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Nadine Angerer Weltfußballerin, Silvia Neid Welttrainerin

Von am 13. Januar 2014 – 19.35 Uhr 20 Kommentare

Was für ein Abend für den deutschen Frauenfußball! Nadine Angerer ist im Kongresshaus von Zürich auf der FIFA-Gala Ballon d’Or als erste Torhüterin der Geschichte zur Weltfußballerin des Jahres 2013 ausgezeichnet worden. Zuvor war bereits Bundestrainerin Silvia Neid zur Welttrainerin gekürt worden.

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Angerer, die zuvor von der UEFA bereits zu Europas Spielerin des Jahres gekürt wurde, erhielt 612 Punkte und setzte sich gegen Vorjahressiegerin Abby Wambach (539 Punkte) und die fünffache Weltfußballerin Marta (493 Punkte) durch. 147 Nationaltrainer/-innen, 146 Spielführerinnen von Nationalteams und 88 Medienvertreter wählten die FIFA-Weltfussballerin des Jahres.

Weltfußballerin des Jahres: So wurde gewählt

Welttrainerin des Jahres: So wurde gewählt

Nadine Angerer ist unter den Top 3 bei der Wahl zur Weltfußballerin

Wird Nadine Angerer die zweite deutsche Weltfußballerin nach Birgit Prinz? © Zetbo / Framba-Fotos.de

Angerer: „Überrascht, stolz und dankbar“
Eine sichtliche bewegte Angerer erklärte: Ich bin überrascht, stolz und dankbar. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich gewählt haben und auch Abby und Marta höchsten Respekt zollen. So einen Erfolgs schafft man niemals alleine, auch ich nicht. Ich bin sehr dankbar, 2013 in dieser fantastischen Mannschaft gespielt zu haben, die es mir sehr einfach gemacht hat, meine Leistung abzurufen.“

Bewegende Rede
Und sie führte weiter aus: „Zweitens ist es mir wichtig, meinem Torwarttrainer Michael Fuchs Danke zu sagen, der es immer wieder schafft, mich auf ein Level zu bringen, an das ich selber nicht mehr geglaubt habe. Die sportliche Seite ist das eine, privat ist das andere. Ich bin stolz, eine wunderbare Familie zu haben und ein Dank geht auch an meine wunderbaren Freunde.“

Silvia Neid

Zum zweiten Mal Welttrainerin: Silvia Neid © Zetbo / Framba-Fotos.de

Neid zum zweiten Mal nach 2010 Welttrainerin
Bundestrainerin Silvia Neid war zuvor zum zweiten Mal nach 2010 als Welttrainerin des Jahres ausgezeichnet worden. Neid setzte sich dabei klar mit 1 036 Punkten gegen Trainer Ralf Kellermann von Triple-Sieger VfL Wolfsburg (445 Punkte) und Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage (430 Punkte) durch. 146 Nationaltrainer/-innen, 146 Spielführerinnen von Nationalteams und 88 Medienvertreter nahmen an der Wahl teil.

Anerkennung für den gesamten deutschen Frauenfußball
„Ich sehe die Auszeichnung auch als Anerkennung für den gesamten deutschen Frauenfußball“, freute sich Neid. „Ich stehe hier alleine auf der Bühne, obwohl so viele großen Anteil daran haben. Man braucht auch Spielerinnen, die umsetzen, was man vorgibt. Ich bin stolz und froh, dass ich mit solchen Spielerinnen arbeiten darf. Ein Trainer kann auch nur einen guten Job machen, wenn er so einen Arbeitgeber wie den DFB hat, der einem immer den Rücken gestärkt hat.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

20 Kommentare »

  • H2O sagt:

    Glückwunsch zur Wahl!
    Ansonsten will ich hiermal auf die vielen bekannten negativen Punkte bzgl. ihrer Arbeit verzichten.
    Vielleicht holt sie sich ja einige Tipps von Ralf auf der Party im Anschluß ab, um den Fußball ihres Teams zu verbessern.

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  • H2O sagt:

    Glückwunsch an Nadine! 😀
    Die einzige von den drei Finalistinnen die ansatzweise nachvollziehbar war.

