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WM-Quali: Glanzloser Arbeitssieg der DFB-Elf

Von am 30. Oktober 2013 – 20.07 Uhr 88 Kommentare

Die deutsche Nationalelf hat auch ihr drittes Qualifikationsspiel zur Frauenfußball-WM 2015 in Kanada gewonnen. Nach einer durchwachsenen Leistung stand am Ende gegen Kroatien ein Pflichtsieg. Es dauerte gar fast eine Stunde, ehe der erste Treffer gelang.

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Beim 4:0 (0:0)-Sieg gegen den 63. der FIFA-Weltrangliste vor 6 104 Zuschauern im Frankfurter Volksbank Stadion erzielte Célia Šašić die Führung (52.), zwei Eigentore der Kroatin Helenna Hercigonja-Moulton (56., 62.) schraubten das Ergebnis in die Höhe, ehe Luisa Wensing für den Schlusspunkt sorgte (80.).

Schwache DFB-Elf
Die DFB-Elf, die mit Melanie Behringer statt der verletzten Lira Bajramaj in der Startformation begann, agierte von Beginn an zu behäbig und zeigte eine uninspirierte Leistung, auch wenn Anja Mittag mit einem Schrägschuss die erste Chance hatte, Kroatiens Torhüterin Doris Bačić klärte (7.). Die beste Chance der ersten Halbzeit ließ Šašić aus, die den Ball aus kurzer Distanz über das Tor hob (22.).

Tätlichkeit von Laudehr
Mittag mit einem Heber (37.) und ein Kopfball von Simone Laudehr (40.) hatten weitere Chancen. Die sichtlich gefrustete Frankfurterin hatte Glück nicht die Rote Karte zu sehen, die finnische Schiedsrichterin Lina Lehtovaara übersah in der Nachspielzeit Laudehrs Tätlichkeit (45.+3).

Luisa Wensing (hinten) erzielte ihr erstes Länderspieltor. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Luisa Wensing (hinten) erzielte ihr erstes Länderspieltor. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Šašić bricht den Bann
Nach einer Flanke von Dzsenifer Marozsán gelang Šašić per Kopf der Führungstreffer (52.), sie zog somit mit 48 Toren in der ewigen Torschützinnenliste mit Bundestrainerin Silvia Neid gleich.

Zwei Eigentore von Kroatien
Doch auch mit der Führung im Rücken konnte die DFB-Elf nicht überzeugen, eine Kroatin leistete allerdings tatkräftig Unterstützung: Helenna Hercigonja-Moulton brachte es fertig, binnen sechs Minuten gleich zwei Eigentore zu produzieren (56., 62.).

Wensing trifft aus Abseitsposition
Ein irregulärer Treffer sorgte für das 4:0, Wensing stand bei ihrem ersten Länderspieltreffer nach Vorarbeit von Lena Goeßling und Kopfballablage von Šašić im Abseits (80.). Die eingewechselte Sara Däbritz hätte das Ergebnis mit einem Kopfball an den Pfosten fast in die Höhe geschraubt (84.), doch einen höheren Sieg hätte sich die DFB-Elf an diesem Tag gegen engagierte Kroatinnen nicht verdient.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

88 Kommentare »

  • Torsten sagt:

    Klasse Leistung von Kroatien !!!! Klare rote Karte von Laudehr !!! Tätlichkeit. Mehr Glück als Verstand!!!

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  • Michele sagt:

    Schlecht, schlechter, Deutschland!
    Was war das denn, für ein schlechter Auftritt der DFB-Elf?
    Mir fehlen eigentlich schon die Worte. Ich bin wahnsinnig enttäuscht von dieser Mannschaft. Die dachten alle, sie schießen die Kroatinnen einfach so im vorbeilaufen ab und fertig! Aber so einfach ist es eben nicht.
    Sie waren alle schlecht, aber eine picke ich mir jetzt mal raus: Simone Laudehr! Man muss sich gerade als Nationalspielerin im Griff haben und darf sich nicht provozieren lassen. Was Laudehr gemacht hat, war eine glasklare Tätlichkeit! Das muss das Schiedsrichterteam sehen und sie vom Platz stellen!
    Und kommt mir jetzt bloß nicht, mit Bajramaj wäre alles besser gewesen! MIt dieser Mannschaft, hätte selbst Lira nicht überzeugen können!
    Aber zumindest unsere Abwehr stand sicher: Krahn hatte keinen einzigen Ballverlust. Respekt! (Vorsicht Galgenhumor!)

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  • Dummkopf sagt:

    @torsten: Klasse Leistung ist sicherlich relativ gemeint?
    Und Glück? Für wen oder was? Ich erinnere mich, von Laudehr schon mehr ähnliches gesehen zu haben, und vielleicht wäre es für sie einmal ganz gut und glücklich, für so etwas auch wirklich einmal die rote Karte zu sehen?

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  • jochen-or sagt:

    Was mich am meisten enttäuscht ist die offensichtliche Leistungsstagnation von Wensing und Popp.

    Gerade bei Wensing hatte ich erwartet, dass sie in der Abwehr mal zu internationaler Klasse aufsteigt.
    Nach der EM mit dem Spiel gegen Norwegen und dem heutigen Spiel, aber auch dem Spiel in Potsdam, muss ich gestehen, dass sie schwächer als vor 2 Jahren beim FCR zu sein scheint.

    Auch Popp, die ich ebenfalls mehrfach vor 2 Jahren gesehen habe, gefiel mir damals weit besser.

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  • Dummkopf sagt:

    @jochen:
    2 Jahre ist eine lange Zeit in der viel passiert ist, das sollte man nicht vergessen. Dazwischen ist es ja auch steil bergauf gegangen, und beide haben überragende Spiele gemacht (siehe zB CL-Finale). Aber Spielern, die ausser Form sind, tut man keinen Gefallen, sie in die N11 zu berufen.
    Vielleicht fällt das Fr. N. vom D. irgendwann in (hoffentlich) nicht allzu ferner Zukunft auch einmal auf.
    Warum allerdings in Wob zur Zeit so viel ausser Form geraten scheint? Vielleicht (s.HP) weil sie dort denken, Platz 4 ist auch im Soll.
    Man sieht aber bei Popp und Wensing und Wob schon wieder leichte Erholungstendenzen!

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  • Stefan sagt:

    Mir hat das Spiel der Kroatinnen recht gut gefallen. Hätten sie nicht dreimal in der Hintermannschaft gepatzt, dann wäre ein Punkt schon möglich gewesen (das Abseitstor nehme ich mal aus). Die beiden Eigentore sahen irgendwie sehr seltsam aus…entweder war es Pech, oder sie wurden gekauft (will dies aber ungern unterstellen), daher meine ich, Helenna Hercigonja Moulton ist in beiden Situationen sehr unglüklich gestanden, was beides Mal zum Eigentor führte. Seltsam unglücklich sahen sie jedenfalls aus. Bei den Deutschen hatte ich mit zunehmender Spieldauer eigentlich nicht das Gefühl, dass sie die kroatische Hintermannschaft ernsthaft ins Wanken bringen könnten, es sei denn, die kroatischen Mädels machen selber die Fehler. Wenngleich man die Fehler des Gegners erzwingen muss. Deutschland muss froh sein, dass der Sieg doch so hoch ausfiel, und die Kroatinnen können einige Motivation mitnehmen. Kanonenfutter waren sie in diesem Fall nie. Deswegen bin ich auch ein klarer Befürworter des derzeitigen Modus, dass auch vermeintlich schwache Mannschaften gegen Spitzenteams spielen dürfen und müssen. Nur beim Vergleich mit Spitzenteams wächst man, entwickelt man sich weiter. Auch wenn es hohe Niederlagen setzen kann. Und für vermeintliche Spitzenteams gilt auch, die Quali ist kein Selbstläufer!

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  • never-rest sagt:

    Ein grottiger Kick unser N11. Für mich der einzige Lichtblick L. Maier.

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  • Sylvijaaa sagt:

    Alles in allem natürlich ziemlich dürftig. Neben Maier sollte aber auch noch Maro erwähnt werden, die Celia vier 100%ige aufgelegt hat. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen.

    Die Arroganz der einen oder anderen Spielerin geht mir aber gewaltig auf den Senkel. Manche scheinen zu glauben, sie genießen Artenschutz weil sie ein deutsches Trikot tragen. Nur Peinlich.

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  • Sheldon sagt:

    Mal so ne grobe Einschätzung der Einzelleistungen:

    Angerer – nicht ansatzweise gefordert, daher Standard-Note: 3

    Bartusiak – von ihr muss in so einem Spiel mehr in der Spieleröffnung kommen; ideenlos, wenn überhaupt mit langen Bällen oder Querpässen, Note: 4

    Krahn – von ihr ist man gewohnt, dass nach vorne nichts kommt; dennoch braucht sie für eine N11-Spielerin viel zu lang, um den Ball zu verarbeiten, immer wieder mit Stockfehlern, die das Tempo rausgenommen haben, alles in allem zu schwach: Note 4,5

    Maier – rechts agil, aber auch schon besser, schönes Solo vor dem zweiten Tor, hinten sicher, gute Ballbehandlung, gute Ballverteilung, aber darf sich noch mehr ins Spiel mit einbringen; Note 3

    Wensing – nach vorne immer wieder mit aktiv, doch vollkommen konzeptlos agiert; Flanken schwach, Ballverarbeitung dürftig, viele Fehlpässe, insgesamt deutlich ausbaufähig in der Leistung; Note 4,5

    Goeßling – musste sich die Bälle immer als Libero quasi von hinten holen; versuchte einiges nach vorne, meist glücklos; auch sie mit vielen Fehlpässen und einigen überhasteten Aktionen; beim zweiten Tor zeigte sie, zu was sie fähig ist, indem sie den Ball per Hackentrick schön weiterleitet; insgesamt aber zu wenig gegen diesen Gegner; Note 4

    Marozsan – stand häufig zu tief, auch sie mit vielen Fehlern; wenn sie mal ne Idee hatte, dann wurde das Spiel schnell, zwei schöne Vorlagen vor dem 1:0 und dem 3:0. Insgesamt insbesondere im Tempo des Spielaufbaus deutlich ausbaufähig; Note 4

    Behringer – stand völlig neben sich, Außenbahn ist nichts für sie; man hätte sie auf die „6“, Maro auf die „10“ und Mittag auf links spielen lassen sollen, wäre für Behringer deutlich besser gewesen, so Note: 5,5

    Laudehr – in der ersten Halbzeit engagiert, aber glücklos; Zug zum Tor war da, aber auch sie mit vielen individuellen Fehlern; Note 3,5

    Mittag – unauffällig, wenig Zug zum Tor, insgesamt schwach; Note 5

    Celia – ein Tor, eine Vorlage, häufig vorne allein, kaum Bälle bekommen, wenn die Bälle kamen, zu lange gebraucht; Note 4,5

    Popp – positive Überraschung; füllte die „10“ deutlich besser aus als Mittag, ließ die Bälle schneller und sicherer laufen und hatte auch Zug zum Tor; so darf sie gerne weitermachen, ist besser als die Meckerei; Note 2,5

    Däbritz – unglücklich agiert, viele technische Fehler, nicht so wie gewohnt; Note 4,5

    Leupolz – kurz drin, keine Akzente mehr gesetzt; unbenotet

    Insgesamt Spielnote 4-4,5 für das deutsche Team. Gegen ein Team wie Kroatien reicht das zum 4:0. Ein Fußball jedenfalls, den Deutschland so nie haben wollte und nie wieder sehen will!

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  • kelly sagt:

    fand die deutschen sehr arrogant und vorher dieses gelabere vom schützenfest!jetzt müssen sie in freundschaftsspielen mal gegen die top 10 spielen dann zeigt sich wer in die erste elf gehört frau neid und habe das gefühl das annike krahn zu viele kilos aus frankreich mitbrachte auch erinnere ich mich das linda bresonik vom tollen essen nach dem training schwärmte ob sie es noch mal schafft?????was meint ihr alle

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  • Sheldon sagt:

    @kelly: Um zu sehen, wer in die erste Elf gehört, braucht es keine Freundschaftsspiele gegen die Top 10, sondern genau diese Spiele. Wer die technischen, taktischen, dynamischen Fähigkeiten mitbringt, kann man hier wie da sehen, dazu braucht es keinen Gegner.

    Ganz viel hängt an der Einstellung: Und die ist gegen solche kleinen Gegner einfach mal mehr als mangelhaft. An diesen zeigt sich letztlich die wahre Qualität der Spieler!

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  • Dummkopf sagt:

    @sheldon: Oh mein Gott. Hast du schon den Arzt gerufen? Wie hoch ist denn das Fieber?
    Aber Scherz beiseite (hoffentlich). Du hast einer „Todfeind-Verein“ Spielerin die beste Note gegeben. Ist dir das klar? Und dabei haben die meisten anderen deine Bayern-Lady vorne gesehen!
    Da ist ja wieder einer deiner völlig überraschenden und faszinierenden Strategie-Wechsel. Nun hast du @altwolf platt gemacht. Und wahrscheinlich nicht nur den!

    Zum inhaltlichen ein paar kleinere Anmerkungen:
    Popp steht glaube ich mit dem Tore schiessen zur Zeit immer noch ein wenig auf Kriegsfuss? Maier fiel ein bisschen mehr auf, und Laudehr wollte sich opfern, um mit einer roten Karte und 10 Frau ihre Mannschaft einmal richtig zu testen. Das war ein Opfer an der falschen Stelle und wenn du über die mangelnde Einstellung der Ladies schimpfst, bitte DORT anfangen! SEHR unprofessionell, und das sollte ein guter Trainer nicht einfach so ohne weiteres akzeptieren.

