Linda Bresonik erklärt Rücktritt aus Nationalelf

Von am 17. April 2014 – 12.57 Uhr 8 Kommentare

Linda Bresonik hat nach 84 Länderspielen und 8 Toren im Dress der A-Nationalmannschaft ihren Rücktritt erklärt.

Die 30-Jährige wurde mit der DFB-Elf 2003 und 2007 Weltmeister, holte 2001 und 2009 den EM-Titel und zudem 2008 in Peking die Olympische Bronzemedaille.

Gereifter Entschluss
Bresonik erklärt: „Der Entschluss ist seit längerem in mir gereift, ich habe mir schon seit knapp einem Jahr Gedanken darüber gemacht. Die EURO in Schweden konnte ich aufgrund einer Verletzung ja nicht spielen, das Turnier habe ich aber natürlich verfolgt. Unser junges Team hat das wirklich super gemacht und präsentiert sich auch in der WM-Qualifikation prima. Ich habe das Gefühl, dass es jetzt an der Zeit ist, den jungen Spielerinnen Platz zu machen.“

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Linda Bresonik

Hört nach 84 Länderspielen auf: Linda Bresonik © Nora Kruse, ff-archiv.de

Wichtige und flexible Spielerin
Bundestrainerin Silvia Neid meint: „Linda war immer eine wichtige Spielerin für uns. Sie hat auf vielen verschiedenen Positionen ihre Qualitäten eingebracht. Diese Vielseitigkeit ist ihre Stärke. Ich kenne sie schon sehr lange, sie hat schon in den Juniorinnen-Teams eine wichtige Rolle gespielt. Es ist schade, dass sie diese Entscheidung getroffen hat, aber natürlich akzeptieren wir ihren Entschluss. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles erdenklich Gute.“

Erstes Länderspiel 2001
Bresonik bestritt im Alter von 17 Jahren am 10. Mai 2001 ihr erstes Länderspiel. Beim 1:0-Sieg gegen Italien stand sie in Troisdorf in der Anfangsformation. Ihr letzter Auftritt im Nationaldress war 5. April 2013 in Offenbach beim 3:3 gegen die USA. Aufgrund einer Achillessehnen-Entzündung konnte Bresonik nicht an der EM 2013 in Schweden teilnehmen. Auch ihre Teilnahme am Algarve Cup musste sie vor einigen Wochen verletzungsbedingt absagen.

Positive Bilanz
„Ich kann für mich eine absolut positive Bilanz meiner Karriere in der Nationalmannschaft ziehen“, so Bresonik. „Ich habe viel erlebt und erreicht, es gab Höhen und Tiefen. Aber ich habe meine Erfahrungen gemacht und bin am Ende sehr zufrieden damit, wie es gelaufen ist.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • Jennifer sagt:

    Wirklich schade. Ich habe immer gehofft, dass sie die WM in Kanada noch mitmachen kann.
    Alles Gute für deinen weiteren Weg, Linda!

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  • Jan sagt:

    konsequente, nachvollziehbare und wohl richtige Entscheidung
    (außer vllt., knapp vor der WM grassiert ein Virus in der N11 – da sollten Linda, Conny & Co. besser für Alles gerüstet sein!)

    Hat sich eigtl. „Natze“ mal bei Linda für den von ihr verursachten 11m an Cristiane im WM-Finale 2007 bedankt, bei dem sie gegen Marta glänzen konnte? 😉

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  • Herr Schulze sagt:

    Ich verstehe das selbstbeweihräuchernde Rücktrittsbrimborium nicht. Vielleicht hat diese wunderbare Fußballerin aber auch schlechte Berater. Oder sie kann es gegenüber ihrem jetzigen Arbeitgeber nicht offen zugeben, dass sie nach cen Verletzungen kein Vertrauen mehr in die eigene Physis hat.
    Was hier generös klingen soll, ist eine recht durchsichtige vorbeugende Maßnahme gegen Enttäuschungen. Auch Neids Kommentar lässt ahnen, dass sie nicht mehr wirklich mit Bresonik kalkuliert oder sie gar vermisst.
    Schade. Ich hätte Linda Brsonik gerne noch ein paar mal gesehen – auch im Nationaldress.

