Stellungnahme des 1. FFC Turbine Potsdam

Von am 9. Juni 2014 – 8.25 Uhr 14 Kommentare

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam hat eine Stellungnahme zur Pressemitteilung des VfL Wolfsburg vom vergangenen Freitag abgegeben.

Stellungnahme im Wortlaut:

„Entgegen der Pressemeldung des VfL Wolfsburg hat zu keiner Zeit eine Anschuldigung von Seiten des 1. FFC Turbine Potsdam, insbesondere des Cheftrainers Herrn Schröder, stattgefunden. Der 1. FFC Turbine Potsdam hat es lediglich als seine Pflicht angesehen, die Wahrnehmung seiner Spielerin Genoveva Anonma ernst zu nehmen und in die hierzu zuständige Ebene zu transportieren. Auch im Rahmen der Interviews direkt nach Spielende wurde weder eine direkte Anschuldigung gegenüber Herrn Kellermann vorgenommen noch der Begriff „Rassismus“ erwähnt.

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Logo des 1. FFC Turbine Potsdam

Logo des 1. FFC Turbine Potsdam © 1. FFC Turbine Potsdam

Sämtliche Darstellungen des 1. FFC Turbine Potsdam basierten auf der mitgeteilten Wahrnehmung der Spielerin und haben zu keiner Zeit Herrn Kellermann in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Das zum jetzigen Zeitpunkt der VfL Wolfsburg vom Entkräften der Anschuldigung des Potsdamer Trainers spricht, ist umso überraschender, da sich beide Vereine inklusive der Trainer direkt nach dem Spiel über Vorkommnisse ausgetauscht hatten.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Alice sagt:

    Toll getimed diese Erklärung. Aber das ganze ist mir zumindest mitlerweile egal. Ich nehme mal an, 50Prozent der Turbine-Ahnhänger suchen weiterhin das Fehlverhalten beim Wolfsburger Trainer/-team/Pressesprecher/dem DFB. Da atmet man tief durch, zählt bis drei und das Leben geht weiter. Hoffentlich bleibt in der Öffentlichkeit nicht zu viel von dem Geschehenen bzw. nicht geschehenen hängen. Werden wir dann wohl demnächst sehen. Auch mal gucken was beim nächsten direkten Duell wieder aufgekocht wird.

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  • balea sagt:

    Klare, einfache Worte. Wer auch die vorigen Stellungnahmen und Interviews durchliest, bzw hört, kann dem nur zustimmen.
    Und ausserdem wählt man einen guten Zeitpunkt für die öffentliche Stellungnahme – nach dem letzten Spiel und versucht nicht noch per PR Einfluss auf den Spielbetrieb zu nehmen.

    Über einige Stilfragen sollte Wolfsburg ernsthaft mal nachdenken.

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  • Plumps sagt:

    Als neutraler Beobachter muss ich mich schon fragen… Fakt ist nun mal das weder Kellermann erwähnt wurde von TP Seite, noch wurde der Vorwurf *Rasissmus* erwähnt.
    Wie kann man also dann bitte von *von der Bank* auf Kellermann kommen? Wie kann man von *diskriminierende Äußerung* auf Rasissmus kommen? Wie kann man von Anonma auf Schröder kommen? Wofür soll sich Turbine Potsdam entschuldigen, wenn andere Leute solche Worte benutzt haben… Ich stelle mich auf keine Seite aber man sollte sich schon mal so einiges hinterfragt haben und beide Seiten einer Medaille sehen! 😉
    Wenn man nicht durch die Vereinsbrille schaut, sollten beide sich die Hand geben und das Thema abschließen (aber intern nicht zu den Akten legen). Neue Saison, neues Glück! 😉

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  • enthusio sagt:

    Turbine Potsdam hat nicht verstanden oder nicht verstehen wollen, was es da mit seinen haltlosen Vorwürfen losgetreten hat.
    Es ist armselig, dass es nicht zu einer persönlichen Entschuldigung bei Ralf Kellermann gekommen ist.
    Dieser eigentlich in der Vergangenheit so sympathische Verein ist bei mir nach den Ereignissen der letzten Zeit (Gejammer wegen Bremer-Nominierung in die Natio, Verweigerung der Liveübertragung des CL-Krachers, öffentliche aber nicht stichhaltige Beschuldigung Kellermanns und der Wolfsburger Trainerbank, Fernbleiben der Pressekonferenz durch Schröder) gewaltig in meiner Achtung gesunken.

