Wolfsburg und Bayern eröffnen Bundesligasaison

Von am 6. September 2013 – 19.14 Uhr 10 Kommentare

Heute um 13 Uhr (live auf Eurosport) startet erstmals seit 2008 die neue Spielzeit in der Frauenfußball-Bundesliga mit einem Saisoneröffnungsspiel. Meister VfL Wolfsburg empfängt den FC Bayern München.

„Diese Saison wird eine ganz andere werden“, ist sich Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann gegenüber Womensoccer sicher, dass nach dem Optimum von drei Titeln in der vergangenen Saison nun ganz neue Herausforderungen auf das Team zukommen werden. Denn bereits in der Rückrunde der Vorsaison bekam der VfL Wolfsburg zu spüren, was es heißt, als Tabellenführer gejagt zu werden.

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Vom Jäger zum Gejagten
„Die Mannschaften holen gegen uns noch ein paar Extra-Prozent aus sich heraus, jetzt als Tripel-Sieger wird sich das noch verstärken. Darauf habe ich meine Mannschaft in Gesprächen vorbereitet.“ Und gleich zu Beginn gastiert ein starker Gegner im VfL-Stadion am Elsterweg. „Mit dem FC Bayern ist auf jeden Fall zu rechnen“, ist sich Kellermann sicher. In der Vorsaison gab es im Heimspiel einen knappen 2:1-Erfolg, in München verlor Wolfsburg mit 0:3.

Wolfsburg will noch dominanter agieren
Mit noch dominanterer, am Ballbesitz orientierter Spielweise und einem allen voran durch die schwedische Nationalspielerin Nilla Fischer in der Breite verstärkten Kader will Kellermann der Bundesligakonkurrenz begegnen. „Klar wollen wir um die Meisterschaft mitspielen, aber Frankfurt ist jedes Jahr ein Topfavorit, auch wenn sie in den vergangenen Jahren nicht ihre optimale Leistung abrufen konnten, Potsdam muss man immer auf der Rechnung haben und auch die Bayern gehören für mich dazu.“

Rotation auf hohem Niveau
Nicht nur von Nilla Fischer, auch von den Neuverpflichtungen Noëlle Maritz (17), Jovana Damnjanovic (18) und Desire Oparanozie (19) erhofft sich Kellermann im Saisonverlauf wertvolle Unterstützung. „Wir können durch die neuen jungen Spielerinnen auf hohem Niveau rotieren, sie werden aber noch die Zeit brauchen, vor allem am Defensivverhalten zu arbeiten.“

Der VfL Wolfsburg bejubelt seinen ersten Meistertitel

Der VfL Wolfsburg will auch in der neuen Saison jubeln © Sven-E. Hafft / girlsplay.de

Verletzungssorgen auf beiden Seiten
Zum Saisonauftakt müssen die Wölfinnen ohne vier Stammspielerinnen auskommen, denn Josephine Henning, Verena Faißt, Viola Odebrecht und Zsanett Jakabfi werden allesamt verletzungsbedingt fehlen. Doch auch Auftaktgegner FC Bayern München kann nicht aus dem Vollen schöpfen, es fehlen Katja Schroffenegger (Kreuzbandriss), Valeria Kleiner (Fußverletzung), Franziska Jaser (Reha nach Kreuzbandriss), Ivana Rudelic (Meniskus) und Gina Lewandowski (Fußverletzung). Dafür kann Bayern erstmals die Neuverpflichtungen einsetzen, Europameisterin Leonie Maier und Italiens Nationalspielerin Raffaella Manieri.

Bayern hat nichts zu verlieren
In der Vorbereitung testete der FC Bayern München vornehmlich gegen männliche Junioren, um eine physische Robustheit zu entwickeln, auch wenn dabei bewusst Niederlagen in Kauf genommen wurden. Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärt: „Wir freuen uns auf das Spiel und sind hochmotiviert. Wir wissen, dass mit Wolfsburg die beste Mannschaft Europas auf uns zukommt, die sich noch einmal verstärkt hat, brutal gut aufgestellt und voller Selbstbewusstsein ist. Aber wir haben dort nichts zu verlieren. Wir wissen natürlich, dass alles passen muss, wenn wir in Wolfsburg etwas holen wollen. Wir brauchen einen Glanztag.“

Realismus oder Understatement?
Wörle sieht sein Team noch nicht auf Augenhöhe mit den Top 3 der Liga. „Manche zählen uns bereits zum Favoritenkreis, aber das ist natürlich absoluter Quatsch. In den Spielen gegen die Topteams haben wir gezeigt, welch unglaubliches Potenzial wir haben, aber uns fehlt die Konstanz und wir sind immer noch nicht die Mannschaft, die Spiele gegen etwas schwächere und defensivere Teams klar dominieren und in Serie gewinnen kann.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Hugo_der_Troll sagt:

    Laut Teletext und der Internetseite von EuroSport läuft ab 13:00 Uhr auf dem Sender Tennis. Machen die jetzt doch noch einen Rückzieher?

