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U17-WM: Turnier-Aus für DFB-Juniorinnen

Von am 23. März 2014 – 2.00 Uhr 41 Kommentare

Erstmals ist eine deutsche U17-Frauenfußball-Nationalelf bei einer Weltmeisterschaft bereits nach der Vorrunde ausgeschieden. Im abschließenden Gruppenspiel der U17-WM in Costa Rica verlor die DFB-Elf trotz 3:0-Führung gegen Nordkorea. Schwacher Trost: Auch ein Sieg hätte nicht zum Weiterkommen gereicht.

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Im Estadio Alejandro Morera Soto von Alajuela verlor Deutschland mit 3:4 (3:3) gegen die Asiatinnen, die trotz des Sieges ebenfalls erstmals bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten müssen, da im Parallelspiel Kanada mit 2:1 (2:0) gegen Ghana gewann.

Umstellungen in der Startformation
Kapitänin Jasmin Sehan konnte nach überstandener Gehirnerschütterung wieder spielen, Isabella Hartig rutschte auf der linken Abwehrseite ebenfalls zurück in die Startformation, Kim Fellhauer spielte statt im Mittelfeld als Innenverteidigerin, Saskia Matheis an der Seite von Saskia Meier.

Traumstart der DFB-Elf
Die Auswahl von Trainerin Anouschka Bernhard erwischte einen Traumstart, denn Nina Ehegötz gelang nach einem tollen Pass aus dem Mittelfeld mit einem Flachschuss aus 17 Metern das frühe 1:0 (5.). Die DFB-Elf wirkte nach der ersten Führung im Turnier wie befreit und Sehan erhöhte nach schönem Pass von Hartig vom linken Flügel schnell auf 2:0 (12.). Als dann auch noch Ricarda Walkling mit einem sehenswerten direkten Freistoß von der Strafraumgrenze auf 3:0 erhöhte (24.) schien die DFB-Elf das ihre getan zu haben, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.

Nordkorea von 0:3 auf 3:3 binnen elf Minuten
Doch wie schon in den beiden Spielen zuvor kassierte Deutschland einen Gegentreffer aus einer Standardsituation, und der sollte die Wende im Spiel einleiten. Denn Ju Hyo Sim kam nach einer Ecke per Kopf zum Anschlusstreffer (30.). Und nur vier Minuten später nutzten die Asiatinnen eiskalt ein Missverständnis zwischen Kim Fellhauer und Torhüterin Vivien Brandt aus, Sung Hyang Sim (34.) erzielte den zweiten Treffer der Nordkoreanerinnen. Aus der einsetzenden Verunsicherung der deutschen Spielerinnen schlug Nordkorea schnell noch einmal Kapital, Wi Jong Sim gelang noch vor der Pause der Ausgleich (41.), als die deutsche Abwehr vollkommen unorganisiert war.

Offizielles Logo der FIFA-U17-Weltmeisterschaft Costa Rica 2014 © FIFA

Offizielles Logo der FIFA-U17-Weltmeisterschaft Costa Rica 2014 © FIFA

Entscheidung durch Foulelfmeter
In der zweiten Halbzeit schaffte es die deutsche Elf nicht mehr, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen. Und es kam sogar noch schlimmer: Nach einem Schubser von Andrea Viehl zeigte die mexikanische Schiedsrichterin Lucile Venegas auf den Elfmeterpunkt, Ri Ji Hyang verwandelte sicher zur erstmaligen nordkoreanischen Führung (61.).

Erstmaliges WM-Aus in der Vorrunde
Die DFB-Elf war zwar bemüht, noch einmal heranzukommen, doch zwingende Torchancen erspielte sich die deutsche Mannschaft keine, so dass nach drei Spielen ohne Sieg erstmals eine deutsche U17 bereits nach der WM-Vorrunde die Heimreise antreten muss – gleiches gilt auch für Nordkorea, das ebenfalls aus dem Turnier ausgeschieden sind.

Bernhard ringt nach Erklärungen
Bernhard meinte nach dem Spiel: „Wir sind gut in die Partie gestartet. Was dann passiert ist, dazu finde ich keine Erklärung. Ich war geradezu erleichtert, als die erste Halbzeit beendet war. In der Halbzeit sagte ich meinen Spielerinnen, sie sollen daran denken, wie sie zu Beginn gespielt haben und das Ende vergessen. Leider haben wir nicht zurück ins Spiel gefunden.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

41 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    Aus der Traum: mit einem 3-4 gegen Nordkorea scheidet die deutsche U17 bei der WM in Costa Rica vorzeitig aus. Einziger (kleiner) Trost: auch ein Sieg hätte heute nichts mehr genutzt, da Kanada erwartungsgemäß gegen Ghana gewonnen hat.
    Nimmt man alle drei Gruppenspiele zusammen, muss man leider konstatieren, dass diesem Jahrgang trotz einiger guter Ansätze letztlich die Qualität fehlt, um mit den besten U17-Teams der Welt mithalten zu können. Besonders deutlich wurde das im letzten Spiel, als selbst eine 3:0-Führung keine Sicherheit gab. Einmal mehr war es ein Gegentor nach einer Standardsituation, das die Wende zu Ungunsten der DFB-Auswahl einleitete…

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  • xyz sagt:

    In den letzten beiden Jahren hatte Bernhard einfach nur Glück. Von guter Qualität der U 17 Mannschaft konnte man wiklich nicht sprechen.Ich denke es war ein Fehler,Herrn Peter von seinen Aufgaben im Juniorinnenbereich zu entbinden.Die heute sehr erfolgreichen A-Natiospielerinnen sind alle durch seine ,,harte“ Schule gegeangen und haben sehr viel bei ihm gelernt!Es ist mir auch bis heute unverständlich,warum nur Frauen(die mal etwas in der Natio gespielt haben) einen Trainerposten beim DFB im Frauenfußball bekommen.Man kann doch nicht auf Kosten der Qualität ehemaligen Spielerinnen einen Versorgerposten zuschanzen! Ich hoffe für die Zukunft,dass man auch bei den Frauenmannschaften des DFB nach Qualifikation und Erfahrung einen Trainerposten besetz und nichr nach Geschlecht.

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  • dummkopf sagt:

    @xyz
    Deine Besorgnis mit dem Versorgerposten kann ich als Diskussionspunkt nachvollziehen, wobei die Problematik von Trainer/innen im FF ja bereits beschrieben wurde.

