U17-WM: Japan und Spanien bestreiten Finale

Von am 1. April 2014 – 8.20 Uhr 12 Kommentare

Im Finale der U17-WM in Costa Rica werden sich Japan und Spanien gegenüberstehen. Die Japanerinnen hatten im Halbfinale mit Venezuela keine Mühe, Spanien gewann gegen Italien dank zweier Elfmeter.

Die Japanerinnen gewannen gegen Venezuela in Liberia mit 4:1 (2:0). Fuka Nagano (13.) und Nana Ichise (33.) sorgten nach überlegener Spielweise bereits für eine komfortable Halbzeitführung, ehe Rikako Kobayashi (52.) und Hina Sugita (63. Foulelfmeter) die Führung ausbauten. In der Nachspielzeit gelang Deyna Castellanos der Ehrentreffer für die Südamerikanerinnen (90.+2) – der erste Gegentreffer für die Asiatinnen im Turnierverlauf.

Offizielles Logo der FIFA-U17-Weltmeisterschaft Costa Rica 2014 © FIFA

Offizielles Logo der FIFA-U17-Weltmeisterschaft Costa Rica 2014 © FIFA

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Italien verliert durch zwei Elfmeter
Im zweiten rein europäischen Halbfinale gewann Spanien gegen Italien mit 2:0 (0:0). Sandra Hernandez (48. Handelfmeter) und Nahikari García (81. Foulelfmeter) trafen jeweils vom Elfmeterpunkt. Dabei hatte in der ersten Halbzeit Italien die größeren Spielanteile und Pech, dass Gloria Marinelli nach einer halben Stunde nur die Latte traf. Italien schaffte es jedoch insgesamt nicht, die spanische Abwehr ernsthaft in Bedrängnis zu bringen, die Spanierinnen behielten bei den Elfmetern die Nerven und am Ende die Oberhand.

Spanien hat mit Japan noch Rechnung offen
Im Finale kommt es nun am Freitag im Estadio Nacional in San Jose zur Partie zwischen Japan und Spanien (in der Nacht zum Samstag live ab 1 Uhr auf Eurosport). Die beiden Teams werden dann bereits zum zweiten Mal im Turnier aufeinandertreffen, in der Vorrunde gewannen die Japanerinnen mit 2:0. Zuvor bestreiten Venezuela und Italien das Spiel um Platz 3 (ab 22 Uhr live auf Eurosport).

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • holly sagt:

    Ich werde auf jeden Fall den Japerinnen im Finale die Daumen drücken. Was ich bisher an Spielen von ihnen bei der WM gesehen habe war ganz großes Kino. So wird moderner Fussball gespielt.
    Die Spiele sollten sich die deutschen Mannschaften mal als Lehrfilme ansehen. Damit sie mal merken das es auch was anderes gibt wie dieses elendige Ball hin und her geschiebe.

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  • pinkpanther sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele, holly!

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  • AdiPreissler sagt:

    Was ist denn moderner Fußball? Kläre uns bitte auf.

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  • FFFan sagt:

    Ich hatte also Recht mit meinem Finaltipp. 🙂

    Nachdem ich die beiden Halbfinalspiele gesehen habe, sehe ich Japan als klaren Titelfavoriten an. Gegen diese ‚Kurzpassmaschine‘ ist anscheinend kein Kraut gewachsen…

    Spanien hat mich gestern überhaupt nicht überzeugt. Gegen Italien war von spielerischer Überlegenheit aber mal gar nichts zu sehen. Beide Tore resultierten aus Elfmetern (von denen ‚anderthalb‘ auch noch unberechtigt waren).

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  • Jan sagt:

    Zweifellos zwei würdige Finalisten – da Japan u. Spanien sicher mit die besten Nachwuchs-Arbeit zu leisten scheinen, z.B. auch schon bei der U17 WM 2010.

