wenn Du im entscheidenden Moment die Nerven nicht behällst, geht „nüscht“….siehe ANJA gestern!!! 🙁
    Wenn das Mädel doch bloß Nerven wie Stahlseile hätte, dann wäre sie schon fünf mal Weltfußballerin geworden!!! 🙂

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  • berggruen1 sagt:

    @Detlef: Oh doch, Herr Ullrich war so frei, es tatsächlich in der Öffentlichkeit kund zu tun, sonst wüßte ich es ja nicht ;-). Wird auch hin und wieder bei Übertragungen noch erwähnt, v.a. dann, wenn die Kommentatoren glauben erwähnen zu müssen, dass die Zeiten der Flintenweiber schon lange vorbei seien. Wobei man sich dann fragt, warum man es noch anführt

    Was ich damit sagen will: Der Frauenfußball steht mit seinen Problemen, mit seinem Rechtfertigungsdruck und auch mit seinen Finanzierungsproblemen nicht alleine da. Es ist im Volleyball oder Handball, im Badminton und Skifahren so: Die Männer werden besser gefördert, besser finanziert, besser bezahlt etc.pp.

    Und nein, die Ausrede mit der Leistungsdichte zählt nicht. Da Männer besser ausgebildet werden, haben sie gefälligst auch mehr Leistung zu bringen als die Frauen. Und noch ein Beispiel aus dem Biathlon: Weiland, als wir noch das Wahnsinns-Frauen-Quartett um Disl hatten und die Staffel noch 7,5km laufen durften, da kam eben dieses Quartett (Apel, Disl, Henkel, Wilhelm) bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City auf eine Gesamtzeit, die bei den Herren zu Rang 5!!! (die in der Staffel ebenfalls 7,5km laufen, damals noch auf der gleichen Strecke) gereicht hätte. So viel zu der Leistungsdichte bei den Herren.

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  • Detlef sagt:

    @berggruen1,
    Das ist natürlich eine Ungeheuerlichkeit, die vom Verband sofort bestraft gehört hätte!!! ;(
    Aber da sitzen wahrscheinlich auch hauptsächlich Männer drin, die bei Ullrichs Frechheit sich ein Grinsen nicht verkneifen konnten!!! 🙁

    Das die Frauen auch in anderen Sportarten wesentlich schlechter gestellt sind, ist auch ein Abbild der Gesellschaft in der wir leben, wo Frauen im Durchschnitt 25% weniger Lohn bekommen als Männer!!! 🙁

    Aber das deswegen gleich der Name der Sportart geändert wird, und sogar von Altmeister Bernd Schröder immer wieder beteuert wird, es handle sich dabei um eine völlig eigenständige Sportart, das gibt es so nur im Fußball!!! 🙁

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Das mit dem „Ins-Tor-Tragen“ kann ich nicht bestätigen. Ich liebe hierzu die Ailton-Einstellung: Der Ball muss schnellstmöglich ins Tor, damit danach mehr Zeit zum Feiern da ist. 😉

    Und hier ist meine grundsätzliche Trainer-Kritik im FF: Wir haben heutzutage fast nur noch die 0/8/15-Trainer, bei denen die Meisterschaft schon vor der Saison auf dem Transfermarkt entschieden wird. Die Gleichung „Die 11 besten Spieler = Die beste Mannschaft“ geht nahezu zu 100% auf.
    Japans Auftritt 2011 war doch gerade deswegen so unglaublich erfrischend, weil hier eigentlich ein Außenseiter diese Regel gesprengt hat.

    Meines Erachtens ist die Denkrichtung im FF eine falsche: Man denkt von einer bestimmten Taktik her und sucht davon ausgehend die Spielertypen, die sich dort hineinpressen lassen. Die Taktik bestimmt die Spieler.
    Gerade in der Nationalmannschaft sollte aber das vorhandene Spielerinnenmaterial die Taktik bestimmen und nicht umgekehrt. Wenn man nunmal nicht die großen und bulligen Spieler hat, dann spielt man hinten eben mal mit ner 5er-Kette mit schnellen AVs und lässt den Spielern vorne Raum, um ein Feuerwerk abzulassen.

    Da könnte man eine ganze Menge machen, wenn man sich wirklich mal von taktischen Zwängen lösen könnte. Sasaki löste sich damals vom modischen 4-2-3-1 und spielte mit Raute, weil Sawa dort am besten zur Geltung kam. Das ganze Spiel war nur auf sie konzentriert, um sie herum wurden schnelle Außen, wuselige Stürmerinnen sowie eine rustikale „6“erin gebaut, die sie optimal unterstützten und zur Geltung brachten.