    Kleine Zusatzbemerkung zu
    Bartusaik – mit ihr und der Spieleröffnung, ist das nicht immer noch wie Spaghetti und Dieselöl. Man weiss nicht wie man es sinnvoll zueinander in Verbindung bringen kann.
    Däbritz – lässt leider wieder eine gute Möglichkeit aus, zu zeigen, dass sie (jetzt bereits) besser ist.
    Sasic – einverstanden wenn du mit „zu lange gebraucht“ meinst:
    Ballannahme ist einfach manchmal schon (gestrichen wegen Zensurgefahr!) … Sagen wir mal, es sieht manchmal fast danach aus, als würde der Lederball bei ihr in diesen Momenten gerade zum Flutschi-Gummi-Flummi mutieren.

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  • FFFan sagt:

    @ Sheldon:

    Ich gehe mit deinen Noten weitgehend konform, nur Marozsan wird von dir um mindestens eine Note zu schlecht bewertet; sie war neben Maier beste deutsche Feldspielerin und -in Abwesenheit von Kessi und Lira- die einzige, von der wenigstens hin und wieder ein ‚Geistesblitz‘ kam!

    Popp und Däbritz haben weniger als 30 Minuten absolviert und sind nicht sonderlich in Erscheinung getreten, da würde ich keine Note vergeben.

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  • enthusio sagt:

    Ein kleiner Trost ist vielleicht, dass auch andere Top-Nationen gelegentlich ins Straucheln kommen. Die US-Girls haben heute Nacht in ihrem 2. Spiel gegen Neuseeland nur ein mageres 1:1 herausgespielt, weil Abby Wambach einen 11m verschoss und die Neuseeländerinnen kurz vor Ende des Spiels den Ausgleich erzielen konnten.

    Das erste Spiel hatten die Amerikanerinnen vor wenigen Tagen noch klar mit 4:1 gewinnen können.
    Alex Morgan fehlte allerdings verletzungsbedingt in beiden Spielen.

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  • enthusio sagt:

    Für alle, die das Spiel nicht sehen konnten, hier ein Live-Ticker:

    @Stefan:
    „Mir hat das Spiel der Kroatinnen recht gut gefallen. Hätten sie nicht dreimal in der Hintermannschaft gepatzt, dann wäre ein Punkt schon möglich gewesen.“
    Das ist doch wohl nicht Dein Ernst, oder ? Kroatien hatte nur eine einzige nennenswerte Torchance nach einem wirklich schönen Konter, ansonsten kam in der Offensive von ihnen gar nichts. Hast Du nicht die dicke vergebene Chance von Celia einen Meter vor der Torlinie oder den Pfostenkopfball von Däbritz vergessen ?

    @Sheldon:
    Behringer hat dem Spiel deutlich mehr Impulse gegeben als Laudehr.

    @Michele:
    Man hat schon gemerkt, dass eine Lira Bajramaj in der Form des Slowenienspiels an allen Ecken und Enden gefehlt hat. 🙂

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  • Sheldon sagt:

    @FFFan: Von Marozsan erwarte ich in einem solchen Spiel deutlich mehr. Gerade, wenn man eigentlich defensiv überhaupt nichts zu tun hat, kann sie da hinten nicht auf ihrer „6“ einfach stehen bleiben. Natürlich hat sie einige gute Aktionen und Gedankenblitze gehabt, wie auch Goeßling, doch beide haben ihre Hauptaufgabe, nämlich das Spiel schnell zu machen, zu verlagern, zu führen und anzutreiben, doch nur sehr dürftig ausgefüllt. Marozsan hat Celia einiges aufgelegt, dennoch war die Zahl an Torchancen, die insgesamt herausgespielt wurden, gegen so einen Gegner unter ferner liefen. Und das hing damit zusammen, dass es meist bei Maro und Goeßling schon gestockt hat im Spielaufbau.

    @enthusio: Deine Meinung zu Behringer kann ich nicht teilen. Sie hat einfach viel zu viele Bälle durch Fehlpässe, überhastete Aktionen oder dumme Fouls abgeschenkt.
    Damit hat sie Deutschland immer wieder in die Situation gebracht, dem Ball hinterher zu rennen, was unnötige Kraft gekostet hat.

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  • Jennifer sagt:

    Spiel in voller Länge (Deutsch) als Stream oder Download:
    1. HZ:
    2. HZ:
    Deutschland – Kroatien.

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  • Sheldon sagt:

    @Dummkopf: Würdest du meine Beiträge vernünftig lesen, so solltest du wissen, dass eine solche Wendung bei mir niemals überraschend ist, wenn die Leistung da ist.
    Und die war gestern bei Popp da, die ihre Position (bis auf das fehlende Tor) sehr gut ausgefüllt hat (besser, als ich es von ihr bei Wolfsburg je gesehen habe).

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  • Stefan sagt:

    Ich habe das Spiel ja nicht gesehen, so wie hier viele das Spiel schlecht reden, wahrscheinlich auch besser so…

    Aber: Warum nimmt die Neid eine Spielerin wie Katharina Baunach mit zu den Quali-Spielen wenn sie dann keine einzige Minute ran darf. Gerade bei so Spielen wie gegen Slowenien könnte ich so einer Spielerin mal die Chance geben sich für 45 Minuten zu beweisen…

    Aber das ist typisch Nationalmannschaft, ist bei den Herren ja auch nicht anders. Wenn gewechselt wird, dann ab der 85. Minute, da kann man dann nochmal für 5 Minuten + X zeigen was man drauf hat…SCHWACHSINN!!!

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  • Sheldon sagt:

    Es war ja schließlich auch gefordert, dass solche Spielerinnen rangelassen werden. Es sind eben nicht immer die Spielerinnen die besten, die die meisten N11-Einsätze haben und die großen Namen haben…

    Wenn eine Wensing oder Goeßling oder Marozsan oder Krahn außer Form sind, dann nimmt man die nunmal zur Halbzeit auch mal raus. Ich denke, es wirkt nichts so gut wie das. Denn damit hält man die Spielerinnen wach, zeigt, dass man Fortschritt von ihnen erwartet, zeigt, dass sie sich nicht einfach so gehen lassen dürfen.

    Solche Spiele wie gegen Kroatien sind genau die Spiele, die über N11 oder Nicht-N11 entscheiden. Denn nur wer solche Spiele konsequent durchzieht, der hat auch die Fähigkeit, große Spiele vernünftig durchzuziehen.

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  • GG sagt:

    Nun war ich am gestrigen Abend im Stadion und habe mir das nicht so erwartete Trauerspiel angesehen.
    Als Hauptursache mache ich geltend die im Vergleich zum Slowenien-Spiel vorgenommenen Umstellungen in der Startaufstellung. Behringer auf linker, Laudehr auf rechter Aussenbahn,eine (leider) auch weiterhin weit von bereits gezeigten Leistungen entfernte Wensing auf rechter Verteidigungsposition. Abgesehen von Leo Maier waren die Verteidigerinnen sehr unkonzentriert. Herausragende Spielerin für mich Lena G. mit bekannter Zweikampfstärke, viel Übersicht und auch präzisen (langen) Pässen; durch die bereits beschriebene Situation jedoch immer wieder gefordert nach hinten abzusichern. Was ihr noch abgeht ist das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, soll heißen, ab rund 30 m vor dem gegnerischen Tor den eigenen Abschluß zu suchen. Bei ihrer Schußhärte und -genauigkeit eröffnen sich deutlich mehr Tor-Optionen, als aus einem Quer- oder Steilpaß zu einer eher uninspirierten Mitspielerin resultieren.
    Maroszan ist im Vergleich zu einer Nadine Keßler als Nebenfrau zu Lena nicht einmal eine Überlegung wert. Behringer eventuell, eine Viola Odebrecht deutlich eher. Interessant wäre einmal ein Versuch mit Johanna Elsig. Allerdings waren vorne die Räume zu eng, auch weil zu wenig Laufbereitschaft und mangelhafte Ballkontrolle zu erkennen. Mit der Einwechslung der beiden Freiburg-Kücken kam m.E. mehr Zug/Lebhaftigkeit ins Spiel.
    Für mich völlig unverständlich, dass in der Erwartung/Gewissheit tiefstehender und destruktiv verteidigender Gegner, die sportliche Führung keinen 23-köpfigen Kader zusammenzieht und damit Trainingssimulationen 11 gegen 11 ermöglicht. Das Slowenien-Spiel ist dank des frühen Treffers gut gelaufen, gestern hätte es beinahe ein böses Erwachen gegeben.

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  • balea sagt:

    Laudehr fällt immer wieder mit Unbeherrschtheit und Unfairniss auf. Frau Neid hätte sie zumindest sofort in der Pause rausnehmen sollen.

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  • Sheldon sagt:

    @GG: Auf der „6“ krankt es in der Tat zur Zeit etwas. Allerdings sehe ich Odebrecht in ihrer aktuellen Form überhaupt nicht als Alternative. Da ist sie auf einem Level mit Wensing, was das betrifft.

    Elsig sehe ich doch auch nicht unbedingt, die sehe ich eher in der Innenverteidigung, da uns dort zur Zeit auch die Alternativen fehlen.

    Vielleicht wird es Neid irgendwann wie Löw machen und mit Leonie Maier ihre Außenverteidigerin auf die „6“ stellen. Für diese Positionen hat sie nämlich bei gutem Gesundungsverlauf mit Cramer, Kemme, Schmidt, Baunach, Peter, Simon, Faißt, Wensing 8 Spielerinnen für 2 Positionen.
    Man muss schauen, wie Maier sich dort macht, gerade in der Athletik müsste sie noch einiges zulegen, aber von der Spielanlage und von der Spielführung her kommt sie dem Typ Lahm noch am nähesten.

    Auch könnte man mal ein 4-1-4-1 ausprobieren, wo nur noch Goeßling oder Keßler den defensiven Part spielt und auf der „10“ Maro und Mittag, Popp, Magull oder Simic zusammenspielen und Bajramaj und Laudehr mehr Außenstürmer als OMs sind. Was auch möglich wäre, ist ein 4-3-3 ohne „10“.

    Tendenziell sollte man mit Magull, Elsig, Kemme, Simic, Bremer da einfach noch mehr Alternativen schaffen. Auch Spielerinnen wie Coco Schröder oder Kathrin Schmidt, die im Ausland regelmäßig gute Leistungen bringen, kann man mal nominieren, einfach, um sich ein Bild von ihnen zu machen.

    Zu Baunach noch eine Sache: Ihr wird die Nominierung denke ich trotzdem sehr viel gebracht haben, denn jedes Trainingsspiel hatte hier mehr wert als das Spiel. Dadurch, dass die 11 das Spiel gestern ziemlich verkorkst haben, sind ihre Chancen gegenüber Wensing sicher gestiegen.

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  • Ralphonso sagt:

    Wenn man nur meckert ohne auch das Positive zu erwähnen, wirkt der Beitrag zweifelhaft!
    Ich war im Stadion. Das Spiel der deutschen Frauen war zweifellos nicht das Glanzvollste aber:
    – Sie waren absolut dominierend! Letztlich schadete das nach meiner Meinung der Attraktivität. Wäre z.B. das Spiel 4:3 ausgegegangen, würde Wensing wegen ihres Siegtores hochgejubelt werden. So muss sie die Schelte ertragen.
    – Die Eigentore waren Rettungsversuche der Kroatin und sind somit sehr wohl der Leistung der deutschen Frauen zuzuschreiben. Diese beiden Tore wurden erkämpft und waren kein Geschenk!
    – Schiedrichterin. Sie war den Situationen oft nicht gewachsen. Hätte sie zuvor situationsgerecht stets richtig gehandelt, wäre es wahrscheinlich nicht zu der inakzeptablen Selbstjustiz Laudehrs gekommen. Die Schiedrichterin hatte zumindest Blickkontakt mit der Linienrichterin die zuvor deutlich die Tätlichkeit von Laudehr signalisierte. Trotzdem ist es nicht zum Platzverweis gekommen.

    Ich wünsche mir nicht nur im Spiel sondern auch bei den Kommentaren mehr Fairness.

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  • Dummkopf sagt:

    @sheldon. Das war als positiver Scherz gemeint. Ich weiss doch, dass du die Fähigkeit hast, auch mal etwas einzuräumen, was nicht in deine vorgefertigte Schiene passt.
    Und würde das manch anderem auch wünschen. Manche scheinen zu befürchten, ihnen würde die Hand abfaulen, wenn sie etwas „gegen“ ihre Meinungsschiene oder „ihren“ Verein äussern.
    Ich sehe aber, deine ist noch dran.

    @GG. Beileid zum Stadion. Viel Zustimmung zum Kommentar. Besonders zur POSITIONEN-Verteilung im neuen „MAGISCHEN Trio“ des FFC (Maro-Behri-LauROT) von dem ich hier weder Geist noch Blitze gesehen habe.

    Interessant, dass Fr.N vom D nun doch etwas ausprobiert, oder!

    Aber NOCH MEHR, WAS sie dann ausprobiert!

    In ihr steckt eben auch ein hoher Unterhaltungswert. Da kann auch sheldon nicht mithalten.

    Nur bei deinen letzten Sätzen ab den „Kücken“ weiss ich nicht so ganz. Warum kommentierst du nicht öfter?

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  • DAWIDenkio sagt:

    Ich habe die nur die erste Halbzeit sehen können, war auch ziemlich enttäuscht von dem Auftritt. Deutschland hatte zwar sehr dominiert, aber mit der Zeit wenig zwingendes darausgemacht. Im Grunde kann ich die Einschätzungen zu den einzelenen Akteurinnen im Großen und Ganzen teilen.

