Bayern siegt gegen Freiburg

Von am 14. September 2013 – 13.49 Uhr 11 Kommentare

Der FC Bayern München hat am zweiten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga sein erstes Heimspiel in der neuen Heimspielstätte Grünwalder Stadion gegen den SC Freiburg gewonnen. Den Grundstein für den Erfolg legten die Münchnerinnen bereits in der ersten Halbzeit.

Beim 2:1 (2:0)-Sieg vor der enttäuschenden Kulisse von 1 465 Zuschauern, darunter DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg, Bundestrainerin Silvia Neid und Ex-Bundestrainerin Tina Theune, erzielten Europameisterin Lena Lotzen (23.) und US-Spielerin Amber Brooks (35.) jeweils per Kopf die Treffer für die Gastgeberinnen, kurz nach der Pause traf Sandra Starke für die Elf aus dem Breisgau (50.).

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Die Bayern eroberten sich von Beginn an größere Spielanteile und hätten früh in Führung gehen können, doch Sarah Hagen setzte nach nur 55 Sekunden einen Kopfball knapp übers Tor.

Führung durch Lotzen
In der Folge setzten die Münchnerinnen bei leichtem Regen zwar keine spielerische Glanzlichter, doch gegen harmlose Freiburgerinnen erarbeitete sich das Team von Trainer Thomas Wörle zahlreiche Eckbälle. Eine dieser von Katharina Baunach getretenen Ecken führte zur Führung, Lotzen traf per Kopf am langen Pfosten (23.).

Laura Feiersinger

Laura Feiersinger (re.) sorgte für viel Schwung © Karsten Lauer / FCB Frauenfußball

Schöner Flugkopfball von Brooks
Bayerns Selbstbewusstsein wuchs, nur Augenblicke nach der Führung schoss Brooks nur knapp übers Tor (24.). Es war bezeichnend, dass auch der zweite Münchner Treffer aus einem Standard resultierte. Einen Freistoß von Baunach verwertete Brooks per Flugkopfball zum 2:0 (35.).

Starke verkürzt
Mit einer Zwei-Tore-Führung ging es für die Münchnerinnen in die Halbzeit, doch die Freiburgerinnen gaben sich noch längst nicht geschlagen. Nach einer Ecke von Sara Däbritz erzielte Starke aus heiterem Himmel den Anschlusstreffer (50.). Freiburg witterte nun etwas Morgenluft, ohne sich zunächst allerdings klare Torgelegenheiten zu erspielen, auf der anderen Seite streift ein Baunach-Eckball die Oberkante der Latte (66.).

Gefahr vor dem Bayern-Tor
Im Gegenzug versuchte es Sylvia Arnold mit einem Heber, doch Bayern-Torhüterin Kathrin Längert war auf der Hut (67.), beim anschließenden Eckball hatte Bayern allerdings Glück, sich nicht den Ausgleich einzufangen. Starke setzte sich wenige Minuten später am rechten Flügel gegen Baunach durch, doch Längert konnte den Schuss parieren (74.).

Lena Lotzen

Lena Lotzen freut sich über ihr Tor zum 1:0 © Karsten Lauer / FCB Frauenfußball

Ereignisarme Schlussphase
Auch in der Schlussphase kamen die Gäste zu Chancen, Freiburgs Kapitänin Juliane Maier schoss aus der zweiten Reihe knapp übers Tor (82.). Auch Brooks versuchte es für die Bayern noch einmal aus der Distanz (86.). Hagens Schuss kurz vor Ende aus aussichtsreicher Position wurde von Myriam Krüger geblock (90.). Durch den Erfolg übernahm der FC Bayern München vorerst mit vier Punkten die Tabellenspitze, während der SC Freiburg mit 0 Punkten aus zwei Spielen Tabellenvorletzter ist.

