Nadine Angerer ist Europas Fußballerin des Jahres

Von am 5. September 2013 – 17.30 Uhr 15 Kommentare

DFB-Torhüterin Nadine Angerer heißt die Siegerin der erstmals durchgeführten Wahl zur Europas Fußballerin des Jahres. Angerer setzte sich dabei gegen ihren Konkurrentinnen Lena Goeßling und Lotta Schelin durch.

Sichtlich überrascht nahm die 34-Jährige im Auditorium am UEFA-Hauptsitz in Nyon die Trophäe aus den Händen von UEFA-Präsident Michel Platini entgegen.

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Überraschungssieg
„Ich habe wirklich nicht damit gerechnet und ich habe auch keine Rede vorbereitet. Ich war total froh, dass ich unter den letzten 3 war, dass es dann so einen Ausgang hat, hat mich total überrascht“, so Angerer, die lobende Worte für ihre Konkurrentinnen fand: „Ich habe ja wahnsinnig Konkurrenz gehabt, Lotta Schelin, die seit Jahren auf Top-Niveau spielt und Lena Goeßling, die alle Titel dieses Jahr gewonnen hat.“ In ihrer Dankesrede würdigte Angerer auch die Bundestrainerin: „Ich möchte mich bei allen bedanken, aber speziell bei Silvia Neid, denn ich hatte eine harte Zeit in Frankfurt und nicht wirklich Unterstützung.“

Nadine Angerer

Nadine Angerer: Nicht nur EM-Beste, sondern nun auch Europas beste Spielerin © Nora Kruse / ff-archiv.de

Deutliche Entscheidung
Aus einem Panel von 18 von der Vereinigung European Sports Media (ESM) ausgewählter Journalisten, die zur Abstimmung berechtigt waren, gaben 10 ihre Stimme an Angerer, 6 Stimmen entfielen auf Mittelfeldspielerin Lena Goeßling, Schwedens Stürmerin Lotta Schelin erhielt nur 2 Stimmen.

Gehaltene Elfer als Zünglein an der Waage
Die beiden von Angerer im EM-Finale gegen Norwegen erst vor kurzem gehaltenen Elfmeter dürften der Jury noch eindrücklich vor Augen gestanden sein und Zünglein an der Waage gespielt haben.

Goeßling gratuliert
Die zweitplatzierte Goeßling gratulierte ihrer Nationalmannschafskollegin: „Nadine spielt seit Jahren auf hohem Niveau. Sie hat eine starke EM gespielt und uns den EM-Titel festgehalten, sie war ein riesen Rückhalt für uns bei der EM.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

15 Kommentare »

  • Herr Schulze sagt:

    Glückwunsch. Es sei ihr von Herzen gegönnt, auch wenn diese Wahl auf einer einzigen guten Turnierleistung zu beruhen scheint. Ähnlich wäre es aber auch bei Gössling gewesen.
    Interessant: Nadine garniert ihr Neid-Lob mit einer weiteren Ohrfeige für Super-Sidi & Co.
    Anderseits lässt sich nicht leugnen, dass der FFC Frankfurt mit einer Natze in Schwedenform problemlos in der Champions League gelandet wäre.

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  • Stefan sagt:

    Warum? Gössling muss auch sonst in der vergangenen Saison gut gespielt haben, sonst hätte sie nicht vier Titel gewonnen.

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  • Tiberias sagt:

    Schlicht und einfach mal:

    Gratulation, Natze!

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  • Dummkopf sagt:

    @Hr Schulze.
    Schön, dass da noch jemand nicht nur postet sondern gerne genau zuhört. Der Frankfurt-Kommentar war sehr bemerkenswert.

    Der verrät wieder viel darüber, wie mies dort intern die Stimmung ist.
    Wundert sich da jemand darüber, dass fast alle Spielerinnen dort ihre Bestleistung NICHT erreichen?

    Nein, wundern muss man sich über einen ganzen Verein samt Fans, der nicht den Mumm hat, das miese Management fortzujagen.

    Und wenn man überlegt: eigentlich ist das Verhalten von ANGERER und den anderen Nachtreterinnen auch NICHT GANZ IN ORDNUNG.
    Solange man dort spielt, schön die Klappe halten und KUSCHEN, und wenn man dann fort ist, vom Leder ziehen.