    Mittag war gar nicht zu sehen, bis auf ihren tollen Heber. Ich finde das zeichnet eine super Spielerin aus, solche Aktionen setzen zu können, gerade auch dann wenn es nicht so gut für sie läuft. Das kann amn auch ruhig noch poisitiv erwähnen.

    Im Endeffekt haben es die Kroatinnen von ihren Möglichkeiten sehr gut gemacht. Insgesamt standen sie sehr tief, allerdings nutzten sie die Unkonzentriertheiten der DfB-Mädels mit super Ballgewinnen und dem Versuch des Umschaltspiels.Die Torfrau hielt auch recht ansprechend.

    Insgesamt sollte man allerdings nicht zu streng ins Gericht gehen und nun die Leistung der deutschen Elf als all zu problematisch betrachten.

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  • DAWIDenko sagt:

    Bei solchen Spielen kann man sich kein Lob verdienen.
    Wenn Deutschland gegen Kroatien, wie gegen das kleine Nachbarland Slowenien ähnlich zweitstellig gewonnen hätte, würde man für diesen Erfolg keine Lobeshymnen ernten.
    Man hätte eher wieder eine Diskussion über den Modus der Qualifikation geführt. (Vorrunden, Gruppe A, Gruppe B etc.)
    Diese Diskussionen nach Reformbedarf ist nun nicht aktuell.
    Die Uefa kann sich freuen. 😉

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  • Sheldon sagt:

    @Ralphonso: Du scheinst neu zu sein und mit den Charakteren hier noch nicht so vertraut. Sonst würdest du wissen, dass ein 4:3 hier noch ganz andere Kritiken hervorgerufen hätte. Da wäre Wensing nicht für ihr Tor bejubelt worden, sondern hätte wahrscheinlich noch viel mehr Schelte aushalten müssen, weil sie mit Sicherheit als RV an zumindest einem der Gegentore beteiligt gewesen wäre.
    Gegen Kroatien darfst du nicht 4:3 spielen, auch nicht 4:0, sondern musst mit 8:0, 9:0 vom Platz gehen, zumindest nach den zuletzt gezeigten Leistungen.

    Gegen Kroatien sollte „absolut dominierend“ der eigene Anspruch, ja Normalität sein, und nicht etwas, was man noch eigens positiv herausheben muss. Außerdem reicht es nicht, wenn man die eigene Hälfte beherrscht, wenn man im letzten Drittel des Platzes überhaupt keinen Zugriff hat.

    Von den zwei Eigentoren war zumindest das zweite absolut unnötig, zumindest so. Das war ein einfacher Freistoß, den man gut und gerne der Keeperin überlassen kann.

    Was Laudehr betrifft: Mag sein, dass sie überreagiert, aber immer zeigt sie, dass sie mit ihrer eigenen Leistung und der der Mannschaft nicht zufrieden ist. Diese Ausbrüche können auch als Selbstkritik gewertet werden. Klar darf das nicht zur Tätlichkeit ausarten, aber auf jemand, der dann auch mal verbale und emotionale Signale setzt, wenn die eigene Leistung und die der Mannschaft so schlecht ist, möchte ich nicht verzichten.

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  • Jennifer sagt:

    D – Kroatien. Spiel in voller Länge in bester Qualität 720p:

    Channel – ARD HD / IPTV
    Video – 7.5 Mbit (50fps)
    Resolution – 720p
    Audio – German 2.0

    1. HZ:

    2. HZ:

    (upload is not mine)

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  • Karl sagt:

    Ich teile eher die Auffassung von Ralphonso und Dawidenkio.
    Vielleicht sollten einige mal ihre Erwartungshaltung ueberarbeiten.
    Ich fand das gestrige Spiel garnicht so schlecht. Man muss bedenken dass wohl viele der kroatischen Spielerinnen und Trainer genug deutsch koennen um
    den hiesigen Medien zu folgen. Und so ein getoese ueber unendlich zu null hoert man als Gegner nicht gern, selbst dann nicht wenn man als
    hoffnungslos unterlegen gilt. Man fuehlt sich nicht ernst genommen und das motiviert zusaetzlich zum fighten bis zum unmfallen.
    Die kroatische Trainerin hat zudem einen guten Job gemacht bei der taktischen Einstellung ihres Teams , und hatte das Glueck , wie uebrigens auch Holland (bei der EM) dass ihr team das auf den Rasen bringen konnte , der erste deutsche torschuss nicht gleich ein treffer war und die Schiedsrichterin so einiges laufen lies.

    Trotzdem hat die deutsche Mannschaft das Spiel gewonnen, war hochueberlegen und hat letztendlich in der 2ten halbzeit auch Tore erzielt und verdient gewonnen und die kroatische Mannschaft konnte erhobenen Hauptes und zufrieden das Feld verlassen.
    Wo also soll da das Problem sein?

    Die Benotung der Spielerinnen durch Sheldon ist fuer meinen Geschmack durchweg mindestens um 1 bis 1,5 Noten zu schlecht ausgefallen , Ausnahme Popp , da stimme ich ueberein. Ist wohl der Tatsache zu verdanken dass Sheldon sie in letzter Zeit sehr heftig kritisiert hat und da hat sie halt bei Sheldon noch irgendwie was gut.
    Aber vielleicht beurteile ich die Spielerinnen ja einfach nur wohlwollender , kann schon sein…

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  • FFFan sagt:

    Nicht dass es für die Bewertung des Spiels von Relevanz wäre, aber: entgegen der Darstellung im Spielbericht stand Wensing bei ihrem Treffer zum 4-0 NICHT im Abseits, weil im Zeitpunkt der Ballabgabe die Vorlagengeberin (Sasic) näher zur Torlinie steht als die Torschützin.
    Auch Sasic stand zuvor bei der Flanke von Goeßling nicht im Abseits.
    Also ein völlig reguläres Tor!

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  • Altwolf sagt:

    @Dummkopf.Du hast es vermutet.Ich habe bei @Sheldons Bewertung bezüglich A.Popp wiederholt hinschauen müssen um diese Benotung gegenüber den anderen wirklich glauben zu können.Schön wenn er sich auch zu solchen „Extremen“ hinreißen läßt, denn wenn ich an seinen letzten A.Popp betreffenden Post denke,hat seine Einschätzung eine rasante „Halbwertszeit“.Alex hat e.ordentliche Leistung abgegeben,aber wenn man sich im Rahmen von @Sheldons Bewertungsmaßstab bewegt mit e. 3 objektiver benotet wäre.
    Ich habe mit meiner „grün-weißen“ Brille das Spiel auch etwas anders empfunden – eher so wie es @GG auch beschrieben hat.Man darf auch bei der ganzen Einschätzung die geänderte Spielformation nicht außer Acht lassen.M.Behringer auf der li.Außenbahn ist unglücklich und wenn, dann wäre sie sicherlich die bessere Lösung auf der defensiven 6er,die für Z.Maroszan ebenfalls nicht die richtige Position ist,denn gerade die 6er-Positionen erfordern eine hohe Laufintensität,die wiederum einzig und allein von L.Gößling geleistet wurde.Sie hatte zwar,bei oft 3 Gegenspielerinnen gegen sich, den ein o. anderen Ballverlust, jedoch zum einen hatte sie sich oft den Ball zurückerobert u.anderersseits war sie die Spielerin mit der höchsten Passgenauigkeit u.brachte hierbei insbes. L.Meier immer wieder in gute Spielpositionen,was auf der anderen Seite mit A.Krahn,S.Laudehr u.L.Wennsing überhaupt nicht funktionierte.L.Wennsing hat noch nicht die Form der letzten Saison,aber sie wurde bei ihren Starts in d.freien Raum entweder durch Krahns Fehlpässe o.Laudehrs „one touch“ Anspiele in d.Rückwärtsbewegung gezwungen.Es ist immer wieder zu beobachten,daß die FFC-Spielerinnen (insbes.A.Krahn im Zweifelsfall immer zu Bartusiak passt) auf der re.Seite alle einen Drang zur Mitte zeigen,es sei denn,L.Bajramaj spielt dort.Viele Anspiele aus dem MF waren zum Teil gar nicht möglich,da vorn kaum Bewegung war oder sie sich in der Mitte im Wege standen – keine großen Probleme für die dicht stehenden Kroatinnen.2-3 gute Standards oder Schußversuche sind für Z.Maroszan einfach zu wenig.A.Mittag u.C.Sasic sind sich als Stürmerinnen zu ähnlich und kommen nur zum Zug,wenn eine von ihnen in der Mitte Platz hat und von echten Außenstürmerinnen,wie z.B.L.Bajramaj angespielt werden können; leider fehlt das entsprechende Pendant auf d.anderen Seite.
    Wenn man nun die Noten nochmals bemüht würde ich L.Meier
    und auch L.Gößling d.2.5 geben, denn beide haben das größte Engagement u.auch eine ansprechende Leistung bei diesem Spiel gezeigt.

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  • noworever sagt:

    „Nicht dass es für die Bewertung des Spiels von Relevanz wäre …“

    trotzdem, danke @FFFan, für die genaue (wertfreie) beobachtung.

    solche dinge (wie auch die beiden zu unrecht nicht geahndeten 11-er) sind hier, im allgemeinen negativ-hype, natürlich nicht wert erwähnt zu werden.

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  • Sheldon sagt:

    @Karl: Genau diese Einstellung war es, die 2011 dazu geführt hat, dass wir bei der WM ausgeschieden sind.

    Es geht hier gar nicht um die Kroatinnen, die haben ihr Bestes gegeben, das war auch zu erwarten. Doch sie wissen auch, dass sie gestern „nur“ 4:0 verloren haben, weil Deutschland nicht das gezeigt hat, was sie können. Da wird man realistisch genug sein, dass man ein nicht-zweistelliges Ergebnis gegen Deutschland als Weiterentwicklung werten kann.

    Aber ich denke, Kroatien hat den Vorteil, dass sie – im Gegensatz zu Deutschland und vor allem Fans wie dir – sowieso nur auf sich selbst und ihre eigene Entwicklung schauen.

    Das vernachlässigt Deutschland sträflich, und das sind dann am Ende die Knackpunkte in entscheidenden Spielen.
    Es geht hier nicht darum, dass Kroatien Deutschland so unter Druck gesetzt hat. Wenn das ginge, würde ich mir sowieso mal Gedanken machen, in welcher Kategorie wir uns überhaupt noch befinden, sondern es geht gerade um die Situationen, wo überhaupt keine Bedrohung durch die Kroatinnen da war: Der einfache Pass, der bei der Gegenspielerin landete, die unsaubere Ballannahme, bei der der Ball zwei bis drei Meter wegspringt, die unbedrängte Flanke ins Aus, das falsche Stellungsspiel zum Ball. Das sind alles Dinge, auf die die Kroatinnen in aller Regel gar keinen Einfluss hatten. Es sind die Basics, die einfach nur mangelhaft vorhanden waren oder nicht abgerufen wurden.

    Und daran liegt es dann, wenn USA oder Japan oder Schweden uns am Ende schlägt, weil die dann die schnellen Leute haben, die dann beispielsweise bei einer schlampigen Ballannahme dazwischensprinten und so den Konter einleiten, die schneller umschalten, die aus einem Fehlpass in kürzester Zeit einen Angriff initiiert haben, weil sie einfach die bessere Technik und die bessere Antizipation haben.

    Und man sollte nicht denken, dass sich das nicht auswirkt: Wir haben noch 7 weitere Qualifikationsspiele gegen solche Gegner. Die kann man so angehen wie gegen Kroatien, dürftig spielen und 4:0, 5:0 gewinnen. Damit qualifiziert man sich, man hat aber so viele Spiele sehr schlampig gespielt und vor allem vorher schlampig trainiert, dass man leistungstechnisch abbaut. Und das, genau das sind am Ende die paar Prozente, die dann eben gefehlt haben 2011: Wo man den Ball unnötig im Aufbauspiel verloren hat, wo man nicht schnell genug von Angriff auf Abwehr umgestellt hat, wo Laudehr an der Stelle, wo Sawa stand, gefehlt hat, wo Bartusiak falsch zum Ball stand und wo Angerer nicht rechtzeitig und energisch rauskam.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Die Noten sind auch immer im Verhältnis dazu zu sehen, was ich von den Spielerinnen bereits gesehen habe und ihnen zutraue. Natürlich bescheinige ich auch Goeßling eine hohe Laufintensität und ein gutes Zweikampfverhalten, doch viele Bälle darfst du einfach gar nicht erst hergeben. Nicht in so einem Spiel, nicht als defensive Mittelfeldspielerin. Tut mir leid. Von Goeßling erwarte ich, dass sie das Spiel schnell macht und dazu in der Lage ist, nicht nur Pässe zu spielen, die ankommen, sondern da sollte dann auch mal der Pass in den Fuß sitzen, das schnelle Verlagern, das Herausspielen von Torchancen, das in die Tiefe spielen.

    Sie stagniert zur Zeit auf einem gehobenen Niveau, aber sie verbessert sich eben nicht, obwohl noch reichlich Luft nach oben ist. Auf einem Level wie beispielsweise Toni Kroos ist sie noch lange nicht, was die Kreativität betrifft. Doch gerade das braucht man auf der „6“ nunmal auch. Ich will, gerade gegen einen solchen Gegner, keinen Kampf sehen, sondern solche locker-leichten Aktionen wie beispielsweise beim 2:0 gegen Irland von Kroos und Schürrle: Ball in den Strafraum gechipt von Kroos, Schürrle nimmt mit dem Rücken zum Tor an, lässt den einmal aufkommen, dreht sich und schießt ein.

