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Champions League: Wolfsburg will Favoritenrolle gerecht werden

Von am 21. Mai 2014 – 23.27 Uhr 19 Kommentare

Titelverteidiger gegen Neuling – so lautete bereits im vergangenen Jahr die Konstellation im Finale der UEFA Women’s Champions League. Doch die Besetzung der Rollen ist im diesjährigen Endspiel eine andere, denn aus dem Neuling VfL Wolfsburg ist nun der Titelverteidiger geworden, der am Donnerstag in Lissabon (20.30 Uhr, live auf Eurosport) einen Überraschungscoup von Tyresö FF verhindern will.

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Im vergangenen Jahr reisten die Wolfsburgerinnen als „Underdog“ zum Finale, jetzt sind sie die Gejagten und finden sich auch medial in einer anderen Situation wieder.

Mehr Aufmerksamkeit
„Natürlich nehmen wir wahr, dass das mediale Interesse viel größer ist als im letzten Jahr. Da hat uns keiner so richtig ernst genommen. Wir freuen uns darüber, denn das ist ein Zeichen der Anerkennung für das, was letztes Jahr passiert ist. Das ist absolut positiv für uns“, sagt VfL-Spielführerin Nadine Keßler.

Unterschiedliche Ausgangslagen
Die Voraussetzungen der beiden Finalisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der VfL sportlich und finanziell gut dasteht, könnten in Tyresö bald schon die Lichter ausgehen. Der Verein hat einen enormen Schuldenberg – die Gehälter des Star-Ensembles, zu dem unter anderem die fünffache Weltfußballerin Marta gehört, wurden zum großen Teil auf Pump finanziert. Im Winter musste Tyresö neun Spielerinnen ziehen lassen, und auch der Betreuerstab ist um vier Mitglieder reduziert worden. In der Mannschaft habe die schwierige Lage aber zu mehr Zusammenhalt geführt, sagt Gustavsson. Das Team sei näher zusammengerückt.

Lissabon ist erstmals Austragungsort des Finals. © Nora Kruse

Lissabon ist erstmals Austragungsort des Finals. © Nora Kruse

Wolfsburg nimmt Favoritenrolle an
Es ist der Gewinn der Champions League, auf den in Tyresö seit Jahren hingearbeitet wurde und für den man (zu) viel Geld in die Hand genommen hat. Nun ist der Verein fast am Ziel, und ausgerechnet jetzt droht das Aus. Wie die Mannschaft darauf auf dem Feld reagiert, bleibt abzuwarten. Gustavsson schiebt die Favoritenrolle gerne zu den Wolfsburgern, die über eine „stabile und eingespielte Mannschaft“ verfügen, und beim VfL nimmt man sie an: „Wir gehen aufgrund des Erfolgs im letzten Jahr mit viel Selbstvertrauen in das Spiel und weil sich die Mannschaft auch weiterentwickelt hat“, sagt VfL-Trainer Ralf Kellermann. Das Halbfinalrückspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam, in dem die „Wölfinnen“ zweimal einen Rückstand aufholten, zeige, „dass die Mannschaft einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat“, erklärt Kellermann weiter. „Von daher bin ich sehr optimistisch, dass wir morgen unserer Favoritenrolle gerecht werden.“

In Leichtsinnigkeit soll dies aber nicht umschlagen, und so warnt Keßler: „Das ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wir werden nicht den Fehler machen und Tyresö unterschätzen. Vielleicht haben wir auf dem Papier die Favoritenrolle, aber wir wissen um ihre Stärken.“

Mit dem Titel die Qualifikation in der Tasche
Der Titelgewinn könnte für die Wolfsburgerinnen auch noch aus anderer Sicht entscheidend sein. Als Titelträger würden sie auch in der kommenden Saison in der Königsklasse spielen – selbst wenn sie im Meisterschaftsendspurt der Liga am Ende möglicherweise nur den dritten Rang einnehmen.

Anpfiff im Estádio do Restelo im Lissabonner Stadtteil Belém ist um 20.30 Uhr (MEZ). Die Partie steht unter der Leitung von FIFA-Schiedsrichterin Kateryna Monzul aus der Ukraine.

