Frauenfußball-Splitter 49/2013

Von am 4. Dezember 2013 – 9.17 Uhr 10 Kommentare

In der neuen Ausgabe unserer Kurzmeldungen zum aktuellen Geschehen im Frauenfußball läuten die Hochzeitsglocken, wir blicken auf bevorstehende internationale Turniere und eine kritische Pia Sundhage.

Bundestrainerin Silvia Neid als Glücksfee
Bundestrainerin Silvia Neid wird am 9. Dezember (ab 18.30 Uhr, live in der ARD) das Viertelfinale im DFB-Pokal der Männer auslosen. Unterstützt wird sie dabei von DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke. Die Viertelfinal-Spiele werden am 11./12. Februar 2014 ausgetragen.

Kritische Sundhage
Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage hat gegenüber der schwedischen Tageszeitung „Aftonbladet“ Bedenken geäußert über den Wechsel von Olivia Schough zum FC Bayern München und die Abwanderung schwedischer Spielerinnen ins Ausland im Allgemeinen. Sundhage erklärt: „Wir müssen uns die Frage stellen, ob diese Entwicklung langfristig gut ist. Sollen wir junge Spielerinnen ermuntern, ins Ausland zu gehen? Persönlich sehe ich lieber, dass sie in der Damallsvenskan bleiben.“ Ihr sei eine Elf aus sieben Schwedinnen und vier ausländische Spielerinnen lieber als umgekehrt. „Gleichzeitig ist es mir wichtig, zu unterstreichen, dass ich Olivia das gönne”, so Sundhage weiter. Eine deutsche Zusammenfassung des Artikels gibt es im Blog von Rainer Fußgänger.

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Fatmire Bajramaj

Fatmire Bajramaj wird bald einen neuen Namen tragen © Herbert Heid / girlsplay.de

Aus Bajramaj wird Alushi
„Wir heiraten am 10. Dezember“, bestätigte Fatmire Bajramaj ihre Hochzeit mit Enis Alushi, „Bajramaj kommt dann weg, die Leute müssen sich schnell auf Alushi einstellen“, so die 67-fache Nationalspielerin, derzeit in Diensten des 1. FFC Frankfurt. In ihrer Wahlheimat Mönchengladbach, wo weite Teile der Familie leben, wird die standesamtliche Trauung stattfinden, die Hochzeitsfeier wird laut der 25 Jahre alten Welt- und Europameisterin erst im nächsten Jahr steigen. Ihr künftiger Ehemann ist ebenfalls Fußballer, derzeit beim 1. FC Kaiserslautern. Der 27-Jährige kommt wie Bajramaj aus dem Kosovo.

Auch Steffi Jones will „Ja“ sagen
DFB-Frauenfußball-Direktorin Steffi Jones will am 7. Juni 2014 ihre Freundin Nicole Parma heiraten. „Wir sind darüber wirklich sehr glücklich“, so die 40-Jährige. Details will Jones nicht preisgeben. „Das bleibt unser Geheimnis. Wir planen eine kleine, sehr private Feier.“ Die 111-fache Nationalspielerin wurde während ihrer aktiven Karriere einmal Weltmeisterin und dreimal Europameisterin. Heute ist sie zudem als Botschafterin in Sachen Frauenfußball quer durch Europa unterwegs.

Doreen Nabwire ist wieder da
Am vorigen Sonntag gab Doreen Nabwire Omondi in der 2.Bundesliga Süd ihr Debüt für den 1. FC Köln. Die kenianische Nationalspielerin wurde bei der 1:2-Niederlage gegen den SC Sand kurz vor Schluss eingewechselt. Beim 1. FC Köln soll Kenias Kapitänin nun helfen, das Team um Ex-Nationalspielerin Inka Grings in die 1. Bundesliga zu schießen. Doreen macht seit Oktober noch bis zum Sommer 2014 ein Praktikum bei der sozialen Sportinitiative „Rheinflanke“, engagiert sich für benachteiligte Jugendliche bei „Köln kickt“ und half im Frühsommer bei der Organisation eines großen Mädchenfußballturniers. Die Straßenfußballweltmeisterin von 2006 spielte 2009/10 bereits für den SV Werder Bremen und hatte 2011 ihre Biografie „Traumpass“ veröffentlicht.