    Wir bewegen uns beim FF immer noch auf einem Level, wo wir als Mannschaft nicht fähig sind, körperlich überlegene Mannschaften spielerisch zu besiegen. Wieso? Weil die Technik noch viel stärker betont werden müsste. Und zwar nicht einfach nur, dass man Kroatien mal mit 10:0 in die Wüste schicken kann, sondern eben auf so einem Niveau, dass man auch mal 10-Sekunden-Tore erzielen kann (10 Sekunden von Ballgewinn [in der eigenen Hälfte] bis zum Torerfolg), dass dann auch einfach mal der Ball bei nem langen Pass über 40, 50 Meter in den Fuß kommt und die Mitspielerin die Fähigkeit besitzt, den Ball am Fuß kleben zu lassen, dass auch mal One-Touch-Fußball möglich ist, um einfach schneller spielen zu können.

    Wir haben es in den letzten Jahren erlebt, wie stark Fußball von Geschwindigkeit abhängig sein kann. Vor 15 Jahren lief noch kaum mal ein Spieler weltweit mehr als 10 Kilometer pro Spiel. Heute läuft selbst der Torwart 7-8 Kilometer, die Spitzenwerte liegen bei 15 Kilometer. Würde man dort einfach viel mehr in das schnelle, ballsichere, temporeiche Spiel investieren, hätte man auch endlich wieder die Dominanz.

    Ich denke, dass wir mit Goeßling, Keßler, Bajramaj, Maier, Laudehr, auch Popp durchaus Spielerinnen haben, die das Spiel schneller machen könnten. Doch sie müssen dann auch so trainiert werden. Da muss dann auch ein gewisser Anspruch an das eigene Spiel gestellt werden, da müssen dann auch mal Extraschichten eingelegt werden.
    Da muss zunächst einmal Kondition verbessert werden, also viele Laufeinheiten, damit die Spielerinnen auch 10-11 Kilometer Laufen auf dem Platz konstant durchhalten (über eine Saison). Dann muss man das natürlich auch im Training einbauen, sowas wie Ballannahme in vollem Lauf ohne Stockfehler (etc.). Dann muss man natürlich auch die Reaktionsgeschwindigkeit verbessern, schneller wissen, was zu tun ist.
    So ein Spiel hat halt nicht nur physische Anforderungen, sondern stellt auch erhöhte Anforderungen an den Intellekt. Man muss erstmal überhaupt viel variantenreicher spielen, und dann auch viel schneller entscheiden, was in einer bestimmten Spielsituation zu tun ist.

    Gerade gegen eine Mannschaft wie Kroatien wäre viel gewonnen, wenn nicht einfach immer wieder Spielzüge abgebrochen werden, weil die Ideen fehlen, weil sich zu wenig bewegt wird, weil der Ball einfach nicht durch die Reihen läuft, sondern dann mal wieder 20-30 Meter mit dem Ball gelaufen wird, dann wieder zurückgespielt wird usw.

    Wenn ich Marozsan, Goeßling usw. schlechte Noten gebe, heißt das, dass ich eigentlich dachte, dass die so etwas könnten.

    Da muss man allerdings auch die Trainer in die Pflicht nehmen: In München und in Frankfurt sehe ich zum Beispiel da Trainer, die in diese Richtung arbeiten. Bajramaj ist zumindest, seit sie unter Bell spielt, richtig verbessert, so gut wie seit 2 Jahren nicht mehr. Mit Walkling und Maier hat Wörle auch zwei Spielerinnen, die diesen Spielstil können dürften.
    Bei Potsdam wird zwar mehr physisch gearbeitet, was sehr wichtig ist, weil es die Grundlage schafft. Da muss man schauen, wie sich Schröder zum Tempofußball und vor allem zu einem stärker variantenreich geprägtem, spielerischen Fußball stellt.

    Aber gerade mit dieser N11 und einigen weiteren Spielerinnen noch sollte das doch möglich sein, hier neue Maßstäbe zu setzen.

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  • noworever sagt:

    @Altwolf:
    „2-3 gute Standards oder Schußversuche sind für Z.Maroszan einfach zu wenig.“

    hätte dir eigentlich ein klein wenig mehr sachlichkeit zugetraut.
    nicht, dass maro ein superspiel hingelegt hat, aber so schlecht wie du sie hier darstellst, war sie nun wieder auch nicht.
    wenn du nur „2-3 gute Standards oder Schußversuche“ von ihr gesehen hast, empfinde ich das, als eine sichtweise, die deinen anspruch an objektivität/sachlichkeit eigentlich nicht gerecht wird.

    (keine sorge, sie wird kessi’s platz schon nicht wegnehmen …)

    ((btw, „Z“enni’s vorname fängt mit einem „D“ an … nicht, dass dies irgendetwas zu bedeuten hat 😉 ))

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  • Altwolf sagt:

    @noworever.Wenn dir diese Aussage nicht objektiv genug erschien und du D!Maroszans Engagement (danke für den Hinweis) und das Einbringen ihrer Fähigkeiten bei diesem Spiel anders gesehen hast, dann habe ich möglicherweise eine andere Wahrnehmung gehabt,wobei diese mir in Erinnerung gebliebenen Aktionen von ihr, über die Spielzeit gesehen, bei ihren Möglichkeiten, doch weniger waren als ich es sonst von ihr kenne.“Schlecht“ darstellen wollte ich sie damit nicht,zumal sie auf der defensiven 6er-Position nicht mit ihren Fähigkeiten passend plaziert ist.
    So „fanatisch“ bin ich nicht,daß nun unbedingt möglichst viele WOB-Spielerinen in der N11 spielen müssen, sondern da sollten die spielen,die innerhalb dieser Mannschaft den besten u.erfolgreichsten Fußball zusammen spielen.
    P.S.Meine Vorliebe für das „Z“ kommt von meiner Begeisterung f. „Z“ Jakabfi.Nur mal so als Erklärung.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Deiner Abhandlung über den von dir erwarteten Fußball und den entsprechenden Ansprüchen kann ich durchaus folgen, wobei es immer problematisch sein wird die Leistung einzelner Spielerinnen zu beurteilen,wenn es nicht um die persönlichen Fertigkeiten (Ballannahme usw.) geht,sondern wo es um das Zusammenspiel (Laufwege usw.)mit den Mitspielerinnen geht.
    Wie will man das bewerten? Entweder läuft die andere falsch oder positioniert sich schlecht oder ist das Zuspiel oder die Spielidee schlecht.
    Einer der Gründe warum wir hier diskutieren.

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  • Ralligen sagt:

    @Altwolf
    Hast du irgendwelche Informationen warum Zsanett Jakabfi im Quali-Spiel in der 52.min ausgewechselt wurde,ich befürchte leider schon wieder eine Verletzung und was macht der gesundheitliche Zustand von N.Kessler bitte um ein paar Zeilen dazu,Danke.

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  • noworever sagt:

    @Altwolf, es ging mir bei meiner bemerkung nicht um maro’s „fähigkeiten“ oder dessen „einbringung“, sondern allein um die tatsache, dass du ihre leistung in diesem spiel auf „2-3 gute Standards oder Schußversuche“ reduziert hast … und folgerichtig (mit solch einer fehlbeurteilung) dies, als „einfach zu wenig“ eingestuft hast.
    allein, wenn du dir die etwa 4minütige dfb-tv spielzusammenfassung anschaust, kommst du schon auf 5-6 szenen mit maro-beteiligung, die es den verantwortlichen anscheinend wert waren, sie als höhepunkte zu küren … von daher fällt es schwer daran zu glauben, dass die restlichen 86min (plus nachspielzeit 😉 ) nur aus situationen bestanden, in denen sie „schlecht“ aussah.
    wie gesagt, nur um diese „2-3“ ging es mir … und, um das aufzeigen, dass solch eine einschätzung (der spielerin gegenüber) eigentlich nicht ganz fair ist.
    that’z all 😉

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  • Jan sagt:

    Erstmal großes Kompliment an die Kroatinnen! – Mit etwas Abstand betrachtet, sollte sich der negative Eindruck vllt. etwas relativiert haben. Gegen Slowenien purzelten die Bälle fast von selbst ins Tor – diesmal eben nicht. So ist eben Sport!

    Denn keineswegs lag es an fehlendem aufopferungsvollen Kampfeswillen. Sondern diesmal wollte einfach partout nichts gelingen! Immerhin kann eine dt. Elf in solch verfahrenen, teils prekären Situationen Tore erzwingen, zumindest gegen Außenseiter. Deshalb ist Sheldons überhastete u. völlig unterirdische Benotung abzulehnen!

    Was aber, wenn die dt. Elf gegen Mitfavoriten mal wieder keine geeigneten taktischen Mittel findet, geschweige denn überhaupt welche beherrscht u. umsetzen kann? Entwickeln Sie doch mal neue unorthodoxe Mittel gegen Gegner, die das überlegene dt. Offensiv-Spiel gekonnt zu zerstören verstehen, Frau Bundestrainerin! Seien Sie kreativ!

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  • DAWIDenko sagt:

    Ich hoffe auch, dass es bei Zsanett Jakabfi nichts ernstes ist.
    Gegen Turbine hat sie sich schon wieder sehr gut eingebracht.

    Auf der TP-homepage stand in einem Artikel über die Länderspiel-Beteiligungen der anderen Turbinen, dass Ada verletzungsbedingt nicht spielen konnte.
    Weiß darüber jemand etwas was mit ihr ist?

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  • Altwolf sagt:

    @Ralligen.Nach dem derzeitigen Stand werden beide gegen Bayer o4 spielen.Warum die Auswechselung kam,kann ich dir nicht detailiert beantworten,es könnten aber leichte muskuläre Beschwerden gewesen sein.Hier wurde jedenfalls nichts gegenteiliges publiziert.
    @noworever.OK,wenn ich das offenbar falsch empfunden habe, nehme ich die Beurteilung und insbes. das Reduzieren ihrer Leistung auf die von mit angegebene Anzahl zurück.Vielleicht hätte ich mit das Spiel dann nochmals ansehen sollen.Manchmal trügt der Live-Eindruck vielleicht.

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  • Dummkopf sagt:

    Hätten denn Leverkusen, Essen, oder Jena hier nicht 5:0 gewonnen?

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  • Dummkopf sagt:

    @FFFan:
    Anders als manch sonstigen Kommentar, muss ich deine Kenntnisse des Regelbuchs betreffend als ziemlich gut einstufen. Diese scheinen möglicherweise besser als bei mancher Buli-Schiedsrichterin. Deine Beobachtungen zu der 4:0 Szene hätte auch ein Schiri-Lehrwart kaum treffender und richtiger beschreiben können.

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Du widersprichst dir selbst. Taktische Mittel kann man gegen Mitfavoriten nur finden, wenn man die Technik besitzt, diese umzusetzen. Ob die Technik aber da ist, zeigt sich gerade gegen die kleinen Gegner.

    Man kann das Spiel einer Mannschaft nicht zerstören, eine Mannschaft kann es nur selbst zerstören. Wie komme ich darauf? Letztlich liegt doch genau da der Knackpunkt der Qualität einer Mannschaft. Wenn der Ball schnell und präzise durch die eigenen Reihen läuft, und zwar auf einem Temponiveau, was der Gegner nur begrenzt mitgehen kann, dann kommt der Gegner nur durch Fouls dazwischen, also faktisch gar nicht, zumindest nicht kontrolliert.

    Es ist eben der Unterschied zwischen Slowenien und Kroatien, der am Ende über Titel oder Aus entscheiden wird. Und dieser Unterschied trägt zur Zeit einen Namen (nachdem ich mir die Höhepunkte des Spiels gegen Slowenien noch einmal angeschaut habe): Lira Bajramaj. Schaut euch noch einmal ihre Ballbehandlung an, ihre Passgenauigkeit und -präzision. Das sind einfache Basics, aber die entscheiden das Spiel. Sie hat insgesamt 5 Tore vorgelegt, dazu den öffnenden Pass auf Mittag vor dem 6:0 gespielt. 2x flache, präzise Hereingaben auf Mittag, wo diese jeweils nur noch den Fuß hinhalten musste, 1x in den Fuß von Celia, 1x in den Lauf von Mittag, die aus spitzem Winkel abziehen konnte, 1x in den Lauf von Mittag, die dann Laudehr auflegte. Dazu der herausgeholte Elfmeter mit einer kurzen Körpertäuschung.

    Aber auch andere haben dort viel präziser und sauberer gespielt: Maier mit der Volleyabnahme präzise ins untere Toreck, Marozsan mit der präzisen Ecke auf Krahn, insgesamt stimmte auch einfach die Passquote. Viele kurze, sichere Pässe, ohne langes Ballhalten, viel mehr Bewegung vorne von Mittag, Bajramaj und Celia, viel besser antizipiert (siehe Bajramajs Ballgewinn vor dem 0:6).

    Bewegung und Technik, zwei Dinge, die gegen Kroatien vollkommen gefehlt haben. Und schon läuft es nicht mehr. Tempo ist entscheidend. Wer nicht läuft, dem nützt Technik nicht viel. Aber wer schnell spielen will, braucht Technik unbedingt, um das leisten zu können.

    Wenn die beiden Komponenten da sind, dann ergeben sich auch die Möglichkeiten, ein Spiel zu kontrollieren, dann kann man viel mehr auf engstem Raum agieren. Und dann hebelt man mal ganz einfach mit solchen Bajramaj-Pässen die Abwehr aus, wie sie es mehr als einmal vor Toren getan hat.

    Natürlich wird es gegen stärkere Mannschaften schwieriger, diese Kombination durchzuhalten. Der Druck wird größer, die Bewegung muss noch stärker und die Technik noch filigraner sein, und zwar nicht nur bei einer, sondern bei allen. Das gilt es zu leisten, nicht nur in Spielen wie gegen USA, Schweden und Japan, sondern eben auch gegen Kroatien oder Slowenien. Und mit so einem Auftritt wie gegen Kroatien, da wirst du von den anderen Teams aber mal richtig kalt gestellt. Da darfst du den Ball nicht springen lassen bei der Annahme, sonst ist er weg, da musst du vorne immens laufen, sonst hat deine Mitspielerin keine Anspielstation usw.