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  • Maskal69 sagt:

    Glückwunsch Nadine Angerer zum verdienten Titel!!
    Glückwunsch Silvia Neid zum Titel, auch wenn es ich Ralf Kellermann gewünscht hätte.

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  • dummkopf sagt:

    Die Vorauswahl der Namen hat für mich einzig die Schlussfolgerung zugelassen, dass dieser Titel von Leuten für Leute ist, die Frauenfussball nur sehr sporadisch wahrnehmen. Etwa bei WM, Olympia oder EM. Und die hauptsächlich diejenigen Spielerinnen kennen, die dort über die letzten Jahre irgendwie in Erinnerung geblieben sind.
    Daher halte ich diese Veranstaltung für einen PR-Gag, dessen sportlicher Wert aber leider absolut gegen Null tendiert.

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  • DAWIDenko sagt:

    Über die Kandidaten bei dieser Wahl lässt sich sicherlich streiten.
    Aber auf jeden Fall eine sehr gute Wahl mit Nadze.
    Sie ist somit auch die erste Torhüterin, die diese Ehre zu Teil wurde. – Herzlichen Glückwunsch – und viel Spaß in Portland.

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  • Pudel sagt:

    Glückwunsch an beide …wenn man mal so die Liste anschaut wer wen gewählt hat fragt man sich warum doch recht viele Sagi Kumagai genommen haben

    ‚or/playeroftheyear(women)/02/26/02/8/fboaward_womenplayer2013_neutral.pdf

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  • Marcel sagt:

    Herzlichen Glückwunsch Natze absolut verdient:)
    Und das als Torhüterin,muss man auch erstmal hinbekommen.

    Der Vereinsfussball hat wohl leider keine sonderliche Bedeutung bei der Wahl sonst hätte mindestens auch jemand von Wolfsburg nominiert sein müssen.

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  • Maskal69 sagt:

    @Pudel Danke, sehr interessante Statistik!

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  • enthusio sagt:

    Framba hat ergänzend dazu auch eine sehr interessante Statistik veröffentlicht:

    Es würde Sinn machen, das Ergebnis der Trainerwahl (besonders Platz 4,7+9) einmal fachlich zu analysieren.

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  • FFFan sagt:

    Glückwunsch an alle Gewählten!

    @ Marcel:

    Aus Wolfsburg war neben Trainer Ralf Kellermann auch die Spielerin Lena Goeßling nominiert. Sie belegte den 5.Platz.
    Es stimmt aber, dass bei den Frauen die Vereinswettbewerbe noch nicht ganz den Stellenwert haben; daran muss noch gearbeitet werden.

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  • Aldur sagt:

    Ich vermute bedingt durch das Wahlprozedere sind gerade im Frauenbereich auf Grund der deutlich geringeren Medienpräsenz sowohl bei Spielerinnen, als auch bei Trainer(inne)n immer die im Vorteil, die auch international bereits einen großen Namen haben. Wenn man sich das oben verlinkte pdf mit den exakten Abstimmungsergebnissen anschaut, hat z.B. Goeßling gerade aus Europa durchaus Stimmen bekommen. Anderswo auf der Welt werden Leistungen aus EM oder CL aber im Frauenbereich vermutlich nicht so wahrgenommen, wie das bei den Männern der Fall wäre. Insgesamt hat es aber denke ich nirgendwo einen Falschen getroffen. Insofern Glückwunsch allen Siegern!

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  • Jan sagt:

    Die Auszeichnungen gehen schon in Ordnung. Allerdings ist halt es ein Manko von Titeln, welche durch Wahl vergeben werden (wenn nicht gar von Wahlen allgemein), dass Bekanntheitsgrad, Popularität und viel Präsenz in den Medien da einen erheblichen Vorteil darstellen.

    In anderen Bereichen (z.B. Musik, Literatur, Film, TV, Medien) verhält es sich ja oft ähnlich, dass eine Auszeichnung eher an Menschen vergeben wird, an die bereits andere Preise verliehen worden sind. Bei Denen zieht dann eine Auszeichnung die andere quasi automatisch nach sich.