Steka Cup mit  VfL Wolfsburg
Zum 4. Steka Cup wird sich am 21. Juni 2014 wieder die Crème de la Crème der Nachwuchsfußballerinnen treffen. Neben Titelverteidiger 1. FC Nürnberg, dem 1. FFC Frankfurt, SK Sturm Graz, der Nationalelf Luxemburgs sind in 2014 unter anderem auch erstmals Nachwuchsteams vom VfL Wolfsburg, Hamburger SV und des FC Basel zu Gast. Das Turnier wird ganztägig von 10.00 Uhr bis 18.30 Uhr ausgespielt. Neben dem Sportgeschehen gibt es ein buntes Rahmenprogramm, mit dabei ist auch die mehrfache Welt- und Europameisterin Sandra Minnert.

Vier-Nationen-Turnier in Brasilien
Das mittlerweile traditionelle, jeweils im Dezember stattfindende Vier-Nationen-Turnier in Brasilien rückt immer näher. Dieses Mal wird das vorweihnachtliche Spektakel vom 12. bis 22. Dezember gespielt. Die Gäste des Teams um die fünffache Weltfußballerin Marta lauten Chile, Kanada und Schottland. Das Turnier wird erstmals in Brasilia ausgetragen. An vier Spieltagen werden jeweils zwei Spiele ausgetragen.

Teamfoto Jordanien

Jordanien hat sich unter seinem japanischen Trainer Nasahiko Okiyama (re.) erstmals für ein AFC-Finalturnier qualifiziert © Rainer Hennies

Fünf WM-Teams gesucht
Für den Asien-Pokal  im Mai 2014, der Qualifikation für die WM in Kanada 2015, sind die Gruppen ausgelost worden. In Gruppe A spielen Gastgeber Vietnam, Titelverteidiger Australien, Weltmeister Japan und Debütant Jordanien. Die andere Gruppe umfasst China, Südkorea, Thailand und Myanmar. Die besten fünf Nationen buchen das Ticket nach Kanada. Nordkorea ist von der WM 2015 ausgeschlossen und nimmt deswegen nicht an der Qualifikation teil.

Australischer Fußballverband stellt Strategieplan vor
Der Australische Fußballverband (AFF) hat einen Strategieplan zur Entwicklung des Frauenfußballs vorgestellt. Im Land des amtierenden Asienmeisters hat der Frauenfußball in den vergangenen Jahren in allen Altersstufen einen großen Aufschwung genommen, der in den kommenden Jahren nachhaltig fortgesetzt werden soll. Hauptziel ist es, den Fußball zur meist ausgeübten Sportart unter Frauen und Mädchen zu machen. Inzwischen gibt es in Australien mehr als 100 000 registrierte Spielerinnen.

Asiens Ehren
In Kuala Lumpur, Hauptstadt Malaysias und Sitz des Asiatischen Fußball-Verbands (AFC), werden traditionell Asiens Fußballer des Jahres in einer festlichen Gala gekürt. In diesem Jahr gab es folgende Ehrungen: Schiedsrichterin des Jahres ist die Japanerin Yamagishi Sachiko, Frauen-Trainerin des Jahres ist die auch aus Japan kommende Asako Takemoto, Assistenztrainerin der U17. Team des Jahres wurde Südkoreas U19 und Nachwuchsspielerin des Jahres Jang Sel-gi aus diesem Team. Der Titel einer besten Seniorenspielerin wurde nicht vergeben.