    Kroatien und Slowenien sind gute Übungsmannschaften. Gegen Slowenien hat man die Chance genutzt, gegen Kroatien nicht…

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  • fisch sagt:

    Eigentlich hätte ich insbesondere von Sheldon erwartet, dass er sich doch so langsam für seine doch halbwegs öffentliche Diskriminierung fast aller Spielerinnen in Form völlig übertrieben schlechter Schulnoten (außer Popp 2,5 ??)bei ihnen entschuldigt. Sollte sein Beitrag von heute 0:00 Uhr so etwas ähnliches bedeuten? Die enttäuschte Erwartungshaltung eines so etwa 20:0 hat doch bei ihm und einigen anderen jeglichen Realitätssinn vertrieben. Klar war das Spiel unserer N11 nicht so das Gelbe vom Ei, aber ein bisschen Emotionskontrolle wäre schon ratsam, wenn man sich hier äußert. Die rosarote FFC-Schmelzerbrille ist mir allerdings auch zuwider (bei der Auswechselung Behringers so etwa: „Melanie Behringer zeigte heute wieder ein sehr gutes Spiel“).
    Ich werde mir auch das nächste Spiel ansehen (wenn ARD mit Schmelzer, dann eben ohne Ton).

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  • Dummkopf sagt:

    Sorry, wenn meine Kommentare ein bisschen verteilt sind, ich versuche es der Zensur einfacher zu machen, falls einzelne leider gestrichen werden müssen. 😉

    Ich muss hier nämlich meine Bewunderung zum Ausdruck bringen, für alle die Nati-Fans, die für sich aus den schlechten Ergebnissen ihrer Meinung nach vergleichbarer Nationen einen Zugewinn an guter (oder eine Verbesserung der schlechten) Laune erzielen können.

    Ich möchte es vosichtig so formulieren: Mir schwebt das Ergebnis von Schweden – Faröer leider diesbezüglich gelinde gesagt ziemlich sanft am Popo vorüber.

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  • Sheldon sagt:

    @fisch: Ich schätze das Spiel von den Deutschen, wenn es hochkommt, gleich ein wie das Spiel bei der EM gegen Holland (0:0), wenn nicht sogar schlechter.

    Damals die Noten vom Kicker: Angerer (2) – Maier (4), Krahn (3), Bartusiak (3), Cramer (3) – Keßler (5), Goeßling (5) – Lotzen (5), Marozsan (4), Mittag (4,5) – Sasic (5)

    Laudehr eingewechselt (4,5)

    Wenn man bedenkt, dass ich tendenziell eher noch kritischer bin als der Kicker, da ich höhere Erwartungen an einen Europameister habe, sind meine Bewertungen noch verhältnismäßig milde.

    @Dummkopf: Gut gebrüllt in deinem letzten Kommentar!

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  • Jennifer sagt:

    Spielerin des Spiels wurde laut DFB übrigens Luisa Wensing vor Lena Goessling.

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  • Sheldon sagt:

    @Jennifer: Darauf darf man nichts geben. Diese Abstimmungen kann man sehr, sehr leicht verfälschen!

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  • noworever sagt:

    @Altwolf:
    „OK,wenn ich das offenbar falsch empfunden habe, nehme ich die Beurteilung und insbes. das Reduzieren ihrer Leistung auf die von mit angegebene Anzahl zurück.Vielleicht hätte ich mit das Spiel dann nochmals ansehen sollen.Manchmal trügt der Live-Eindruck vielleicht.“
    das mag sein, dass der „Live-Eindruck manchmal trügt“ … ein reaktion, die auf den unterschiedlichsten ursachen basieren kann.
    eine davon könnte z.b. sein, dass man maro’s leistungen (gerade auch hier in diesem forum) allzu sehr an ihrem potential/talent ‚misst‘ … und somit ihre tatsächlich erbrachte leistung (mehr oder weniger unbewußt) durch eine (wunsch)vorstellung relativiert wird.
    ob, dass bei dir der fall ist, kann ich natürlich nicht beurteilen … aber, es könnte zumindest eine erklärung sein, dass, aus einem gewissen leistungsanspruch an eine spielerin, es zu der beurteilung kommt, während eines ganzen spiels nur „2-3″ gute szenen/“standards oder schußversuche“ gesehen zu haben.
    ob eine solche erwartungshaltung ‚gut‘ oder ’schlecht‘ ist, ist eine zweitrangige frage … sie erscheint zumindest, als einigermaßen ’natürlich‘.
    genau aus einer solchen erwartungshaltung (deinen beiträgen gegenüber) habe ich auch übrigends erst den aufsteigenden zweifel an deinen besagten „2-3“ angemeldet. (bei jemand anderem, hätte ich dies bestimmt einfach als solches akzeptiert.)

    … andererseits, kann eine fehlende erwartungserhaltung auch gut in die andere richtung losgehen … wenn z.b. eine spielerin, auf grund „2-3“ guter aktionen, zu der mit abstand(note 2,5!) besten akteurin erkoren wird.
    aber, dass … ist wohl auch eher ein ganz anderes/forum-spezifisches thema 😉

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  • Sheldon sagt:

    @noworever: Den Beitrag hättest du dir sparen können. Hättest du heute Maros Auftreten gegen einen vergleichbaren Gegner gesehen, dann wüsstest du, dass da am Mittwoch deutlich mehr bei ihr drin war.

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  • Karl sagt:

    @noworever Beitrag vom 2. November 2013 um 14.11 Uhr

    Das ist ein sehr guter Beitrag ueber den Zusammenhang von Erwartungshaltung und Bewertung. Genau diesen Eindruck habe ich auch von vielen hier.

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  • Sheldon sagt:

    @Karl: Die allgemeine Erwartungshaltung ist doch, dass Deutschland sich für die WM qualifiziert und möglichst auch ins Finale kommt bzw. Weltmeister wird. Diese Erwartungshaltung wird einfach angelegt.

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  • Karl sagt:

    @Sheldon: In noworever’s Beitrag gings eigentlich um die Erwartungshaltung gegenueber einzelnen Spielerinnen, und dass da besonders bei den Spielerinnen von denen man aus welchen Gruenden auch immer mehr erwartet die Erwartungshaltung manchmal ueberzogen ist und sie heftigst kritisiert werden, obwohl sie besser gespielt haben als andere , aber schlechter beurteilt werden weil man man es NOCH besser erwartet hatte als es eh schon war.
    Ich glaube auch dass die allgemeine Erwartungshaltung dass man sich fuer die WM qualifiziert richtig ist, jedenfalls ist das auch meine Erwartungshaltung.
    Dass man dann auch noch ins Finale kommt und das auch noch gewinnt waere schoen halte ich aber auch fuer eine uebertriebene Erwartung.

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  • Altwolf sagt:

    @noworever.Ohne diese Diskussion unnötig vertiefen zu wollen, sind wir uns doch im Klaren darüber,daß wir alle zunächst eine „subjektive“ Beurteilung haben, sich jedoch der ein oder andere noch versuchsweise um eine Objektivierung bemüht,geprägt, nachvollziehbarer Weise, von den bereits von dir erwähnten „Erwartungshaltungen“ an einzelne Spielerinnen oder an das Team als Ganzes.Ich nehme mich davon nicht aus,denn auch ich habe vom Spiel und dem Auftreten bestimmter Spielerinnen eine gewisse Vorstellung,die ich auch möglichst bestätigt sehen möchte.Letztendlich resultiert dann daraus meine Beurteilung, die aber nie beleidigend oder abwertend gedacht ist.Ich hoffe auch weiterhin eine möglichst treffende Charakterisierung von Spiel und Spielerinnen äußern zu können..

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  • noworever sagt:

    vielen dank @karl, für die erklärungsversuche … auch, wenn sie wohl nicht (wirklich) ‚gehört‘ werden. 😉

    @altwolf, absolute zustimmung! 🙂

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  • Sheldon sagt:

    @karl: Sagen wir nicht „Erwartung“, sagen wir „Anspruch“. Wir stellen Ansprüche an die Spielerinnen, dass sie ihre Fähigkeiten auch nutzen.

    Und wenn man sieht, wie lebendig Maro heute gespielt hat, wieso sollte sie das nicht auch in der N11 können?

    Unsere Aufgabe ist es nicht, alles schön zu reden und die Spielerinnen zu entschuldigen. Das nennt sich Leistungssport!

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Dass man taktische Mittel gegen Mitfavoriten nur finden kann, wenn man die Technik besitzt, diese umzusetzen, ist eine Binsenweisheit, die Keiner bestreitet. Daher widerspreche ich mir absolut nicht. Ob die Technik aber da ist, die sich gerade gegen die kleinen Gegner zeigt, ist der klassische Trugschluss schlechthin (s. z.B. Varus, span. Armada, Leuthen, Waterloo, WM Finale 1954, dt. U17 WM VF 2010).

    Sage mir eine dt. Feldspielerin, die gegen Kroatien nicht bis zum Umfallen gekämpft hat! Daran lag es nicht. Darum sind Deine schlechten Noten Unsinn. Die Kroatinnen hatten ja angekündigt, dass sie genau wüssten, wie sie gegen solche Gegner spielen müssen.

    Die dt. Spielerinnen ackerten u. rackerten und mühten sich – meist vergeblich. Aber irgendein Strategie-Wechsel auf dt. Seite? – Fehlanzeige. Vielmehr wären da die Trainer/innen gefordert, mal eine erfolgversprechendere Strategie gegen solch eine gewiefte Partisanentaktik zu finden und dann auch auszuprobieren!

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Du hast mich noch nicht verstanden. Du kannst keinen Strategiewechsel vornehmen, wenn du keine Spielerin hast, die einen Ball sauber über 5 Meter zu einer anderen Spielerin spielen kann, die selbigen dann vernünftig annehmen kann, ohne dass dieser Ball ihr vom Fuß springt. Dann brauchst du mit höheren Schwierigkeiten gar nicht erst anzufangen.

    Philipp Lahm, nach Guardiola der intelligenteste Spieler der Welt, hat nach dem Spiel gegen Plzen (5:0 in der CL, 35:1/2 Toreschüsse) im Interview gesagt: „Es ist viel leichter zu spielen, wenn du permanent den Ball hast und ihn nicht immer erst erkämpfen musst.“ Das ist eines der besten Worte, die ich zum Fußball generell in den letzten Jahren gehört habe.

    Dass die deutschen Spielerinnen überhaupt bis zum Umfallen kämpfen mussten, lag bloß an den technischen Mängeln, die sie offenbarten. Hätte es diese nicht gegeben, hätte man viel seltener den Ball verloren und hätte vielmehr Kontrolle über das Spiel gehabt. Und dann hätte man auch variantenreicher spielen können.

    Und es gibt noch ein Problem: Die deutschen Spielerinnen sind häufig gelaufen, aber eigentlich immer nur dann, wenn sie den Ball nicht hatten und ihn erkämpfen mussten. Hätten Mittag, Laudehr, Behringer, Marozsan, Celia soviel gelaufen wie gegen Slowenien und rotiert und gekreuzt, hätten sich auch viel mehr Möglichkeiten ergeben, mal nen öffnenden Pass zu spielen, wie es Bajramaj 4, 5, 6mal gegen Slowenien getan hat und damit fast immer ein Tor eingeleitet hat.

    Aber wenn du vorne nur rumstehst bzw. den anderen im Weg rumstehst, dann kommen keine Bälle an, weil die Abwehrspielerinnen schneller sind, dann haben die Mitspielerinnen keine Anspielstationen, und wenn du dann nicht einmal das Vermögen besitzt, einen Ball zu kontrollieren und gegen eine Abwehrspielerin abzuschirmen, dann kommst du eben nicht durch.

    Wie gesagt, Bewegung, Ballsicherheit und Passgenauigkeit, das sind die drei Grundpfeiler jeder Meistermannschaft. Gegen Slowenien waren sie da, bei Frankfurt gegen Sindelfingen waren sie da, bei Deutschland gegen Kroatien waren sie nicht da. So einfach. Alles andere ist doch bloß eine Ableitung dieser drei Eigenschaften. Für jede Kombination brauchst du diese drei, für jede Idee im Offensivspiel brauchst du diese drei, für jedes Zweikampfduell brauchst du sie. Was meint ihr, wieso Klopp mit Dortmund Meister geworden ist? Weil er seinen Spielern vor der Saison erstmal ein Programm „Miles&More“ im Trainingslager aufgegeben hat.

    Und gegen kleine Teams ist die Taktik überhaupt keine andere. Das Problem ist nur: Gegen kleine Teams ist es schwerer, die Motivation aufzubringen, sauber das Können runterzuspielen. Man konzentriert sich nicht, man ist nicht voll da, man lässt sich gehen. Wirkt sich alles auf Bewegung, Ballsicherheit und Passgenauigkeit aus. Solche Dinge wie 1954 liegen einfach nur daran, dass die dominierende Mannschaft ihren Stiefel nicht einfach durchzieht, ganz egal, wie der Gegner heißt.

