WM-Quali: Pflichtsieg für DFB-Elf

Von am 10. April 2014 – 20.24 Uhr 15 Kommentare

Siebter Sieg im siebten Spiel: Die DFB-Elf feierte in Mannheim im Rahmen der WM-Qualifikation einen Pflichtsieg gegen Slowenien. Allerdings fielen deutlich weniger Tore als im Hinspiel, ein Geburtstagskind durfte sich zudem über ihr Debüt in der A-Nationalelf freuen.

Beim 4:0 (2:0)-Sieg vor 7 122 Zuschauern im Mannheimer Carl-Benz-Stadion brachte Melanie Leupolz die deutsche Mannschaft in Führung (18.), Anja Mittag baute die Führung kurz darauf aus (21.). Lena Lotzen (63.) sowie erneut Mittag (67.) machten den Erfolg perfekt.

Ergebnisse und Tabelle, WM-Qualifikation, Gruppe 1

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Veränderungen in der Startelf
Gegenüber dem 3:2-Sieg in Irland nahm Bundestrainerin Silvia Neid einige Änderungen vor. Célia Šašić kehrte nach überstandener Schienbeinprellung in die Startformation zurück, Melanie Leupolz und Kathrin Hendrich durften ebenfalls von Beginn an spielen. Dafür nahmen Annike Krahn, Melanie Behringer und Luisa Wensing auf der Bank Platz.

Führung durch Leupolz
Die DFB-Elf hat sich in der Anfangsphase trotz sichtlichem Bemühen schwer, Lücken in die zwei Fünferketten zu reißen, mit den Slowenien am Strafraum nicht ungeschickt operierte. Doch nach einem Eckball von Dzsenifer Marozsán war der Bann gebrochen, Melanie Leupolz kam frei zum Kopfball, der Ball senkte sich zur Führung ins Netz (18.).

Mittag erhöht
Sloweniens Torhüterin Lucija Mori konnte sich kurz darauf bei einem Schuss von Célia Šašić auszeichnen (19.), doch einige Minuten später war sie machtlos, als Anja Mittag in eine Flanke von Bianca Schmidt spritzte, der leicht abgefälschte Ball zum 2:0 ins Netz ging (21.). Mittag hatte noch eine weitere Chance, die Mori zunichte machte und auch ein Lotzen-Schuss fand nicht den Weg ins Tor.

Debüt für Bremer
Anfangs der zweiten Halbzeit war es dann erneut die Stürmerin des FC Bayern München, die sich mit zwei Schüssen vergeblich versuchte (59., 62.), doch nach einem Abwehrfehler von Vorarbeit von Mittag war Lotzen dann zur Stelle und erzielte den dritten deutschen Treffer (63.). Kurz zuvor war Pauline Bremer für Šašić zum Einsatz gekommen – Debüt im Trikot der A-Nationalmannschaft an ihrem 18. Geburtstag.

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Die DFB-Spielerinnen freuen sich über ein Tor beim 4:0 gegen Slowenien  © Karsten Lauer / girlsplay.de

Die DFB-Spielerinnen freuen sich über ein Tor beim 4:0 gegen Slowenien
© Karsten Lauer / girlsplay.de

Mittag trifft noch einmal
Wieder dauerte es nach dem Treffer nur einige Minuten, bis ein weiteres Tor folgte. Nach schöner Vorarbeit und gutem Auge von Lotzen machte Mittag den Endstand perfekt (67.), Bremer hatte zweimal die Chance zu erhöhen (74., 75.) und auch Slowenien kam durch Kaja Jerina zu eine seiner wenigen Chancen, Nadine Angerer passte jedoch auf (82.).

Neid: „Zufrieden, auch wenn nicht alles geklappt hat“
undestrainerin Silvia Neid war mit der Leistung ihrer Elf zufrieden: „„Ich habe von Anfang an gemerkt, dass die Spielerinnen alles versucht haben, auch wenn nicht alles geklappt hat. Das lag auch daran, dass Slowenien das gut gemacht hat. Wir haben uns viele Chancen rausgespielt, ich bin mit dem 4:0 zufrieden. Das Ziel aus den beiden Spielen waren sechs Punkte, das haben wir geschafft.“

Deutschland – Slowenien 4:0 (2:0)Deutschland: Angerer – Schmidt (46. Laudehr), Henning, Goeßling, Hendrich – Keßler, Marozsán Lotzen, Mittag, Leupolz (46. Popp) – Šašić (60. Bremer)

Slowenien: Mori – Tibaut, Benak (78. Erman), Rola, Kralj – Zganec, Grad – Jerina, Zver (90. Potrc), Nikl – Erzen (85. Soronda)

Tore: 1:0 Leupolz (18.), 2:0 Mittag (21.), 3:0 Lotzen (63.), 4:0 Mittag (67.)