    Um überhaupt eine Chance gegen das derart überlegen agierende Japan zu haben, darf man wahrscheinlich keine üblichen Lehrbuch-Schemata anwenden, sondern vllt. einfach konsequent das jap. Spiel zerstören, d.h. destruktiven Antifußball spielen.

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  • Markus Juchem sagt:

    @FFFan: Beim Feiern des Finaleinzugs ist Spanien aber ziemlich überzeugend. 😉
    https://www.facebook.com/photo.php?v=577383359024278&set=vb.382548541841095&type=2&theater

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  • FFFan sagt:

    Japan ist U17-Weltmeister! Hochverdient, muss man sagen. Die „Kleine Nadeshiko“ hat sogar noch einiges ‚liegenlassen‘, während Spanien eigentlich keine einzige echte Torchance herausspielen konnte.

    Das Spiel um Platz 3 war nichts für schwache Nerven. Viermal ging Italien in Führung, viermal glich Venezuela aus, zuletzt quasi mit dem Schlusspfiff. Und anschließend brachten die Südamerikanerinnen von vier Elfmetern KEINEN (!) im Tor unter!
    Also Leute, vergesst alles, was ihr über „Momentum“, „psychologischen Vorteil“ etc. gehört habt… 😀

    Die Einzelauszeichnungen sind für mich nachvollziehbar, insbesondere Hina Sugita als beste Spielerin des Turniers („Goldener Ball“). Beim „Goldenen Schuh“ für die beste Torschützin gab es ein Kuriosum: Deyna Castellanos und Gabriela Garcia (beide Venezuela) haben genau die gleiche Anzahl Tore und Vorlagen und auch exakt gleich viele Spielminuten absolviert – somit bekamen beide den „Goldenen Schuh“! Allerdings war bei der Siegerehrung offenbar nur ein Exemplar vorhanden, das zweite wird vermutlich nachgeliefert.

    Fazit: es war ein spannendes und interessantes Turnier auf gutem fußballerischem Niveau.

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  • MMJC sagt:

    Japan souveräner Sieger. Genauso und nicht anders sollte Frauenfußball aussehen. Die U17 macht es der A-Nationalmannschaft nach und holt sich, mehr als verdient, den Titel. Nun ist nur noch zu hoffen, dass man endlich davon weg kommt auf Größe und Härte zu setzen und viel mehr auf Technik und Taktik setzt. Ebenfalls ist es wichtig sich keine „Scheinstars“ in einer Mannschaft zu schaffen, sondern das Kollektiv sollte immer der Star sein. Beim Fußball sollte das oberste Gebot sein, der Sieg der Mannschaft. Mir scheint es, dass bei vielen Spielerinnen das oberste Gebot ist, sich selbst am besten zu verkaufen. Dadurch produzieren wir viele „Scheinstars“ aber keine homogene Mannschaft.
    Blicken wir auf die Zukunt und hoffen auf Veränderungen.
    Der Frauenfußball sollte wirklich anspruchsvoller und dadurch attraktiver werden.

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  • dummkopf sagt:

    @MMJC
    Das ist ja ein sehr gelungener und tiefsinniger Kommentar, den man nur vollstens unterstützen kann. Bis auf eines.
    Wie kommst du denn ausgerechnet beim FF darauf, dass die Spielerinnen sich selbst am besten verkaufen wollen?
    Im Vergleich zu den Männern können die das im allgemeinen doch gar nicht, und viele – vor allem die unerfahrenen – würden vielleicht sogar besser spielen, wenn sie es mehr tun würden.
    Wobei man den Männern zugutehalten muss, dass die da auch bei jedem Spiel ein Schaulaufen um die besten Verträge absolvieren, während bei den Frauen eben das Geld noch nicht in dem Mass den alles andere überlagernden Faktor darstellt.
    Die Fähigkeit, sich selbst auf dem Platz ins beste Licht rücken zu können, ist bei Männern bereits im Nachwuchsalter ein ganz entscheidendess Muss zu einer erfolgreichen Karriere.
    Bei Frauen ist es vielleicht umgekehrt eher so, dass die erst wenn sie erfolgreich geworden sind, und im N11 Rampenlicht stehen, anfangen zu „lernen“ wie man sich selbst möglich gut auf dem Platz verkauft.