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  • Jan sagt:

    Ach Sheldon, besser als schlaue Spieler-Zitate sind einfache alte Fußballweisheiten. Eine lautet, dass man nur so gut spielt, wie der Gegner es zulässt. Und Kroatien hat eben nicht zugelassen, dass Deutschland gut spielte – und nicht umgekehrt, wie Du meinst: Weil Deutschland schlecht spielte, hätte Kroatien nur 4 Tore kassiert. – Aber vermutlich liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen. 🙂

    * * *

    Reykiavik 1972, Finale der Schach-WM. Ein legendäres Jahrhundert-Match: Weltmeister u. Titelverteidiger Boris Spasski (UdSSR) vs. Herausforderer Bobby Fischer (USA). Fischer verlor die 1. Partie plump, und trat zur 2. Partie gar nicht erst an. Doch dies schien Spasski zu verunsichern, denn am Ende lag Fischer klar vorn. Vllt. war es ja wirklich so, dass Fischer damit Spasskis Taktik zu Beginn psychologisch durchkreuzt hatte. So ähnlich sollte es vllt. die dt. Mannschaft in Kroatien tun! – auch physisch – um sich nicht wieder zu so einem ‚glanzlosen Arbeitssieg‘ mühen zu müssen. – Bloß wie?

    Vielleicht ein unorthodoxer Vorschlag: Kroatien erwartet Ende November erneut eine anrennende dt. Elf (ausgenommen vermutlich die dt. Torfrau). Genau darauf ist Kroatien also wieder bestens eingestellt. Vllt. sollte man Kroatien daher besser gar nicht erst diesen Gefallen tun, anzurennen! Sondern die ersten ca. 10 – 25 Minuten würde ich Kroatien den Ball überlassen. Aber nicht einfach so. Sondern jede kroat. Feldspielerin wird konsequent nahezu manngedeckt! Aber nicht mit der Absicht des eigenen dt. Ballbesitzes und Kombinierens. Sondern die kroat. Spielerinnen sollen ja gerade in Ballbesitz bleiben, und werden einfach nur permanent abgelaufen, nur um das kroat. Spielkonzept erstmal komplett zu durchkreuzen, d.h. den Spieß umdrehen und den Kroatinnen den Schneid abkaufen. Selbst auf die Gefahr eines Gegentores. (Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – oder zahlt ins Phrasenschwein.) Ein großer Vorteil dabei wäre zudem, dass die Kroatinnen wohl in keinster Weise dafür gewappnet sind.

    Nach ca. 10 – 25 Minuten solchen Agierens dürfte die gut einstudierte kroat. Taktik gegen Deutschland mürbe und genügend aus dem Konzept gebracht sein und immer mehr bröckeln, sodass anschl. allmählich das übliche druckvolle dt. Kombinationsspiel eingeleitet werden kann. Vllt. wird’s nicht zweistellig, aber vllt. fallen ja mehr Tore als im Hinspiel. Ich jedenfalls würde mir so ein keckes Auftreten der Kroatinnen wie im Hinspiel, das die dt. Elf hat ziemlich alt aussehen lassen, nicht nochmal bieten lassen! – Aber seit wann weicht der gemeine Deutsche ebenso wie der Brotgelehrte von Lehrmeinungen ab, und entwickelt selbst neue Ideen wie einst Bobby Fischer, Ruđer Bošković oder Nikola Tesla…

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: 1. Kroatien – und das wissen sie, deswegen können sie es auch gerne lesen – hat absolut nicht die Qualität, Deutschland aus dem Spiel zu nehmen. Sie können höchstens eins machen: Sie können nerven! Und im Hinspiel hat Deutschland es eine Halbzeit lang zugelassen, sich von den Kroatinnen nerven und demotivieren zu lassen.

    Deine Ideen sind zwar sehr nett, aber gegen ein Team wie Kroatien wären sie glatt peinlich. Denn wir haben es hier nicht mit zwei gleichwertigen Gegnern zu tun. Deutschland ist Kroatien haushoch überlegen. Deswegen wäre das ein Geschenk an Kroatien. Kroatien würde einfach den Ball halten. 10 Minuten, 25 Minuten und nur im Ausnahmefall mal einen Torschuss abgeben. Das einzige Resultat: Nach 25 Minuten steht es 0:0 und man hat nur noch 65 Minuten, Tore zu schießen. Kroatien ist einigermaßen ausgeruht, sodass man letztlich einfach nur 25 Minuten verschenkt hat. Wir sollten nicht vergessen: Ein 0:0 ist für Kroatien ein totaler Erfolg. Sie werden nicht mehr versuchen. Wahrscheinlich werden die Kroatinnen, sobald eine deutsche Spielerin auf sie zukommt, sofort in den Defensivzweikampf gehen und im Notfall den Ball weit nach vorne schlagen, einfach um Zeit zu gewinnen.

    Deutschland hat das nicht nötig. Deutschland kann es auch anders. Es muss nur vermittelt werden: Sie dürfen sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie müssen versuchen, ihr Tempo zu finden, ständig Druck zu machen und den Ball in der gegnerischen Hälfte zu halten.

    Deutschland hat vieles nicht beherzigt, womit man sich das Leben deutlich einfacher machen kann, zum Beispiel viel stärkeres Pressing. Aber auch das Flügelspiel. Wieviele Tore beim 4:0 gegen Kroatien wurden über die Flügel herausgespielt? Eins, und das über den rechten Flügel.
    Wieviele Tore wurden durch das Hinter-die-Abwehr-Kommen herausgespielt? Eines, dasselbe.
    Die anderen wurden durch hohe Flanken in den Strafraum erzielt.
    Schmidt und Bajramaj haben da extrem gefehlt auf der rechten Seite, Behringer und Maier funktionierte kaum. Wenn ich mir anschaue, wieviele Tore gestern über Kombinationen über den rechten Flügel entstanden sind (Schmidt/Garefrekes), dann zeigt sich, wieviel das ausmachen kann. Hinterlaufen, Kreuzen usw., das alles wurde nicht beherzigt.

    Es gibt viele Wege, Kroatien zu schlagen (hoch zu schlagen). Sich aber auf deren Niveau herabzubegeben, sehe ich nicht als Weg an. Das kann man machen, wenn man spielerisch total unterlegen ist.
    Aber ich glaube, eine solche Taktik will niemand sehen. Die meisten Zuschauer haben das Spiel schon nach der ersten halben Stunde ausgeschaltet, wenn es immer noch 0:0 steht und Deutschland sich völlig lächerlich macht. Das wäre so, als hätte Messi vor zwei Jahren beim 7:0 Reinartz oder Castro in Manndeckung genommen, anstatt einfach nur sein Spiel abzuziehen.

    Und das sollte Deutschland auch tun. Sie sollten ihr Spiel aufziehen und sich nicht entmotivieren lassen, wenn es am Anfang nicht so klappt, wie es soll. Denn mehr können die Quali-Teams sowie nicht ausrichten. Wenn sie das nicht schaffen und Deutschland einfach das Tempo weiter hochhält und die Kombinationen zu Ende spielt, dann fällt irgendwann das 1:0 – und dann das 2:0 – und dann wird es ähnlich purzeln wie bei Frankfurt gegen Sindelfingen. Da hat es bis zur 16. Minute gedauert, man hat das Tempo erhöht und da war das Tor.

    Deutschland hat vor allem eines: Ein psychisches Problem. Man steckt zu schnell auf, lässt sich zu schnell aus der Ruhe bringen. Wenn man das abstellt und einfach weiter spielt, dann kann eig gar nix passieren!

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Keine der Kroatinnen hat behauptet überhaupt ein Spielkonzept zu haben? Die würden – wie gesagt – einfach nur den Ball behalten, zur Torhüterin spielen und hin- und herschieben. Für Kroatien sind diese Spiele 90 Minuten Zeitspiel, um nicht zu hoch zu verlieren! Jede Sekunde ist ausreichend.

    Am Ende hast du mit der Taktik nur zwei Mannschaften, die beide keinen Fußball spielen wollen. Und das ist TRAURIG!

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  • Jan sagt:

    Vor 50 bis 100 Jahren lief ein Fußballer vllt. 3-5 km pro Spiel. Und der Ballführende wurde vllt. nach rd. 5 Sekunden vom Gegner angegriffen.

    Heute läuft ein Profi-Fußballer ca. 10 km pro Spiel. Und der Ballführende hat im Schnitt gerade 2 Sekunden Zeit, bis er attackiert wird. (U.a. darum soll er ja möglichst gleich wieder abspielen.)

    Da braucht man kein Prophet zu sein, wie Fußball in 50 bis 100 Jahren aussehen könnte:

    Ein Spieler läuft 20 km pro Spiel. Und er sowie dessen sämtliche Anspielstationen (außer zum Torwart) werden sofort angegriffen. Das ist die totale Manndeckung. Wegen des enormen Laufpensums ggf. mit ständigem Rotationsprinzip bzw. Auswechlung der Laufschwächsten nach 45 od. 60 Minuten (bei evtl. Verlängerung).

    Vor ~35 Jahren wurde im American Football Tiki-Taka gespielt! Heute ist da aber seit langem totale Manndeckung angesagt. Was im Am. Football wegen des insgesamt deutlich geringeren Laufpensums und der unzähligen langen Verschnaufpausen natürlich viel einfacher ist. Und es ist recht erfolgreich, effektiv, publikumswirksam und attraktiv.

    Die Frage ist, ob Deutschland eines der Länder sein wird, das die Entwicklung im Fußball mitbestimmt, oder dabei wieder mal hinterherhinkt, und es sich erneut von Anderen abschauen muss, wie z.B. Vierer-Abwehrkette statt Libero, 3-Punkte-Regelung, Tiki-Taka od. ganz aktuell Tor-Video-Beweis – dessen Verzicht kein Normal-Bürger mehr versteht (daher beim Eishockey längst üblich).

    Am Abend des WM-Sieges 1990 beschlich mich das unbestimmte Gefühl, dass dies nun für längere Zeit der vorerst letzte deutsche gewesen ist, zumindest bei den Herren. Anscheinend nicht unbegründet. Sicher haben wir hervorragende Trainer, die moderne Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Aber haben wir unter ihnen auch Pioniere und Visionäre, die die Evolution im Fußball selbst vorantreiben und schon ein paar Schritte weiter denken?

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Jetzt mal halblang mit den jungen Pferden: 1. wir sind im Profifußball längst bei Spitzenwerten von 16-17 km pro Spiel, die zum Beispiel ein Sven Bender läuft. Das sind etwa 200 Meter pro Minute.

    Fußball ist dabei ne ganz andere Sportart als American Football. Denn Fußball sucht immer das Gleichgewicht zwischen Technik und Bewegung. American Football hat gar nicht soviele technische Elemente, die eigentlich nur aus Werfen und Fangen bestehen. Dadurch, dass man beim Fußball generell viel weniger Kontrolle über den Ball hat, kannst du das Tempo gar nicht beliebig steigern.

    Der wichtigste Unterschied aber im Vergleich zum American Football ist das viel weniger körperbetonte Spiel beim Fußball. Dadurch ist Manndeckung als solche bei hohem Tempo nur schwer leistbar. Du kannst den Gegner nicht einfach tacklen, sondern darfst nur auf den Ball gehen. Wenn der Ball allerdings One-Touch durch die Reihen läuft, kriegst du das nur schwer hin.

    Zurück zum FF: Im FF sind wir noch lange nicht soweit, dass wir überhaupt die 10-km-Grenze geknackt haben. Fußball findet eher im Trab als im Galopp statt. Hier hat man immense Steigerungsmöglichkeiten.

    Es geht dabei letztlich doch nur darum, zu verhindern, dass der Gegner an den Ball kommt, bevor der Ball im Tor ist. Und wenn, dann nur durch Fouls oder Klärungsversuche. Je höher das Tempo, in dem man spielen kann, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt.

    Letztlich sprechen wir hier von keinen Revolutionen des Fußballs, sondern schlicht ergreifend davon, dass Deutschland einfach so hätte spielen sollen wie Frankfurt gestern: Pass, Annahme, Abspiel, und das möglichst schnell bzw. schneller als Kroatien es mitmachen kann. Ganz einfach von der Idee her, wenn man schnelle, technisch versierte Spielerinnen hat, die wir ja eigentlich haben.
    Selbst Behringer hat gezeigt, dass sie innerhalb von einer Sekunde nen Ball annehmen und weiterleiten kann. Marozsan hat gezeigt, dass sie sprinten kann und auch mal ein Sprintduell gewinnen kann. Man muss nur wollen!

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: In der Quali zur EM 2013 war Kroatiens höchste Niederlage ein 0:6 gegen England, in Kroatien. Da sollte Deutschland mind. 1 Tor besser sein als England. In früheren EM- u. WM-Qualis hatte Kroatien zwar schon höher verloren, aber der kroat. FF entwickelt sich ja.

    Vorschlag: Wenn Ende November Deutschland in Kroatien mit mehr als 7 Toren Unterschied gewinnt, hast womöglich Du recht. Gewinnt Deutschland mit weniger als 7 Toren Differenz, könnte ich recht haben. Und bei genau 7 Toren mehr haben wir beide keine Ahnung. Abgemacht?

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Wenn Deutschland Kroatien nicht so besiegt, wie man es erwartet, dann liegt das einfach nur an der Einstellung zu diesem Spiel, nicht an bestimmten Taktiken. Taktiken wie du sie vorschlägst, kann man gerne gegen Schweden, England oder Frankreich bringen, da könnte das fruchten, gerade wenn man Bajramaj oder so vorne drin hat.

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Aber die Wette verlier ich doch gern. 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Hast du mir nicht zugehört? Ich wette nicht. Wozu? Ich erwarte etwas Realistisches und suche dann nach Ursachen, wieso es nicht geklappt hat, wenn es nicht geklappt hat!

