Frauenfußball-Splitter 3/2014

Von am 25. Januar 2014 – 11.19 Uhr 22 Kommentare

In der aktuellen Ausgabe blicken wir auf eine treffsichere 16-Jährige an der ZDF-Torwand, eine Niederländerin in freudiger Erwartung und ein denkwürdiges Spiel bei der U20-CONCACAF-Meisterschaft.

Nina Ehegötz glänzt an ZDF-Torwand
2007 brachte Aylin Yaren Franck Ribéry an der ZDF-Torwand zur Verzweiflung, 2008 bezwang Kristina Gessat Kameruns Nationaltrainer Otto Pfister. Nun zeigte die 16-jährige Nina Ehegötz von Zweitligist FSV Gütersloh 2009 den Herren der Schöpfung, wo der Hammer hängt. Ehegötz traf an der legendären Torwand drei Mal und bezwang zwei prominente Studiogäste: Felix Loch, Olympiasieger und Weltmeister im Rodeln, sowie Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, die beide jeweils einmal trafen.

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DFB-Delegation zur Fortbildung nach Schweden
Angeführt von DFB-Frauenfußballdirektorin Steffi Jones wird eine elfköpfige Delegation vom 17. bis 20. Februar an einer UEFA-Fortbildungsveranstaltung zum Thema Frauenfußball in Stockholm teilnehmen. Mit dabei sein werden unter anderem die frühere Bundestrainerin Tina Theune sowie die Bundesligatrainer Markus Högner (SGS Essen), Daniel Kraus (FF USV Jena) und Thomas Obliers (Bayer 04 Leverkusen). Neben dem DFB werden auch Delegationen aus Österreich und der Ukraine an der Veranstaltung teilnehmen.

U17-Nationalelf ins Trainingslager an die Algarve
In Vorbereitung auf die vom 15. März bis 5. April in Costa Rica stattfindende U17-Weltmeisterschaft bestreitet die U17-Nationalelf unter DFB-Trainerin Anouschka Bernhard ab heute ein Trainingslager an der Algarve im Süden Portugals. Neben dem normalen Training sind zwei Testspiele gegen männliche Juniorenmannschaften geplant. Bis zum WM-Beginn stehen für die Spielerinnen noch ein Sichtungslehrgang, ein Leistungstest sowie zwei WM-Lehrgänge auf dem Programm.

Megan Rapinoe verlässt Olympique Lyon
US-Nationalspielerin Megan Rapinoe und Frankreichs Meister Olympique Lyon gehen ab sofort getrennte Wege. Rapinoe kehrt vorzeitig zu ihrem früheren Verein Seattle Reign FC zurück. Anders als in der Vorsaison wird sie ihrem US-Klub nun bereits in der Vorbereitung auf die neue Saison zur Verfügung stehen. Hintergrund des Abschieds sollen unter anderem Unstimmigkeiten mit Lyons Trainer Patrice Lair gewesen sein.

Daphne Koster ist schwanger
Daphne Koster, Kapitänin der niederländischen Nationalelf, wird sich eine längere Pause vom Fußball nehmen, denn die 32-Jährige erwartet im August ihr erstes Kind. Vor der Winterpause bestritt sie für AFC Ajax gegen KAA Gent Ladies am 20. Dezember ihr letztes Spiel. „Das war ein ganz spezieller Abend für mich.“ Nach der Babypause will Koster aber möglichst schnell wieder zum Fußball zurückkehren.

Goeßling und Steinhaus gekürt
Die International Federation of Football History and Statistics (IFFHS) hat den Frauenfußball als neue Spielwiese entdeckt und zweifelhafte Auszeichnungen zur Spielmacherin, Torhüterin und Schiedsrichterin ins Leben gerufen. Nicht näher genannte Journalisten und Experten durften abstimmen und kamen zu folgendem Ergebnis: Lena Goeßling (VfL Wolfsburg) wurde zur Spielmacherin 2013 gekürt, Bibiana Steinhaus gewann in der Rubrik Schiedsrichterin. Bei der Wahl zur besten Torhüterin belegte Nadine Angerer Platz 2 hinter Hope Solo.

