Champions League: Deutsche Teams voller Optimismus

Von am 8. November 2013 – 17.07 Uhr 11 Kommentare

Am Wochenende stehen die Hinspiele im Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League auf dem Programm. Titelverteidiger VfL Wolfsburg und auch der 1. FFC Turbine Potsdam stehen zwar vor schweren Aufgaben, gehen die Herausforderung aber voller Optimismus an.

Den Auftakt macht am Samstag (ab 16 Uhr live auf Eurosport) der VfL Wolfsburg, der von den beiden deutschen Vertretern die vermeintlich etwas angenehmere Aufgabe erwischt hat. Ein Spaziergang wird das Duell mit dem schwedischen Meister LdB Malmö allerdings sicherlich nicht werden, doch Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann versprüht Optimismus: „Wir sind gut drauf zurzeit.“

Nadine Keßler

Nadine Keßler will ihr Team ins Viertelfinale der Champions League führen © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

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Kapitänin Nadine Keßler wieder fit
Nach dem etwas holprigen Start in die neue Bundesligasaison hat sich das Team in den vergangenen Wochen stabilisiert, allen voran weil sich das Lazarett der „Wölfinnen“ nach und nach gelichtet hat. So sind etwa Viola Odebrecht, Nadine Keßler, Zsanett Jakabfi und auch Verena Faißt ins Team zurückgekehrt. „Nadine hat ihre Verletzung auskuriert, und auch die übrigen EM-Fahrerinnen haben ihre Spur zurückgefunden. Wir haben wieder einen Konkurrenzkampf, wie ich ihn mir vorstelle.“

Offensivstarker Gegner
Und so geht es in Malmö darum, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch (ab 19 Uhr live auf Eurosport) zu erarbeiten. „Wir haben ein schweres Brett vor uns. Die Leistungen der letzten Wochen müssen wir jetzt bestätigen“, weiß Kellermann um die Schwere der Aufgabe. „Malmö ist im Mittelfeld und in der Offensive sehr stark und hat zudem herausragende Einzelspielerinnen. […] Aber ich denke, sie haben Respekt vor uns – zu Recht.“

Malmö optimistisch
Doch Malmös Trainer Jonas Eidvall ist guter Dinge, dem Titelverteidiger ein Bein stellen zu können. „Das ist eine gute Mannschaft, aber sie haben viele Verletzte. Die sieben Spiele, die ich im Herbst gesehen habe, haben immer elf andere Spielerinnen bestritten. Sie sind deshalb vielleicht nicht so eingespielt, deswegen ist es vielleicht gerade die richtige Zeit, gegen sie zu spielen.“

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Wiedersehen mit alten Bekannten
Am Sonntag (ab 16.00 Uhr live auf Eurosport) hat dann der 1. FFC Turbine Potsdam zunächst Heimrecht in einer Neuauflage der beiden Champions-League-Endspiele von 2010 und 2011 gegen Frankreichs Titelträger Olympique Lyon. „Das wir bereits in so einem frühen Stadium des Wettbewerbs aufeinandertreffen, haben wir uns nicht gewünscht“, ist Turbine-Trainer Bernd Schröder nur wenig begeistert von der Aufgabe.  Zuletzt war sein Team gegen die Französinnen im Halbfinale der Saison 2011/12 beim 1:5 und 0:0 chancenlos.

Bernd Schröder

Turbine-Trainer Bernd Schröder hofft auf zahlreiche Unterstützung der Fans © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Schröder setzt auf die Fans
„Beide Teams gehören zum Favoritenkreis auf den Titelgewinn und es ist vor allem hinsichtlich des Gesamtwettbewerbs schade, dass aufgrund dieser Auslosung ein Spitzenteam bereits so früh aus dem Titelrennen ausscheidet“, so Schröder, der allerdings glaubt: „Das wir zuerst zu Hause spielen, könnte für uns ein minimaler Vorteil sein.“, Dabei setzt er vor allem auf den Faktor Fans. „Wir haben es mit der Hilfe unseres treuen und hoffentlich zahlreichen Publikums im Rücken selbst in der Hand, eine gute Grundlage für das Rückspiel zu legen, die uns alle Möglichkeiten offen hält.“