    Verquer hingegen scheint es mir beim Karlspreis, den Leute fast ausschließlich deswegen bekommen, einfach nur weil sie ein hohes Staatsamt bekleiden. Wäre der CL-Sieger 2013 statt in einem sportlichen Finale in einer Wahl ermittelt worden, hätte er ohne Zweifel Lyon geheißen.

    In Sportarten, in denen nicht Zeit, Weite, Höhe, Last, Tore, Punkte od. Treffer zählen, sonden wo Punktrichter/innen darüber entscheiden, siegen erwartungsgemäß die Favoriten. Das ist das Tolle am Fußball, da kann der Schechteste nach der Gruppenphase noch Turniersieger werden. 😉

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  • timmy sagt:

    Ich sag mal: Hut ab! Aber das denk ich mir eigentlich immer, wenn ich ein Bild von ihr sehe.

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  • FFFan sagt:

    @ enthusio:
    „Es würde Sinn machen, das Ergebnis der Trainerwahl (besonders Platz 4,7+9) einmal fachlich zu analysieren.“

    Was versprichst du dir davon?

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  • enthusio sagt:

    @FFFan:

    Erkenntnisse, warum gerade diese Trainer/innen so hoch bewertet wurden.

    Framba berichtet übrigens, dass Lena Goeßling noch vor Alex Morgan auf den 4. Platz gewählt wurde (siehe dort Oliver Zimmermanns Kommentar).

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  • Markus Juchem sagt:

    @enthusio: Hier die Top 10 im Überblick:

    1. Angerer, 18,85 Prozent
    2. Wambach, 15,02
    3. Marta, 14,02
    4. Goeßling, 11,98
    5. Morgan, 11,74
    6. Schelin, 7,87
    7. Kumagai, 7,19
    8. Ogimi, 5,15
    9. Fischer, 4,25
    10. Sinclair, 3,93

    Unter hier noch die Trainer:

    1. Neid, 30,29 Prozent
    2. Kellermann, 13,75
    3. Sundhage, 12,38
    4. Parlow Cone, 10,15
    5. Lair, 7,10
    6. Pellerud, 7,02
    7. Eyquem, 6,84
    8. Heiner-Moller, 4,35
    9. Kerr, 4,25
    10. Signeul, 3,87

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  • Sheldon sagt:

    @enthusio: Bei Cindy Parlow Cone ist es relativ klar. Die hat vor allen Dingen aus der Karibik sowie von den Pazifikinseln viele, viele 5 Punkte bekommen, teilweise von amerikanischem Territorium (US-Samoa; US-Jungferninseln). Da wird der amerikanische Fußball einfach viel, viel stärker wahrgenommen als der europäische Fußball.
    Aber auch aus Japan hat sie beide 5-Punkte-Stimmen bekommen, was ebenso durchaus verständlich ist, denn schaut man sich die Resultate von großen Turnieren an, kann man daraus durchaus folgern, dass die Amis und die Japaner die besten Ligen haben.

    Parlow Cone hat ja schließlich auch was erreicht. Sie ist Meisterin der NWSL geworden, einer Liga, die in den genannten Ländern durchaus mehr Aufmerksamkeit erregen dürfte als die europäische CL.
    Insofern ist das durchaus verständlich.

    Gilles Eyquem ist im vergangenen Jahr U19-Europameister geworden. Bei ihm lässt sich vielleicht minimal eine Tendenz zu eher afrikanischen und Staaten mit ehemals französischem Hintergrund und französischer Freundschaft ausmachen, aber eigentlich verteilen sich seine Stimmen ohne ein echtes Muster rund um den Globus.