    Egal, ich freue mich jetzt lieber über den verdienten Duisburger Klassenerhalt und die herausragend errungene Wolfsburger Meisterschaft.

    Der sympathischen Antonia Göransson wünsche ich mehr Glück in ihrem neuen Verein, mehr Unterstützung durch den neuen Trainer/die neue Trainerin und ein Wiedersehen bei der WM 2015 in Kanada im Trikot der schwedischen Nationalmannschaft.

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  • Gonzo sagt:

    Ich habe keinen Verein, den ich bedingungslos unterstütze. Meine Sympathie gehört in der Regel den reinen Frauenfussball Vereinen, da sie es jetzt (und wohl noch mehr in der Zukunft) schwer haben werden, konkurrenzfähig zu bleiben. Ich habe Turbine Potsdam und Herrn Schröder für die besondere Art der Herangehensweise bewundert (Einbindung der lokalen Vereine, vorbildhafte Jugendarbeit, große Fussball Ahnung mit Konzeptfussball und einem besonderen Blick für Talente, sympathische Besuche bei Männervereinen der Umgebung in der Vorbereitung, hochprofessionelles Trainieren, usw). Das einzige was mir in der Vergangenheit missfiel waren die neidgetränkten Verunglimpfungen des FFC Frankfurt (auch ein reiner FF Verein).

    Leider scheint aber der Fokus in den letzten Monaten in Richtung Konfrontation und Provokation gelegt worden zu sein. Man sollte sich wieder auf seine Stärken besinnen und vielleicht auch nicht das menschliche Umgehen mit Spielerinnen vergessen bzw mehr in den Fokus rücken (auch wenn es ein Hochleistungssport ist und die Mädels Geld verdienen).

    Den Umgang von Turbine (und einigen Fans) mit der „Anomna-Angelegenheit“ hingegen empfinde ich leider als unwürdig. Bei mir hat das sehr viele Sympathien gekostet.

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  • Maxemus sagt:

    @ Plumps: „Wenn man nicht durch die Vereinsbrille schaut, sollten beide sich die Hand geben und das Thema abschließen“

    Ja, das wäre ratsam. Und beim nächsten Vorfall, den eine Spielerin in Potsdam angeblich berichtet, sofort Schröder einfangen und in der Dusche einsperren, bis das Spiel zuende ist und die Presseleute weg sind 😉

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  • balea sagt:

    Man konnte eine zeitlang von dem Begriff „Turbine – Ultras“ uä. hier lesen. Nach meinem Eindruck ist aber in der letzten Zeit eher so etwas wie eine veritable Turbine – Ablehnungskultur (um das mal vorsichtig zu formulieren) entstanden.
    Vielleicht haben die letzten Kontroversen nun schlicht nur die Möglichkeit geboten, „endlich“ mal auf diesen Verein ordentlich draufzudreschen – so begründet oder unbegründet diese „Ventile“ auch gewesen sein mögen.

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  • jochen-or sagt:

    Gääääähn!

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  • Detlef sagt:

    Markus schrieb;
    „Das zum jetzigen Zeitpunkt der VfL Wolfsburg vom Entkräften der Anschuldigung des Potsdamer Trainers spricht, ist umso überraschender, da sich beide Vereine inklusive der Trainer direkt nach dem Spiel über Vorkommnisse ausgetauscht hatten.”