    Ich weiss aber nicht, ob es hilft, dazu nun ausgerechnet die Personalien Bernhard und Peter als Beipiel heranzuziehen.
    Genau die von dir genannte Qualität der Spielerinnen hängt doch vielleicht eher von den Vereinstrainern als vom U-Nationaltrainer ab, der die Spielerinnen nur sehr selten trainiert, und damit weder auf deren technische noch konditionelle Fähigkeiten irgendwelche wesentliche Einflussmöglichkeiten hat.
    Daher sehe ich das Niveau der „Hometrainer“ im FF als den wesentlich wichtigeren Faktor!
    So ist auch die Frage, ob Herr Peter also einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der von dir genannten A-Natio-Spielerinnen hat? Ich will ihm aber nicht zu Nahe treten, ich kenne ihn überhaupt nicht. Andererseits wie sollte er?

    Das heisst aber sicher nicht, dass man in den U-Mannschaften x-beliebige Leute als Trainer nehmen sollte. Deren gute oder schlechte Arbeit spielt sich aber sehr in Bereichen ab, die von aussen nicht einzusehen sind. Und man sollte sie auf keinen Fall in erster Linie nach den Platzierungen bei Grossereignissen bewerten.
    Gerade dieser Jahrgang zeigt doch perfekt, wie sehr ein solches Ergebnis auch von Glück oder Pech oder Tagesform abhängig ist. Die gleiche Mannschaft ist nämlich innerhalb sehr kurzer Zeit einerseits einmal Europameister geworden, bei der WM aber in der Vorrunde als Gruppenletzter ausgeschieden.

    Wobei ich mir gar nicht so sicher bin, ob die gezeigten Leistungen im Erfolgsturnier EM viel besser und erfolgsversprechender waren, als im „schlechten“ Turnier WM.

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  • ziefle sagt:

    @FFFan
    Die Qualität des deutschen U17-Jahrganges ist hoch (ein regelmäßiger U17-Bundesliga Besuch bestätigt dies).
    Das Problem ist Frau Bernhard, die den Kader nicht nach der Leistung zusammentellt.
    Dazu kommt noch, dass sie als Trainerin es überhaupt nicht versteht der Mannschaft ein Plan zuvermitteln.
    Schon im Spiel gegen Ghana glich die Abwehr einem unorganisiertem Hühnerhaufen.
    Auch wenn ich der Meinung bin, es gibt leistungsstärkere Spielerinnen(insbesondere in der Defensive), als die die zum Einsatz kamen, ist es hauptsächlich das Unvermögen von Frau Bernhard die eine solche Vorstellug ermöglicht.

    Bitte ziehen Sie die persönliche Konsequenz aus dem Ausscheiden nach der Vorrund der U17WM und treten Sie zurück, Frau Berhard!

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  • rockpommel sagt:

    Kader nach Leistung zusammenstellen?

    Wer macht denn so was? 😉

    Die klare Handschrift eines Ralf Petr fehlt mir auch. 🙁

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  • dummkopf sagt:

    @ziefle
    Ob die Qualität des deutschen U17-Jahrgangs hoch ist, kann man mit dem Besuch von U17 BL-Spielen allein leider nicht hinreichend beurteilen. Dann müsste man schon auch U17 Spiele in Korea, Spanien oder Kanada zum Vergleich sehen.
    Freilich kann es sein, dass du dadurch beurteilen kannst, ob die Trainerin hier bessere Spielerinnen evtl unberücksichtigt lässt.
    Nun ist diese Sichtweise manchmal auch der Vereinszugehörigkeit geschuldet, und daher ist es immer sinnvoll, solche Behauptungen auch mit Namen zu unterfüttern, so dass man dort vielleicht auch andere Unterstützer/Bestätiger finden kann. Oder die Leser hier bereits einmal die Namen anderer talentierter Spielerinnen kennenlernen.
    Allgemein werden solche Dinge doch sehr viel gewichtiger, wenn mehrere User konkret übereinstimmendes aüssern.
    Ich hatte ja bereits geschildert, dass ich dem Trainer von Lev zB schon zutrauen sollte, seine besten U17 Spielerinnen zu erkennen. (Ein anderer User wiederum hatte allerdings Widak für sehr wichtig für die aktuelle U17 gehalten). Andererseits wechselt in dem Alter die Form oft stärker, und man kann nicht alle 3 Monate danach die Mannschaft neu zusammenstellen.
    Eine einigermassen zutreffende Beurteilung ist also sicher nur möglich, wenn viele erfahrene User wie du hier ihre konkreten Erkenntnisse auch zB du aus „Süd“ mit denen von „Nord“ zusammentragen. Ich finde es daher immer Schade, da nichts konkretes zu hören, sondern pauschale „taugt nichts“ – Urteile, die keinerlei Zugewinn bedeuten, aber du kannst ja vielleicht bitte noch ein bisschen konkreter werden?

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  • Jan sagt:

    Da nun kein ehem. U17-Weltmeister-Land mehr dabei ist, wird es einen neuen Titelgewinner geben.

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  • ziefle sagt:

    @Dummkopf
    Ich habe bewusst in meinem Kommentar nicht die Spielerinnen und die Kaderzusammenstellung in den Vordergrund meiner Rücktittsforderung an Frau Bernhard gestellt.
    Auch stimme ich Dir zu, dass eine U-N-Trainerin nicht die Ausbildung in den Vereinen ersetzen kann.

    Allerdings zeigt sich die Qualität einer Traineri darin, dass sie der Mannschaft vermittelt, dass sie geschlossen auftritt, jeder für jeden kämpft, ihre Möglichkeiten Einfluß während des Spieles zu nehmen angenommen wird, und ganz wichtig überhaupt einen Plan hat.
    Dis alles ist in der bisherigen Laufbahn Frau Bernhard schuldig geblieben und ein derratiges schlechtes abschneiden bei einem großen Turnier, wäre ein guter Anlass für einen Rücktritt.

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  • Maxemus sagt:

    Das deutsche Team hat bei der WM offensiv ganz ansehnlich gespielt, aber zu viele elementare Fehler in der Defensive gemacht. Die Gegner erschienen mir auch nicht so stark als das man nicht wenigstens einen hätte schlagen müssen (Mal sehen, wie weit Ghana und Kanada kommen). Nach einem 3:0 noch zu verlieren kann im Jugendbereich für sich betrachtet schon einmal vorkommen. Aber im Zusammenhang mit den anderen Matches zeigt sich hier etwas Systematisches.
    Das Endergebnis ist schlecht, 1 Pünktchen und letzter Gruppenplatz sind für mich zu wenig. Das kann man meiner Meinung nach ohne Konsequenzen nicht stehen lassen. Natürlich die Meinung eines Außenstehenden, aber die Spiele wurden schließlich im Fernsehen gezeigt, deswegen darf man sich wohl schon ein Urteil erlauben.

