Champions League: Showdown zwischen Wolfsburg und Potsdam

Von am 26. April 2014 – 18.57 Uhr 7 Kommentare

Am Sonntagnachmittag (live ab 17.15 Uhr auf Eurosport) kämpfen der VfL Wolfsburg und der 1. FFC Turbine Potsdam um den Einzug ins Finale der UEFA Women’s Champions League. Beide Teams sind nach dem 0:0 im Hinspiel vor einer Woche optimistisch.

Der Gastgeber aus Wolfsburg setzt nicht nur auf rund 10 000 Fans, die die Volkswagen Arena zum Hexenkessel machen sollen, sondern auch auf seine Heimstärke – seit 36 Pflichtspielen sind die „Wölfinnen“ auf eigenem Platz ungeschlagen.

Gefährliches Ergebnis
Doch das Hinspiel-Ergebnis ist laut Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann „gefährlich“, denn etwa ein 1:1 oder ein 2:2 würde den 1. FFC Turbine Potsdam dank der Auswärtstorregel ins Finale am 22. Mai im Estádio do Restelo in Lissabon befördern.

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„Partie des Jahres“
„Wir hatten die Chancen auf das Auswärtstor, die haben wir nicht genutzt. Jetzt müssen wir gewinnen, wenn wir ins Finale wollen“, so Kellermann, der sich freut, dass die „Partie des Jahres“ mit dem Umzug ins große Stadion einen würdigen Rahmen erhält. „Der Spielstätten-Wechsel verspricht deutlich mehr Atmosphäre und ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ein neuer Zuschauerrekord aufgestellt wird.“

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Wolfsburg ohne Magull und Jakabfi
Wolfsburg muss allerdings weiterhin auf seine beiden verletzten Mittelfeldspielerinnen Lina Magull und Zsanett Jakabfi verzichten, so dass Kellermann weniger Optionen zur Verfügung stehen, zumindest einem Einsatz der zuletzt angeschlagenen Anna Blässe steht nichts im Weg. Für die Spielerinnen gilt es auch, eine mögliche Sperre fürs Finale aus den Köpfen zu kriegen, Stephanie Bunte, Nilla Fischer, Alex Popp und Conny Pohlers droht bei der nächsten Gelben Karte dasselbe Schicksal wie Viola Odebrecht in der vergangenen Saison.

Ada Hegerberg (li.) im Duell mit Josephine Henning © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Ada Hegerberg (li.) im Duell mit Josephine Henning © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Zehn Spielerinnen droht Finalsperre
Beim Gast aus Potsdam sind sogar sechs Spielerinnen mit einer Gelben Karte vorbelastet – Johanna Elsig, Genoveva Añonma, Nataša Andonova, Antonia Göransson, Tabea Kemme und Pauline Bremer – doch zurückziehen wird sicherlich keine Spielerin, denn für beide Seiten gilt es in der erneut zu erwartenden körperbetonten Partie keine Zweifel aufkommen zu lassen.

Möge der Bessere gewinnen
Turbine-Trainer Bernd Schröder meint: „Ich hoffe, dass wir den Zuschauern ein gutes Spiel zeigen und sich am Ende die Mannschaft durchsetzt, die das bisschen besser ist als der Gegner.“ Schröder kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, einzig Alex Singer steht ihm nicht zur Verfügung. „Unsere Spielerinnen haben die letzten Wochen sehr gut trainiert. Die Nationalspielerinnen, die zuletzt mit den Auswahlteams unterwegs waren, sind wieder in unserem Rhythmus, den wir auch als Gesamtteam brauchen.“

Zietz: „Wolfsburg hat besonderen Druck“
Turbine-Urgestein Jennifer Zietz sieht ihr Team psychologisch im Vorteil. „Ich denke aber, es ist schwieriger, Titel zu verteidigen, als sie zum ersten Mal zu erkämpfen. Daher glaube ich, dass Wolfsburg einen besonderen Druck hat.“ Und Julia Simic meint: „Wir werden uns vor Wolfsburg nicht verstecken sondern, wie man es auch von uns kennt, nach vorn spielen. Ich denke die Chancen zum Weiterkommen stehen 50/50.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • never-rest sagt:

    Freue mich auf ein hoffentlich spannendendes und hochklassiges HF-Rückspiel, diesmal aber bitte mit Toren in der regulären Spielzeit.

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  • Detlef sagt:

    Spannend wird es bestimmt, da ich davon ausgehe, daß eventuelle Tore erst recht spät fallen werden!!!

    Ob es hochklassig wird hängt sicher davon ab, inwieweit sich beide Teams gerade im Mittelfeld egalisieren, wie dies im Hinspiel über weite Strecken der Fall war!!!

    WOB wird aber gerade in Hälfte Eins wieder starken Druck ausüben, da sie versuchen werden ein frühes Tor zu erzielen, um Potsdam so zu zwingen, mehr zu riskieren!!!
    TURBINE sollte aber diesmal wesentlich mutiger und beherzter beginnen, und die Heimelf ihrerseits unter Druck setzen!!! 🙂

    TURBINE ist physisch den Wölfinnen überlegen, was schon in Potsdam klar zu beobachten war!!!
    Falls es also in eine Verlängerung gehen sollte, dürfte uns das in die Karten spielen!!!