    Dazu ist es notwendig, Spielerinnen möglichst unpoliert zu lassen. Klar müssen sie technisch gut ausgebildet sein und taktische Grundkenntnisse hatten, aber wichtig ist vor allen Dingen, dass die Spielerinnen ihren Charakter behalten und sich auch aneinander reiben.

    @Karl/Detlef: Ich glaube, man kann solche Spielerinnen mit Nerven vor dem Tor ganz leicht scouten. Man holt einen ganzen Pool Spielerinnen und lässt dauerhafte Konkurrenz laufen und legt das Kriterium „Survival of the Fittest“ an. Solche mentale Stärke lernst du bloß im Konkurrenzkampf mit anderen und gegen dich selbst. Der ganze Kram mit Mentaltrainer, Psychologe usw. hilft doch keinen Deut, sondern verweichlicht die Spielerinnen doch nur. Wenn man mal daneben geschossen hat, dann ist das nunmal so, dann putzt man sich den Mund ab und haut das Ding beim nächsten Mal um so entschlossener rein.

    Wenn strikt nach effektiver Leistung entschieden würde und allein darauf fokussiert wäre, hätten wir keine mentalen Probleme mehr.

    Wir haben in Deutschland zur Zeit sicher 40 mögliche N11-Spielerinnen, jede Position 4mal besetzt. Da machst du 4 Jahre knallharten Konkurrenzkampf und siebst aus, sodass am Ende vielleicht nicht die technisch, taktisch und athletisch bestgewertetsten Spielerinnen mitfahren zur WM, dafür aber die, die die besten Nerven haben und am effektivsten spielen. Je feiner das Sieb und je größer die Auswahl, desto besser die Qualität.

    Und dann wird eine Anja Mittag beim nächsten Spiel mal nicht nominiert, wenn sie so einen Bock geschlagen hat, sondern dafür eben eine andere aus dem Pool, sagen wir Magull oder Wagner, vielleicht auch Simic, vielleicht Islacker, vielleicht Knaak, vielleicht Linden etc. Wichtig ist, dass die Trainerin ganz klar macht durch die Nominierung, dass diese ein echter Vertrauensbeweis ist und sie sich für die entschieden hat, obwohl sie sich für viele andere hätte entscheiden können, dass du dafür jetzt aber auch liefern musst!

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  • dummkopf sagt:

    Ich frage mich auch, ob man solche Äusserungen wie die von Ulrich, noch dazu wenn sie ohne vorherige Provokation getätigt wurden, nicht als zutiefst rassistisch bezeichnen muss !!!
    Leben wir denn in einem Zeitalter des Rassismus ???
    Darf heute denn jeder schwarzen Humor über andere sich ergiessen lassen, ohne dass das DFB-Gericht zusammentritt ???
    Und wieviele Frauen oder Angehörige anderer ethnischer Minderheiten sind darin vertreten? 🙁
    Muss man da nicht zumindest eine öffentliche Entschuldigung fordern !!!
    Aber egal wie die Geschichte ausgeht, da bleibt doch immer etwas an der Flinte hängen.
    Zum Glück haben wir solche Zustände im Frauenfussball noch nicht erreicht. Da geht es ja so viel niveauvoller zu. 😉 😉 😉

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  • Detlef sagt:

    Sorry Sheldon, aber jetzt entfernst Du Dich wieder von meinen Ansichten!!! 🙁
    Was meinst Du denn mit „0815-Trainern“???
    Dein Lieblingsverein war doch das allerbeste Negativbeispiel dafür, das 11-15 Top-Spielerinnen noch lange keine gute Mannschaft ergeben müssen, wenn der Trainer es nicht versteht, ein kampfstarkes Team daraus zu formen!!!
    Auch WOB hat lange gebraucht, um aus den vorhandenen guten Spielerinnen ein Top-Team zu formen!!!
    Natürlich haben die beiden finanzstärksten Vereine aus WOB und Frankfurt den großen Vorteil, daß sie beinahe jede Spielerin holen könnten, die in ihr Konzept paßt!!!
    Alle anderen müssen schauen was dann noch übrig bleibt, und sich aus diesem Pool bedienen!!!