Gelbe Karten: Keine

Schiedsrichterin: Sandra Bastos (Portugal)

Zuschauer: 7 122

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Souveräner, aber glanzloser 4:0-Erfolg gegen einen sehr defensiv eingestellten Gegner. Erinnerte mich über weite Strecken an das Heimspiel gegen Kroatien – mit dem Unterschied dass man diesmal alle Tore selber schießen musste und schon in der ersten Halbzeit damit angefangen hat. Dadurch war alles ein wenig entspannter. 😉

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  • waiiy sagt:

    Gestern entscheidend war die U19-Nicht-Qualifikation ohne Bremer und nicht ihr Einsatz in der N11, bei dem sie natürlich nicht die Welt einreißen konnte.

    Ich freue mich sehr für Pauli und gönne es ihr, weil sie auch wirklich so stark ist, dort mitzuspielen. Aber die letzten Tage wäre es wohl woanders wichtig gewesen.

    Aber wir haben ja dafür Experten in der Kaderplanung des DFB.

    Zum Spiel ist mit dem Wort „Pflichtsieg“ alles gesagt. Die 3 Punkte sind wichtig, der Verweis, wie viele Spiele man ungeschlagen ist, eher nicht.

    Tut mir leid, wenn bei mir keine Freude aufkommt. Aber sicher muss man das total voneinander trennen.

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  • never-rest sagt:

    Viel gibt`s zu dem Spiel in der Tat nicht zu sagen. Die Youngster haben ihre Sache durchweg gut gemacht. Das Innverteidiger-Gespann Henning/Goeßling möchte ich gerne noch einmal gegen einen starken Gegner sehen. Scheint mir eine vielversprechende Alternative zu Krahn/Bartusiak.

    Im Angriff richtig torgefährlich allein Mittag (zusammen mit Lotzen, die erst in Hz. 2 richtig aufdrehte). Auch hier ein alternatives Doppel, dass gut funktioniert.

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  • Maxemus sagt:

    Glanz kam nicht auf und eine wirklich deutliche Steigerung gegenüber dem Spiel gegen die stärkeren Irinnen habe ich nicht gesehen. Pässe ungenau wie gehabt, hohe Flanken, die oft wie Segelflieger daherkamen und durch die kompakte slowenische Doppelkette kam man frontal erst nach Konditionsproblemen des Gegners in HZ 2. Chancenverwertung wie gehabt. Da wird man noch viel arbeiten müssen bis 2015, aber man muss eben hoffen, dass dann auch mal mehrere Spiele hintereinander ein einigermassen identisches Team spielt und dass das noch reift.
    Schön die Freude von Bremer, als sie zum Einsatz kam und das war ein sehr hoffnungsvoller Einsatz ! Leupolz und Lotzen sind mir besonders aufgefallen, Celia ziemlich untergetaucht, Keßler oft unglücklich, wobei sie nicht die einzige war, mir aber besonders auffiel, weil sie einer meiner Lieblinge ist. Die Quali-Woche war gegenüber dem Algarve Cup eine ziemliche Abkühlung für Fans.

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  • Maxemus sagt:

    Moment, Hendrich verdient noch eine lobende Erwähnung !

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  • FF-Fuchs sagt:

    Ein ziemlich müder Kick aller Beteiligten. Ich gehe davon aus, dass sich alle für die Bundesliga geschont haben. Von den sogenannten Leistungsträgerinnen war ich gestern besonders enttäuscht. Kein Biss kein Aufbäumen der Mannschaft.

    Allerdings kann man durch solche Gegnerinnen nur schlecht aussehen, alles andere wird ja als normal erwartet.

    Ein Pflichtspiel mit Sieg das trifft genau den Punkt.

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  • bluebox sagt:

    Hallo zusammen !
    Ich bin neu hier, lese aber schon seeehr lange mit.
    Nun habe ich auch mal entschlossen meine Eindrücke zum Spiel zu schildern. Vorab: Ich bin kein Fan irgendeiner Frauenmannschaft sondern Fan von gutem Fußball – egal bei welchem Verein die Spielerinnen aktuell spielen; die Nationalmannschaft mag ich aber schon lange, auch wenn da auch nicht immer alles gut läuft.
    Gestern war ich in Mannheim und live sieht es doch öfters etwas anders aus als am Fernsehen. Richtig ist, dass das Spiel noch viel Luft nach oben hatte. Hierbei ist aber auch zu bemerken, dass zu einem guten Fußballspiel zwei Mannschaften gehören.
    In der ersten Halbzeit war Slowenien vielleicht 2 x über der Mittellinie….. Etwas mehr Präzission wäre aber gegen diesen tiefstehenden Gegner doch schön gewesen.