Sarah Hagen

Bayern-Stürmerin Sarah Hagen hat im US-Team starke Konkurrenz © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

US-Team ohne Sarah Hagen und Amber Brooks
US-Nationaltrainer Tom Sermanni hat Bayern Münchens Stürmerin Sarah Hagen trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Alex Morgan nicht für den 24 Spielerinnen umfassenden Kader für die Länderspiele gegen Kanada (31. Januar) und Russland (8. und 12. Februar) nominiert. Sermanni meint: „Ich denke, dass Sarah bei jedem anderen Nationalteam auf der Welt im Aufgebot wäre. Doch wir sind in der einzigartigen Situation, dass dieses Prädikat bei uns auch auf vier bis fünf andere Stürmerinnen zutrifft.“ Auch Ex-Bayern-Spielerin Amber Brooks fand keine Berücksichtigung. Mit dabei sind hingegen die Ex-Bundesligaspielerinnen Erika Tymrak und Alex Krieger.

USA, Mexiko und Costa Rica für U20-WM qualifiziert
Die USA und Mexiko machten mit ihrem Finaleinzug bei der CONCACAF-Meisterschaft auf den Cayman-Inseln ihre Teilnahme an der U20-WM in Kanada perfekt, die USA gewannen das Finale mit 4:0. Packend verlief der Kampf um das dritte Ticket zwischen Costa Rica und Trinidad und Tobago. Für Costa Rica schienen nach einem 1:3-Rückstand bereits die Felle davon zu schwimmen, doch Costa Rica erzwang mit zwei späten Treffern die Verlängerung und gewann schließlich mit 7:3.

FC Zürich Frauen holen Natasha Gensetter
Der Schweizer Meister FC Zürich Frauen hat seinen Kader mit U20-Nationalspielerin Natasha Gensetter verstärkt. Die 20-Jährige kehrt von einem halbjährigen Abstecher in die USA zurück, wo sie am Lindsey Wilson College in Columbia für die Blue Raiders spielte. Zuvor spielte sie mehrere Jahre für den Lokalrivalen Grasshopper Club Zürich.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »

  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Na dann, macht aus Apple eine Deutsche! Es gab ja auch bereits deutsche Brasilianer in der N11…
    Tymrak muss da aber noch ganz schön zulegen, um diesen Vorzug in der Nominierung zu rechtfertigen. Und dass eine Brooks nicht dabei ist, wundert schon etwas, ist sie doch die Amerikanischste von den 3en in Statur, Körpereinsatz und Spielweise.
    Rapinoes OL-Auftritte suggerierten mir bereits vor Monaten, dass das nicht lange so weiter geht, bloss, wer weiß, ob nicht Lair selbst demnächst dran glauben muss.

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  • dummkopf sagt:

    @SF

    Die Idee mit Hagen finde ich auch nicht schlecht. Aber du weisst auch wie das bisher lief … Wenn sich nicht einige verletzen …

    Interessant finde ich vor allem die Fortbildungs-Trainerdelegation.
    Hat hier irgendwer eingehendere Kenntnis, wieso ausgerechnet diese 3, und keine Neid, Bell, Kellermann, Schröder, Wörle (nach Plätzen sortiert)?
    Nach dem bisher gesehenen stellen nämlich diese 3 für mich wohl auch diejenigen dar, deren Arbeit am meisten nach Fortbildung/Weiterbildung/Austausch aussieht.
    Hoffentlich kommen diese Dinge bei den anderen nicht zu kurz.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ja, klar, dummkopf, bin ich mir dessen bewußt, aber ich habe nunmal diese Meinung geäußert, weil ich Apple sehr schätze!
    Was die BN darüber denkt, ist mir dabei auch ziemlich Schnurz.
    Nur, um endlich mal die USA zu schlagen und das u.U. mit einer hochmotivierten Goalgetterin Hagen, wäre es doch ’n Versuch wert.
    Hagen klingt auf alle Fälle deutscher als Sasic oder Alushi… 😀

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  • dummkopf sagt:

    @SF

    Das mit den Namen war mir noch gar nicht so aufgefallen, aber stimmt perfekt! Ok, wobei die Namen Sasic und Alushi sind ja nur angeheiratet ( 😉 😉 😉 )
    Aber auf facebook (glaube ich) habe ich neulich gelesen, dass eine Hagen doch auch vor Urzeiten schon mal was mit einem gewissen Siegfried am laufen hatte. Deutscher geht es ja kaum!

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  • grammofon sagt:

    @SF:

    „Hagen klingt auf alle Fälle deutscher als Sasic oder Alushi…“

    …oder Schenschtschina Futbolista…

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Nun, dummkopf, klar sind Sasic und Alushi die angeheirateten Namen! Aber ehrlich, sind da Mbabi und Bajramaj etwa um Längen besser? 😀 😉
    Hagen von Tronje ist der Mörder von Siegfried, wogegen Uta dessen Geliebte war… Nichtsdestotrotz ist Hagen ein dt. Familienname mit Tradition, aber natürlich auch Vorname, wovon es ja einige gibt, die diese Dopplung besitzen, z.B. Markus 🙂 , Otto, Albert u.v.m.