    […]

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Sheldon sagt:

    @Herr Schulze:

    1. Zu einer Mannschaft, die die CL erreicht, gehören immer 11 Spielerinnen in Topform und nicht nur eine. Außerdem ist es fraglich, wem das Statement in Richtung Frankfurt dort wirklich galt.

    2. Lena Goeßling hat mindestens zwei Spiele gemacht, wegen denen sie diesen Titel verdient hätte, nämlich das CL-Finale und das EM-Halbfinale. Es zeigt sich allerdings, dass N11 immer noch deutlich mehr Stellenwert als Vereinsfußball hat, was sehr traurig ist…

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  • Dummkopf sagt:

    oops.
    Ich wollte den gestrichenen letzten Absatz positiv sehen.
    Fasse ich es mal so:

    Ich würde mich freuen, wieder mal eine Frankfurter Mannschaft zu sehen, der man anmerkt, dass das Spielen Spass macht.
    Hoffentlich findet man den Mut zu dieser Veränderung. Entweder in dem man sich nicht mehr wegduckt. Oder es geschieht das unvorstellbare: Das Management selber merkt, dass man dazulernen kann.
    Damit man mal irgendwann jemand hört, der aus Frankfurt weggeht, und der sich gerne an eine schöne Zeit zurückerinnert.

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  • Krachleder sagt:

    Hallo miteinander, ich verfolgs schon seit Jahren die Entwicklung im Frauenfußball sehr intensiv und lese mir auch gerne die Kommentare dazu durch.

    Sicherlich lässt sich darüber streiten ob „Natze“ es verdient oder nicht verdient hat als Europas Fußballerin des Jahres gewählt worden zu sein.

    Ich denke dass die Wahl in Ordnung geht, denn schließlich muß auch gewürdigt werden dass die während der gesamten EM von Natze bewiesenen Leistungen allerfeinster Sahne waren und unseren Mädels letztendlich den EM-Titel beschert haben. Und es ist ja nicht der erste Titel den sie uns beschert hat, ich erinnere nur an die WM 2007 bei der sie nicht ein einziges Tor zugelassen hat. Und die Wahl geht schon auch deshalb in Ordnung da man berücksichtigen sollte, dass eine WM oder EM halt nur mal alle 4 Jahre ausgespielt wird, im Gegensatz zu den Vereinswettbewerben.

    Allen Kritikern zum Trotz. Freuen wir uns vor allem darüber, dass es jetzt auch bei den Würdigungen von UEFA und FIFA die Frauen geschafft.

    Nochmals GW Natze für die Auszeichung und GW auch für Lena und Lotta, die wahrlich die besten 3 in Europa dieses Jahr waren.

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  • noworever sagt:

    @dummkopf:
    „Und wenn man überlegt: eigentlich ist das Verhalten von ANGERER und den anderen Nachtreterinnen auch NICHT GANZ IN ORDNUNG.
    Solange man dort spielt, schön die Klappe halten und KUSCHEN, und wenn man dann fort ist, vom Leder ziehen.“

    genau, gerade von einer sog. führungsspielerin mit dem image einer nadine angerer hätte man das eigentlich erwarten können …

    lassen wir uns überraschen … vielleicht läuft in zukunft ja doch einiges etwas anders.
    scheint, dass colin bell neben dem nötigen sachverstand auch wichtige menschliche werte in das ‚gesamtpaket‘ miteinbringen kann …

    dazu:
    http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ffc-frankfurt-endlich-wieder-hoch-hinaus-12558807.html

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  • Altwolf sagt:

    @Sheldon.Deiner Beurteilung stimme ich uneingeschränkt zu.Entscheidend bei der Wahl wird wohl der letzte Eindruck gewesen sein,denn der bleibt in der Regel prägend haften und der war bei Nadine gerade auch im Finale gigantisch.Wenn man aber die Spielerin des „Spieljahres 2012/2013“ über die gesamte Spielzeit bewertet hätte, könnte nur Lena diese Auszeichnung erhalten und direkt dahinter Nadine Keßler.Aber wenn Menschen solche Bewertungen abgeben kommt auch immer eine bestimmte „Subjektivität“ dazu und somit kann man mit der getroffenen Entscheidung auch gut leben.

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  • Sheldon sagt:

    @Altwolf: Ich denke einfach, dass das auch an der grundsätzlichen sportlichen Wertschätzung des Vereinsfußball im Frauenfußball liegt. Zudem wird diese Wahl von Journalisten getroffen, nicht von FF-Experten.