    Klingt für mich zumindest so, als hätten sich beide Trainer nach dem Spiel doch noch über AYOS Vorwürfe unterhalten!!!
    Hier wurde ja immer wieder behauptet, daß es keine Aussprache gegeben hätte!!!

    @enthusio,
    Die Vorwürfe kamen hauptsächlich von AYO und nicht von TURBINE!!!
    Der Verein hat sich lediglich hinter seine Spielerin gestellt!!!

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  • be sagt:

    Wie befürchtet, sind und bleiben die Fronten verhärtet, denn niemand bewegt sich von seinem Ur-Standpunkt weg. Dabei hat sich keine Seite hat mit Ruhm bekleckert.

    Schröder muss sich vorwerfen lassen, die Äußerung „es hat ja eine diskriminierende Bemerkung von der Bank gegeben“ eben im Indikativ und nicht im Konjunktiv von sich gegeben zu haben – auch wenn diese Äußerung von „Wir müssen auch nachprüfen“ und „wenn das wirklich so gewesen ist“ eingeschlossen war. Denn genau dies muss und wird nicht zwangsweise mitzitiert. Wie gut dies missverstanden werden kann, hat man ja allerorts auch an den Kommentaren sehen können. Auch das aufgetauchte Wort „Rassismus“ zeugt von einem Fehlverständnis der Äußerung.

    Hingegen muss sich der VfL ebenfalls dilettantisches Verhalten vorwerfen lassen. Nicht nur, überhaupt das Verhalten einer gegnerischen Spielerin während des Spiels zu ihr gegenüber zu kommentieren (das gilt für Trainer und Spielerinnen gleichermaßen und bei jedem Spiel). Unmutsbekundungen jeglicher Art müssen dem Publikum vorbehalten bleiben (aber auch hier einen gewissen Anstand wahren). Mit der Äußerung „Umso beschämender ist es, wenn mit solchen Aussagen das persönliche Fehlverhalten einer Potsdamer Spielerin relativiert werden soll.“ zweifelt Röttgermann eindeutig an der Urteilskraft Añonmas, dies kommt einer Verleumdung gleich. Der VfL hatte spielerisch keinen Schaden.

    Die Krone aufgesetzt wurde mit der Äußerung „Im Namen des VfL Wolfsburg erwarte ich eine Entschuldigung von Turbine Potsdam.“, denn die Art der Entschuldigung wurde nicht bekannt. Man kann sich semantisch nicht selbst entschuldigen, allenfalls entschuldigendes Verhalten zeigen und um Entschuldigung bitten.

    Es zeigt sich, dass beide Seiten, trotz Muttersprache und ausschließliches Leben in Deutschland die Nuancen der deutschen Sprache nicht richtig beherrschen. Wie soll man da einer Ausländerin verübeln, etwas – vor allem im Eifer des Gefechts – missverstanden zu haben, zumal sie bezüglich rassistischer Äußerungen sicher sensibilisiert ist?

    Versetze ich mich in die Wolfsburger Lage, würde ich vom kommunizierten Standpunkt sicher nicht abweichen. Ein Vorwurf bleibt Vorwurf und hängen, auch wenn er im Nachhinein offensichtlich entkräftet werden konnte.

    Versetze ich mich in die Potsdamer Lage, so würde auch ich dem VfL etwas husten. Schließlich war es absolut richtig, sich vollumfänglich hinter Añonma zu stellen, denn mit so einem Anfangsverdacht ist nicht zu spaßen.