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  • shane sagt:

    wobei markus ja auch voll deutsch ist und die bibel eine urdeutsche geschichte. ja, ja. und immer wieder interessant, wann und bei wem natio-rassistische klischees aufpoppen. sollte oder muesste sich niki cross in niki kreuz umbenennen, um ne chance im NT zu bekommen – sie hat immerhin schon mal nen dt. pass (aber was machen wir mit ihrem vornamen? oder geht nicole als ebenso deutsch durch wie markus?)?

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @shane
    Wieso Bibel? Verwechselst Du da was? Immerhin entstammen Hagen, Siegfried u.a. der Nibelungensage!
    Zu Deinen Unterstellungen schreibe ich mal lieber nichts! 🙁

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  • Antje sagt:

    @Schenschtschina Futbolista

    Recht haste, bisschen rumzuspinnen sollte wohl erlaubt sein. Mir ist das auch schon mit den amerikanischen Nachnamen aufgefallen, schon allein, weil der Potsdamer Stadionsprecher sie gerne mal deutsch ausspricht. U.a. siehe auch: Naeher oder Singer und Krieger.

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  • Sheldon sagt:

    @shane: Nicole ist kein deutscher, sondern ein ursprünglich griechischer Name. Der Name stellt eine Veramerikanisierung des deutschen Namens Nicola dar, der sich wiederum von dem Griechischen Nikolaus, der sich aus Nikä und Laos zusammensetzt und „Sieg des Volkes“ bedeutet!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Genau, so sehe ich das, Antje!
    Aktuelle US-Nationalspielerinnen wie Klingenberg und Sauerbrunn komplettieren Deine Nennung von den 3. 😉

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  • dummkopf sagt:

    Also, das mit den Namen muss vertieft werden!
    Nach eingehender Recherche musste ich feststellen, dass da noch ganz andere eigentlich zu „uns“ gehören:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wambach_(Schlangenbad)
    Kein Wunder hat die immer ihren Schädel hingehalten wie Hrubesch oder D.Hoeness!

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  • shane sagt:

    nein, sf, ICH verwechsel da nix. du vielleicht? du hast schliesslich weitere – vermeintlich – deutsche namen aufgezaehlt. deren einen ich herausnahm und dir versuchte seine wahre herkunft nahezulegen. klingelt’s?

    vielleicht erklaerst du uns ja mal, was genau (vermeintlich oder echte) „deutschheit“ von familiennamen mit der eignung fuer die nationalmannschaft zu tun hat? vielleicht stellen sich meine „unterstellungen“ ja einfach als fehlinterpretation heraus!

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  • Fritz W. sagt:

    Selbstredend – da meine Großmutter eine geborene WAMBACH war.

    Meine Tochter spekuliert da schon seit längerem auf eine Verwandschaftsbeziehung…

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  • Sheldon sagt:

    @shane: Ach so herum war das gedacht. Sehr gut! Sprachwissenschaftlich ist die Einfärbung von Sprache sehr interessant, insbesondere bei den Namen. Vieles, was heute als selbstverständlich deutsch gesehen wird, ist letztlich Hebräisch, Griechisch oder Latein, bei den Namen fast alles. Hat mal einer wirklich einen „deutschen“ Namen, dann ist er schon Exot.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @shane

    Wie kann man nur aus einer banalen und zugegebenermassen sehr speziellen Anregung/Empfehlung, Hagen in die dt. N11 zu integrieren versuchen, eine politische Diskussion mit drohender nationalistischer Tendenz machen?
    Da lasse ich Dich doch glatt abblitzen!

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  • shane sagt:

    es ging in erster linie um diese aspekte, sf:
    „Hagen klingt auf alle Fälle deutscher als Sasic oder Alushi…“ und „klar sind Sasic und Alushi die angeheirateten Namen! Aber ehrlich, sind da Mbabi und Bajramaj etwa um Längen besser?“

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  • dummkopf sagt:

    @SF

    Tatsächlich ist zu befürchten, dass shane da unseren augenzwinkernden Austausch irgendwie in den falschen Hals bekommen hat. Lass uns hoffen, dass er es NICHT als persönlichen Makel auffasst, wenn man Sasic oder Alushi heisst statt zB Seehofer oder Gauweiler.
    Zum Glück hat uns immerhin der alte Fritz verstanden!
    Und sheldon hat nun hoffentlich auch eine neue Ära seines Wirkens eingeleitet, und gibt sich eher wissenschaftlich. Hoffentlich ist das kein Strohfeuer.