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  • H2O sagt:

    Ich freue mich hier so viele Kommentare zum Abschneiden unserer U17 zu finden.
    Das Problem, dass nur ehemalige weibliche Nationalspielerinnen auf die Trainerposten kommen ist in der Tat etwas fraglich.
    Besonders frage ich mich, ob dadurch nicht im taktische und technischen Bereich potentiale verschenkt werden. Schwierig von außen zu beurteilen.

    Ich möchte aber mal generell betonen, dass ich die Spielerische Leistung der Deutschen gut fand. Ich hatte nie das Gefühl, dass sie ihren Gegnerinnen über das Spiel unterlegen waren.
    Weiter muss man in dieser Alterklasse auch sagen, dass in D die Bedeutung der Vereinbarkeit mit der Schule in einem anderen Verhältnis stehen als bei Nordkorea oder afrikanischen Teams. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und Vorbereitung.

    Zu guter letzt sollte auch beachtet werden, dass in den Jugendfrauenschaften natürlich die Entwicklung und Persönlichkeitsförderung der Spielerinnen im Vordergrund stehen sollte. Fehler dürfen gemacht werden und das große Ziel ist irgendwann ganz nach oben zu kommen.
    Das schaffen in der Regel aber immer nur ein bis zwei Spielerinnen pro Jahrgang.

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  • jochen-or sagt:

    Das war m.E. spielerisch besser als bei der EM, die die Mannschaft völlig unverdient gewonnen hat. Nach vorne und im Zusammenspiel im Mittelfeld zeigten sich da wesentlich bessere Ansätze als bei der EM.

    Tatsächlich war in allen 3 Spielen die Mittelachse in der Abwehr äußerst schwach, und zwar in jeder Beziehung: schlechtes Stellungsspiel, nicht nur bei Standardsituationen, sondern auch wenn die gegnerischen Stürmerinnen in Strafraumhöhe angespielt wurden. Zudem gab es von immer den selben Spielerinnen gefährliche Fehlpässe zu gegnerischen Spielerinnen.
    Das Trainerteam konnte dies nicht abstellen oder hierfür eine Lösung durch Umstellungen finden.

    Leider entzieht es sich meiner Kenntnis, ob es nicht bessere Spielerinnen für diese Positionen in oder außerhalb des Kaders gibt.
    Jedenfalls meine auch ich, dass aus der Mannschaft mehr rauszuholen gewesen wäre. Zumindest finde ich, dass Bernhard keinerlei Ausstrahlung hat und nicht erkennbar war, dass sie während des Spiels auf die Mannschaft Einfluss nehmen konnte oder überhaupt wollte.

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  • shane sagt:

    @H2O: „dass in D die Bedeutung der Vereinbarkeit mit der Schule in einem anderen Verhältnis stehen als bei Nordkorea oder afrikanischen Teams“
    koenntest du das bitte irgendwie mit referenzen belegen? oder praesentierst du uns hier einfach deine eigene weltsicht als faktum?

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  • H2O sagt:

    @Shane:
    Es freut mich, dass meine Kommentare bei dir so großen Anklang finden. 😉

    In Staaten wie China oder Nordkorea wird Sport gezielt zur Bestätigung der eigenen politischen Ideologien genutzt. Aus diesen Grund werden, von kleinen Kinderbeinen auf, Sportler herangezüchtet. Andere Punkte wie die Vereinbarkeit von Familie, Schulischer Ausbildung haben eine sehr geringe Priorität.
    In ärmeren Ländern ist der Sport eher eine Chance der Armut zu entfliehen.

    Zu Deutschland:
    Ich weiß nicht ob dir klar ist, was Sport auf diesem Niveau für Kinder und deren Eltern bedeutet?
    Ich könnte dir einige Beispiele (übrigens auch eigene Erfahrungen) aus verschiedenen Sportarten nennen.
    Bleiben wir beim Frauenfußball: Gerade bei den Talenten ist schon früh das Spannungsfeld Schule – Sport erreicht.
    Bei einem bekannten Pärchen ist die Entscheidung der Eltern für die Tochter zugunsten der Priorisierung der Schule gefallen. Besonders, da diese nicht die Zeit haben einen Dauerfahrdienst zu spielen. Damit war ein Aufstieg in die höchste Fördergruppe leider nicht mehr möglich. Generell kann man zu diesem Thema ewig viel schreiben und ich belasse es dabei. Generell ist diese Problematik aber längst bekannt und eine perfekte Lösung gibt es nicht. In den USA beispielsweise sind die Strukturen im Jugendbereich anders, was wiederum einige Vorteile aber auch andere Nachteile mit sich bringt.

    „praesentierst du uns hier einfach deine eigene weltsicht als faktum?“
    Ich finde diese Aussage von dir respektlos, da steckt eine menge Unterstellungen drin. Schreibe doch bitte das nächste mal eine begründete Gegendarstellung oder frag ein wenig netter nach.
    Beste Grüße… H2O

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  • constance sagt:

    Mir sind drei Dinge aufgefallen:

    1)Zu viele Tore durch Standardsituationen (Zuordnung beim Eckball, Kopf einziehen beim Freistoß)etc.
    2) Taktische Mängel (vor allem im Defensiv-Verhalten)
    3) Zu viele individuelle Fehler

    Ich habe den Eindruck, dass die Spielerinnen durchaus international mithalten können, was die individuelle Klasse betrifft. Aber als Mannschaft agieren diese Spielerinnen eben nicht und das kann man durchaus der Trainerin anlasten, die viel Zeit für die Vorbereitung hatte. Die hohe Zahl der individuellen Fehler deutet für mich auf eine Verkrampfung hin und in der Tat scheint Frau Bernhard nicht gerade positiv motivierend auf die Spielerinnen einzuwirken. Das Problem ist eben: Es scheint keinen weiblichen Horst Hrubesch zu geben… Frischer (männlicher) Wind von außen täte vermutlich dem ganzen Trainer-Team und damit den Mannschaften mal gut.

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  • shane sagt:

    @H2O: es steht dir frei, meine aussage als respektlos zu empfinden. belegt hast du deine behauptungen dennoch nicht. das von dir genannte dt. fallbeispiel sagt auch in erster linie, dass in D nicht besonders viel unterstuetzung von „oeffentlich-rechtlicher“ seite kommt, wenn es um vereinbarkeit von schule & sport geht. sondern das eben von eltern/familie getragen werden muss.
    „In Staaten wie China oder Nordkorea wird Sport gezielt zur Bestätigung der eigenen politischen Ideologien genutzt.“ ja, durchaus. als ossi kann ich dir sagen: das heisst aber ganz und gar nicht, dass deswegen schule und/oder beruf vernachlaessigt werden. ganz im gegenteil. ob mensch das nun gut findet oder nicht, aber gerade diese vereinbarkeit ist hochgradig staatlich gelenkt in „solchen“ staaten. sportinternate z.b. sind ja wohl ein klassisches gegenbeispiel zu deiner vernachlaessigungsthese – sehr weit verbreitet und beliebt (mindestens obrigkeitsseits) in „solchen“ laendern.