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  • Jokus sagt:

    Mich hat der Halbzeitkommentar unseres DFB-Präsidenten erheblich befremdet, als er anmerkte, dass die Schiedsrichterin aus einem Land käme, in dem vorwiegend Eishockey gespielt würde. Die einzige Fehlentscheidung der Dame aus Suomi war, dass sie es versäumte, ‚Simon‘ die rote Karte nach der Tätlichkeit zu zeigen!
    Bei den angesprochenen beiden Elfern spielte die kroatische Abwehrspielerin zunächst den Ball, wenn dan Sasic über deren Beine fällt, so ist das nicht Schuld der Verteidigerin!
    Dann die versiebte Chance von Sasic den Ball von 1/2 Meter vor dem Tor drüber zu heben bedarf schon besonderen Talents, wobei der ohne ihr Zutun wohl so rein gegangen wäre.
    Mario Gomez lässt grüssen-:)-:)!!!
    Also ausser roter Karte für Laudehr auch die an Herrn Niersbach!!

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Eigtl. wette ich auch nie. Wenn es keinesfalls an der Taktik lag, wie Du meinst, kannst Du also nur eine mangelnde mentale Einstellung meinen, an der es gelegen hätte. Da jedoch generell davon auszugehen, dass die dt. Elf stets hochmotiviert mit der mentalen Einstellung antritt, möglichst hoch zu gewinnen, kann es eben gerade NICHT an ungenügender mentaler Einstellung gelegen haben. Also kann die dt. Elf auf Kroatiens Verteidigungsstrategie vor allem taktisch nicht richtig eingestellt gewesen sein – was Du aber kategorisch ablehnst. Sehe ich das richtig so?

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  • Sheldon sagt:

    Nein. Denn die Prämisse „Da jedoch generell davon auszugehen (ist), dass die dt. Elf stets hochmotiviert mit der mentalen Einstellung antritt, möglichst hoch zu gewinnen“, ist meines Erachtens falsch. Bzw. liegt das Problem daran, was ich jetzt mal unterstelle, dass die deutsche Nationalmannschaft vor einem Spiel gegen Kroatien oder Slowenien nicht vernünftig (falsch) trainiert bzw. im Schongang versucht, diese Zeit hinter sich zu bringen.

    Und so gehen sie auch ein Spiel wie gegen Kroatien an. Möglichst schnell hinter sich bringen, gewinnen tut man eh, also bloß nicht zu sehr anstrengen. Und dank der großen Diskussionen darum, dass solche Spiele ja letztlich überhaupt keinen Aussagegehalt haben, braucht sich auch keine Spielerin mit einem schlechten Spiel Sorgen um ihren Stammplatz machen.

    Und letztlich hat sich wirklich das bestätigt, was @Dummkopf im Thread zur Bajramaj-Verletzung geschrieben hat. Da fehlten genau die 6, 7, 8 Tore, für die sie gegen Slowenien mitverantwortlich zeichneten.
    Wieso gerade Bajramaj? Weil Bajramaj selbst, wie schnell einem bei so einem Schongang-Gegurke die Lust am Fußball vergehen kann. Die WM 2011, die ganze Saison 2012 bei Frankfurt mit dem DFB-Pokal-Finale als Krönung, wo sie sich auch noch verletzte, der Kreuzbandriss in der letzten Saison, das will sie nicht nochmal haben. Und Bajramaj weiß, wie schnell sich so ein Fußball auf die eigenen Fähigkeiten auswirken kann und das das sehr schnell nach hinten losgehen kann. Das hat sie mit Frankfurt jetzt 2 Saisons hintereinander erlebt.

    Dass Frankfurt jetzt so gnadenlos spielt, könnte genau mit diesen Erfahrungen zu tun haben, dass keine Spielerin von Frankfurt auf diesen Larifari-Fußball Bock hat, unter Bell deutlich zielstrebiger trainiert und auch wieder den Spaß am Fußball und am Training wiedergefunden hat. So sah es zumindest gegen Bayern und Sindelfingen absolut aus. Ich hoffe, dass sich das auch auf die anderen, insbesondere Wolfsburger Spielerinnen abfärbt.

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Gut, akzeptiert. Mag sein, dass da was dran ist. Ob aber eine einzige Bajramaj an so einem eher verkorksten Tag das Spiel hätte tatsächlich vollkommen anders gestalten können? …bleibt Spekulation. Denn oft verzettelt sie sich ja auch mit ihren Dribblings, anstatt eher abzuspielen.

    Wenn der tapfere Außenseiter nunmal geschickt Beton anrührt, und es zur Halbzeit noch 0:0 steht, und die mentale Einstellung vllt. wirklich nicht optimal zu sein scheint, sodass vieles misslingt – müssten dann nicht die Trainer/innen eingreifen, u. evtl. mal andere taktische Maßnahmen od. ein erfolgversprechenderes Spielkonzept erwägen?

    Z.B. mehr den Gegner kommen lassen, um endlich mehr Raum für eigene Angriffe zu bekommen? Oder totale Manndeckung könnte man doch zumindest mal zeitweilig ausprobieren, ca. 10-15 Minuten, weil da der Vorteil ganz eindeutig bei jener Mannschaft liegt, die konditionell stärker ist, und die die schnelleren, wendigeren, erfahreneren u. versierteren Spielerinnen hat – also der dt. Elf. Zumal dies gehörig Unordnung in den weitgehend geordneten Abwehr-Riegel des Gegners bringen müsste, der zudem in keinster Weise auf solch eine Situation vorbereitet wäre.

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Bei so nem Spiel musst du tatsächlich als Trainer eingreifen. Aber nicht zur Halbzeit, sondern schon nach 10 Minuten. Denn meines Erachtens hat Kroatien gar keinen richtigen Beton angerührt. Da gabs für eine Mannschaft mit den deutschen Möglichkeiten durchaus die Chance, da durchzukommen. Mentale Schlampigkeiten muss man sofort ausräumen.

    Und noch einmal: Du kannst keine Manndeckung spielen, gegen eine Mannschaft, die 20% Ballbesitz hat. Das nennt man Pressing. Kroatien hätte den Ball immer hinten rumgespielt, bloß keinen Ballverlust. Du machst einen Fehler, wenn du denkst, Kroatien würde aus diesem Ballbesitz versuchen, was zu machen. Die sind nicht blöd und werden in so eine Falle nicht reingehen. Die wissen, dass sie alle Energie fürs Verteidigen brauchen. Die würden selbst bei mehr Ballbesitz nicht mit mehr als 3 Spielerinnen angreifen.

    Hier hätte nur eines geholfen: Eine Einzelaktion, ein Sololauf mit ordentlich Tempo und konsequentem Abschluss. Oder aber Schießen aus jeder Situation. Es hilft nur in so einer Situation, die Frequenz der Angriffe noch kürzer zu halten. Behringer, Laudehr, Celia, Mittag, Goeßling – alle haben eine gute Weitschusstechnik. Platziert und hart. Und wenn abgefälscht, dann gibt es Ecken.

    Wenn man merkt, dass das Kurzpassspiel nicht funktioniert, dann sollte man sich nicht lange damit aufhalten. Du wirst gegen Kroatien niemals kontern können, wenn die hinten immer mit 6-7 Spielerinnen stehen bleiben. Also musst du den Beton durch immerwährenden Beschuss schwächen.

    Aber dazu braucht es an der Seite einen Klopp, einen Bell, einen Hans Meyer, der sowas erkennt und den Spielerinnen einen *****-tritt gibt. Und das kann man Neid ankreiden. Dass sie solche Schlampereien zulässt und zu häufig sogar noch verteidigt bzw. in Schutz nimmt. Das war bei der WM so, und das ist heute immer noch so!

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  • Jan sagt:

    D.h. die dt. Elf möge nur immer wieder das Gleiche tun, wenn das erwartete Ergebnis nicht eintritt? Das erinnert an Einsteins Spruch: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Eben nicht. Sie sollten endlich mal das tun, was sie können. Ich sehe die Problematik im Spiel der Deutschen nicht in den Kroaten. Die waren da, okay, aber vielmehr auch nicht. Hätten die Deutschen so gespielt wie gegen Slowenien in allen von Kroatien unabhängigen Faktoren, wie Ballkontrolle, Passgenauigkeit, Bewegungsabläufe usw., dann hätten wir ein ähnliches Ergebnis gesehen.

    Das fängt einerseits schon beim Training an, man konnte im Vergleich zu Slowenien erkennen, dass selbst einfachste Dinge nicht mehr funktionierten (wie der Pass über 5 Meter, einen Zweikampf gewinnen, eine vernünftige Ballkontrolle). Das kann nur mit einem zu laschen Training zusammenhängen, in dem darauf nicht besonderen Wert gelegt wird.

    Aber auch im Spiel muss die Trainerin dort eingreifen. Sie muss die Spielerinnen dazu anhalten, das Spiel schneller zu machen, kürzer den Ball zu behalten, mehr sichere Pässe zu spielen, den einfachen Weg zu gehen.
    Da braucht sie dann auch eine Ansprechperson in der Offensive, die sie anscheinend nicht hatte, die so ein Spiel dann ordnen kann. Die das Auge dafür hat, den Gegner auf eine Seite zu ziehen, um auf der anderen Seite die Räume für schnelle Spielerinnen zu reißen.

    Aber auch das geht nur, wenn eine Grundballsicherheit da ist. Es sind immer wieder die Basics, die zu schnell vernachlässt werden. Das weiß jeder, der einen Job hat. Man kann noch so ne tolle Idee haben für eine extravagante Brücke; wenn du keinen Beton anrühren kannst, dann kannst du kein Fundament legen und die Brücke wird nie halten.

    So ist es auch im Fußball. Wer es da schleifen lässt (sowohl im Spiel als auch im Training), der wird kaum etwas vernünftiges auf die Beine stellen.
    Dann kann der Mitspieler einen schönen 30 Meter langen Pass spielen, wenn du den Ball nicht annehmen kannst, war das ganze für die Katz. Da kannst du dich wunderbar freilaufen, wenn der Mitspieler es nicht schafft, dir nen guten Pass zu spielen, dann ist der Gegenspieler dazwischen oder du kommst nicht ran. Du kannst noch so gute Pässe spielen können, wenn du keine Mitspieler hast, die sich bewegen und freilaufen, dann kannst du das nicht nutzen.

    Je besser diese Fähigkeiten, desto schneller ist das Spiel, desto variantenreicher kannst du das Spiel gestalten, desto weniger Zugriff hat der Gegner.
    Dabei kann man sogar erkennen, ob es nun daran hing, dass Kroatien jetzt so besonders viel Beton angerührt hat, nämlich daran, wie die Laufleistung gegen Kroatien und Slowenien war. Und da denke ich, dass gegen Slowenien deutlich mehr gelaufen wurde, mehr Anspielstationen da waren, und auch die Ballverarbeitung durchschnittlich schneller war und viel mehr Pässe ankamen (Prozentual). Wäre schön, wenn das auch mal gemessen würde.

    Davon, dass Kroatien nicht viel zugelassen hat, könnte man nur dann sprechen, wenn Deutschland ein gleiches Tempo gegangen ist, Kroatien anders als Slowenien aber mithalten konnte. Das ist vor dem Hintergrund der zuvor gezeigten Leistungen aber verhältnismäßig unmöglich.

    Daher war dieses Spiel einfach nur schlampig ausgeführt von Deutschland. Da braucht es einen Antreiber, der den Schalter umzulegen versteht, um die normalen Abläufe abzurufen!

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Volle Zustimmung!

    Worauf ich aber eigtl. hinaus wollte, ist:
    – Plan A = die typische druckvolle überlegene erfolgreiche dt. Spielweise
    – Wenn Plan A nun aber aus irgendwelchen Gründen mal nicht recht gelingt umzusetzen – sei es wegen des Gegners od. eigener pomadiger schlampiger Spielweise od. beidem – was probiert man dann?

    a) Weiter versuchen, Plan A irgendwie umzusetzen, in der Hoffnung, dass Plan A trotz aller Widrigkeiten u. Fehler gelingen u. genügend Tore bringen möge, selbst wenn die Zeichen dafür eher schlecht stehen. (Deine Ansicht u. nur z.T. meine Ansicht)
    b) ein Plan B (scheinbar nicht Deine Ansicht, aber vllt. ein Vorschlag wohl nicht nur meinerseits)

    Bsp. dafür, wo a) gar nicht geklappt hat:
    – WM 2007 0:0 vs England, U17 WM 2010 0:1 vs Nordkorea, WM 2011 0:1 vs Japan

    Bsp. dafür, wo b) geklappt hat:
    – WM 2007 3:0 vs Norwegen (u. z.T. Nordkorea), EM2013-Quali 5:0 vs Spanien, EM 2013 1:0 vs Schweden u. Norwegen – wo Deutschland jeweils nie mit Plan A gewann, sondern fast ausschließlich durch Kontertore (wie z.B. auch WM 2007 Brasilien – USA 4:0 – 2,5 Kontertore, 1 Standard)

    Die Frage ist doch eigtl., ob Trainer/innen manchmal vllt. nicht einfach ihrer Intuition folgen sollten, was an schlechten Tagen besser klappen könnte und was nicht: a) Plan A od. b) ein Plan B?

    Denn gegen Kroatien hat a) – wie Du es forderst – ja keineswegs überzeugend funktioniert (2 Eigentore, 1 Abstauber). Wenn a) problemlos gelänge, wäre ich wie Du dafür. Wenn aber nicht, plädiere ich im Gegensatz zu Dir dazu, b) zumindest in Erwägung zu ziehen.

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  • Sheldon sagt:

    Der Unterschied zwischen deinen Beispiel und Kroatien ist, dass alle anderen Teams sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden gegeben haben.
    So eine Taktik kannst du in einem WM-Viertelfinale oder -Halbfinale fahren, wenn du weißt, dass der Gegner auf jeden Fall ein Elfmeterschießen verhindern will.