Trainerstimmen
Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärte: „Wir haben in der ersten Halbzeit gegen eine defensiv gut eingestellte Mannschaft gespielt, die uns nur wenig Raum gelassen hat, zu kombinieren. Wir hatten das Spiel aber im Griff und waren die dominante Mannschaft. Wir waren gut im Spiel, die Standards sind eine Qualität von uns. Ab dem Gegentreffer wurde es schwierig für uns, da sind wir ins Wanken geraten und Freiburg ist ein bisschen aufgekommen, wir haben dann den einen oder anderen Fehler gemacht. Trotzdem haben wir im Laufe des Spiels wieder mehr Kontrolle erlangt, aber wir mussten schon ein bisschen zittern. Wir nehmen den Sieg gerne mit, haben aber auch gesehen, dass wir weiterarbeiten müssen. Alles in allem ist die Heimspielpremiere gelungen.“

SC Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig meinte: „Wir haben in der ersten Halbzeit einen dominanten FC Bayern München gesehen, der durch Standards gefährlich war. Das waren richtig tolle Aktionen, da mache ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf. DIe Halbzeitführung war verdient, unser Anschlusstreffer kam überraschend, obwohl wir das in der Halbzeitpause natürlich als Ziel augegeben hatten. Das Spiel war in der zweiten Halbzeit dann offener und verteilter, wir waren aber nach vorne insgesamt nicht zielstrebig genug, um noch das 2:2 zu machen. Ich bin nicht zufrieden, dass wir verloren haben, als Trainer will man natürlich immer gewinnen, aber es geht langsam in die Richtung, in die wir wollen.“

Frauenfußball-Bundesliga, Ergebnisse, 2. Spieltag

FC Bayern München SC Freiburg 2:1 (2:0)
VfL Sindelfingen 1. FFC Turbine Potsdam -:-
1. FFC Frankfurt SGS Essen -:-
FF USV Jena VfL Wolfsburg -:-
BV Cloppenburg Bayer 04 Leverkusen -:-
FCR 2001 Duisburg TSG 1899 Hoffenheim -:-

Tabelle

Rang Verein Spiele Tore Punkte
1. FC Bayern München 2 3:2 4
2. Bayer 04 Leverkusen 1 3:0 3
3. 1. FFC Frankfurt 1 2:0 3
4. TSG 1899 Hoffenheim 1 1:0 3
5. BV Cloppenburg 1 3:3 1
5. SGS Essen 1 3:3 1
7. 1. FFC Turbine Potsdam 1 1:1 1
7. FF USV Jena 1 1:1 1
7. VfL Wolfsburg 1 1:1 1
10. VfL Sindelfingen 1 0:1 0
11. SC Freiburg 2 1:4 0
12. FCR 2001 Duisburg 1 0:3 0

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Drei Standardtore, ansonsten viel Kampf und am Ende viel Leerlauf. Ein Pflichtsieg für Bayern, bei denen mir Baunach (die bis jetzt an allen Bayern-Toren beteiligt war), Feiersinger und Lotzen sehr gefallen haben. Maier, Bürki, Brooks und Wenninger in Normalform.

    Schwachstelle ist bei Bayern klar Niki Cross in der IV. Das ist einfach keine Position für sie. Da gilt es zu hoffen, dass Lewandowski, Kleiner oder Jaser bald zurückkommen, um dort Alternativen zu haben.

    Im Mittelfeld Schnaderbeck wie immer recht unauffällig, aber durchaus passabel. Auch hier sollte man über Romert oder Cross auf dieser Position nachdenken.

    Im Sturm blieb Hagen mal wieder schwach. Sie sollte sich schnell fangen, denn dort hat Bayern leider immer noch zu wenig Alternativen.

    Freiburg hat gut mitgehalten und Bayern da getroffen, wo sie noch ZU anfällig sind: Bei Standards. Da muss man noch stark an der Defensivarbeit und der Zuordnung arbeiten!

    Insgesamt ein Pflichtsieg mit sichtbar noch deutlich Platz nach oben für Bayern!

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  • enthusio sagt:

    Aller Anfang ist schwer. Eine Zuschauerzahl von 1.465 Personen trotz freiem Eintritt und Fanfest ist doch sehr enttäuschend. Ich hätte unter diesen Bedingungen mit 5000-8000 Zuschauern beim Eröffnungsspiel in diesem traditionsreichen Stadion gerechnet. Naja, wenigstens hab ich das Endergebnis richtig vorhergesagt 🙂 .

