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Schweiz jubelt über WM-Teilnahme

Von am 15. Juni 2014 – 15.00 Uhr 24 Kommentare

Meilenstein für den Schweizer Frauenfußball: Die Schweiz wird im kommenden Jahr in Kanada erstmals an der Endrunde einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Nach dem Kantersieg gegen Israel am Samstag leisteten Dänemark und Island am Sonntag im direkten Duell Schützenhilfe.

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Kantersieg gegen Israel
Die Schweiz hatte in Wohlen beim 9:0 (5:0)-Kantersieg gegen Israel die Vorarbeit geleistet. Fabienne Humm (29., 84.), Rahel Kiwic (32.), Ramona Bachmann (35., 39.), Martina Moser (37.), Vanessa Bürki (59., 86) und Caroline Abbé (90.+1) erzielten die Treffer für die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Remis bei Dänemark gegen Island
Da die beiden Verfolger Dänemark und Island am Sonntag nach Treffern von Dóra Maria Lárusdóttir (28.) und Johanna Rasmussen (35.) im direkten Duell 1:1 (1:1) spielten, ist der Schweiz der Sieg in Gruppe 3 und damit die Teilnahme an der Frauenfußball-WM in Kanada nicht mehr zu nehmen.

Schweiz feiert
Im Trainingsquartier der Schweizer Fußballerinnen in Bad Zurzach war es fast so laut wie in einem Popkonzert, nachdem klar war: Wir haben das WM-Tickett in der Tasche. Ein kollektiver Jubelschrei ging durch die ganze Mannschaft. Schrille Töne, wie sie nur junge Frauen erzeugen können. Nicht nur Fans und Groupies von Popstars, sondern eben auch Fußballerinnen, die sich über den eigenen Erfolg freuen. Erst recht, wenn ews sich um einen historischen Triumpf handelt. Riesenjubel auch bei Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Perfekt: Die Schweiz nimmt an der Frauenfußball-WM in Kanada teil © Nora Kruse / ff-archiv.de

Perfekt: Die Schweiz nimmt an der Frauenfußball-WM in Kanada teil © Nora Kruse / ff-archiv.de

Riesenerfolg für Voss-Tecklenburg
Die in Duisburg aufgewachsene 46 Jahre alte vierfache Europameisterin und seit Februar 2012 Nationaltrainerin, hat mit den Eidgenössinnen für ein Novum gesorgt. Zum ersten mal sind die Schweizerinnen für eine WM-Endrunde qualifiziert. Und das als vorzeitige Gewinnerin der Qualifikationsgruppe 3 und als erste Mannschaft im Wettbewerb der europäischen Teams. Ein persönlicher Triumpf auch für die Trainerin als Nachfolgerin von Beatrice von Siebenthal. Schon zu Duisburger Zeiten hatte sie ihr Erfolgsdenken umsetzen können, aus dem ewigen Zweiten einen UEFA-Cup-Sieger gemacht.

Aufgeregt und überwältigt
„Ich bin überwältigt. Da ist etwas ganz ganz Großes geschehen“, strahlte die Trainerin, die mit ihrem Team das Spiel in Dänemark live im Internetstream verfolgte. „Es war sensationell, wie die Mädels mitgefiebert haben. Wir hatten alle feuchte Hände. Mir sind vor Freude die Tränen gekommen“, sagte Voss-Tecklenburg. „Es war sehr aufregend für uns alle.“ Die 125-malige deutsche Nationalspielerin, die auch für das nationale Ausbildungszentrum der Schweiz zuständig ist, zeigt sich natürlich äußerst zufrieden mit der Entwicklung ihrer Spielerinnen.

Wechsel ins Ausland als Schlüssel zum Erfolg
Sehr positiv wirke sich aus, dass auch immer mehr Talente den Schritt ins Ausland wagen. Das steigere die Qualität der Nationalelf. „Und wer in der Schweiz geblieben ist, hat sofort akzeptiert, dass mehr trainiert werden muss. Einige Prestigeerfolge tragen außerdem dazu bei, dass unser Selbstbewusstsein deutlich gestiegen ist.“ Ein geschickter Schachzug, die Qualitäten der Bundesliga zu nutzen. Auch im taktischen Bereich habe ihre Mannschaft dazugelernt.