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  • kelly sagt:

    hallo aber dann müssten diese länder,wenn sie schon so gedrillt werden von klein auf im frauenfussball alle titel holen was aber nicht der fall ist eine ratlose kelly

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  • MMJC sagt:

    Ich muss „dummdopf“ recht geben. Es ist immer ein wenig subjektiv welchen Spielertyp man mag. Der eine bevorzugt kantike Spielerinnen, der andere eher Technikerinen. Fakt ist jedoch es sollte immer die Qualität obersten Rang haben und in der Mannschaft evtl. von allen Spielertypen etwas vorhanden sein. Leider haben wir in dieser Mansnchaft zu viele Spielerinnen, die sehr kampfbetont agieren wobei die Qualität doch stark auf der Strecke bleibt. Kein ruiher Pol keine Spielmacherin. Diese Posiion ist praktisch nicht besetzt. Für die 10er Position sehe ich im Kader nur Frau Walkling (die meines Erachtens auch keine 10er ist – ich sehe Sie persönlich besser auf der 6er Position – aber wiederum Geschmacksache). Auf der Ersatzbank kein Ersatz für diese Position. Frau Sehan = reine Stoßstürmerin. Frau Freigang = reine Stoßstürmerin, Frau Sanders = dito. D.h. für diese wichtige Position haben wir eigentlich keine Besetzung.
    Ich bin ein Liebhaber des ruhigen überlegenen Spielaufbaus. Eine halbherzige Besetzung dieser Postion ist ja ein Unding. Das Spiel der Mädchen sieht sehr hektisch und unstrukturiert aus. Die Bemühungen der 6er verpuffen im Nichts. (Übrigens ist dies für mich die best-bestzte Position – Saskia Meier, Kim Fellhauer und auch Saskia Matheis spielen diese Position stark ab). Die rechte Stürmersposition ist völlig fehlbesetzt. Bei Frau Ehegötz reicht die Qualität nicht. Kaum eine gute Ballannahme, kaum ein guter Pass, der einen Abnehmer findet, Flanken, die irgendwo enden. Die Abwehr ist nicht eingespielt. Frau Viehl, die sicherlich großes Potential hat (ich mag Ihre Spielweise und Ihren Einsatz), hat mich leider kein einziges Spiel überzeugt. Sie war überfordert. Soweit mir bekannt finden Sichtungen hauptsächlich nur auf den Sichtungslehrgängen des DFB statt. Dies ist der größte Fehler. Sichtungen müssen auf dem Platz stattfinden, wenn die Mädchen mit Ihren Mannschaften spielen. Wie realisierbar? Keine Ahnung ist nicht meine Aufgabe. Vielleicht über ein Scout System? Sicherlich lässt sich aber so besser sichten. Wie stark eine U17 Juniorinnen Bundesliga ist oder nicht, ist eigentlich schon fast uninteressant für die U17 Nationalmannschaften. Die Mädchen spielen doch fast alle gar nicht mehr bei den Juniorinnen, sondern in den 2.Mannschaften oder bei nicht ganz so starken Erstligateams teilweise auch in der 1. Mannschaft. Die U17 Juniorinnen Liga war im ersten jahr sicher sehr stark, hat aber im 2. Jahr deutlich an Qualität verloren (alle sehr guten 97er sind in die Frauen Mannschaften hoch gegangen). Man sollte niemals den Fehler machen hier nach geschossenen Toren zu schauen und dann daraus das Resultat zu ziehen eine spitzen Stürmerin zu haben dies gilt übrigens auch im umgekehrten Sinne für die Abwehr. Mir ist sowohl jemand im Angriff als auch jemand in der Abwehr bekannt, die den Sprung in die 2. Bundesliga, trotz super Leistung bei den Juniorinnen, qualitativ nicht schafft. Ich will damit nur sagen vor Ort sichten, so kann man sich ein Bild der Qualität des Spiels und der Spielerin machen. Dies ist kein Garant aber sicherlich besser als das momentane Verfahren. Ein Umdenken wäre hier erforderlich. Ich hoffe, dass wir, aus diesen Debakel gelernt haben und gerade im Bereich Trainer Konsequenzen gezogen werden. Auch ich bin der Meinung, dass der DFB gut daran täte auch männl. Kollegen in Betracht zu ziehen.

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  • holly sagt:

    Deutschland hat nicht schlecht gespielt. Aber wenn Frau Bernard die WM nutzt um Experimente in der Abwehr zu machen dann muss das in einer der beiden schweren Gruppen doch schief gehen. Eine Michaela Brandenburg hat der DFB 2 Jahre lang aufgebaut um sie dann bei der WM zu demontieren. Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Zumal sie in der Abwehr schon auf allen Postionen gespielt hat. Ebenso auch im Defensiven MF einsetzbar ist. Die Leistung die die eingesetzten Defensivspielerinnen gebracht haben, hätte Michi auf einem Bein gebracht. Auch das eine Specht auf einmal draussen war hat mich verwundert ebenso das Kim Fellhauer auf einen ungewohnten Postiton gespielt hat.
    Das man Walkling mitgenommen hat war wohl der größte Fehler sie konnte uns nicht weiterhelfen, leider. Ich seh sie total gerne spielen aber das war Lichtjahre von dem entfernt was sie sonst spielt. Auch macht man sich vorne zu abhänig von Sehan. Die im Moment auch nicht so trifft wie früher. Bei Wolfsburg II trifft sio fast garnicht. Aber da weiss ich nicht auf welcher Postion sie da spielt im Verein. Hoffe das ich es noch in dieser Saison mal bei Wob II vorbeizuschauen.
    Ich bin ja selten der Meiung von Ziefle schon garnicht wenn es um die N11 geht. Aber ich finde auch wenn Frau Bernhard Charakter hätte würde sie freiwillig zurück treten.

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  • ziefle sagt:

    @MMJC
    Bei den jungen Spielerinnen ist jetzt nicht draufhauen angesagt, die lassen die Köpfe schon genug hängen.
    Angebrachte kostruktive Kritik mit Lösungsvorschlägen und entsprechender Motivation, aber von Seiten der Trainer, ist jetzt notwendig.