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Am Ende viel Leerlauf? Da muss EUROSPORT noch ein anderes Spiel übertragen haben!
    Ich sah eine Begegnung, wo bis zum Ende Torchancen herausgespielt wurden, man sah, dass der SC unbedingt einen Punkt mitnehmen wollte. Das es an der Umsetzung haperte, steht auf der Kehrseite der Medaille…

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  • enthusio sagt:

    Was mir noch auffiel: Erika Tymrak hat nach ihrer Einwechselung bei den Bayern in den letzten 6 Minuten des Spiels noch einmal erfrischende Akzente im Angriff gesetzt. Und für Lena Lotzen und Sandra Starke haben mich ihre Erfolgserlebnisse sehr gefreut. Das schönste Tor des Spiels war allerdings der Klassekopfball von Amber Brooks – und das vor den Augen ihrer extra aus den USA angereisten Mutter. 🙂

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  • Marcel sagt:

    Ein spannendes Spiel auch wenn sich beide dann kurz vorm 16er schwer taten,aber dafür sind ja dann Standards da wenns so nicht klappen will.
    Freiburg hat dann auch viel zu viele von diesen zugelassen so das es irgendwann „rapeln“ musste.Die Bayern nach dem Anschlusstreffer dann auch ziemlich konfus in der Defensive sieht auch noch nach viel Arbeit aus wenn man da oben mitspielen will.

    Aber man sieht jedes Team muss sich alles hart erarbeiten das wird kein Spaziergang wer auch immer die Meisterschaft holt.

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  • Sylvijaaa sagt:

    Bayern mit den gleichen Problemen wie in der letzten Saison. Aus dem Spiel heraus geht fast nichts. Sarah Hagen fand ich eigentlich noch am Besten vorne. Nach der Länderspielpause wird Tymrak sicher von Anfang an spielen. Kein Wunder, dass man im offensiven Mittelfeld nach einer Verstärkung gesucht hat.

    Freiburg enttäuschend in Halbzeit eins, haben sich aber danach gut ins Spiel gekämpft. Däbritz für mich hier die Aktivste. Man musste aber aufgrund der Verletzung von Clark die halbe Mannschaft umstellen. Das ist für Freiburg sicher schwerer als für andere Teams.

    Fand das Spiel gar nicht schlecht wenn man das Wetter berücksichtigt.
    Ich glaube nicht, dass die hohen Eintrittspreise jemals ein Problem in der Frauenbundesliga waren. Insofern kann auch freier Eintritt keine Massen mobilisieren.

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  • Sheldon sagt:

    @enthusio: Nur zum Stadion gucken geht in München niemand ins Stadion. Knapp 1500 ist okay.

    Freier Eintritt ist da kein Lockmittel. Eher erfolgreicher und hochqualitativer Fußball. Ich denke, dass – wenn Bayern sich nun oben in Richtung CL-Plätze festsetzt – sich die Zuschauer Stück für Stück einstellen werden.

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  • Thomas sagt:

    Letzte Saison verloren die Bayern zuhause gegen Freiburg und in WOB. Diese Saison holten sie in diesen Partien 4 Punkte, also eine klare Steigerung. Das die Partie von beiden Seiten nicht so doll war steht auf einem anderen Tablet, lag vielleicht auch am Wetter.

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  • Dummkopf sagt:

    Bayern spielt immer nicht Fisch nicht Fleisch.

    In Wob haben sie schon 60Min grossartig gestanden und dann immer mehr nachgelassen. Hz2 heute war ohne Worte. Selten ein Spiel, dass sich dermassen dreht.

    Und das sieht leider auch nach einem Trainer-Führungsproblem aus.

    Bayern spielt sicher eine gute Grundordnung, nicht so chaotisch wie die Nationaltruppe, aber es hapert an vielen Details.
    NR1.: Das ABWEHRVERHALTEN bei Standards ist grausig. Keine Ordnung, keine Einteilung, kein System. Das ist TRAINERSACHE.
    Es scheint aber auch ein KONDITIONSPROBLEM zu geben. Hagen jetzt zwar insgesamt deutlich laufbereiter, aber dafür scheint ihr vor dem Tor und am Ende deutlich die Kraft zu fehlen.
    Im Mittelfeld hat man die einzige Spielerin in einer FF-Buli-Mannschaft, die ihre Rettungsringe immer bei sich trägt. Einstellungsproblem?
    Auch die Formschwankungen sollte man vielleicht mit mehr Konsequenz angehen. Burki war letzte Woche noch hervorragend, heute in Hz1 glatt nicht vorhanden.
    Feiersinger war letzte Woche nicht vorhanden, heute in Hz1 Top, später aber auch mit massiven Konditionsmängeln stark abbauend.