    Aber ich möchte dir widersprechen: Gegen Japan hätte b) nie klappen können. Denn Japan hat genau das getan, was man dann tun muss. Japan ist lieber sang- und klanglos untergegangen (gegen England), als auch nur überhastet in einen Konter zu laufen. Genauso wäre es gegen Kroatien gelaufen. Man hätte vielleicht ein-zwei Nadelstiche nach vorne gesetzt, aber sich ansonsten darauf beschränkt, den Ball zu verwalten und notfalls ins Aus zu klären.
    Da gehen dann 1-2 Spielerinnen mit nach vorne, aber die Abwehrreihe würde sich nie weiter als 20-25 Meter vom eigenen Tor entfernen und bei Ballverlust sofort zurückrücken, die zweite Abwehrreihe würde sich nie weiter als 40-50 Meter vom eigenen Tor entfernen.

    Bestes Anschauungsbeispiel: Deutschland-Irland (Männer). Was haben die Iren bei Ballbesitz gemacht? Sofort lang und weit nach vorne, auf Doyle, und sofort abschließen. Und danach gleich wieder in zwei Viererreihen zum Verteidigen formiert. Wie konnte Deutschland die nur knacken? Durch Einzelaktionen wie den abgefälschten Schuss von Khedira oder die klasse Aktion von Kroos auf Schürrle. Und was war die Ursache dafür, dass das zweite Tor entstehen konnte? Überragende Technik, exzellente Bewegung und ein gutes Auge von Kroos.

    Ich glaube wir beenden das hier. Vielleicht brauchst du irgendwann mal Anschauungsunterricht, wie deine Taktik total schief geht, dann weißt du, was ich meine.

    Aber ich betone noch einmal, dass du eine solche Taktik nie sehen wirst, denn den Ball wegzuschenken, ist einfach glatter Selbstmord. Du gibst dem Gegner nicht nur die Möglichkeit, damit selbst Tore zu schießen, du kannst auch nicht mehr das Spiel kontrollieren, kannst das Tempo nicht selbst bestimmen, musst immer reagieren statt agieren zu können.

    Gegenüber einem gegnerischen Trainer ist eine solche Aktion eine spielerische Bankrotterklärung des eigenen Teams, was der Gegner weiß. Er weiß auch, dass das eine Finte ist. Er weiß auch, dass man nur auf Konter lauern will.

    Ich möchte dir noch einmal vor Augen führen, dass wir hier nicht über England, Schweden, USA oder Japan reden, sondern über Kroatien, die Nummer 62 der Weltrangliste, in Umgebung von Teams wie Panama, Hongkong, Türkei, Kasachstan, hinter Slowenien, Griechenland, Albanien etc.

    Das einzige, was man tut mit der Taktik, ist, sich lächerlich zu machen.
    Ich habe übrigens nur ein Spiel gesehen, wo diese Taktik zu ihrem gewünschten Erfolg führte: 1982 Deutschland-Österreich 1:0. Dort hat man auch dem Gegner den Ball überlassen (allerdings von beiden Seiten aus). Eine solche Taktik kannst du nicht planen, die kannst du wenn überhaupt nur fahren, wenn du einen Gegner hast, der das Spiel selbst gestalten kann und wenn du einen Gegner hast, der selbst ein ernsthaftes Interesse daran hat, das Spiel zu gewinnen. Denn dieser ist in der Pflicht, hinten zu öffnen, um vorne Druck auszuüben.

    Deswegen sind ja alle an Japan verzweifelt bei der WM, weil Japan sich eben nicht in diese Pflicht genommen hat, und, selbst wenn man hätte diese Taktik spielen wollen, man überhaupt nicht dazu in der Lage gewesen wäre, da Japan überhaupt kein Interesse daran hatte, das Spiel zu machen!

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  • Jan sagt:

    @Sheldon: Kern unsrer Meinungsverschiedenheit scheint wohl das Dogma vom Ballbesitz: Ob strikt konservative Anwendung – oder innovative u. evtl. ja ausgeklügeltere Varianten in bestimmten Situationen u.U. möglich u. besser seien? Denn nicht selten siegt ja das Team mit etwas weniger Ballbesitz, oder tut sich gerade der Tabellenfüher schwer gegen das Schlusslicht.

    Wobei etwas mehr Ballbesitz oft auch daher rührt, dass eine leicht schwächere Elf den Ball beim Spielaufbau ewig lange in den eigenen Abwehrreihen hält. Welch kostbare Zeitverschwendung für das favorisierte Team! – das dann aber aus unerfindlichen Gründen NIE die konsequenteste Form des Pressings probiert – nämlich totale Manndeckung.

    Beenden wir’s also. Du darfst aber gern das letzte Wort haben.

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  • Sheldon sagt:

    @Jan: Vielleicht liegt es daran, ob man um jeden Preis Erfolg will oder ob man guten Fußball will. Denn ich nehme lieber so ein 4:0 gegen Kroatien in Kauf als einen Komplett-Catenacchio. Das zerstört die gesamte Idee des Fußballs.

    Wie so ein Fußball aussieht, konnte man im CL-Finale 2012 beobachten. Es ist einfach nur traurig, wenn eine Mannschaft wie Chelsea sich bis in den eigenen Strafraum zurückzieht, mit allen 11 Mann und nur verteidigt. Man bedenke: Diese Mannschaft hatte riesiges Offensivpotential: Drogba, Torres, Mata, Lampard, Malouda.

    Ich glaube, niemand, selbst der größte Bayern-Feind hat sich über diese Art, mit der Chelsea das Spiel gewonnen hat, gefreut.

    Übrigens, noch etwas zur totalen Manndeckung: Ich weiß nicht, ob du schon mal Fußball gespielt hast, aber du verbrauchst viel, viel mehr Kraft, wenn du den Ball nicht hast, als wenn du ihn hast. Denn du kannst das Tempo nicht selbst bestimmen. Du läufst immer hinterher, musst ständig reagieren, kannst dir deine Kräfte nicht einteilen und sie gezielt nutzen.

    Es gibt solche Spiele, wo manche Mannschaften das versucht haben, wo sie dazu gezwungen wurden, weil der Außenseiter unerwartet von vorne offensiv gespielt hat. Und diese Spiele sind immer nach hinten losgegangen.

    Totale Manndeckung setzt voraus, dass man das Spiel des Gegners komplett kontrollieren kann. Wer das aber kann und nicht selbst spielt, der schadet dem Fußball.

    Denn eine Grundregel wird dem Fußball erhalten bleiben: „In jeder Sekunde, Minute, in der du den Ball nicht hast, kannst du kein Tor schießen, kannst du keinen Angriff initieren.“

    Übrigens, noch etwas zum Tempo: Koutrobois hat nach dem Spiel von SiFi gegen Frankfurt im Kicker gesagt, dass das Tempo für seine Spielerinnen viel zu hoch war.
    Es zeigt sich also, dass höheres Tempo der einzige Weg ist, eine so defensivstarke Mannschaft zu knacken.

    Das zeigt zum Beispiel auch die Statistik von Barca, die jede Saison gegen vorwiegend defensive Mannschaften 100 Tore oder mehr schossen. Jetzt, wo sie nicht mehr so ballbesitzzentriert spielen, ist diese Zahl deutlich gesunken und die Zahl der Arbeitssiege gestiegen. Das nur als populärstes Beispiel!

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  • laasee sagt:

    @Sheldon

    „Wie so ein Fußball aussieht, konnte man im CL-Finale 2012 beobachten. Es ist einfach nur traurig, wenn eine Mannschaft wie Chelsea sich bis in den eigenen Strafraum zurückzieht, mit allen 11 Mann und nur verteidigt.“

    And FF CL-Finale 2013 when WOB had similar tactics as Chelsea?

    Chelsea and WOB had tactics that gave themselves the best chance of winning the Cup.
    Tactics is a very important aspect of football.

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  • Sheldon sagt:

    @laasee: Eine solche Taktik hat mit Fußball nix zu tun, denn sie zerstört die Idee des Fußballs.

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Na,jetzt wiedersprichst du dich aber selbst.Taktik ist immer das Resultat der Einschätzung deiner eigenen Stärken und Schwächen, deines Spielstiles und der der gegnerischen Mannschaft.Natürlich gibt es taktisches Verhalten,was das Fußballspiel unatraktiv für den Zuschauer und Fußball-Fan machen kann,aber letztendlich will man auch gegen scheinbar stärkere Gegener eine Chance zum Gewinn haben.Wenn WOB sich auf die spielerische Ebene von OL eingelassen hätte,wären sie untergegangen,also muste man etwas machen,was OL nicht gewohnt ist – nämlch eine Art Pressing mit Zustellen der Räume und Unterbinden der Passwege ohne auf eigene Angriffe zu verzichten.Da OL die sich bietenden wenigen Chancen nicht nutzen konnte,ging das Konzept auf und im Prinzip hat sich auch Chelsea gegen Bayern so verhalten, was dadurch ein nicht sehr atraktives Spiel wurde.

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  • enthusio sagt:

    @Sheldon, Iaasee, Altwolf:

    Ihr wollt doch wohl nicht ernsthaft behaupten, dass Wolfsburg im CL-Endspiel gegen Lyon mit 11 Spielerinnen nur gemauert und destruktiv gespielt hat ? Dann habt Ihr wohl ein anderes Spiel gesehen als ich.

    „Wenn WOB sich auf die spielerische Ebene von OL eingelassen hätte, wären sie untergegangen, also musste man etwas machen, was OL nicht gewohnt ist – nämlich eine Art Pressing mit Zustellen der Räume und Unterbinden der Passwege ohne auf eigene Angriffe zu verzichten. Da OL die sich bietenden wenigen Chancen nicht nutzen konnte, ging das Konzept auf“.
    Dieser Analyse stimme ich voll zu, allerdings nicht Deinem letzten Halbsatz, @Altwolf.

    Lyon hatte sich keine wirklich zwingenden Torchancen erspielt und nix getroffen, Wolfsburg hat dagegen den Elfer versenkt. Schelin wurde fast komplett aus dem Spiel genommen, nur Thomis war über rechts immer wieder brandgefährlich. Der Vergleich mit Bayern-Chelsea ist daher in diesem Fall nicht zulässig. Wolfsburg war von Kellermann taktisch hervorragend auf Lyon eingestellt worden und hat nicht unverdient gewonnen. Eine destruktive Spielweise habe ich bei Wolfsburg nicht gesehen, solch eine Sichtweise konterkariert die gute Leistung der Wölfinnen.

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  • laasee sagt:

    „Eine solche Taktik hat mit Fußball nix zu tun, denn sie zerstört die Idee des Fußballs.“

    ‚Symphony orchestra‘ or ‚heavy metal‘ – Herr Klopp spoke before the game about the differences between Arsenal and Dortmund.
    That is football – different styles and philosophy.

    WOB beat Lyon because Kellermann was intelligent with tactics.

    Chelsea beat Bayern because the Chelsea team had a gameplan and it succeeded. If Chelsea had played an ‚open game‘, then Bayern would have won with Kantersieg.

    Both WOB and Chelsea do not reach the Final by playing ‚anti football‘. Only good teams reach CL Finals.

    Sheldon, you want pure and ideal football?
    However, you do not criticise Fr Neid for her team only scoring 6 goals in 6 games at EURO Sweden.
    Fr Neid ignored Inka Grings and Conny Pohlers – the two best goalgetters in German football history.
    So, Germany win the Final becuase Norway can not score either of their penalty chances.

    I use the EURO Sweden illustration as an example of you being happy to enjoy the success of ‚anti football‘ – despite your protestations that you only want ‚pure football‘.

    The truth is that you are always very selective and biased in your writings – you do not like Inka Grings, you do not like WOB, you do not like full FF professional football – but you want ‚pure football‘.

    You have a strange perspective about football.

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  • wrack sagt:

    @ laasee: „Fr Neid ignored Inka Grings and Conny Pohlers – the two best goalgetters in German football history.“

    Inka Grings ist meines Wissens aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Von einer Änderung dieses Status habe ich nichts gehört.
    Bezüglich Conny Pohlers darf man die Bundestrainerin sicherlich mal fragen.
    Neid hatte freilich ohne Pohlers Erfolg. Erfolg (abgesehen von Ethik) ist m.E. im Fußball das stärkste Argument und erstickt jede Personal-Kritik.

    „…you do not criticise Fr Neid for her team only scoring 6 goals in 6 games at EURO Sweden.“

    Die EM war insgesamt und einmalig torarm. In 25 Spielen fielen nur 56 Tore, von denen Island (Vorrunde + Viertelfinale) mit 8 (!) Treffern am meisten kassierte. Deutschland bekam übrigens nur ein Tor. Mit 6:1 Toren, einer Niederlage und einem torlosen Remis in der Vorrunde und einer kontinuierlichen Steigerung des Teams bis hin zum Finale kann man den Job, den Neid gemacht hat, kaum kritisieren, ohne den permanenten Konjunktiv Irrationalis oder hier auch: Konjunktivus Gringis zu bemühen.

    PS: Ich hatte es schon einmal erwähnt: Wenn du ein echter Fan von Inka Grings bist, überlege dir doch einmal, ob du INKA mit dieser blinden Verehrung einen Gefallen tust. Ich habe keine Lust, zum Anlass deiner Marotte hier auch nur den kleinsten negativen Satz über Inka Grings zu schreiben.

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  • Altwolf sagt:

    @enthusio.Ich habe nur das taktische Konzept,also die prinzipielle Spielanlage, von WOB u.Chelsea verglichen,nicht die Spielweise,so daß mir allerdings auch „subjektiv“ gesehen das Spiel gegen OL fußballerisch besser als Bayern gegen Chelsea gefallen hat. Eine Mauertaktik kann man WOB wahrlich nicht unterstellen. Ich hätte da eine deutlichere Trennung formulieren sollen.

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