Lyoh ohne Franco
Hoffnung können die Turbinen auch daraus schöpfen, dass Lyon in den letzten Ligaspielen nicht immer überzeugte und auf seine angestammte Rechtsverteidigerin Corine Franco verletzungsbedingt verzichten muss. Lyons Trainer Patrice Lair meint: „Ich glaube, dass es ein Spiel auf hohem Niveau wird. Wir kennen diese Hölle, die uns dort erwartet. Ich erinnere mich, als wir vor zwei Jahren dort 0:0 gespielt haben, zu Hause haben wir 5:1 gewonnen, es war sehr, sehr schwer.“

UEFA Women’s Champions League, Achtelfinale, Hinspiele

Samstag, 9. November

13.00 Uhr: WFC Rossiyanka – ASD Torres Calcio
14.00 Uhr: Arsenal LFC – Glasgow City FC
15.00 Uhr: Fortuna Hjørring –Tyresö FF
15.00 Uhr: Zorkiy – Birmingham City LFC
16.00 Uhr: LdB Malmö – VfL Wolfsburg (live auf Eurosport)

Sonntag, 10. November

12.00 Uhr: FC Barcelona – FC Zürich Frauen
12.00 Uhr: Konak Belediyespor – SV Neulengbach
16.00 Uhr: 1. FFC Turbine Potsdam – Olympique Lyon (live auf Eurosport)

UEFA Women’s Champions League, Achtelfinale, Rückspiele

Mittwoch, 13. November

13.00 Uhr: Birmingham City LFC – Zorkiy
19.00 Uhr: FC Zürich Frauen – FC Barcelona
19.00 Uhr: VfL Wolfsburg – LdB Malmö (live auf Eurosport)
20.00 Uhr: Glasgow City FC – Arsenal LFC

Donnerstag, 14. November

15.00 Uhr: ASD Torres Calcio – WFC Rossiyanka
19.00 Uhr: SV Neulengbach – Konak Belediyespor
19.15 Uhr: Tyresö FF – Fortuna Hjørring
20.00 Uhr: Olympique Lyon – 1.FFC Turbine Potsdam

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • holly sagt:

    hoffe doch das Turbine sich steigert. Gegen Lyon wird es so schon auf jeden Fall schwer.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Zu Hause ein knapper Sieg und dort ein Unentschieden – reicht doch! Wer hatte denn dem VfL eine Siegchance im WCL-Finale eingeräumt, und wie ging’s aus. 😉

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  • laasee sagt:

    Mittag and Bachmann can create big problems.
    I think WOB will qualify but it might be tense next Wednesday.

    Turbine are quite capable of beating Lyon.
    The question of Lyon lacking confidence because of CL Final defeat might be a big factor.

    I think that both German clubs go to the next round.

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  • Altwolf sagt:

    @laasee.You believe more in the performance of the both german teams, than many of the german FF-fans.I agree with you,if TP and the „Wölfinnen“ will detecting their fighting quality and the absolute intention to win the challange.This could be the significant difference to OL.Malmö I can´t estimate their team-character.Good luck for our german teams!

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  • laasee sagt:

    @Altwolf

    Yeah,that is true. Also, the quality of the German Coaches has always been of a very high level – Tritschoks, Schröder, MVT and Kellermann.
    The total package of German clubs is superior. There are occassional disappointments but far more success than failure.

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  • spoonman sagt:

    Gibt es irgendwas Neues in Bezug auf eine TV-Übertragung des Rückspiels Lyon – Potsdam? Es kommen ja eigentlich nur Eurosport 2 und der RBB in Frage, und keiner von beiden hat bisher was angekündigt.

    Ob sich da tatsächlich der französische Rechteinhaber BeIN SPORT querstellt? Wäre schon bitter, wenn so ein vorweggenommenes Endspiel in Deutschland nicht zu sehen ist.