    Bei Anna Signeul kann man erkennen, dass sie gerade bei den Trainern meist mit zwei anderen N11-Trainern zusammen Punkte bekommen hat. Ich denke durchaus, dass es gerade unter den Spielerinnen und Trainern durchaus solche gibt (gerade in den weniger entwickelten Ländern, die auch im MF keine großen Ligen haben), die für das europäische Vereinssystem kein Verständnis haben, zumindest im FF.
    Aber natürlich gehört sie auch zu den Trainerinnen, die auf sich aufmerksam gemacht haben. Nicht zuletzt durch das 3:2 gegen Spanien in den Playoffs und diese unglückliche Niederlage stand sie klar im Rampenlicht. Da hat sich unter ihr im letzten Jahr schon ne Menge getan, in der WM-Quali sind sie bisher auch noch ungeschlagen.
    Insofern sind die Positionen schon irgendwo Leistungsgerecht und verständlich.

    Allerdings muss man da immer auch schon, gerade bei den Spielerinnen, wer früher möglicherweise bereits im Verein mal unter dieser Trainerin gekickt hat oder ob es auf dem Land eine Spielerin gibt, die beispielsweise NWSL spielt. Sowas beeinflusst natürlich immer ein ganzes Stück solche Wahlen.

    Übrigens, ist das bei den Spielerinnen noch deutlicher. Ist es komisch, wenn Spielerinnen wie Shirley Cruz Trana oder Wendy Renard eine Spielerin wie Lotta Schelin auf Platz 1 wählen? Oder Maribel Dominguez Sinclair, Marta und Wambach auf 1-3 stellt?

    Allerdings verwundert eines sehr:
    In Deutschland spielten letzte Saison folgende Kapitäninnen ihrer Nationalteams, die wahlberechtigt waren:

    Viktoria Schnaderbeck (Österreich), Landeka (Kroatien), Andonova (Mazedonien), Angerer (Deutschland), Vidarsdottir (Island), Caroline Abbe (Schweiz), Defterli Bilgin (Türkei).

    Nur von Angerer und Vidarsdottir, die beide nicht mehr BL spielen, hat Goeßling 5 Punkte bekommen, von den anderen fünf Spielerinnen keinen einzigen.

    Es wäre nochmal spannend, andere Statistiken aufzustellen, zum Beispiel Gesamteuropa, EM-Teilnehmer, WM-Teilnehmer, einzelne Kontinente usw. Da würden sicherlich andere, sehr interessante Ergebnisse rauskommen, durch die man mal ein wenig einen Eindruck gewinnt, wie sich die gesamteuropäische Lage darstellt!

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  • dummkopf sagt:

    @sheldon

    PHÄNOMENAL!

    Wie kann man nur innerhalb von 24 Std so einen Haufen Scheibenkäse-Märchen schreiben, wie du gestern und dann so viel Wissen zeigen und gut analysieren, wie heute.
    Eigentlich solltest du dich bei der nächstgelegenen Forschungseinrichtung melden, damit die mit dir wissenschaftliche Untersuchungen durchführen können.

    Inhaltlich kann man nur hinzufügen, dass aus eben jenem Grunde die ausländischen BL-Spielerinnen einmal befragt werden könnten, ob sie überhaupt – und wenn ja wie und durch wen – sie dazu tatsächlich befragt wurden, und ob sie Lust haben, ihre ja zum Teil schon, sagen wir eigenwilligen, Abstimmungen zu kommentieren.

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  • Therese sagt:

    IFFHS Weltfussballerin 2013:

    link: http://www.footdelles.com/article/Le-Mag-FE_Camille-Abily-deuxieme-meilleure-joueuse-du-monde-en-2013-_87931.html

    CLASSEMENT 2013

    1 Lena Goessling Allemagne / VfL Wolfsburg 94 points
    2 Camille ABILY France/Olympique Lyonnais 70 points
    3 Dzsenifer Marozsán Germany/1.FFC Francfort 48 points

    Bemerkung in Vergleich mit FIFA: Kein Angerer, Wambach, Marta, Morgan, Schelin usw.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Therese: Es geht um die Spielmacherin 2013, nicht Weltfußballerin 2013, deswegen kann Nadine Angerer in dieser Kategorie gar nicht auftauchen. 😉 Unabhängig davon sind die diversen Ranglisten eher zweifelhaft und kaum der Rede wert…

    Spielmacherin 2013:
    Torhüterin 2013:
    Schiedsrichterin 2013:

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