    Zum Thema männliche Trainer:
    Ich halte das Vorgehen des DFB verstärkt weibliche Trainer einzusetzen für gut. Allerdings ist es völlig falsch nur Trainerinnen mit „Stallgeruch“ zu verpflichten.
    Vielmehr ist es notwendig neue Impulse zu setzen und sich nicht nur gegenseitig, von der U15 bis zur Direktorin, immer auf die Schultern zu klopfen.
    Wenn dann diese Trainerqualität (sportlich und menschlich) in einem männchen Köper steckt, ist es mir auch recht.

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  • shane sagt:

    @kelly: „dann müssten diese länder,wenn sie schon so gedrillt werden von klein auf im frauenfussball alle titel holen“

    welche laender meinst du jetzt? und wo stand irgendetwas von drill?

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  • MMJC sagt:

    @ziefle
    wer mein Bericht achtsam durchgelesen hat, sieht, denke ich, auf Anhieb, dass keine Absicht darin besteht die Mädels zu demotivieren. Alles gute bis sehr gute Spielerinnen, wie bereits angeführt.
    Sicher hast Du recht, ohne Absicht kommt Frau Ehegötz in meinen Erläuterungen ein wenig schlecht weg, daher stelle ich nochmals richtig: alles wirklich sehr gute bis top Spielerinnen, aber nicht jede kann/muss Nationalmannschaft spielen. Dennoch sind es trotzdem wirklich sehr gute Fußballerinnen.

    Zum Thema Trainer hatte ich geschrieben „männl. Trainer in Betracht zu ziehen“. D.h. nicht, dass keine weibl. mehr in Frage kommen dürfen / sollen, sondern dass die Trainerqualität im Vordergrund stehen solte und nicht das Geschlecht oder wie Du so schön gesagt hast „Trainer mit Stallgeruch“

    Erfreuen wir uns an den weiteren guten Spielen, die bei dieser WM anstehen.

    @ holly
    Thema Frau Brandenburg, Frau Sehan und Frau Walkling sehe ich genauso

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  • H2O sagt:

    @shane
    Also einen Vergleich DDR und Nordkorea finde ich jetzt nicht so passend.

    Mit den Sportinternaten hast du natürlich recht, es ist eine Lösung die funktioniert. Ich war selbst nie auf einem aber ich kann dir sagen, dass der Tagesablauf an einer „normalen“ Sportschule im Leichtathletikbereich aus Schule, Training und Wettkampf besteht. Bei all den anderen Sportarten ist dies sicher nicht anders. Für andere Interessen bleibt dann kaum Zeit.
    Und daher Verzichten viele freiwillig auf diesen Weg oder brechen ihn irgendwann ab. Was auch ok ist.

    „hallo aber dann müssten diese länder,wenn sie schon so gedrillt werden von klein auf im frauenfussball alle titel holen was aber nicht der fall ist eine ratlose kelly“
    Hallo Kelly:
    Sicher hast du auch die letzten Sommerolympiaden gesehen, bei denen sich die Chinesen durch einen langjährigen „Leistungsplan“ im Medalienspiegel nach oben gekämpft haben.
    Zum Fußball:
    Von klein auf Titel holen (und viel zu spielen) ist seit geraumer Zeit ein Thema im amerikanischen Fußball, und zwar im negativen Sinne.
    Ich glaube, dass dies nur sehr bedingt Aussagen auf die spätere Leistungsfähigkeit zeigt. In jungen Jahren sollte mehr Wert auf die technische, taktische und persönliche Entwicklung gelegt werden.

    Ich finde übrigens die Leistungen der Nordkoreanerinnen durchweg beeindruckend. Sie gewinnen nicht die Titel, aber gehören immer zu den absolut unagenehmsten Gegnerinnen und das ohne eine „große“ Liga und ohne Spielerinnen im Ausland (irre ich mich da?) spielen zu haben.

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  • shane sagt:

    @H2O: ich bekomme den eindruck, dass wir eigentlich in unserer ansicht gar nicht so weit auseinanderliegen.

    doch, ich finde, was staatlich unterstuetzten leistungssport & diesbezuegliche entwicklungsfoerderung angeht, kann mensch die (ex-)sozialistischen staaten schon vergleichen. bis zu welchen grenzen und mit welchen (drohenden) konsequenzen das betrieben wurde und wird ist ne andere sache – es ging mir um die grundidee. und da bin ich weiter der ueberzeugung das deine ursprungsaussage a la vernachlassigung der aussersportlichen ausbildung von asiatischen und afrikanischen staaten nicht stimmt (und ich mit allem, was DU hinterher schriebst, eher meine als deine meinung bestaetigt sehe).

    „Für andere Interessen bleibt dann kaum Zeit.
    Und daher Verzichten viele freiwillig auf diesen Weg oder brechen ihn irgendwann ab. Was auch ok ist.“
    zustimmung. das ist aber generell mit so leistungssport (und anderen zeitaufwaendigen dingen), unabhaengig, ob der support fuer so ein leben von privater (eltern/familie) oder staatlicher seite kommt. oder?

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  • Fuxi sagt:

    Seit ich beim HSV weitgehend weg bin, bin ich auch aus dem U-Bereich weitgehend raus, daher möge man mir verzeihen, wenn ich auf dem falschen Dampfer bin.

    Ein Hauptproblem der Juniorinnenausbildung dürfte eine höhere internationale Leistungsdiche sein – etwas, das man auch im Frauenbereich beobachten kann. Es fällt halt zunehmend auf, wenn Spielerinnen – wie übrigens bei den Männern auch – auf eher spielstarken Positionen entwickelt werden und dann wegen Überangebot einerseits und anderweitigem Vakuum andererseits auf eine andere Position umgeschult werden, die nicht ihrem Naturell entsprechen.

    Wenn ich mir den EM-Kader der U19 ansehe, fällt mir auf, dass Manjou Wilde vom SV Werder da in der Abwehr einsortiert wurde. Ich kann mangels Beobachtung nicht beurteilen, wie gut sie sich da macht, aber ich erinnere mich, dass sie ureigens im Offensivbereich zuhause war. Bei der Norddeutschen, ich glaube, es war 2011, spielte sie gegen den HSV außen im Sturm und erzielte prompt beide Treffer. Ich nehme nicht an, dass sie die einzige ist. Ansonsten fällt mir noch spontan die „alte“ Tabea Kemme aus Potsdam ein, die ebenfalls ursprünglich offensiv gelernt hat.

