Frauenfußball-Splitter 4 und 5/2014

Von am 4. Februar 2014 – 10.01 Uhr 17 Kommentare

In der aktuellen Ausgabe der Frauenfußball-Splitter blicken wir diesmal auf Testspiele, Neuverpflichtungen, Auszeichnungen und ein Karriereende.

Hoffenheim gewinnt Blitzturnier, Leverkusen siegt, Sand verliert
Zum Ausklang des Wochenendes standen erneut einige Testspiele und ein Blitzturnier auf dem Programm. Die 1899-Frauen gewannen das Blitzturnier in St. Leon-Rot durch einen 5:0-Sieg gegen die eigene Regionalliga-Elf sowie ein 2:1 gegen den SV Weinberg. Bayer 04 Leverkusen siegte unterdessen im Testspiel gegen den VfL Bochum mit 5:1, beste Torschützin war mit drei Treffern Francesca Weber. Der SC Sand musste sich dem SC Kriens, Tabellenführer der Schweizer Nationalliga A, mit 1:4 geschlagen geben. Isabelle Meyer traf für den SC Sand, der allerdings ohne zahlreiche Stammspielerinnen antrat.

Nächste Sendung von „Radio FF – Frauenfußball zum Hören“
Am heutigen Dienstagabend geht zwischen 17 und 18 Uhr „Radio FF – Frauenfußball zum Hören“ wieder auf Sendung. Folgende Themen sind geplant: Rückblick auf den Turbine-Hallencup, den der 1. FFC Turbine Potsdam im zweiten Anlauf erstmals gewann. Auch die Turbine-Zweitvertretung war erfolgreich und gewann den NOFV-Hallencup. „Radio FF“ liefert zudem eine Übersicht über die während des Transferfenster vom 1. bis 31. Januar getätigten Wechsel in der Frauenfußball-Bundesliga und führte unter anderem ein Interviewmit DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg. „Radio FF – Frauenfußball zum Hören“ wird jeden 2. Dienstag auf „ALEX Radio – offener Kanal Berlin“ ausgestrahlt. Das Programm ist in Berlin auf UKW 88,4 MHz, in Potsdam auf UKW 90,7 MHz sowie im Internet zu empfangen.

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„Eliteschule des Fußball“ in Wolfsburg
Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beschloss in der Vorwoche auf seiner Sitzung in Frankfurt, das bereits bestehende Verbundsystem in Wolfsburg (Junioren) auch als Eliteschule des Fußballs für Frauen und Mädchen anzuerkennen. In Deutschland gibt es somit inzwischen 32 „Eliteschulen des Fußballs“. Wolfsburg ist eine von vier Einrichtungen, die sowohl für Junioren als auch für Frauen und Mädchen zur Verfügung stehen. “Eliteschule des Fußballs” ist ein Zertifikat für ein gut funktionierendes Netzwerk von Schule, Leistungszentrum und Verband, das allen Spitzentalenten umfassende Hilfe- und Serviceleistungen garantiert.

1. FFC Turbine Potsdam 2 siegt beim NOFV-Hallencup

Sieger beim NOFV-Hallencup: 1. FFC Turbine Potsdam 2 © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Turbine Potsdam II gewinnt den NOFV-Hallencup
Die Zweitvertretung des 1. FFC Turbine Potsdam hat am Samstag in der Sömmeringhalle in Berlin-Charlottenburg den mit zehn Teams erstmals ausgetragenen NOFV-Hallencup gewonnen. Im Finale gewann Turbine gegen den SV BW Hohen-Neuendorf mit 1:0. Als beste Torschützin wurde Melissa Krakowski vom Magdeburger FFC (4 Tore) ausgezeichnet. Am Start waren der 1. FFC Turbine Potsdam, FFV Leipzig, Magdeburger FFC, 1. FC Lübars, FC Viktoria Berlin, SV BW Hohen-Neuendorf, SV Eintracht Leipzig Süd, BSC Marzahn, BSV Al Dersimspor und der 1. FC Union Berlin.

