DFB-Elf: Motivieren für den „Härtetest“

Von am 18. Juni 2014 – 11.38 Uhr 16 Kommentare

Am Donnerstagmorgen (4 Uhr MESZ, Highlights am Morgen auf DFB-TV) trifft die DFB-Elf im Rahmen ihrer Länderspielreise nach Kanada in Vancouver auf den Gastgeber. Und der dürfte nach dem starken 1:1 vor gut einem Monat gegen die USA vor dem Heimpublikum deutlich motivierter zu Werke gehen als die DFB-Spielerinnen fast zwei Wochen nach Saisonende in der Frauenfußball-Bundesliga.

Erfahrungen vor Ort machen
Aus logistischer Sicht macht die Reise ein Jahr vor der Frauenfußball-WM 2015 in Kanada zum BC Place, der Finalstätte im kommenden Jahr durchaus Sinn, zumal erstmals Kontakt mit dem Kunstrasen geschlossen werden kann.

„Das wird für uns auf jeden Fall eine große Umstellung werden und es braucht Zeit, sich darauf zurechtzufinden“, so Bundestrainerin Silvia Neid, die meint: „Die Erfahrungen, die wir hier vor Ort gemacht haben, waren sehr hilfreich für unsere Planungen hinsichtlich der WM. Wir hatten beispielsweise bei neun Stunden Zeitunterschied ziemlich mit dem Jetlag zu kämpfen.“

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Können sich die DFB-Spielerinnen noch einmal motivieren?
Sportlich sollte man dem „Ausflug nach Kanada“, so eine DFB-Spielerin, allerdings keine zu große Bedeutung beimessen, denn den DFB-Spielerinnen steht der Sinn nach einer langen Saison eher nach Urlaub als nach einem beinharten Kräftemessen mit einem Gegner, der im kommenden Jahr sicherlich zu den Mitfavoriten zählen wird und vor Selbstvertrauen strotzt, den ersten Sieg seiner Geschichte gegen die DFB-Elf einzufahren.

Dzsenifer Marozsán im Zweikampf

Im Vorjahr gewann die DFB-Elf in Paderborn mit 1:0 gegen Kanada © Karsten Lauer / girlsplay.de

DFB-Elf muss Innenverteidigung umbauen
Dabei muss die DFB-Elf ohne die verletzten Saskia Bartusiak (Kreuzbandriss), Célia Šašić (Sprunggelenk) und Fatmire Alushi (Magenschleimhautentzündung) antreten. Auch Leonie Maier (Kreuzbandriss) fehlt, die beim bisher letzten Aufeinandertreffen beider Teams vor ziemlich genau einem Jahr in Paderborn in der Vorbereitung auf die Frauenfußball-EM in Schweden den 1:0-Siegtreffer für Deutschland erzielte.

Neid lobt Gegner
Neid ist vom Gegner durchaus angetan. „Kanada ist eine unheimlich zweikampfstarke Mannschaft, die sehr variabel im Spiel nach vorne auftritt und dabei immer wieder Positionswechsel vollzieht. Zudem haben sie mit Christine Sinclair eine extrem starke Angreiferin in ihrem Team. Für uns ist das ein guter Test, weil wir in allen Mannschaftsteilen gefordert werden.“

Standortbestimmung für Kanada
Kanadas Topstürmerin Sinclair freut sich auf den Test: „Ich bin aufgeregt. Deutschland ist einer der WM-Favoriten und es ist gut zu sehen, wo wir derzeit stehen.“ Und Trainer John Herdman meint: „Sie haben ein fantastisches Team und ich bin dankbar, dass sie nach Kanada gekommen sind, um gegen uns zu spielen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    @ pinkpanther & holly:

    Das ist nicht der WM-Kader, sondern der Kader für den nächsten Lehrgang. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass Leupolz, Däbritz und Dallmann für die U20-WM vorgesehen sind.

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