    Außerdem ist unsere Reservebank absolut gleichwertig mit dem Stammkader, sodaß bei Auswechslungen keinerlei Qualitätsverlust zu befürchten ist!!! 🙂
    Das dürfte beim VfL sicher ganz anders aussehen, auch weil Kellermann nicht wie Schröder aus dem Vollen schöpfen kann!!!

    Aber beide Teams werden auch im Hinterkopf behalten, daß in der Meisterschaft eine englische Woche auf sie wartet, und sie so möglichst eine Entscheidung in der regulären Spielzeit anstreben werden!!!
    Was wird also den Ausschlag geben, die Heimstärke der Gastgeberinnen, oder die Auswärtsstärke der Gäste??? 😉

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  • FFFan sagt:

    Laut einem Artikel im ‚kicker‘ hat Schröder bereits angekündigt, die Aufstellung ggü. dem Hinspiel auf zwei Positionen zu ändern; Genaueres wollte er noch nicht verraten…

    Ich könnte mir vorstellen, dass er Wälti („unsere beste Spielerin“) diesmal zentraler agieren lässt und dafür auf Elsig verzichtet, mit deren Leistung er sich letzten Samstag unzufrieden zeigte. Links könnte dann Cramer oder evtl. auch Göransson spielen.

    Die zweite Änderung betrifft wahrscheinlich die Angriffsreihe. Die Hereinnahme von Nagasato anstelle von Anonma oder Hegerberg würde vielleicht mehr Variabilität ins Offensivspiel bringen.

    Aber bei dem alten ‚Trainerfuchs‘ Schröder weiß man nie – vielleicht wechselt er ja auch wieder im Tor?!

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  • mas sagt:

    Gibts in Berlin Adlershof, F-hein oder X-berg eine Kneipe, in der das Spiel zu sehen ist?
    Kennt ihr da was?

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  • dummkopf sagt:

    Man kann auf viele Dinge gespannt sein.
    Bei der Startaufstellung hat TP den Nachteil, das Wob sich eher genau im klaren sein kann, was (wer) kommt. Daher könnte ein Trainer geneigt sein, mehr Wechsel anzukündigen, als er tatsächlich vornimmt.

    Ob die Sorge von TP begründet ist, dass Wob besonders einfach Feineinstellungen vornehmen kann, sei dahingestellt. Man sieht ja, dass auch die Grobeinstellungen der Teams selber und umsomehr auf Besonderheiten des Gegners bei vielen seine Zeit braucht (s. die Kontertaktik des FFC oder die Erkenntnis, dass man Maier im MF versuchen sollte bei Bayern (wo man solche Dinge aber immerhin im Gegensatz zu anderswo überhaupt erkennt …), zahllose Beispiele überall …)

    Da das „System“ von TP auch (wie bei der N11, vielleicht daher die Liebe zw. den Trainern 😉 )eher darauf beruht, sich über die besseren Einzelspielerinnen durchzusetzen, schien von letzter Woche her lediglich der Wechsel von Anonma überlegenswert, die als einzige eigentlich kaum in der Lage schien, ihre Gegnerin diesbezüglich vor grössere Probleme stellen zu können; schon gar nicht Wensing.

    Von daher auch interessant, wo Evans spielt. Ob die „Überlegenheit“ von TP in Hz2 auf der besseren „Kondition“ beruht hat, kann man nicht 100% wissen. Zumindest war die Laufbelastung insgesamt nicht sonderlich hoch, und die Überlegenheit wurde zum Ende hin nicht zunehmend grösser. Vielleicht beruhten die Spielanteile eher auf der Tatsache, dass Evans konsequent über rechts gegen Bunte Dauerdruck aufbauen konnte, was ihr gegen Wensing eigentlich kaum gelang.
    Insofern auch ein wenig eine selbst „verschenkte“ erste Halbzeit von TP, da Evans da auch lange und viel über links agierte.

    Umgekehrt darf man annehmen, dass Wob inzwischen das Problem Evans erkannt hat. Nun wird man sehen, wie reagiert wird. Hoffentlich erfolgreicher und schneller als auf die Sturmprobleme 😉

    Für das Spiel liegt das Hauptproblem auf der Hand. Jeder weiss, dass ein Rückstand sehr schwer aufzuholen ist (insbes. Wob) Dieses Sicherheitsdenken wird das Spiel dominieren, bis vielleicht irgendwo irgendwie ein Ball den Weg ins Tor findet.
    Aus neutraler Sicht ist das so früh wie möglich zu wünschen.

    Sehr gut möglich ist, dass sich nicht unbedingt eine der beiden Mannschaft durchsetzen wird, weil sie die Bessere ist, sondern weil sie schlicht und ergreifend das Quentchen mehr Glück hatte.

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  • Zaunreiter sagt:

    Da is ja ordentlich Zunder bisher im Spiel. Ich frag mich, bei wem nach soviel Offensivspiel und Aggressivität zuerst die Kräfte erlahmen.

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  • FFFan sagt:

    Mit meiner Aufstellungsvermutung lag ich nur zur Hälfte richtig…

    @ Detlef:
    „Außerdem ist unsere Reservebank absolut gleichwertig mit dem Stammkader, sodaß bei Auswechslungen keinerlei Qualitätsverlust zu befürchten ist!!!“

    Das hat sich leider als ‚frommer Wunsch‘ erwiesen; für Evans hat Turbine derzeit keinen gleichwertigen Ersatz!

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