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • O. Christ sagt:

    @ be:
    1. Gerne wiederhole ich nochmals, dass von Anfang an aus Schröders Mund sowohl von „diskriminierend“ und „Hautfarbe“ die Rede war (und nicht von Diskriminierung aufgrund von Nationalität, Geschlecht o.ä.), es demzufolge um Rassismus ging. Also kein „Fehlverständnis“ von irgendwelcher Seite…
    2. Die Vokabel „Entschuldigen“ ist im deutschen Sprachraum üblich.
    3. Die Potsdamer Wagenburg-Mentalität „Right or wrong – my club“ bzw. „Wir gegen den Rest der Welt“ ist schon fraglich. Wenn sich Angestellte einer ‚Firma‘ im Dienst öffentlich danebenbenehmen, und das hat Anonma – persönlich sehe ich einen Mittelfinger locker, spätestens aber das Attackieren einer Person mit einem Gegenstand überschreitet eine Grenze – dann haben sich die Vorgesetzten davon öffentlich zu distanzieren. Wenn sich im Brandenburger Landtag in Potsdam eine Abgeordnete so verhalten hätte, würden die Fraktions- und Parteichefs das verurteilen und nicht mit Ausreden versuchen schönzureden.

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  • be sagt:

    In der vielzitierten Zusammenfassung auf DFB-TV (auf die ich mich mit den Zitaten auch beziehen) ist die Hautfarbe als Diskriminierung nicht erwähnt, das hat sich so erst später herausgestellt. Ich kann mich nicht erinnern, dass von offizieller Seite Potsdams das Verhalten Añonmas gutgeheißen wurde – denn das kann es auch nicht. Zunächst wurde auf Nachfrage des Reporters auch nur eine Erklärung abgegeben, warum sie sich wohl so verhalten hatte. Auch hatte man der 3-Spiele-Sperre nicht widersprochen, weil sie eben für Añonmas Reaktion angemessen gewesen ist. Schröder hat diese Sperre die Tage mehrfach als Mitgrund für das letztendliche Abschneiden auf dem 3. Tabellenplatz angeführt, aber die Schiedsrichterentscheidung als solche nicht angezweifelt. Kritisiert wurde lediglich, dass es in der Wahrnehmung der Spielerin eine diskriminierende Äußerung gegeben hat. Dies zu kommunizieren und somit zu einem Dialog zwischen den Parteien aufzufordern, erachte ich als absolute Pflicht eines Arbeitgebers und wäre anderenfalls ein Wechselgrund.

    Und nur, weil sehr viele mit der semantisch einwandfreien Verwendung des Reflexivverbs „entschuldigen“ überfordert sind, muss die „übliche“ Form noch lange richtig sein. Man macht sich so eher lächerlich.

    Wie eigentlich schon geschrieben, was aber in der formulierten Form hier zensiert wurde, kann ich mir als „Versöhnung“ nur einen öffentlich und mit einer gewissen Prise Humor geführten (einstudierten) „Dialog“ zwischen Añonma und „der Wolfsburger Bank“ bzw. Herrn Kellermann beim nächsten sportlichen Aufeinandertreffen vorstellen, halte einen solchen aber leider für nicht sehr wahrscheinlich. In Summe leidtragend ist mal wieder der Sport an sich. 🙁

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  • Tommy sagt:

    … Herr Kellermann, Anonma und Herr Schröder treffen sich zu einem Essen in Magdeburg und reden über dies und das…….
    Wo leben wir eigentlich ?
    Hier scheint einfach nur ein Missverständniss vorzuliegen. Wie räumt man das aus ? … man redet miteinander. Das ist auch Sport.
    So wird aber ein Kindergarten daraus gemacht !…..obwohl Magdeburg prima Gaststätten hätte ….was hat das mit Fussball zu tun ???

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  • Detlef sagt:

    @Tommy,
    ich glaube weiterhin an kein Mißverständnis!!! 🙁
    Da ist Porzellan zerteppert worden, und anstatt die Scherben wieder zu kitten, zerkleinerte man sie noch weiter!!!
    Eine ernsthafte Untersuchung vom Dachverband hat es nicht gegeben, was für mich der eigentliche Skandal ist!!! 🙁

    Dieser Vorfall wird wohl auf Jahre hinaus das Verhältnis der beiden Klubs vergiftet haben!!! 🙁

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