SK Wadenheim unterzeichnet „Berliner Erklärung“
Der Sport-Klub Wadenheim hat als erster reiner Frauenfußball-Verein die „Berliner Erklärung“ gegen Homophobie und für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport unterzeichnet. In der „Berliner Erklärung“ heißt es unter anderem: „Wir setzen uns von für ein aktives Vorgehen gegen Homophobie auf allen Ebenen des Sports ein. Wir unterstützen Maßnahmen zur Förderung eines vorurteilsfreien Klimas sowie zur Schaffung einer Kultur gelebter Vielfalt auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung und Achtung.“

USA bezwingen Kanada
Die USA gewannen ein Testspiel gegen Kanada am vergangenen Freitag in Dallas mit 1:0 (0:0). Den Treffer des Tages erzielte in der 78. Minute Sydney Leroux aus kurzer Distanz. Im ewigen Duell mit dem Nachbarn war es im 55. Aufeinandertreffen der 47. Sieg. Die Amerikanerinnen sind seit 40 Spielen ohne Niederlage, zuletzt gelang es Japan beim Algarve Cup 2012 die USA zu bezwingen.

Chelsea Ladies verpflichten Wilhelmsson und Ji So-Yun
FA-WSL-Klub Chelsea Ladies hat sich die Dienste der schwedischen Verteidigerin Emma Wilhelmsson gesichert. Die 27-Jährige überzeugte die Verantwortlichen im Dezember bei der inoffiziellen Klub-WM in Japan, wo sie testweise mitspielte. Wilhelmsson kommt vom schwedischen Verein Jitex BK, zuvor stand sie bei LdB Malmö unter Vertrag. Darüber hinaus verpflichtete das Team die Südkoreanerin Ji So-Yun.  Die 22-jährige offensive Mittelfeldspielerin und 55-fache Nationalspielerin kommt von INAC Kobe Leonessa aus Japan.

FC Zürich Frauen ausgezeichnet
Die Stadt Zürich vergibt seit 26 Jahren Sportpreise in drei Kategorien. Im Bereich Einzelsport/Team wurde der FC Zürich Frauen ausgezeichnet. Beim FC Zürich Frauen handelt es sich um den ältesten Frauenfussball-Klub der Schweiz, 1968 unter dem Namen DFC Zürich gegründet und zwischenzeitlich als SV Seebach aktiv. Die FCZ Frauen sind mit 17 Meister- und zehn Cup-Titeln der erfolgreichste Verein im Schweizer Frauenfußball. 2013 war ein besonders erfolgreiches Jahr, indem sie das Double aus Meisterschaft und Cup gewannen und sich als erstes Schweizer Team für das Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League qualifizierten. Dabei stellten sie mit 7 304 Zuschauern einen neuen nationalen Rekord für den Klubfußball auf.

Nadine Angerer ist unter den Top 3 bei der Wahl zur Weltfußballerin

Nadine Angerer steht mit Brisbane Roar im Halbfinale der W-League © Zetbo / Framba-Fotos.de

Angerer erreicht Play-offs
Sydney FC, Melbourne Victory, Brisbane Roar und Titelverteidiger Canberra United haben in der Westfield League die Halbfinals in den Play-offs um die australische Meisterschaft erreicht. Dem Team von Weltfußballerin Nadine Angerer, Brisbane Roar, reichte dazu ein 3:2 (2:2) Erfolg über die Western Sydney Wanderers. Die Halbfinals finden am 15. und 16. Februar statt, das Grand Final um die Meisterschaft steigt am 23. Februar. Danach verlässt Angerer Australien Richtung NWSL in die USA zu den Portland Thorns.

Neuseelands Torhüterin Jenny Bindon hört auf
Im Alter von 40 Jahren hat die neuseeländische Torhüterin Jenny Bindon ihren Rücktritt erklärt. Bindon nahm an zwei Frauenfußball-Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Fußballturnieren teil und bestritt 77 Länderspiele. „Es war eine extrem schwere Entscheidung, denn der Plan war es, bis Rio [Olympische Spiele 2016] weiterzumachen, aber ich starte jetzt ein neues Kapitel in meinem Leben und es ist an der Zeit, mit meiner jungen Familie zu sein.“

WSL bekommt Unterbau
Nach der erfolgreichen ersten Saison bringt die zweite Spielzeit der englischen Super League erhebliche Veränderungen mit sich. Installiert wird eine zweite Liga. Die WSL-Saison 2014 umfasst folgende acht Teams:  Bei Meister FC Liverpool gehen Corina Schröder und Nicole Rolser in ihr zweites Jahr. Außerdem spielen Birmingham City, Bristol Academy, Chelsea LFC, Everton LFC, Notts County (vormals Lincoln Ladies), Manchester City und Arsenal London. Die WSL 2 besteht aus den zehn Teams Aston Villa, Doncaster Rovers Belles, Durham, London Bees, Millwall Lionesses, Oxford United, Reading, Sunderland, Watford und Yeovil Town. Auf- und Abstieg sind erneut nicht vorgesehen. Gespielt wird von April bis Oktober. Der Verband unterstützt jedes WSL1-Team mit 70 000 Pfund, jedes WSL 2-Team mit 35 000 Pfund.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • timmy sagt:

    Also ich habe jetzt öfter gelesen, dass ein Platz der WSL 1 absteigt diese Saison.

    zB letztens erst hier

    Was ganz offizielles ist schwer zu finden, da die WSL-Seite ja seit Monaten offline ist.