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  • Sheldon sagt:

    Vermutete Aufstellungen:

    Wolfsburg: Schult – Wensing, Hartmann, Goeßling, Maritz – Fischer, Keßler – Blässe, Müller – Popp, Pohlers

    Einwechselkandidatinnen: Magull, Vetterlein

    Bayern: Längert – Maier, Cross, Wenninger, Baunach – Schnaderbeck/Bürki, Brooks, Romert – Tymrak – Lotzen, Hagen

    Einwechselkandidatinnen: Schöne, Bürki, Feiersinger, Manieri

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Wörle sein Team sehr defensiv ausrichtet und dafür die Flügelspielerinnen rausnimmt. Ansonsten werden Bürki und Lotzen vermutlich die Außen machen, und Brooks und Romert die Doppel-6.

    Es wird vor allem darauf ankommen, dass es Brooks (der wohl robustesten der DMs) gelingt, Keßler aus dem Spiel zu nehmen. Sollte das gelingen, ist Wolfsburg geschwächt und vieles ist möglich. Schafft es dann Cross noch, Pohlers kalt zu stellen, dann kann der Sieg eigentlich nur noch über eine Einzelaktion für Wolfsburg laufen.

    Bayern ist zur Zeit zumindest variabler als Wolfsburg, weil alle Spielerinnen mehrere Positionen spielen können. Dadurch können sie die Ausfälle vermutlich besser kompensieren.

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  • Therese sagt:

    Stimmt es das auf DFB-TV keine LIVE-Sendung Wolfsburg-Bayern gibt? Von Eurosport Deutschland ist in den Niederlanden nichts zu sehen!

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  • Therese sagt:

    Jetzt gibt es doch noch eine DFB-TV LIVE-Uebertragung!

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  • shane sagt:

    therese, dfb-tv war von anfang auf sendung – das war so angesagt und war auch tatsaechlich so.

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  • Dummkopf sagt:

    @Therese
    warum nicht DFB.TV? Die Ankündigungen waren doch klar.
    Gibt es OL heute abend irgendwo?

    @sheldon
    Was ist denn los? Immer noch kein Kommentar? Hast du wenigstens bis zu Ende sehen können, oder vorher den Fernseher kaputtgebissen? 😉

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  • Sheldon sagt:

    @Dummkopf: Erstens guck ich die Spiele meist aufm Laptop, nicht im Fernsehen, zweitens habe ich heute DFB-TV geschaut, weil Livestream von Eurosport eine Katastrophe war und drittens gibt es überhaupt keinen Grund, Trübsal zu blasen. Ein 1:1 hat in Wolfsburg letztes Jahr kein Bundesliga-Team erreicht und dazu noch so ein Verdientes.

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  • shane sagt:

    @dummkopf: OL wohl auf france4 (e.g. via schoener-fernsehen). und deine lust am sheldon-picksacken hat dich wohl etwas verblendet und vergessen lassen, dass WS moderiert ist und die moderatoren nun auch nicht 24/7 hier rumwuseln (die artikel & interviews wollen ja auch irgendwann mal gemacht werden, ne)?

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  • Dummkopf sagt:

    @shane
    Danke für den Hinweis. Und da hast du natürlich Recht, er hatte meinen Wunsch ja schon längst erfüllt, ich war einfach nur zu ungeduldig.
    Aber piesacken? Ich liebe seine/ihre Posts. Und was sich liebt, das neckt sich.
    Bin taktisch manchmal voll einverstanden. Und heute mehr von Bayern begeistert als sheldon. 2 verschenkte Punkte. Gibt jetzt aber auch einen Spielbericht und ich mache da mal weiter …

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  • Sheldon sagt:

    Auch die anderen Spiele haben begonnen und die ersten Tore sind auch schon gefallen. Auffällig: Bei den ersten 5 Toren der Saison noch kein Stürmerinnen-Tor: Bianca Schmidt brachte Frankfurt in Freiburg 1:0 in Führung, Leverkusen führt durch ein Tor von Ramona Petzelberger gegen Duisburg und Cloppenburg (!!) führt gegen Essen mit 1:0 nach Tor Vanessa Bernauer.

    Frankfurts Mannschaft ist sehr stark einzuschätzen, spielen mit folgender Aufstellung:

    Schumann – Schmidt, Kuznik, Bartusiak, Tanaka – Weber, Laudehr – Garefrekes, Marozsan, Behringer – Sasic

    Auf der Bank sitzen mit Ando, Bajramaj und Crno noch einige Offensivmöglichkeiten.

    Hinten dürfte das die stabilste Abwehr seit Jahren werden, nachdem Kuznik endlich die von Hingst einst hinterlassene Lücke gestopft hat.

    Auch die Aufstellung von Cloppenburg kann sich durchaus sehen lassen: Wylezek – Brüggemann, Aschauer, Löwenberg, Wübbenhorst – Bernauer, Bagehorn – Stobba, Yaren – Islacker, Winczo

    7 Spielerinnen haben schon Bundesligaerfahrung, davon alle 4 Abwehrspielerinnen. Und wenn man dann noch sieht, dass die Jäger, Jakobsson, Ester, Kameraj, Bock und Chandraratne noch auf der Bank haben, dann ist mit denen wirklich zu rechnen!

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