Mehr Entschlossenheit in der Offensive
„In der Defensive waren wir schon immer gut. Jetzt spielen wir auch schneller nach vorne und schießen mehr Tore.“ So haben die Eidgenössinnen mit einer Tordifferenz von +41 in ihrer Gruppe ein exzellentes Zwischenergebnis hingelegt. „Wir wollen auch die beiden letzten Spiele souverän beenden und die Gruppe ohne Niederlage abschließen“, sagt Voss-Tecklenburg. Schon am 19. in Serbien zählt ihre Forderung. Zahlreiche Schweizerinnen profitieren von ihrem Engagement in der deutschen Bundesliga.

Reichlich Bundesligaerfahrung
Rekordnationalspielerin Martina Moser, 95 Länderspiele/TSG 1899 Hoffenheim, zuvor VfL Wolfsburg, etwa glänzte auf ihre alten Tage mit einem Treffer gegen Israel. Sie hat sich ebenso in ihrem Club etabliert wie Vanessa Bürki (FC Bayern München), die in Wohlen mit zwei Treffern glänzte, Caroline Abbé (SC Freiburg), Ana-Maria Crnogorcevic (1. FFC Frankfurt) oder Vanessa Bernauer (BV Cloppenburg).

Extralob für Maritz und Wälti
Zwei aufstrebende Talente machen Voss-Tecklenburg besonders viel Spaß: „Noelle Maritz versucht, mit ihren 18 Jahren beim Triplesieger Wolfsburg Fuß zu fassen, und unser größtes Talent der letzten Jahre, Lia Wälti, ist bei Turbine Potsdam nicht mehr wegzudenken. Das verdient Respekt.“ Insgesamt sind acht Spielerinnen im Kader, die in der Bundesliga spielen. Dazu gehört auch Stenia Michel in Jena als zweite Torhüterin.

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24 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    Freut mich für Ana-Maria 🙂

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  • Tommy sagt:

    Das war Überfällig! Ich freu mich für die Schweizer! In einer Gruppe mit 2 Em-Viertelfinalisten hätte ich diese souveräne Qualifikation jedoch nicht erwartet!

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  • enthusio sagt:

    Gratulation an die Schweiz und an Martina Voss-Tecklenburg !

    Hier allerdings ein bemerkenswert kritischer Spielbericht aus Schweizer Sicht:
    http://www.frauenfussballmagazin.ch/2014/06/hoher-pflichtsieg-gegen-israel/

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  • labrys sagt:

    yippie 😀
    Dieses Team wird in Kanada überraschen. Ich hoffe sooooo sehr, das sich keine verletzt und alle an diesem Turnier teilnehmen können. Egal was passiert, ich bin stolz auf diese Mannschaft!

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  • Stefan sagt:

    Warum soll die Quali schon durch sein? Island hat noch 4 Spiele, könnte ebenso auf 22 Punkte kommen. Ist zwar unrealistisch, dass die Schweiz keinen Punkt mehr macht, aber theoretisch durchaus möglich. Auch wenn natürlich die Tordifferenz der Schweizerinnen eindeutig noch für die Schweiz spricht. Oder zählt hier der direkte Vergleich als ausschlaggebend? Wenn ja, dann verstehe ich, warum die Schweiz durch sein soll. Aber es wär mir neu, dass bei FIFA-Turnieren der direkte Vergleich als erstes Kriterium herangezogen wird.

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  • Detlef sagt:

    Naja, war ja jetzt nicht mehr so schwer gewesen!!! 🙂
    Allerdings insgesamt sehr erstaunlich, daß sie es gegen Dänemark und Island geschafft haben!!!
    Ich hatte LIA am letzten Spieltag schon zur WM-Teilnahme beglückwünscht!!! 🙂
    Glückwunsch auch an MVT, die da wohl sehr viel richtig gemacht hat!!!

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  • Frank W. sagt:

    Erstmal Gratulation an die Schweiz.

    @Stefan Bei FIFA-Turnieren nicht, aber die Qualifikation ist unter UEFA-Reglement.

    Übrigens durch das Remis zwischen Dänemark und Island wird es für beide fast unmöglich auch noch die Playoffs der Gruppenzweiten zu erreichen.

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  • kelly sagt:

    gratulation an die Schweizerinnen habe eine super Trainerin und tolle Spielerinnen.DICKENMANN.MOSER .CRONO.HUMM.BACHMANN.BÜRKI.WENN MAN BEDENKT WIE KLEIN DIE SCHWEIZ IST!!!!überhaupt interessant zu diskutieren wie es die einwohnerzahlmässig kleinen Länder es schaffen auch die Niederländerinnen.oder sogar wales wenn sie es denn schaffen.