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  • Sheldon sagt:

    Ich möchte daran erinnern, dass es lediglich eine U17-WM ist. Dass Japan und Spanien weltweit im taktischen und technischen Bereich mittlerweile zu den Besten gehören, die es in der Welt gibt, ist zweifelsohne Tatsache. Allerdings: Schaffen sie es nicht, ihre athletischen Mängel zu beheben, werden sie nur dann eine Chance haben, wenn man sie unterschätzt und wenn alles perfekt läuft. Denn ansonsten laufen ihnen ihre Gegenspielerinnen davon und sie haben in den Zweikämpfen praktisch keine Chance.

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  • MMJC sagt:

    @ dummkopf
    Lassen wir doch die permantenten Vergleiche zwischen Männer- und Frauenfußball.
    Wer hat denn gesagt, dass es bei den Männern anders ist. Ich nicht. Wir sprechen aber hier von FF, also bleiben wir auch beim Thema.

    Mir geht es darum klar zustellen, dass das Ziel in einer Mannschaftssportart (egal welche) klar definiert sein sollte. Oberstes Ziel sollte immer der „Sieg der Mansnchaft“ sein.
    Sehr wohl sind die Mädels leider darauf aus, sich selbst am besten zu verkaufen. Der Verdienst ist sicherlich nicht, wie bei den Männern, „Geld“. Den Mädels geht es aber durchaus um Prestige, Ruhm, höhere Kadernominierungen, Stammplatz in der Mannschaft etc…
    Dieses Ziel wird leider zu oft immer über das Ziel der Mannschaft gestellt.

    Anders bei den Japanerinnen, die eine Homogenität bilden.
    Als Mannschaft sind Sie dann sensationell.
    So sollte Mannschaftssport aussehen.

    @ Sheldon
    Von welchen athletischen Mängel sprichst Du ?
    Konditionell waren die Japanierinnen ebenfalls den anderen Mannschaften haushoch überlegen. Um dieses Kurpassspiel so perfekt zu spielen, wie sie es praktiziert haben, muss jede Spielerin permanent in Bewegnung sein.
    Ein richtiges Defizit bei den Zweikämpfen konnte ich ebenfalls nicht wirklich erkennen. Sie gehen gut und vor allem intelligent in die Zweikämpfe. Nämlich in die Zweikämpfe, die sich wirklich auch lohnen, die Nähe 16er.
    Einziges Defizit, das die Japanerinnen gegenüber den anderen Mannschaften hatten, war Ihre Köpergröße. Dieses Defizit kann man aber, wie man gesehen hat, durch herrausragende Technik und Taktik aus der Welt schaffen.

    Ich wünsche mir daher beim DFB ein deutliches Umdenken.
    Spielerinnen Potential ist da. Man muss es nur angehen.

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  • dummkopf sagt:

    @MMJC
    Wie du das alles meinst, interessiert mich doch mal genauer.
    Die Japanerinnen teilweise als Vorbild zu nehmen, ist ja ein intelligenter und weiser Vorschlag, und du nennst auch die richtigen Gründe.

    Aber dann wird es ein bisschen durcheinander? Wenn du dann sagst:
    „Sehr wohl sind die Mädels leider darauf aus, sich selbst am besten zu verkaufen.“
    dann gilt das also demnach NICHT für den Frauenfussball allgemein, sondern nur für alle Nicht-Japanerinnen! Das musst du natürlich dazu sagen.

    Und was hat das mit dem dfb zu tun?
    Dort wird doch den „Mädels“ nicht beigebracht, sich selbst am besten zu verkaufen?
    Was du meinst, ist wohl eher, dass man dort im mannschaftstaktischen Bereich besser ausbilden sollte? Wobei das aber auch eher beim Heimtrainer passiert.

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