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19 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Auf der Internetseite des DFB gibt es einen interessanten Artikel zu Tyresö FF:

    Wolfsburg dürfte als Mannschaft eingespielter sein, aber Tyresö verfügt über einige Spielerinnen von herausragender individueller Qualität: Die Stürmerinnen Marta und Press könnten mit ihrer enormen Schnelligkeit die Abwehr des Titelverteidigers vor große Probleme stellen (man bedenke, welche Schwierigkeiten die ‚Wölfinnen‘ im Halbfinal-Hinspiel mit Lisa Evans hatten!). Im Mittelfeld haben sie mit Vero Boquete (hinter deren Einsatz allerdings noch ein Fragezeichen steht) eine der weltbesten Spielmacherinnen. Und auch die Abwehr ist nicht leicht zu überwinden (erst drei Gegentore in acht CL-Spielen).

    Der VfL Wolfsburg mag in diesem Finale leicht favorisiert sein, aber so klar wie es Bernd Schröder in einem seiner vielen markigen Sprüche formuliert hat, ist die Angelegenheit sicherlich nicht.

    Voraussichtliche Aufstellungen:

    WOB: Schult – Maritz, Wensing, Fischer, Bunte – Keßler, Goeßling – Blässe, Wagner, Popp – Müller

    TFF: Korpela – Klingenberg, Sembrant, Engen, Röddik – Seger, Dahlqvist, Boquete (Klinga) – Diaz, Press, Marta

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  • neutrum sagt:

    Man sollte aber auch nicht die Klasse von Kessler, Gössling, Fischer, Blässe, Müller vergessen.

    Marta hat seit einigen Jahren keine grossen internationalen Titel gewonnen und Vero Boqette schon gar nicht,und wird als Weltbeste Spielmacherin bezeichnet.

    Mir fällt immer wieder auf das nicht deutsche Spielerinnen immer gleich als Weltklasse bezeichnet werden, die noch nie einen grossen Titel gewonnen haben.
    Dies finde ich sehr merkwürdig.

    Müsste man dann nicht Spielerinnen wie, Gössling, Kessler, Müller, Pohlers, Blässe,und Popp nicht auch als Weltklasse bezeichnen, immerhin kann Pohlers zum 4 mal die Champions League gewinnen.
    Oder Nadine Kessler sie kann die Champions League zum 3 mal gewinnen.
    Na wenn das keine Weltklasse ist, dann weiss ich auch nicht.

    Zum Spiel, ich schätze das Wolfsburg knapp gewinnt und denn Pott nach Wolfsburg holt.

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  • tpfn sagt:

    @FFFan
    Kellermann hatte mit Sicherheit genau wie Schröder das CL-Halbfinale als vorgezogenes Finale gesehen. Es ist m.M.n. recht wahrscheinlich dass die äußerst kostenintensive Verpflichtung einer Graham Hansen mindestens die CL-Teilnahme des VfL in der nächsten Saison voraussetzte.

    Der Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung unmittelbar nach dem gewonnenen CL-Halbfinale gegen Turbine wird kein Zufall gewesen sein.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich glaube nicht, dass die VfL-Spielerinnen, im Gegensatz zu einigen Enthusiasten hier, ihren heutigen Gegner unterschätzen werden und meinen, leichtes Spiel zu haben!
    Gerade die bekannten Probleme bei Tyresö werden eher Ansporn als Bremse sein für die zahlreichen erstklassigen Internationalen. Schliesslich steigen die potenziellen Interessenten, wenn es gilt eine WCL-Siegerin zu verpflichten, was die diversen Berater sicher auskosten und -nutzen dürften.
    Ausserdem wäre es eher Werbung, wenn ein technisch ansehnlicher FF mit gut herausgespielten Toren zu sehen ist!

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  • neutrum sagt:

    Ich möchte nochmals tpfn, Turbine-Pressestelle?, antworten.
    Der VFL Wolfsburg kann einen CL ausfall sehr gut verkraften.
    Er kann das locker mit Gehaltszahlungen ausgleichen, um atraktiv zu sein.
    Anders dagegen Turbine Potsdam, da würden Einnahmen wegbrechen.