    Klar liegt dieses Problem dann vor allem in den Vereinen. Wir erleben gerade im Nachwuchsbereich eher selten Blockbildung, was auch bedeutet: Die wenigen starken „Mädchen“ behaupten sich auf bestimmten Positionen. Teils geht das einher mit dem Mitspielen in Jungenmannschaften – was man dann körperlich sehr wohl merkt. Nur werden die Mädchen dort wohl eher selten auf körperbetonten oder laufintensiven Positionen eingesetzt und geschult. Das mag psychologische Gründe haben (weil der Trainer die Mannschaft nicht auf einer Position „schwächen“ will) oder auch einen falsch verstandenen Fördergedanken (damit ein Mädchen zur Geltung kommt und viele Bälle kriegt, wird sie offensiv eingesetzt), aber es setzt sich dann auch bei Einsätzen im Mädchen- bzw. Frauenbereich fort – stärkste Spielerin und so. Dadurch aber fehlen auf bestimmten Positionen – vor allem in der Abwehr – entsprechende Spezialistinnen, die ihre Position seit 5 oder mehr Jahren spielen. Blöd wird’s dann, wenn so manche, die sich eigentlich auf einer der benötigten Positionen wohl fühlen würde, aus genannten Gründen auf offensiv umgeschult würde und dann Schwierigkeiten hätte, mangels Effektivität in ihrer erlernten „Geltungsrolle“ auf ihrer eigentlichen Leib-und-Magen-Position das Nötige umzusetzen, weil sie es im Jugendalter nicht beigebracht bekam.

    Früher ließ sich das dadurch kompensieren, dass es in der Spitze nur geringe Konkurrenz gab und die Umgeschulten spielerisch stärker waren. Mittlerweile sind aber andere Nationalmannschaften offensiv so verbessert, dass diejenigen, die sich eigentlich auf neu erlernten Positionen nicht so wohl fühlen, schon Spezialistinnen sein müssten, um da richtig gegenhalten zu können. Und dann fliegt eine deutsche Nationalelf, gleich welcher Altersklasse, eben mal raus, wenn der Trainer / die Trainerin es nicht versteht, aus dem vorhandenen Material eine Mannschaft zu formen, die über sich hinauswächst.

    Hm, wenn das jetzt zu konfus beschrieben war, erkläre ich das gern nochmal mit Beispielen… 😉

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  • H2O sagt:

    Damit kann ich leben. 🙂
    Nur mit Nordkorea habe ich meine Probleme… wäre schön irgendwann mal gegen ein freies Nord oder Gesamtkorea zu spielen,
    Vielleicht klappts dann bei denen auch mit einem Titel.

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  • FFFan sagt:

    @ Fuxi:

    Schön, mal wieder von dir zu lesen.

    Ich finde deine Argumentation überhaupt nicht „konfus“, sondern im Gegenteil nachvollziehbar und schlüssig. Gleichwohl erscheint sie mir ‚antiquiert‘, denn wenn mich nicht alles täuscht, ist man in der Jugendausbildung im Fußball von einer (zu) frühen Spezialisierung auf bestimmte Positionen wieder abgekommen; stattdessen werden sowohl im männlichen wie auch im weiblichen Leistungsbereich wieder vermehrt „Allrounder“ herangezüchtet, die dann flexibel auf mehreren Positionen einsetzbar sind.

    Eine Ausnahme bildet hierbei natürlich die Torwartposition.

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  • holly sagt:

    wenn man sich den Spielplan ansieht dann hat der DFB wohl nicht gerade mit einer erfolgreichen WM der eigenen Mannschaft gerechnet. Finale U17 WM am 04.04.
    Am 05.04 und 06.04. sind schon die nächsten B-Juniorinnen BL Spiele. Die stehen schon lange so fest. Das hat nichts mit dem frühen Ausscheiden zu tun.

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  • AdiPreissler sagt:

    Während der EM war auch ein Bundesligaspieltag, sogar während der Vorrunde. Offenbar rechnete der DFB nicht damit, bei der Vorrunde anzutreten. Irgendwie haben sie es dann doch gemacht.

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  • FFFan sagt:

    Unbemerkt von den deutschen Medien ist das Turnier auch nach dem Ausscheiden der DFB-Elf fortgesetzt worden…

    Gestern und heute standen die Viertelfinalspiele auf dem Programm. Die großen Verlierer waren Nordamerika und Afrika, deren Vertreter allesamt ausschieden.

    Die Ergebnisse:

    Venezuela – Kanada 3-2
    Ghana – Italien 2-2, 3-4 i.E.
    Japan – Mexiko 2-0
    Nigeria – Spanien 0-3

    Am Montag kommt es somit zum europäischen Duell zwischen Italien und Spanien. Im anderen Semifinale stehen sich Japan und Venezuela gegenüber. Mein Finaltipp lautet unverändert Japan-Spanien!

    Mit Kanada und Ghana sind nun auch die letzten Teams aus der ‚deutschen‘ Gruppe B ausgeschieden. Soviel zum Thema „stärkste Gruppe“…

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  • holly sagt:

    Venezuela hat mir sehr gefallen gestern gegen Kanada. Das war das erste Spiel was ich von den bei der WM gesehen habe. Spanien hat mich überrascht das sie gegen Nigeria gewinnen.

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  • Maxemus sagt:

    Es ist schon etwas peinlich, dass Italien und Spanien sich ins Halbfinale geschossen haben, der EM aber als Gruppenletzter in der Vorrunde geendet hat. Das dann auch noch die Gruppengegner Kanada und Ghana in der ersten KO-Runde gegangen wurden, liest sich noch schlechter.
    Ganz so schlimm ist es zwar nicht: Ich habe Teile des Spiels Kanada gegen Venezuela gesehen und eine kanadische Elf gesehen, die sich für viel stärker gehalten hat, als sie tatsächlich ist. Und/ Oder sie haben Venezuela sträflich unterschätzt.
    Trotzdem ist meiner Meinung im deutschen Mannschaftsgefüge der Wurm dringewesen, denn zumindest einen der beiden späteren Viertelfinalisten hätte man schlagen m ü s s e n . Man hat sich in den drei Spielen unnötige, aber tödliche Tore gefangen, die das ansonsten ganz gute Spiel wertlos gemacht haben. Das ist ein deprimierender Schlag für jede einzelne Spielerin, aber meiner Verantwortung der Trainerin. Man kann s o nicht weiter machen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Unnsere Mädels bekommen die Höchststrafe für ihr Ausscheiden, nachdem nunmehr alle Teams aus der „Hammergruppe B“ die Segel gestrichen haben!
    Was steht auf der Habenseite:
    – 1 einsames Pünktchen und damit
    – Gruppenletzter als EM-Titelgewinner