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  • Dummkopf sagt:

    @altwolf
    Du nimmst also an, dass lassee kein deutscher FF-Fan ist?
    Malmö ist nicht so gut wie die grossen4. Aber die Frage ist, – nicht nur heute übrigens – ob Wobs nicht vorhanderner Sturm genug Durchschlagskraft zustande bekommt.

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  • shane sagt:

    die frage schien und scheint doch viel eher, ob wob’s abwehr den malmoer sturm halbwegs unter kontrolle halten kann. bisher war es mehr glueck als koennen jedenfalls.

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  • enthusio sagt:

    @Dummkopf und shane:

    Beide Fragen wurden zur Zufriedenheit aller beantwortet. Popp hat ein schönes Kopfballtor nach einer traumhaften Flanke von Faißt erzielt, Müller den unberechtigten Elfmeter sicher verwandelt (nachdem der berechtigte nicht gegeben wurde) und die Abwehr hat den Malmöer Sturm nicht nur dank Almut Schults Glanzparade kurz vor Schluss gut überstanden, so dass unterm Strich ein glücklicher Auswärtssieg erzielt wurde. Es war ein klasse Spiel – besonders von Malmö – mit einem unglücklichen Verlierer. Aber besser so als andersrum :-).

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  • Dummkopf sagt:

    @enthusio
    Dem kann ich mich im gross und ganzen ganz stark Anschliessen. Nur als Fazit hatte sich heute nicht eher Malmö ein wenig mehr Glück verdient gehabt?
    @shane
    Da hast du insgesamt nicht ganz Unrecht und doch ein bisschen Jein.
    Der „Malmöer Sturm“ ist nämlich Bachmann und ein bisschen Mittag. Und – zum Glück für Wob – sonst nichts. Gegen einen anderen Gegner wäre Wob heute schon zur Hz fast raus gewesen. Zwei Gute (davon eine sicher extrem!) reichen aber selbst gegen ein ganz schwaches Wob am Ende nicht. Mal sehen, ob sie es Mi besser hinbekommen.
    Ich sehe deinen Punkt. Aber ist es nicht doch so: Man hat es NICHT geschafft, den „Sturm“ von Malmö unter Kontrolle zu bringen. Zum Glück kam es darauf am Ende eben auch NICHT an.
    Es kam eher auf die 2 Tore an, die man trotz nicht vorhandenem Angriffsspiel irgendwie gemacht hat. Mal sehen wie lange das noch gutgeht.

    Glückliches Händchen also für Wolfsburg. Hätte man das nur in Sachen Neuverpflichtungen genauso gehabt wie Malmö bei der Verpflichtung Bachmanns.

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  • shane sagt:

    eine manon melis gehoert nicht zum erwaehnenswerten malmoer sturm? […]

    das ergebnis lag sicher auf beiden seiten nicht an herausragenden abwehrleistungen. sondern daran, dass sowohl der malmoers als auch die nicht zu verachtende offensivabteilung wobs gestern nen gebrauchten tag hatte (ihnen sei zugute zu halten, dass die platzbedingungen unter aller sau waren. aber das gehoert halt auch zu fussball und naturrasen.). wenn es dort bei einem oder beiden besser gelaufen waer, haette es deutlcih mehr tore gegeben. wobs defensive ist im moment (noch?) nicht wirklich fit, malmoes defensive ist wie so viele in der schwedischen liga generell eher mau.

    tja, und potsdam. hab’s leider erst ab minute 70 gesehen (und ich haett’s wohl besser ganz lassen sollen – irgendwie fallen die anti-potsdam tore immer dann, wenn ich grad eingeschaltet habe :-/ ). nach dem, was ich las, scheint tp ja ganz ordentlich gespielt zu haben. nur das tore schiessen vergessen. und hinten raus dann so schlapp, dass der eigene einwurf direkt beim gegner landet und in einem tor resultiert. nuja, nuja.
    das hintenraus schlapp machen kam in dieser saison ja schon oefter vor. auch gegenueber gegnern anderen kalibers als lyon. was ist da los? wird schroeder zu alt (und weich?) um noch den echten schleifer zu machen?

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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