    Wenn ich die Klasse von Wolfsburg sehe dann vermute ich einen 2-1 sieg, und der Pott geht nach Hause.

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  • neutrum sagt:

    Ein sehr lesenswerter Bericht zum CL-Finale und zu den vorwürfen gegen den VFL Wolfsburg

    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/das-letzte-hurra-des-wolfsburger-gegners-12950393.html

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  • tpfn sagt:

    Danke Andi für den Bericht, ich sehe meine Überlegungen zum Vorfall bestätigt. Der DFB wartet das Spiel ab, Sauerei! Warum eigentlich wenn nix an der Sache dran ist? Und wo hat denn Schröder eigentlich zurückgerudert? Hab ich was verpasst?

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  • holly sagt:

    @tpnf, B.S. benutzt in seinen Stellungnahmen nicht mehr dieses Wort (welches er nach dem Spiel benutzt hat) was ich jetzt nicht sagen/schreiben will. Er sagt nur noch das er seiner Spielerin glaubt. Glaub mal warum er das macht, er hat gemerkt das es nicht zu beweisen ist bzw das seine Spielerin sich verhört haben muss.
    Der DFB ermittelt noch. Die Zeit muss man ihnen schon geben.
    Solche Tonauswertung ist ja nicht einmal anhören das war es. Da muss die Aufnahmen schon in gute Hände geben die das dann Filtern um irgendwas rauszuhören.

    Glaub mal warum die FAZ oder andere Zeitungen das von WAZ verbreitete Statement nicht aufnehmen weil es rechtlich nicht haltbar ist.
    Wenn es zu beweisen wäre dann würden schon längst sämtliche Revolverblätter Europas darüber berichten Sun, Bild, Kronzenzeitung Dagensbladden usw.

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  • tavalisk sagt:

    @neutrum

    Wo hat denn irgendjemand geschrieben, dass z.B. Keßler keine Weltklasse darstellt? Außerdem hat FFFan in Bezug auf Boquete geschrieben „eine der weltbesten Spielmacherinnen“, und nicht „die weltbeste“ wie Du unterstellst.

    In einer Mannschaftssportart ist es nunmal so, dass man die individuelle Klasse einzelner Spieler(innen) nicht zwingend an der Anzahl der Titel ablesen kann, da die immer noch durch Mannschaften gewonnen werden. Um nur mal ein Beispiel für den umgekehrten Fall zu nennen: Ich kann mir vorstellen, dass es z.B. bei Olympique Lyon die eine oder andere Ergänzungsspielerin gibt, die sich zweifache CL-Siegerin nennen darf. Deswegen stellen die doch aber nicht automatisch gleich Weltklasse dar.

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  • tpfn sagt:

    @holly
    nach dem Spiel hat B.S. bewusst keine eigene Wertung (wertfrei hatte ich auf B.S. bezogen) des Vorgangs vorgenommen sondern lediglich auf Nachfrage des Reporters die Wahrnehmung seiner Spielerin geschildert. „Ich kann doch den Vorfall nicht verschweigen. Ich muss doch das Prinzip von Ursache und Wirkung darstellen“

    Bsp.: Wenn ich neutrum`s Aussage „Der VFL Wolfsburg kann einen CL ausfall sehr gut verkraften“ hier wiedergebe. Dann ist das nicht meine Auffassung, Empfindung, Wahrnehmung sondern die von neutrum.

    Du sagst:
    „B.S. benutzt in seinen Stellungnahmen nicht mehr dieses Wort (welches er nach dem Spiel benutzt hat) was ich jetzt nicht sagen/schreiben will.“

    In seinen persönlichen Stellungnahmen/Wertungen hat B.S. dieses Wort somit noch nie benutzt. Er zweifelt aber an dass Anonmas Wahrnehmung falsch war. „Ich zweifle aber an, dass sie falsch war“ und das ist soweit ich weiß immernoch die aktuelle Stellungnahme Schröders.