    Oops, bisschen durcheinander. Hatte 12.39 noch nicht gelesen.

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  • Sheldon sagt:

    @SF/dummkopf: Man sollte mit solchen Witzdialogen schon aufpassen in diesem Bereich!

    Noch dazu, wenn man Dinge als „deutsch“ oder sogar „deutscher“ erhebt, die nicht einmal ursprünglich deutsch sind.

    In der Nationalmannschaft hat man beispielsweise kaum deutsche Vornamen vertreten:

    deutsch: Almuth, Saskia, Linda
    latein: Laura, Verena, Viola
    russisch: Nadine (frz.)
    italienisch: Bianca
    griechisch: (Leonie), Melanie, Alexandra, Kathrin, Katharina, Lena
    hebräisch: Annike (skandinavisch), Simone, Sara, Anja (russ.), Lisa (dt.), Babett (frz.), Josephine, Isabelle (frz.), Isabel (frz.)
    walisisch: Dzsenifer, Jennifer
    aramäisch: Tabea (lat.)
    albanisch: Fatmire
    spanisch: Celia
    englisch: Kim
    französisch: Luisa
    nordisch: Svenja

    Von mehr als 30 deutschen N11-Spielerinnen sind gerade mal 3 1/2 Namen deutsch, 10% also. So deutsch ist unsere Nationalmannschaft also.

    Wie nicht anders zu erwarten, führt Hebräisch/Aramäisch vor Griechisch, die beiden Sprachen mit dem höchsten Einfluss in unseren Breiten.
    Namen wie Freya, Fulla, Gerda, Gefion, Gna oder Hilde sind heute fast gar nicht mehr in Gebrauch, die eigentlich germanisch und damit deutsch wären!

    Insofern lohnt es sich gar nicht darüber zu spekulieren, wer jetzt wie deutsch klingt! Die meisten sind es eh nicht!

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  • Antje sagt:

    Ach Leute, jetzt mal die Hose locker gemacht und mitgelacht. Diese Namensspielerei war doch eher als ironisches Wortspiel gedacht.

    Ich hatte es so verstanden, dass, wäre Frau Hagen ein von SF gewünschter Neuzugang der deutschen N11, würde ihr „Migrations-„hintergrund nicht einmal auffallen, da ihr Vor- wie Nachname in unserem deutschen Lande wohl mehr als gewöhnlich klänge, und das sogar überregional – von Nord nach Süd und Ost bis West.

    Dass nun ausgerechnet viele amerikanische Spielerinnen ebenfalls bei diesem Gedankenspiel in Frage kämen, lädt erneut zum Schmunzeln ein und mehr ist es nicht. Hier braucht sich niemand auf den Schlips getreten zu fühlen und auch sollte niemand anfangen halbwissenschaftliche Namensherkünfte zu referieren. Das ist langweilig und berücksichtigt auch nicht die unterschiedlichen Regionen Deutschlands mit deren verschiedenen Historien und Bezeichnungen für Orte wie auch deren Menschen.

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  • Karl sagt:

    Mal von den , wie ich hoffe , nicht besonders ernst gemeinten Namensdiskussionen abgesehen , glaube ich nicht dass Hagen’s Einsatzchancen in der deutschen Nationalmannschaft besser waeren als bei der amerikanischen. Da muesste sie schon Italienerin werden um da groessere Einsatzchancen in naher Zukunft zu haben 🙂 , den Namen kann sie auch dort behalten 🙂
    Im uebrigen finde ich dass Namen wie Sasic, Alushi und Marozsan sehr gut in die deutsche Nationalmannschaft passen 🙂

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Danke Antje, gerade nach dem Sheldonschen „Beitrag“ ist Deine, mein ursächliches Anliegen unterstützende Aussage geradezu wohltuend, weil Balsam für die Seele! 😉
    Ich ergänze mal meine bisherigen Ausführungen mit der Nennung der kanadischen Nationalspielerin Sophie Schmidt, deren Wurzeln nachweislich auch hier gelegen haben. Sie hatte ja mal auch Interesse bekundet, in der BL spielen zu wollen, was aber leider nicht zustande kam. Daraufhin gab es ein kurzes Schweden-Gastspiel, bevor sie wieder in die neugegründete US-Liga zurückkehrte.
    Irgendwie ist es ein Faible von mir, mich mit solchen Spielerinnen exorbitant zu befassen, ohne das überzubewerten.

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