1. FFC Frankfurt gewinnt DFB-Pokal

Von am 17. Mai 2014 – 18.30 Uhr 16 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat zum neunten Mal in seiner Vereinsgeschichte den DFB-Pokal gewonnen. Ohne großen Glanz, aber mit gnadenloser Effizienz setzten sich die Frankfurterinnen gegen die SGS Essen durch, die sich durch einen frühen Gegentreffer und individuelle Fehler ins Hintertreffen brachte.

Die Frankfurterinnen setzten sich vor 16 621 Zuschauern im RheinEnergieStadion von Köln mit 3:0 (3:0) durch. Kozue Ando (3.), Peggy Kuznik (28.) und Simone Laudehr (36.) sorgten bereits in der ersten Halbzeit für die Entscheidung.

Frühe Führung durch Ando
Das Spiel war kaum angepfiffen, da lag der Favorit bereits in Führung: Nach schöner Vorarbeit von Lira Alushi und Kerstin Garefrekes stand Kozue Ando sträflich frei und schob den Ball zur frühen Führung ins Netz (3.).

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Essen immer selbstbewusster
Die Essenerinnen erholten sich jedoch schnell vom Schock und fanden nach einer Viertelstunde immer besser in die Partie. Bei einer Flanke von Sarah Freutel verschätzte sich Frankfurts Torhüterin Desirée Schumann, der Ball sprang an die Latte und Frankfurt hatte Glück, sich nicht den Ausgleich einzufangen (17.).

Essen agierte nun selbstbewusster, ein Schuss von Sabrina Dörpinghaus ging am Gehäuse vorbei (18.), Minuten später versuchte die Essenerin Schumann mit einem direkten Freistoß zu überraschen, doch diesmal war Schumann auf dem Posten (22.).

Die Frankfurterinnen bejubeln den 9. Pokalsieg. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Die Frankfurterinnen bejubeln den 9. Pokalsieg. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Standards sorgen für Entscheidung
Doch in die Essener Drangphase hinein erzielte Frankfurt den zweiten Treffer, als nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsán Lisa Weiß am Ball vorbeigriff und Peggy Kuznik per Kopf die Führung ausbaute (28.). Ana-Maria Crnogorcevic hatte die Chance auf einen dritten Treffer, doch sie schoss übers Tor (34.). Doch kurz darauf machte Simone Laudehr die Entscheidung perfekt, als sie nach Ecke von Melanie Behringer per Kopf den dritten Treffer erzielte, erneut war Essens Abwehr nicht auf der Hut (36.).

Ereignisarme zweite Halbzeit
In der zweiten Halbzeit begnügte sich Frankfurt damit, das Ergebnis zu verwalten. Essen fehlte in der Offensive jedoch die Durchschlagskraft, um die Frankfurterinnen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Ein Schuss von Klasen, den Schumann übers Tor lenkte (67.) und ein Versuch von Linda Dallmann (70.) waren noch die besten Möglichkeiten für den Außenseiter.

Glücklicher Bell, Högner nicht unzufrieden
Frankfurts Trainer Colin Bell meinte: „Heute ist ein glücklicher Tag, ich bin sehr dankbar und kann es noch nicht glauben. Ich bin nach Frankfurt gekommen, um Titel zu holen, diesen Anspruch müssen wir haben. Deswegen bin ich erleichtert, dass wir den Titel geholt haben.“ Sein Gegenüber Markus Högner erklärte: „Wir hatten drei Schlafphasen in der ersten Halbzeit, insgesamt haben wir uns gut präsentiert, aber im letzten Drittel hat uns die Torgefahr gefehlt.“

Kuznik erleichtert
FFC-Abwehrspielerin Peggy Kuznik freute sich: „Uns fällt ein Stein vom Herzen, wir wollten unbedingt diesen Titel in diesem Jahr. Wir haben ein frühes Tor gemacht, das hat uns in die Karten gespielt. Wir haben unsere Chancen konsequent genutzt, das war der Schlüssel zum Erfolg.“

Weiß nimmt es gelassen
Essens Torhüterin Lisa Weiß meinte: „Wir haben drei Standards kassiert, aber trotzdem ein gutes Spiel gemacht. Wir können trotzdem stolz sein und sind froh, dass wir hier sein durften, aber Glückwunsch nach Frankfurt.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • shane sagt:

    bin grad am aufarbeiten der letzten anderthalb monate. und da fiel mir das hier vor die fuesse, und sei hier, weil’s so schoen ist, nochmal zitiert: „Ich gehe davon aus, dass das Spiel gegen Potsdam nach einem Blitztor bereits früh entschieden sein wird und dass man gegen Wolfsburg ein Unentschieden ermauern wird. Und dann wird man Meister sein und dann ist alles egal… „. sheldon’s vorhersage zur damals naeheren ffc-zukunft. naja, kann ja passieren, dass die glaskugel mal bissel ungeputzt ist und nur verzerrt wiedergibt 😛

    schlussfolgerungen:
    1) sheldon, glaskugel besser putzen!
    2) ffc: das mauern von mauern, die stark (und gross bzw. flexibel) genug sind flotte flitzer aufzuhalten, sollte nochmal geuebt werden.
    3) das klaegliche potsdam-bild war auch fuer die ungeputzte glaskugel deutlich genug. war zwar nicht ganz ein blitztor, aber rumreissen war trotzdem nicht mehr. 🙁

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