Angerers Angst
Auch ohne die verletzte Torhüterin Nadine Angerer konnte sich ihr Klub Brisbane Roar durch einen 4:1 (0:1) Sieg bei den Western Sydney Wanderers in Australiens W-League auf den dritten Platz punktgleich mit der Spitze vorschieben. Die Hutträgerin des Jahres gab zwar auf ihrer eigenen Facebook-Seite Entwarnung wegen ihres Muskelfaserrisses im Oberschenkel, musste jedoch mit der Reservebank vorlieb nehmen. Dank der sozialen Medien wissen wir auch, dass eine große Spinne im Auto für Ängste bei der Torhüterin gesorgt hat.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Sundhage scheint ihren Kurs weiter zu fahren, dass Spielerinnen nicht im Ausland spielen sollten. Dabei zeigt es sich gerade, dass eine N11 (wenn die eigene Liga stark genug ist), nur davon profitieren kann, wenn einige Spielerinnen in anderen starken Ligen aktiv sind, an der deutschen MF-N11.

    Bajramaj wünsche ich alles Gute zur Hochzeit, mal sehen, wie der Name Alushi sich etabliert. Ich denke, dass die Zuschauer erstmal bei Lira bleiben werden (wie bei Celia). Vielleicht wird ja nun aus der klangvollen, schnörkeligen, verspielten Bajramaj eine vor dem Tor effektive, eiskalte Alushi. Zu wünschen wäre es ihr und ihrem Team 🙂

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  • Sheldon sagt:

    @Markus: Wieso ist es erwähnenswert, wenn die Wolfsburger U17 irgendwo mitspielt? Ein Blick auf die Liga würde reichen. Das Ding werden Nürnberg und Frankfurt unter sich ausmachen, denke ich. Beide haben in dieser Saison in der Liga noch nicht gegeneinander gespielt, stehen aber nur 1 Punkt auseinander.

    Auf die asiatischen WM-Teilnehmer bin ich ja mal gespannt. Feststehen dürften schon China, Australien, Japan und Südkorea. Den 5. Teilnehmer machen wohl Thailand und Vietnam unter sich aus. Oder schaffen vielleicht die Jordanierinnen das, was die Männer so knapp verpasst haben?

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  • Rainer sagt:

    Hallo Sheldon,
    beim STEKA Cup spielen die U15 Teams gegeneinander, nicht die U17. Aber auch hier ist der 1. FC Nürnberg favorit. Sie haben den STEKA Cup 2013 gewonnen. 2. war übrigens der 1.FFC Frankfurt. Schau mal im nächsten Jahr vorbei (21.06.2014). Der Cup findet in der Nähe von Trier statt. Lohnt sich in jedem Fall.

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  • holly sagt:

    @ Sheldon

    weil es mich zum Beispiel intressiert. Ich hatte von dem Turnier noch nie was gehört. Ist doch eine schöne Gelegenheit in der Sommerpause mal wieder etwas Fussball zu sehen.
    Wenn keine anderen Termine dazwischen kommen würde ich mir das gerne ansehen.
    Darf man nur über die Teams berichten die an der Tabellenspitze stehen?

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  • holly sagt:

    @ Rainer

    wo genau in der Nähe von Trier findet das statt?

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  • Katerli sagt:

    hier noch ein Ergänzung J. Simic von Turbine betreffend

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  • Rainer sagt:

    Holly,

    das Turnier (STEKA Cup) ist wirklich lohnenswert. In diesem Jahr war Dzenifer Marozsan da und hat Autogramme gegeben. Nächstes Jahr kommt dann Sandra Minnert.
    Das Turnier ist genau in 54313 Schleidweiler auf einer schönen Rasensportanlage. Ca. 20 – 25 Minuten von Trier entfernt.
    Genaueres unter: http://www.steka-cup.de

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  • Rainer sagt:

    Außerdem wird es ein buntes Rahmenprogramm mit Gewinnspielen, Firmen mit Produktproben, Spielen und Fallschirmspringer geben. Halt auch was für die Familie.

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  • DAWIDenko sagt:

    @ katerli:

    Danke für den Link.

    Gott sei Dank ist es nicht so schlimm gekommen.
    Ich denke aber, dass das Spiel gegen Frankfurt doch zu früh für Julia wäre.

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  • Jens sagt:

    Jetzt wäre nur noch toll, wenn es nicht „in 2014“ heißen würde…das ist nämlich falsch…so schreiben es Briten und Niederländer, aber im Deutschen ist es diesmal kürzer: einfach „2014“…

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