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  • labrys sagt:

    @Kelly: Das ist in der Schweiz ganz einfach: Die Spielerinnen werden früh gefördert.Die Credit Suisse Football Academie in Hutwil (neu in Biel) fördert junge spielerinnen. Seitdem MTV in der Nati ist, wechseln viele Spielerinnen ins Ausland, Frankreich, Schweden, Italien, Norwegen oder eben nach Deutschland. Nur eine handvoll spielt in der Schweiz, vorallem beim FCZ oder FCB. zudem kommt auch, das sich die meisten Spielerinnen seit der Jugend kennen und auf dem Platz stehen.

    Der FF wird in der Schweiz seit einigen Jahren gefördert, was in Deutschland ode USA schon viel länger geschieht. was mich beeindruckt, was ich bereits mehrmals gesagt habe: Die Schweizerinne verlassen viel schneller die Heimat und lernen neues im Ausland. Das geschieht in Deutschland oder USA nicht. Dadurch entwickelt sich auch die Mansnchaft, wenn sich einzelne Spielerinnen verbessern.

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  • FFFan sagt:

    Gratulation an die Schweiz zur erstmaligen Teilnahme an einer WM-Endrunde!

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  • FF-Tale sagt:

    Damit ist MVTs „Seitenwechsel“ von der Vereins- auf die Nationalelf-Ebene also endgültig geglückt, Glückwunsch. Positiv zu erwähnen, dass die Schweizer trotzdem moderat und selbstkritisch bleiben.
    (Allein bei den Zitat „NUR 950 Zuschauerinnen und Zuschauern“ könnte das Schweizer FF-Magazin ein wenig optimistischer sein, gemessen an Liga, vergleichbaren Nationalteams etc. ist das Wort „nur“ eigentlich doch ein bisschen fehl am Platz).

    Weil Labrys oben die Schweizer Transfers ins Ausland erwähnt hat: Rahel Kiwic aus Zürich (oben auch in der Torschützenliste vertreten). Wäre doch bestimmt auch eine für die BuLi (z.B. Teams im Tabellenmittelfeld), oder?

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  • mopsi sagt:

    Gute Trainerin – erfolgreiches Team!!!!

    Herzlichen Glückwunsch

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  • Sheldon sagt:

    Glückwunsch an die Schweiz. Eine konsequente Entwicklung, die dort geschieht. Die Schweiz hat es verstanden, in eigentlich allen Weltklasse-Teams Spielerinnen zu installieren: Wälti bei Potsdam, Crno bei Frankfurt, Maritz bei Wolfsburg, Bürki bei Bayern, Bachmann bei Malmö, Dickenmann bei Lyon, usw.

    Zudem: Die Schweiz profitiert natürlich auch von ihrer Lage und ihrer sprachlichen Kultur. Amtssprachen sind Deutsch und Französisch, damit profitiert man von zwei Ländern, die zu den absoluten Spitzenländern im FF gehören.

    Und: Die Schweiz hat natürlich eine riesige Fußballtradition. Legendär die WM 1954, auch aus Schweizer Sicht mit dem 5:7 gegen Österreich im Viertelfinale. Von den Sommersportarten ist der Fußball sicherlich die absolute Traditionssportart.

    Und last but not least: Die Schweiz hat Geld wie Heu! Das hilft natürlich auch 😉

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  • O. Christ sagt:

    @FF-Tale:
    Kiwic war m.W. bei einem Probetraining in Jena, woraus aber kein Vertrag erwuchs. Sie will aber wohl weiterhin gerne in die Bundesliga.

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  • FF-Tale sagt:

    @ O. Christ: Ah, danke für die Info. Jena mit Keller, Michel und MVT-Vergangenheit bietet sich da für weitere Schweizer Fußballerinnen ja auch eigentlich gut an.
    PS: Michel (z.B. verglichen mit den dt. N11-Keeperinnen) m.M.n. DIE Top-Torhüterin der Saison in der Kategorie „Preis-Leistung“ (wenn man das so salopp formulieren darf). Noch vor Essens Weiß.

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  • Sheldon sagt:

    @FF-Tale: Auf jeden Fall. Beim Kicker Managerspiel wäre sie die Topspielerin schlechthin in dieser Kategorie! Wird Zeit, dass das kommt.