    Im Googlecache sehe ich mich aber auch da bestätigt: http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:z8Cm3Ctjr6gJ:www.fawsl.com/news/fa_wsl_2014_season_expansion.html+&cd=4&hl=en&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

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  • dummkopf sagt:

    @tale
    Als erstes soll informativ gesagt sein: Es gibt in GB jetzt erstmals in 2014 eine 2.Liga und damit auch Auf/Abstieg zwischen Liga1 und 2!
    Ich habe mich bei deinem Komm1 zu stark an deinem „hinter dem Ofen vorholen“ aufgehängt. Die von dir in Komm2 angesprochenen „Abtrünnigen“ sitzen ja eben nicht so sehr hinter dem Ofen. So wird dann ein Schuh draus. Kritiker am engl MF gibt es sehr viel mehr als in D, kein Wunder allerdings bei den Zuständen, N11-Ergebnissen und da nun auch noch die PL-Clubs in Europa ihre gewohnten Top-Stellungen verloren haben.
    Über die Fussball-Unterschiede GB-D gibt es allerdings so viel zu erzählen, und auch nach Jahren immer wieder neues festzustellen, da reicht hier der Platz nicht.

    Die Grundtendenz ist aber immer, dass wir deutschen mit unserem mächtigen flächendeckenden (sozialen) Vereins-Mitglieder-System die eher kommerziell ausgerichtete Struktur im Sport nicht gewohnt sind. (Die natürlich eine Menge Nachteile (aber auch nicht nur!) mit sich bringt).

    -zB wenn die Top-Clubs in Privateingentum irgendwelcher (meist ausländischer) Milliardäre stehen, dann kann man die Dachorganisation FA eben zB mit dem DFB kaum vergleichen. Die FA ist auf deren Geld angewiesen und entsprechend abhängig. Daher kann sie auch den FF entsprechend viel weniger aus eigenen Mitteln unterstützen sondern muss schauen, wo das Geld herkommt -> ManCity Ladies. In D ein völlig undenkbarer Vorgang, allerdings in GB wohl aber (leider!!! stimmt, grammo 🙁 ) für die Weiterentwicklung des FF die notwendige Entscheidung. Wenn in einem so kapitalorientierten System eben einer kommt und so „nett“ ist, ein paar Millionen in den FF zu pumpen, kann man nicht nein sagen, im Gegenteil, man muss hoffen, dass dann vielleicht noch mehr nachkommen, bzw die anderen sagen, gut dann legen wir Wohl oder Übel auch noch einmal nach. Da hat dann selbst bei den traditionsvernarrten Briten die Tradition keine Chance mehr. Bitter, aber nicht zu ändern.
    -zB kann man sich eigentlich irgendwie auch nicht vorstellen, hier werden flächendeckend bei einem Bezirksligaspiel erst einmal vor jedem Spiel von jedem Spieler 5EUR in bar eingesammelt, um die Platzmiete zu zahlen. Und für jedes Training müssen die Spieler auch zahlen. Unsere vielen kleinen (Dorf-)Amateurvereine gibt es in GB so nicht. Die sind eher wie Hobby- oder Thekenmannschaften organisiert.
    -zB der Mädchen-Fussball wird in GB über die Schulen eher als über die Vereine gepusht, es gibt mE auch Liga-Betrieb mit gemischt Schul- und „Club“-Teams, aber da kenne ich mich im Detail auch nicht so aus.

    Das Potential für FF in GB ist riesig. Aber noch viel mehr als in D mangelt es da an jemand, der das Geld hat und in die Hand nimmt, um die Dinge finanziell anzuschieben.

    Du weisst, ich tausche mich gerne mit dir aus, und habe auch erst gewartet, wer hier noch schreibt. Wir sind aber doch sehr off-topic und special-interest geworden. Vielleicht würde ich mich hauptsächlich wieder anderen Themen zuwenden, wo es gerade zwar nicht niveauarm, aber zT doch amüsant stammtisch-laienhaft spekulativ zugeht.

    PS. @timmy, gerade erst gesehen:
    Ja. Lies auch wikipedia FAWSL, oder Homepage FAWSL. FA=engl Verband WSL=Woman soccer league

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