    Dann wird es natürlich schwer, auf einem bestimmten taktischen Konzept zu beharren, weil man möglicherweise die Spielerinnen dafür nicht hat/bekommt, und dann anfangen muß die vorhandenen Kräfte umzuschulen!!! 🙁
    Eine gewisse Flexibilität ist sicher gut und wünschenswert, aber auf die Dauer bleibt es doch nur „Flickwerk“, und die Spielerinnen können ihre wahren Talente/Stärken nicht voll ausschöpfen!!!
    Deshalb sollte man als Verein immer in der Lage sein, sein Konzept den vorhandenen Spielerinnen, und dem Gegner entsprechend anpassen zu können!!!

    Völlig unverständlich ist so ein Vorgehen in unserer Natio!!!
    Hier sind wir uns wieder einig, daß der Bundesgöttin eine riesige Auswahl an guten bis sehr guten Spielerinnen zur Verfügung steht, aus der sie aber immer nur einen kleinen elitären Kreis aussucht!!! 🙁
    Hier ist es keine Frage des fehlenden Mamon, sondern eher eine idiologische!!!
    Eigentlich gäbe es hier überhaupt keine Einschränkungen, und sie könnte jedes nur erdenkliche System und Konzept umsetzen!!!
    Und hier stimme ich Dir zu, daß sie sich unnötigerweise selbst in ihren Möglichkeiten beschränkt!!! 🙁

    Sheldon schrieb;
    „Der ganze Kram mit Mentaltrainer, Psychologe usw. hilft doch keinen Deut, sondern verweichlicht die Spielerinnen doch nur.“

    Hier kommen wir DEFINITIV auf keinen gemeinsamen Nenner, denn dazu habe ich eine völlig entgegengesetzte Meinung!!! 😉

    Jede Spielerin braucht auch das Vertrauen der/des Trainers/in!!! 🙂
    Na klar ist es ein Leistungssystem, in dem (eigentlich) nur die Besten bestehen können sollen!!!
    Aber jede Spielerin macht auch mal einen Fehler, die ihr auch zugestanden werden muß, ohne gleich ihren Posten in der Natio in Frage zu stellen!!! 🙁
    Sonst würde keiner mehr ein Risiko eingehen, und nur noch alles „SAFE“ ablaufen!!!
    Aber man muß schon was riskieren, um am Ende auch erfolgreich zu sein!!!
    „no risk = no win = no fun“ 🙂

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  • holly sagt:

    @ Sheldon, schreib doch bitte mal an einem Beispiel aus dem FF/Mädchenfussball wie im Moment das Scouting da abläuft. Den Verein kannst du frei wählen.
    Wenn deine Gleichung fast immer aufgeht 11 besten Spielerinnen = beste Mannschaft warum hat derFFC dann so wenig gewonnen in den letzten Jahren.

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  • Karl sagt:

    Hey Sheldon: Wo war denn der Knipser heute ?

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  • FFFan sagt:

    @ Karl:
    „Wo war denn der Knipser heute?“

    Naja, dafür hat ja wenigstens der andere Knipser getroffen…

    Auch dieses Element ist unserer Frauen-Natio gegen Kanada völlig abgegangen: ‚Joker-Tore‘! 😉

    Interessant ist auch, dass Brasilien und Deutschland sich jetzt sowohl bei den Männern (Ronaldo und Miroslav Klose) als auch bei den Frauen (Marta und Birgit Prinz) den WM-Torrekord teilen!

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  • holly sagt:

    @ Sheldon ich warte immer noch auf Antwort zum Thema Scouting im FF

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  • Sheldon sagt:

    @Detlef: Um es kurz zu machen:

    Bei N11 sind wir uns ja einig. Man hat einen bestimmten Spielerinnenpool, bei dem es darum geht, das beste Team der 11 Spielerinnen auszuwählen. Hierbei kommt es darauf an, dass man wirklich auf das Team schaut. Es geht also die 11 Spielerinnen, die im Zusammenspiel die höchste Gesamtklasse erzielen. Letztlich gilt es also, immer die bestmögliche Balance zu finden zwischen Einzelqualität und taktischer Umsetzung im Zusammenspiel.
    Es hilft nix, stur an einem System festzuhalten, wo die Einzelspielerinnen überhaupt nicht zur Geltung kommen, genauso wenig hilft es, sich die besten Systemspielerinnen zu suchen, denen dann aber die Einzelqualität fehlt. Das Beste wäre es, die besten Spielerinnen in ein für alle bestmögliches System zu integrieren, was wiederum einen unglaublich hohen Grad der Reflexion, der Auseinandersetzung mit Spielerinnentypen usw. erfordert.