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  • tpfn sagt:

    Beim Interview nach dem Spiel, war die einzige eigene Wertung/Aussage Schröders die, dass er sagte „wenn das stimmen sollte, dann haben wir ein Problem“

    Einige Tage später ist seine persönliche Wertung des Vorfalls die, dass er es anzweifelt das Anonmas Wahrnehmung falsch war.

    Zwischen dem Interview nach dem Spiel und seiner aktuellen Aussage gab es noch eine Aussprache mit Kellermann und mit Anonma wird er sich auch noch intensiver unterhalten haben evtl auch noch andere befragt.

    Für mich klingt das keinesfalls nach zurückrudern, eher nach Gegenteil.

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  • tpfn sagt:

    Die Spielerinnen muss man bei dem ganzen Mist außen vor lassen, somit wünsche ich den Mädels vom VfL den CL-Titel. Also viel Glück und bringt den Pott nach Deutschland!!!

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  • sonic sagt:

    Warum wird in dem FAZ-Artikel nicht klar formuliert, daß die halbe Mannschaft von Tyresö wechselt?

    Daß Press (Chicago), Bouquete (Portland), Engen und Klingenberg (beide Houston, wo im übrigen auch Nina Burger seit kurzem aufläuft) nach dem Finale in den USA spielen werden, ist doch kein Geheimnis. Da sind die Verträge längst unterschrieben.

    Da ich gerade bei Vereinswechseln bin ;), weiß einer was aus Yoreli Rincon geworden ist? Bei Rosengard steht sie nicht mehr im Aufgebot.

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  • mas sagt:

    Hoffen wir mal daß es aus deutscher Sicht besser wird.

    Die englischen Eurosport-Kommentare bis jetzt:
    „Running out of ideas“, „Reading of the game is on a different level“ „the difference is the quality in the last third“

    Jetzt wäre doch ein guter Moment, daß die genannten deutschen Spielerinnen, mal was zeigen.

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  • Altwolf sagt:

    Jetzt auch der Wahnsinn im Frauenfußball !!

    Die „wundersame“ Auferstehung“ von Lissabon.

    Und die neue „Glückszahl 4“ bei den Wölfinnen.

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  • dummkopf sagt:

    @ralligen
    Die Damen halten sich ja sowieso (zurecht) nicht (immer) an das, was man erwarten kann. Und 3 Gegentore für Wolfsburg hätte man nicht nur in einem von 10, sondern höchstens in einem von hundert Spielen für möglich gehalten.
    Nur in einem hat sich Tyresö an die Erwartungen gehalten.
    Einfach nicht gut genug, selbst bei einer Hz unterirdischer Wob-Leistung. Da hätte wohl mindestens noch so etwas wie ein rote Karte für Wob passieren müssen. Wobei, selbst dann …
    Du bist mir aber immer noch eine Antwort schuldig.
    Ich hatte deine Frage doch auch beantwortet.

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  • dummkopf sagt:

    Das war natürlich Drama pur.
    Und sie haben einem schon Leid tun können, die Tyrösinen.
    Danke immerhin für eine aufopferungsvolle Leistung.
    Der tolle Charakter der Spielerinnen wurde hier ja schon bemerkenswert oft hervorgehoben. Nur wegen des sportlichen Ziels und unter Verzicht auf eine Gehaltszahlung solange durchzuhalten, ist schon aller Ehren wert.
    Aber dass sie deshalb den Pott nicht aus Anerkennung geschenkt bekommen, war auch klar.
    So bleibt eine Mannschaft, die alles versucht, und ehrenhaft verloren hat, aber am Ende eben auch zu schwach war, und eigentlich froh sein konnte, überhaupt so weit gekommen zu sein.
    Der glücklichen Auslosung wegen.

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  • Ralligen sagt:

    @Sonic
    Das 20-Jährige kolumbianische Talent Yoreli Rincon wurde bei Meister Rosengård ( früher LdB FC Malmö) aussortiert und spielt mittlerweile in der USL W-League bei den New Jersey Wildcats im Mittelfeld.Rincon war letzte Woche Player of the Game mit 3 Toren.

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  • sonic sagt:

    @Ralligen

    Danke! 🙂

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