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  • labrys sagt:

    Sheldon, die schweiz hat mehr als zwei Amtssprachen und das Geld wie heu stimmt schon, doch das meiste gehört doch den Eigentümern des Geldes und nicht der FF-Abteilung des SFV 😉

    Und auch wenn sie sprachlich nahe zu vielen Ländern sind, es braucht Mut in ein anderes Land zu gehen, weit weg von der Family und mit einer anderen Sprache. Dickenmann ging zuerst in die USA und danach nach Frankreich. Sie musste trotzdem beide SPrachen zuerst richtig lernen. In ein Land zu reisen, wo man die Sprache nicht richtig kann, ist schwer. In der Deutschschweiz lernt man französisch, doch das reicht kaum um in Frankreich zu leben. Abbé ist aus der Romandie und ging nach Freiburg wo man nur Deutsch spricht. Wenn ich mich nicht täusche kommt Maendly aus der Romandie und spielt in Italien…wieder eine andere Sprache. Ist ja nicht so, das man aus der Deutschschweiz nur nach Deutschland geht (Bachmann nach Schweden, schwarz nach Norwegen)…

    Soviel Mut wird endlich belohnt ^^

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  • Sheldon sagt:

    @labrys: Ich weiß nicht, welchem Jahrgang du angehörst, doch heute ist der Umzug in ein anderes Land keine große Sache mehr. Das gehört normalerweise schon zur Standardausrüstung der elitären Jugend.

    Egal, wie weit das ist: Australien, China, Bolivien, Chile, USA, Indien usw., das ist nur eine kleine Auswahl der Länder, wo junge Menschen heute für zum Teil 1 Jahr, durchaus aber auch schon länger leben. Das ist überhaupt nichts besonderes mehr und mit Englisch, Französisch und Spanisch kommt man mittlerweile so gut wie überall auf der Welt zurecht. Eine Sprache heute im Ausland komplett neu zu lernen, dauert vielleicht 6 Monate, eine aufzufrischen klappt in einem Monat.

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  • Stefan sagt:

    Glückwunsch an die Schweiz. Es verwundert mich doch sehr, dass in der Europaquali Sonderregeln gelten, vor allem, da dies im Männerbereich ganz anders ist. Auch wenn die UEFA bei den Männern soweit mir das bekannt ist die Quali ausrichtet, so gelten doch FIFA-Regeln. Sprich Vorzug der Todifferenz gegenüber dem direkten Vergleich, wie es die UEFA tut. Auf alle Fälle bemerkenswert.

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  • Frank W. sagt:

    @Stefan Jeder Kontinentalverband führt die Qualifikation nach seinen Regeln durch. Z.B. hat bei der Afrika-Quali der Männer auch zuerst der direkte Vergleich gezählt. Und in Europa spielen die Männer nach den selben Regeln wie die Frauen.

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  • Stefan sagt:

    Frank W., das stimmt so nicht. In der Afrika-Quali der Männer waren beispielsweise Mali und Benin (http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Weltmeisterschaft_2014/Qualifikation_%28CAF%29#Gruppe_H) punktgleich. Benin gewann den direkten Vergleich, Mali jedoch wurde besser eingestuft, da bessere Tordifferenz. Im Übrigen lassen die FIFA-Regularien auch nichts anderes zu. Siehe Seite 28 des folgenden PDF-Dokuments:

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  • kelly sagt:

    hallo labrys danke für die deine interessanten infos!!!!ja früh anfangen mit fördern.da ich ja nach Zürich bald ziehe werde ich mir beide teams ansehen,die in der ersten Liga spielen.mehr zuschauer wären schön,haben sie denn in dem sportteil ein paar zeilen über die Frauen?und stand denn was drin wegen quali?

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  • Frank W. sagt:

    @Stefan Die Qualifikation zur Frauen-WM wird nach diesen Regeln durchgeführt. http://www.uefa.com/MultimediaFiles/Download/Regulations/competitions/Regulations/01/89/34/02/1893402_DOWNLOAD.pdf
    Warum das einmal so und das andere mal so ist, kannst du ja bei der FIFA nachfragen.

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  • labrys sagt:

    hm kelly, die Zeitungen berichten kaum über die Frauen, sei es die Nati oder der Verein. Die aktuellen Ergebnisse der Liga musst du dir im Internet zusammensuchen. Die HPs der Vereine sind da hilfreich oder die Seite von SVF. Wenn jemand meister wird, CL spielt oder die Nati etwas besonderes schafft, wird in den Zeitungen kurz darüber berichtet.
    Viel erfolg in Zürich 😉

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1 Pingbacks »

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