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  • kelly sagt:

    linda alles gute ich akzeptiere deine entscheidung,trotzdem denke ich,das so ein paar erfahrene spielerinnen wie du für canada wichtig wären.good luck enjoy paris!!!maybe da den pudelsalon

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  • enthusio sagt:

    Sehr, sehr schade, jetzt wird man sie in der Regel nur noch in den CL-Spielen von Paris im Fernsehen oder Livestream in Aktion erleben können. Ich hatte auch gehofft, dass sie vor der WM noch die Rückkehr in die Nationalmannschaft geschafft hätte. Ihre Erfahrung hätte unserer jungen Mannschaft gut getan. Aber man muß ihre Entscheidung respektieren, auch wenn es schwer fällt.

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  • dummkopf sagt:

    Der kritische HrSchulze ist diesmal vielleicht zu negativ?
    Wo kann man hier ein Brimborium oder negative Berater erkennen?

    1. Ein verdiente Spielerin beendet ihre N11-Karriere um jüngeren Platz zu machen. Das verdient Respekt.

    2. Man findet im FF nicht immer so optimale Entscheidungen. Wenn mit 30 dein Körper Signale aussendet, dass alles so langsam ein wenig schwerer und (zu) viel wird, dann ist man gut beraten, darauf zu reagieren. Da sollte man die restlichen Spielminuten seiner Karriere richtig verteilen, und Raum und Zeit für Regeneration schaffen. Zusätzliche N11-Termine oder gar eine WM wären da, selbst wenn es eine Zeit wieder besser gehen sollte, immer ein Risiko, das man nicht nehmen sollte.

    3. Sicher wünschen ihr alle noch ein paar erfolgreiche Jahre mit dem Club. Vielleicht kann sie noch ein wenig Geld damit verdienen und für später zurücklegen.

    4. Vielleicht wäre ein Abschiedsspiel tatsächlich ein wenig zuviel Brimborium, aber es wäre doch eine schöne Geste, sie zu überreden, noch ein letztes Spiel mitzumachen, um sie dann auf dem Platz gebührend, und nicht so ganz still und leise zu verabschieden.

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  • FFFan sagt:

    Bei dfb.de gibt es ein aktuelles Interview mit Linda Bresonik:

    Viel mehr als in der Pressemeldung erfährt man da aber auch nicht.

    @ dummkopf:
    „Der kritische HrSchulze ist diesmal vielleicht zu negativ?“

    Vielleicht hat er auch einfach … recht!

    Es wird zwar so dargestellt, als ob sie „ihre N11-Karriere beendet, um Jüngeren Platz zu machen“. Aber wenn man es genau nimmt, haben die jüngeren Spielerinnen diesen Platz längst eingenommen und werden ihn auch nicht kampflos wieder räumen.

    Zitat Herr Schulze: „Was hier generös klingen soll, ist eine recht durchsichtige vorbeugende Maßnahme gegen Enttäuschungen. Auch Neids Kommentar lässt ahnen, dass sie nicht mehr wirklich mit Bresonik kalkuliert oder sie gar vermisst.“

    Denselben Eindruck hatte ich auch, als ich es gelesen habe („natürlich akzeptieren wir ihren Entschluss“ klingt ja schon fast erleichtert!) Spätestens die (nicht verletzungsbedingte) Nichtnominierung für die Qualifikationsspiele gegen Irland und Slowenien dürfte Bresonik klargemacht haben, dass in der Nationalmannschaft nur noch im Notfall auf sie gebaut wird, wenn überhaupt. Wie andere Spielerinnen vor ihr macht sie nun die Erfahrung, dass während ihrer Abwesenheit andere Spielerinnen sich durch gute Leistungen in den Vordergrund gespielt haben und mit diesen nunmehr für die Zukunft geplant wird. Daraus hat sie jetzt ihre Konsequenzen gezogen.

    Selbstverständlich hast du recht, wenn du schreibst, dass Bresoniks Entscheidung „Respekt verdient“, aber man muss diesen Schritt nicht unnötig ‚heroisieren‘!

    Ich gehe davon aus, dass sie noch gebührend verabschiedet wird, wahrscheinlich anlässlich eines Länderspiels in der Nähe ihrer Heimatstadt Essen. Osnabrück am 8.5. könnte passen. Das liegt zwar nicht direkt im Ruhrgebiet, aber doch nah genug, um vielen Verwandten und Freunden die persönliche Anwesenheit zu ermöglichen. So wurde es bereits bei Inka Grings gemacht (damals in Duisburg beim Länderspiel gegen die Türkei), zu deren Karriereende in der Natio dieser Fall ja überhaupt viele Parallelen aufweist.

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  • KarlMai sagt:

    Danke an Linda Bresonik für alles in der Nationalmannschaft Geleistete!

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