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Fuxi sagt:

    @FFFan:
    Mag sein, dass meine Ansicht antiquiert ist – andersherum könnte man diesem „neumodischen Kram“ entgegenhalten, was für Spieler_innentypen dabei rauskommen:
    „Können alles, aber nix richtig“… 😉

    Ich finde, Allrounder kann man sich nicht „züchten“. Entweder fühlt sich jemand auf mehreren Positionen wohl und besitzt die nötige (Spiel-)Intelligenz zum nahtlosen Umschalten, dann funktioniert das. Wenn es aber vom Kopf her eine Spezialistin ist, deren Denkstrukturen und Prägungen sich für eine bestimmte Position eignen, dann hilft es nichts, sie auf flexibel zu schonen. Eine Spielerin etwa, die nicht die notwendige Ruhe und Übersicht hat, um den Ball unter Druck festzumachen und auch bei Pressing noch die richtige Anspielstation zu finden, kann ich einfach nicht auf die Sechs setzen, egal wie gut ihr Zweite-Reihe-Schuss ist. Eine Spielerin, die schnell ist und weite, hohe Bälle schlagen kann, stelle ich trotzdem nicht rechts hinten rein, wenn sie so offensiv denkt, dass hinter ihr Löcher entstehen, oder so defensiv denken muss, dass ich dadurch ihre Offensivqualitäten beschneide… Ich hab dafür keine konkreten Beispiele, das nur zur Klärung.

    Einen Mario Gomez würde keiner zum Innenverteidiger umschulen, egal wie lange Mats Hummels ausfällt, so wenig wie ich eine Lena Goeßling in die Abwehr stellen würde oder eine Dzsenifer Marozsan als Mittelstürmerin. Es gibt halt solche „beschränkten“ Typen, die sich nur zu Spezialisten eignen. Die mit Gewalt flexibilisieren zu wollen, ist ungefähr so, als wollte man aus einem Zahnstocher einen Dichtungsring machen: Man kriegt ihn wahrscheinlich rundgebogen, aber es braucht viel Zeit, und am Ende eignet er sich für beides nicht.

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  • Sheldon sagt:

    Ich denke schon, dass an diesem Desaster (nicht unbedingt von der sportlichen Spielanlage, aber von dem Ergebnis am Ende) eine Anouschka Bernhard durchaus stark beteiligt ist. Wenn du 3:0 führst und am Ende 4:3 verlierst, ist irgendwas grundlegend falsch gelaufen. Da sind die Probleme nicht im Spielerischen, sondern im Mentalen. Deutschland gehen mehr und mehr die Siegertypen aus. Spielerinnen, die gedanklich mit dem Gewinnen verheiratet sind und auch wissen, wie man gewinnt, wie man auf dem Platz herrscht.

    Es gibt solche Spielerinnen, bei denen wusstest du, dass sie das Geschehen auf dem Platz zu 100% unter Kontrolle haben. Die konnten weiß ich wo stehen, an der Eckfahne oder im Mittelkreis, total egal, sie hatten das Spiel im Griff, haben die Fäden gezogen, die eigene Mannschaft geordnet, waren nur auf den Erfolg fixiert.

    Was wir zunehmend bekommen, ist eine flache Hierarchie. Das mag Kuschelrock sein und für die Spielerinnen ganz gemütlich, doch letztlich gibt es keine Spielerin, die am Ende den Kopf dafür hinhält, wenn es schief gegangen ist, die dann aber auch im entscheidenden Moment den Hebel umlegen kann. Eine Spielerin, die sich voll und ganz mit dem Team identifiziert.

    Andere Nationen haben diese Spieler zum Teil noch, Italien hat einen Totti, Frankreich hatte einen Zidane, auch die deutsche N11 hat so einen Spieler in Philipp Lahm, vielleicht sogar noch mehr solcher Spieler.

    Das Schlimme ist: Heute gehören selbst die Trainer zu dieser flachen Hierarchie dazu. Ich weiß nicht, wieviel Autorität Frau Bernhard wirklich hat, oder ob sie sich nur bestmöglich durchhangelt. Aber als Trainerin hast du nachher die Aufgabe, wenn es nicht funktioniert hat, das zu erklären und dich vor die Mannschaft zu stellen. Da gilt – solange man im Training ist – nichts als das Wort des Trainers, der bis zum Spiel wissen muss, wie man dem Gegner am besten beikommt. Wenn er das am Ende nicht schafft, dann gilt es auch Farbe zu bekennen und zu sagen: „Wir haben dieses ausprobiert, es hat nicht funktioniert, weil… und weil… und weil…“

    Gerade ein Trainer einer Topmannschaft hat es da doch einfach, weil in den allermeisten Fällen seine Mannschaft die Überlegene ist. Da reicht meist eine klare Vorstellung vom Spiel, die umgesetzt wird, um den Sieg einzutüten.

    Allerdings glaube ich nicht, dass Horst Hrubesch die entscheidende Person war. Vielmehr denke ich, dass Matthias Sammer hier die entscheidende Figur war, denn er hat es als Jugendkoordinator vollbracht, dass alle Juniorenteams zum selben Zeitpunkt den Europameistertitel innehatten (U19 2008, U21 2009, U17 2009).

    Ich fände es übrigens megainteressant, wenn Ralf Peters in der nächsten Saison bei Frankfurt als Jugendkoordinator und Sportdirektor anheuern würde. Dann wird sich zeigen, ob seine Arbeit großartig Auswirkungen haben kann 😉

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  • Zaunreiter sagt:

    @shane
    @H2O
    @Kelly

    Ich finde, man könnte die positiven Anteile des nordamerikanischen Systems und des deutschen Systems miteinander verknüpfen.

    Und ob jetzt Spielerinnen wegen anderer Interessen ihr fußballerisches Weiterkommen abbrechen oder diese Interessen später ausleben, sei mal dahin gestellt. Carina Vogt sah auch kurzzeitig keinen Sinn mehr von der Schanze zu springen, da war sie 17. Hat dann aber festgestellt, dass ihr das dann doch fehlt und wieder angefangen.

    Ich hab bei den Spielen, die ich am Fernsehen verfolgen durfte, gesehen, dass Spanierinnen oder die anderen aus den latein-sprachigen Ländern mit Lust Fußball spielen, während sich bei uns Deutschen eher eine Verbissenheit bemerkbar machte. So eine Art Last, des nicht-Versagen-wollens. Und da ist dann auch die Trainerin gefragt. Das sah zu Zeiten eines Ralph Peters anders aus. Da kam noch so eine psychische Stärke hinzu, die in Costa Rica fehlte.