    Wie stark man dadurch werden kann, wenn das passiert, zeigt bei den Vereinsmannschaften das Beispiel Jena: Was Daniel Kraus dort in den letzten Jahren geschafft hat, ist sehr erstaunlich. Er hat den Kader auf Platz 10 und in akuter Abstiegsnot von MVT übernommen. Ohne das große Geld hat er gut gescoutet und geschaut, welche Spielertypen ins Konzept passen könnten. Er hat eine Amber Hearn gestärkt, indem er ihr eine Iva Landeka an die Seite gestellt hat, er hat mit No Names die Defensive gestärkt, Namen, die auf dem deutschen Markt überhaupt nicht bekannt waren (Erceg und Michel). Wenn du die Spielerinnen richtig einsetzt, dann kannst du eine Menge Gewinn erzielen. Es geht eben nicht darum, ein taktisches Konzept vorzugeben, sondern das Konzept der eigenen Mannschaft anzupassen und hier einen guten Mittelfeld zu gehen.

    Das mit dem Psychokram hast du falsch verstanden. Es geht nicht um Fehler, die gemacht werden, sondern es geht um die Einstellung zum Spiel. Es ist etwas anderes, ob du mal nen Ball drüber haust oder aber ob du so zögerlich vor dem Tor agierst, dass dir der Ball noch wegstibitzt wird oder du im Zweikampf nachlässig bist usw. Das meine ich mit mentaler Schwäche.
    Und mentale Schwäche oder mangelnde Einstellung kriegst du in der N11 nicht mit Darüber-Reden weg, jedenfalls nicht, solange du trotz aller Fehler beim nächsten Mal wie selbstverständlich wieder auf dem Platz stehst, sondern dadurch, dass du direkt ausgewechselt wirst. Sobald es keine Ehre mehr ist, auf dem Platz zu stehen (sei es in der N11 oder in der Bundesliga), sondern du Motivationsschwierigkeiten hast, alles für dein Team zu geben, dann gehörst du nicht mehr auf den Platz. So einfach ist das.
    Und Vertrauen zeigt sich nicht daran, dass dich der Trainer in solchen Phasen einfach weiterspielen lässt, sondern daran, dass er dich trotz harter und fühlbarer Konkurrenz dann spielen lässt. Bei guten Trainern wird man eine Nichtaufstellung niemals als Vertrauensentzug werten, sondern es wird immer ein Schutz des Spielers sein, nämlich davor, durch eine schlechte Leistung noch verunsicherter zu werden, als man es eh schon ist. Und auch hier ist wieder nichts besser als eine klare Struktur in den Entscheidungen, die rein leistungsbezogen ist und wo die Spielerin auch ganz genau weiß, weshalb sie nicht spielt, oder weshalb sie spielt.

    @FFFan: Vor allem aber hat der argentinische Knipser getroffen. Das war ein Paradebeispiel dafür, was es bedeutet, selbstbewusst zu sein. Was Müller betrifft, so hat er alles gegeben und auch das wichtige 1:0 vorbereitet. Man muss dazu sagen, dass der Boye von Ghana auch eisenhart an Müller dran war, wie in der Nachspielzeit gesehen. Dazu kommen noch weitere Faktoren, unter anderem „Das berühmte 2. Spiel“ etc. Nur weil eine Person mal in einem Spiel nicht getroffen hat, hebt das nicht seine mannschaftliche Bedeutung auf. Dafür hat man ja immer 2-3 Knipser im Spiel, die im Zweifel treffen.

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  • Fritz W. sagt:

    Ganz abgesehen von den „Grabenkämpfen“ hier finde ich das Thema Scouting bei den Mädels sehr interessant.

    Gute Spielerinnen / Talente findet man schon einige, aber nicht alle sind bereit für ein Internat und die Fahrstrecken zu guten Ausbildungsvereinen sind deutlich länger als bei den Jungs. Bei diesen gibt es ein viel dichteres Netz an NLZs.

    Zudem sind bei den Jungs (zu?) viele Eltern nur zu gerne bereit, lange Anfahrtswege und mangelnde Schulbildung in Kauf zu nehmen, da sie von einer Millionen-Karriere ihrer Sprößlinge träumen.

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