    Nun mal zu den Spielerinnen. Da ist mir, und einigen Leuten um mich herum, gestern etwas ins Auge gestochen, was ich vorher noch nie so deutlich bemerkt habe: Nadine Kessler hatte nach Slowenischen Abschlägen irgendwie einen Magnet im Kopf eingebaut. Sie hat gefühlte 47 von 50 Bällen auf den Kopf bekommen. Sehr interessant – auch wenn sie diese nicht immer optimal weitergeleitet hat.
    Lena Gößling in der IV sieht natürlich auch wensentlich eleganter aus als A. Krahn und ich denke es ist auf jeden Fall eine deutlich spielstärkere Alternative. D. Marozsan ist wirklich technisch toll, gestern war m.E. neben dem Licht aber auch viel Schatten. P. Bremer hat vorne ganz schön „Alarm“ gemacht als sie rein kam: Schönes Debut !
    Simone Laudehr hat auch als RV sehr souverän ausgesehen.
    J. Henning hat die wenigen langen Bälle gut abgelaufen.
    Über die anderen wurde ja schon berichtet. Insgesamt hätten es ein paar Tore mehr sein dürfen, aber man muss ja auch mal einfach zufrieden sein können. Ich freue mich auf die nächsten schönen Spiele.

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  • tpfn sagt:

    Ja Hendrich hatte ich so überhaupt nicht aufm Schirm, ich dachte immer, weil sie so zierlich ist, dass das garnichts werden könne, wurde aber gestern eines Besseren belehrt, gute Verpflichtung für den alternden FFC.

    LeLo spielt für meinen Geschmack zu häufig „wilde Sau“, wo sie es nur her hat? und dann mit solch einer Power, aber klar F=m*a und beim Thema m dachte ich zunächst an andere Umstände, scheint aber eher dem Aufbautraining der Verletzungsphase geschuldet.

    Oh, ich seh grad Pauli in den Nachrichten, hier is ja was los! Hoffentlich gibs keinen Schub in die falsche Richtung!

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  • gerd karl sagt:

    ja tpfn, du hast recht, pauli muss zum vfl wolfsburg.
    heimatnah und moderner fussball, pauli wird dann eine ganz grosse.

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  • Altwolf sagt:

    @bluebox.

    Ein guter „Premiere“ Kommentar, dem ich mich gerne anschließe, zumal auch das „Live-Erlebnis“ oft andere Eindrücke vermittelt.

    Mach weiter so. 🙂

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  • Frank W. sagt:

    @gerd karl Wenn Wolfsburg so nah liegt, warum hat man sie dann nicht entdeckt. Warum wurde sie von Potsdam zur Bundesligaspielerin gemacht.

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  • waiiy sagt:

    Da Pauli erst vor 1 1/2 Jahren von Göttingen nach Potsdam gekommen ist (die Bezeichnung „Eigengewächs“ ist ein wenig hochtrabend in meinen Augen)und sie da schon 16 Jahr, wird sie sich wohl bewusst gewesen sein, wohin sie hätte auch gehen können. Von daher kann man wohl von eine bewussten Wahl von ihrer und von Turbine Seite bzw. einer bewussten Nicht-Wahl aus Richtung Wolfsburg und Frankfurt ausgehen (Göttingen liegt ja ziemlich in der Mitte).

    Dass Pauli sicher nicht ihr Leben in Potsdam beenden wird (auch das fußballerische), das weiß Jeder im Brandenburgischen und das wird wohl auch nicht erwartet.

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  • tpfn sagt:

    @gerd karl
    Wenn Pauli gehen sollte, na dann bitte. Solange sie später, wie so viele andere vor ihr, die Zeit in Potsdam als beste Erfahrung, die sie sportlich, menschlich oder auch berufllich weitergebracht hat, betitelt, solls mir als TP-Fan recht sein. Denn sowas zieht wieder neue Bremers, Kessis und Hegerbergs…und wird dem alten Trainerfuchs am letzten Tag vor seinem Ruhestand betimmt ein Mega-Event einbringen, vielleicht so eine Art Abschiedsspiel mit all den Stars und Sternchen die er gefördert hat, dass wär mal was! Ich glaube die würden alle kommen, das KarLi wär ausverkauft und das ZDF Live dabei!

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  • Sheldon sagt:

    @tpfn: Etwas überspitzt könnte man ja sagen, wenn alle Talente kommen sollten, die Schröder nach oben gebracht hat, dann wäre das Stadion ja fast schon ausverkauft 😉

    Mit den Potsdamer Stars ist es ein bisschen wie früher mit den Werder-Stars. Fast keine erreicht nach dem Wechsel nochmal das Niveau, das sie vorher hatte, vielen fällt es sogar schwer, es zu halten.

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  • Sheldon sagt:

    Man muss ja Neid eines zugute halten: Sie lernt aus ihren Fehlern und probiert zumindest ein bisschen aus. Laudehr auf rechts, Goeßling als IV, Hendrich als LV, Leupolz als LM, Bremer als ST, allein 5 Spielerinnen, die auf anderen Positionen als im Verein bzw. als normalerweise in der N11 agiert haben.

    Wer weiß, vielleicht lässt sich Bell fürs kommende Jahr ja inspirieren und stellt ähnlich auf. Dann würde Hendrich auf LV gehen, während Laudehr wieder ins DM darf. Laudehr könnte eine Spielerin vom Typ Lahm sein und sollte wieder stärker ins Auge gefasst werden.

    Mal schauen, was es noch so gibt.

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