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  • wolle sagt:

    Bez. Venezuela kann ich holly 100%ig zustimmen. Soviel Spass und Lust am Fussball wie Venezuela ausstrahlt und dabei immer torgefährlich ist, das hätte ich mir bei unseren Mädels auch gewünscht. Das sah doch meist verkrampft und viel zu hektisch aus. Aus der sogenannten Todesgruppe ist nun im Halbfinale keiner mehr übrig, ich bin mal gespannt wie Frau Bernhard das enttäuschend frühe Ausscheiden noch verkaufen will.
    Mich nervt es langsam, dass man konsequent an dem vorhandenen Trainerpersonal festhällt, es ist ja nicht das erste enttäuschende Turnier. Bei der letzten U17-WM gab es auch nur Gegurke zu sehen.
    Dabei sind die Voraussetzungen so gut wie lange nicht. Es gibt eine Junioren-Buli, Ausbildungsvereine wie Essen geben den Talenten viele Gelegenheiten um sich in der Buli zu Bewähren.
    Auch beim DFB-Personal sollte einmal Qualität vor Geschlecht gehen.
    Dabei gibt es durchaus auch gute Trainerinnen. Mir fällt z.B. spontan die Trainerin der BN B-Jugend ein. Mit finanziell äußerst bescheidenen Mitteln, dafür mit viel Herzblut, scheint es Frau Stümper den Klassenerhalt mit Ihrer Mannschaft zu schaffen.
    Ich glaube bez. ihrer positiven Ausstrahlung kann Frau Bernhard noch einiges von Ihr lernen.

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  • holly sagt:

    @ Sheldon sind die Namen da oben alles Frauen/Mädchen? Warum sollte ein Spielerin den Kopf hinhalten müssen? Die spielen das was der Trainer/in vorgibt.
    Ich denke wir sind hier nicht in der Vergangenheit sondern in der Zukunft. Ist Herr Sammer immer noch beim DFB?

    @ Zaunreiter woran hast du gesehen das sich bei den deutschen Verbissenheit bemerkbar machte?

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  • Frank W. sagt:

    @holly Warum war der spanische Sieg gegen Nigeria überraschend? Spanien war schon bei der EM das beste Team.
    Übrigens könnte sich die Geschichte ähnlich widerholen. Vor drei Jahren bei der EM: Deutschland gewinnt gegen Frankreich im Elfmeterschiessen. Die darauf folgende WM: Frankreich wird Weltmeister.

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  • holly sagt:

    @ FrankW. mich haben die Spanierinnen bei der EM nur im Gruppenspiel gegen Dt. überzeugt. Bei der WM nicht wirklich.
    Falls du das Gruppenspiel Spanien gegen Japan gesehen hast, dann weisst du was ich meine. Sicher kann es wenn die beiden sich im Finale gegenüber stehen sollten auch einen ganz anderen Ausgang geben. Fussball ist halt alles möglich 😉

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  • Sheldon sagt:

    @holly: Nein, Herr Sammer ist nicht mehr beim DFB. Er holt jetzt bei Bayern Titel. Schon seltsam, kaum ist der 1-2 Jahre beim DFB, regnet es Erfolge. Kaum ist er bei Bayern München, da gibt es gleich nen ganzen Platzregen (insgesamt schon 6, bald 8, in 1/2 Jahren).

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  • FFFan sagt:

    @ Fuxi:

    Ich habe den „neumodischen Kram“ ja nicht erfunden, sondern nur den Trend im Jugendfußball beschrieben. Und die ‚Mode‘ ändert sich eben von Zeit zu Zeit. Im Nachwuchsbereich von Ajax Amsterdam hat man z.B. früher versucht, jeden Jugendspieler schon in sehr jungen Jahren für eine ganz bestimmte Position in einem ganz bestimmten Spielsystem zu schulen. Da der Verein ziemlich erfolgreich war, fanden sich schnell Nachahmer. Inzwischen ist man jedoch, wie gesagt, davon wieder abgekommen (auch bei Ajax). Stattdessen wird mehr Wert auf eine breite fußballerische Grundausbildung gelegt, die Spezialisierung erfolgt erst später.

    Ich bin kein Experte, aber mir leuchtet das ein. Bei Spielern, die sich noch im Wachstum befinden, lässt sich noch gar nicht so genau sagen, für welche Position sie prädestiniert sind, da dies auch von der Körperkonstitution abhängt. Erst recht nicht glaube ich an frühkindliche „Prägungen“, die einen „vom Kopf her“ auf eine bestimmte Position (oder Sportart, Beruf etc.) „beschränken“. Gerade solche Dinge werden jungen Leuten sehr oft nur eingeredet – ein Problem weit über den Fußball und den Sport hinaus: viele Menschen wissen gar nicht, was sie alles können, weil sie es nie ausprobieren!

    Zurück zum Fußball: sobald der ‚Leistungsbereich‘ erreicht ist, sollte natürlich schon darauf geachtet werden, die Spieler(innen), wie du richtig schreibst, ihren individuellen Stärken entsprechend einer Position zuzuordnen. Wie dabei das Anforderungsprofil der einzelnen Positionen aussieht, hat der DFB in einer Übersicht dargestellt:

    http://training-wissen.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1%5BshowUid%5D=374&tx_dfbnews_pi4%5Bcat%5D=12

    Eine Anmerkung noch zu deinem zweiten Fallbeispiel:

    „Eine Spielerin, die schnell ist und weite, hohe Bälle schlagen kann, stelle ich trotzdem nicht rechts hinten rein, wenn sie so offensiv denkt, dass hinter ihr Löcher entstehen…“

    Diese ‚Löcher‘ entstehen nicht, weil die Außenverteidigerin „zu offensiv denkt“ o.dgl., sondern weil die Absicherung (durch eine Spielerin aus der Doppel-Sechs oder durch Verschieben der (restlichen) Abwehrkette) in diesem Fall nicht funktioniert hat!

    @ Sheldon:

    Jetzt muss bei dir schon ein 3-4 gegen Nordkorea als Beweis dafür herhalten, dass Deutschland „die Siegertypen ausgehen“. Da kann man echt nur noch den Kopf schütteln. Drei Monate vorher waren die U17-Juniorinnen (ohne besser Fußball zu spielen als bei der WM) Europameister geworden. Da waren sie für dich wohl noch „Siegertypen“, oder wie?

    Und: glaubst du wirklich, die DFB-Junioren hätten auch nur einen Titel weniger gewonnen, wenn Matthias Sammer nicht Sportdirektor gewesen wäre? Na, dann glaub‘ halt weiter an dein „Sammermärchen“! 😀

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