    Erschwerend kommt hinzu, dass man durch eine oft ZU TIEF STEHENDE Abwehrreihe das MF unnötig gross macht, dem Gegner viel Platz gibt, und dem eigenen MF weite Wege abverlangt.

    In Hz2 bestand die Bayern-Offensive dann wieder zu 70% nur noch aus Lotzen, die als einzige noch ihre Dynamik aus Hz1 hatte.

    Tymrak ist offensiv sehr stark, sie nicht spielen zu lassen? Sie ist zwar neu und muss sich einleben, aber evtl doch auch bald schon wieder weg.
    Wobei man aber auch eine Position für sie finden müsste. Die war bisher aber noch nicht ansatzweise zu erahnen.

    Brooks/Schnaderbeck sind ein Mittelduo, das für eine SPITZENTRUPPE ZU SCHWACH ist. Maier ist auf 6 besser als auf RV, wo sie sowieso verschenkt ist.

    Da spielen sich also mE einige Dinge ab, die von einem Trainerfuchs wohl abzustellen wären. Aber Wörle ist eben auch noch jung und unerfahren, auch ihm muss man seine Zeit geben. Hoffentlich lernt er schnell.

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  • never-rest sagt:

    Die Bayern haben aus dem Spiel heraus sogut wie keine Chancen kreiert. Im Mittelfeld fehlt noch einiges für die absolute Spitze. Aber immerhin die Ecken und Freistöße sorgten immer für Gefahr und schließlich auch für Tore. Auch die Abwehr der Münchnerinnen wackelte insbesondere in der 2. Hz. bedenklich, als die Freiburg für einigen Wirbel sorgte und mehr als gefällig nach vorne spielte. Der Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen. Wage mal die Prognose, dass sich Freiburg im gesicherten Mittelfeld festspielen und die Bayern trotz (noch) vorhandener Defizite dieses Jahr unter den ersten drei landen wird.

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  • Sheldon sagt:

    @Dummkopf: Deiner Analyse kann ich weitestgehend zustimmen. Auch ich sehe die Probleme so, wie du sie siehst, in Kondition und Zuordnung bei Standards.

    Die Formschwankungen sehe ich nicht so gravierend wie du, Bürki hat heute viel gearbeitet und stand sehr defensiv, wodurch ihr vorne vielleicht einfach dann die Puste ausgegangen ist.

    Wörle jetzt hier deswegen zu diskreditieren, sehe ich nicht als Lösung des Problems. Er arbeitet dort mit einer jungen, unerfahrenen Mannschaft zusammen, die ein verhältnismäßig kleines Budget hat. Alle Spielerinnen, die dort spielen, waren außer Maier und Längert bei deren Transfer absolute No Names. Ich würde gerne mal wissen, wer weiß, woher (aus welchen Vereinen) die Spielerinnen stammen, ohne auf Wikipedia nachzuschauen?
    Da ist es klar, dass es an dem Körperlichen einfach mangelt.

    Zudem hat Wörle nur einen sehr kleinen Kader zur Verfügung von 14-15 Feldspielerinnen, sodass er nicht viele Möglichkeiten hat, beispielsweise eine absolute formschwache Niki Cross, zu ersetzen.

    Ich sehe gerade deswegen kein Führungsproblem, weil Bayern trotz deutlich ausbaufähigem Spiel 4 Punkte aus den ersten beiden Spielen geholt hat. Und das gegen Mannschaften, die dem etwas entgegenzusetzen hatten. Natürlich ist diese junge bayrische Mannschaft in dieser Saison noch darauf angewiesen, dass andere auch Fehler machen, um es nach ganz oben zu schaffen, aber das tun sie ja, wie es scheint.

    Klar muss man immer arbeiten, beispielsweise muss Längert einfach für bessere Zuordnung bei Standards sorgen, und im MF müssen Cross und Tymrak oder Romert ran, was allerdings erst geht, wenn mit Kleiner oder Jaser eine Spielerin die Rolle von Cross übernimmt.

    @Silvija: Von Hagen habe ich heute wieder fast gar nichts gesehen, außer ihrem Kopfball, den sie völlig frei deutlich neben das Tor gesetzt hat.

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