    Worauf schauen Journalisten? Auf die Ereignisse, die am meisten Publicity bringen, am meisten Aufmerksamkeit. Die meisten können kaum einen eigenen Eindruck der Spielerinnen bekommen, weil die bei deutschen Meisterschaftsspielen überhaupt nicht anwesend sind und von dort ausgehend das Ganze gar nicht beurteilen können.

    Es bleiben also vielleicht 3-4 CL-Spiele, ein bis zwei Meisterschaftsspiele und 6 EM-Spiele. Welche Spiele werden da wohl den Ausschlag geben???

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  • karl sagt:

    ich denke dabei spielt auch eine Rolle dass eine EM nur alle 4 Jahre stattfinded , aber champions league und Nationalliga jehrliche ereignisse sind , somit wird halt in EM oder WM Jahren eine dort erbrachte Leistung moeglicherweise hoeher bewertet und das finde ich auch in Ordnung.

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  • Sheldon sagt:

    Man kann aber genauso das gegenteilige Argument bringen, dass eine CL und die Nationalliga stärker zu bewerten ist, weil sie eine konstante Leistung über den Zeitraum eines Jahres ausdrückt.

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  • Karl sagt:

    Ich bin nicht sicher ob die Nationalen ligen fuer die Wahl ueberhaupt eine Rolle spielen wenn die urspruengliche Liste der Top ten von den Trainern der Euro Teilnehmer und den Trainern der CL Viertelfinalisten erstellt wird. Die werden wohl kaum die Zeit haben sich viele Spiele in anderen Nationalligen anzusehn. Also werden wohl die Leistungen in der CL und besonders wohl die bei der Euro die Hauptrolle spielen. Die Bundesliga kann da allenfalls bei der Wahl der deutschen Fussballerin des Jahres eine Rolle spielen , oder eben bei anderen Nationen deren Nationalliga….

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  • FF-Talent sagt:

    Die von mir und anderen geforderte Goldstatue für Angerer war dann doch wohl eher silberfarben… zumindest die, die sie jetzt von der UEFA bekommen hat. Egal, Glückwunsch!

    Angerers Elfer-Paraden, die UEFA-interne Wahl zur besten Spielerin der EM (als Torhüterin!) und jetzt die Premierenwahl zu Europas Fußballerin des Jahres (sie ist ja auch schon europaweit viel länger bekannt als z.B. Kessler): Das hat binnen kurzer Zeit eine solche (positive) Dynamik angenommen(Angerer in aller Munde), dass von den Journalisten eigentlich NUR Angerer gewählt werden konnte!

    Natürlich treten dann in diesem Sog z.B. Triple-Siegerinnen oder persönliche durchschnittliche Liga-Leistungen in den Hintergrund, als Debütantin ist der „alte Hase“ Angerer für die erstmalige Auszeichnung „Europas Beste“ absolut nachvollziehbar, ein sehr guter Prüfstein für alle zukünftigen Preisträgerinnen!

    Nebenbei für Angerer auch ein nettes Abschiedsgeschenk aus Europa. Dass Deutschland gleichzeitig 2013 im MF wie auch im FF den jeweils Besten Europas hervorbringt, ist ja auch eine schöne Randnotiz. 😉

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  • cuesco sagt:

    Als gegen Ende der EM die Wahl von Martina Müller zur Spielerin des Jahres in Deutschland bekannt gegeben wurde, war der Tenor vieler Kommentare, dass
    in Kenntnis des EM-Verlaufs die Wahl doch wohl eher auf Nadine Angerer gefallen wäre (statt des 7. Platzes, wenn ich mich recht erinnere). Hier war aber nun gerade der Vereinsfußball – konkret vermutlich vor allem der Siegtreffer im CL-Finale – maßgeblich gewesen.

    Insofern kann der Ausgang der aktuellen Wahl weder übermäßig erstaunen noch ist er groß zu kritisieren. Sie hat eben nicht nur eine sehr gute sportliche Leistung gebracht, sondern auch durch positives Leadership die Qualität des gesamten Teams auf ein Niveau gehoben, das den Titelgewinn erst möglich machte. Eine bessere Begruendung kann es für eine solche Wahl aus meiner Sicht eigentlich nicht geben.

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